Heimpflege - Pflegekosten unterschiedlich!

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

Moderator: WernerSchell

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Statistisches Bundesamt

Heimpflege - Pflegekosten unterschiedlich!

Beitrag von Statistisches Bundesamt » 15.03.2007, 06:58

Heimpflege in Pflegeklasse III kostet monatlich über 2.706 Euro

WIESBADEN – Nach der aktuellen Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes waren Ende 2005 in der höchsten Pflegeklasse (III) für vollstationäre Pflege und Unterbringung im Mittel monatlich 2.706 Euro an das Pflegeheim zu entrichten. In der Pflegeklasse II betrug der durchschnittliche monatliche Vergütungssatz 2.280 Euro und in der Pflege­klasse I 1.854 Euro.

Die Vergütung der Heime ist in allen neuen Ländern unterdurch­schnittlich: Die geringste Vergütung für Pflege, Unterkunft und Verpflegung in der Pflegeklasse III errechnet sich für Sachsen und Sachsen-Anhalt mit monatlich 2.250 Euro.

Die höchsten Heimkosten in der Pflegeklasse III sind in Nordrhein-Westfalen (3.101 Euro) und Hamburg (3.010 Euro) zu entrichten. Die monatliche Vergütung für Pflege­heime wird seit 1999 alle zwei Jahre ermittelt. Die aktuellen Daten wurden zum Stichtag 15. Dezember 2005 erhoben und berechnen sich einheitlich aus 30,4 Tagessätzen.

Zusätzlich zu den Ausgaben für Pflege, Unterkunft und Verpflegung können weitere Ausgaben für die Bewohner/-innen, insbesondere für gesondert berechenbare Investitionsaufwendungen, entstehen. Diese werden in der Pflegestatistik allerdings nicht erfasst. Nach den Ergebnissen der Repräsentativerhebung „Hilfe- und Pflegebedürftige in Alteneinrichtungen 2005“ wurden in 89% der Heime zusätzliche Investitionskosten im Schnitt von 376 Euro (399 Euro in den alten und 244 Euro in den neuen Bundesländern) den Pflegebedürftigen in Rechnung gestellt (die Repräsentativ­erhebung wurde von TNS-Infratest im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt).

Die Pflegeversicherung zahlt für vollstationäre Dauerpflege bundesweit zurzeit monatlich in der Pflegestufe III (ohne Härtefallregelungen) 1.432 Euro, in der Pflegestufe II 1.279 Euro und in der Pflegestufe I 1.023 Euro. Zur Finanzierung der darüber hinausgehenden Pflegeheimkosten müssen die Pflegebedürftigen eigene finanzielle Mittel aufwenden oder auf Sozialleistungen, wie die Hilfe zur Pflege im Rahmen der Sozialhilfe, zurück­greifen.

Weitere Ergebnisse der Pflegestatistik 2005 enthält der neue „4. Bericht: Länderver­gleich – Pflegeheime“. Dieser sowie die zuvor erschienenen Berichte zur Pflegestatistik sind kostenlos im Statistik-Shop des Statistischen Bundesamtes ( http://www.destatis.de/shop ) unter dem Suchbegriff „Pflegestatistik“ abrufbar.

Weitere Auskünfte gibt:
Zweigstelle Bonn,
Heiko Pfaff,
Telefon: (01888) 644-8106,
E-Mail: pflege@destatis.de

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 14.3.2007
http://www.destatis.de/presse/deutsch/p ... 090095.htm

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Re: Heimpflege in Pflegeklasse III kostet über 2.706 Euro/Mo

Beitrag von Elke » 15.03.2007, 07:50

Statistisches Bundesamt hat geschrieben:Heimpflege in Pflegeklasse III kostet monatlich über 2.706 Euro

Zusätzlich zu den Ausgaben für Pflege, Unterkunft und Verpflegung können weitere Ausgaben für die Bewohner/-innen, insbesondere für gesondert berechenbare Investitionsaufwendungen, entstehen. Diese werden in der Pflegestatistik allerdings nicht erfasst. Nach den Ergebnissen der Repräsentativerhebung „Hilfe- und Pflegebedürftige in Alteneinrichtungen 2005“ wurden in 89% der Heime zusätzliche Investitionskosten im Schnitt von 376 Euro (399 Euro in den alten und 244 Euro in den neuen Bundesländern) den Pflegebedürftigen in Rechnung gestellt (die Repräsentativ­erhebung wurde von TNS-Infratest im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt).

Wir haben 2006 für 21 Tage KZP 980 Euro aus eigener Tasche zahlen müssen. Kann sich kaum noch ein Pflegebedürftiger leisten!
Ehemann Hirnblutung 1995, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie, Epilepsie, Pflegestufe 3. Pflege Zuhause

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Pflegestatistik 2005

Beitrag von Presse » 15.03.2007, 11:28

Sehr geehrte Damen und Herren,

am heutigen Tage haben wir eine Pressemitteilung zu den Pflegekosten veröffentlicht. Sie finden diese unter folgendem Link:
http://www.destatis.de/presse/deutsch/p ... 090095.htm

Zudem sind heute erschienen der 3. Bericht zur Pflegestatistik:
Ländervergleich Pflegedienste
https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg ... ID=1020078
sowie der 4. Bericht: Ländervergleich Pflegeheime
https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg ... ID=1020079

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Reiner Rottländer

--
Statistisches Bundesamt
VIIIB-2 Pflegestatistik
Graurheindorfer Str. 198
53117 Bonn
Deutschland
http://www.destatis.de
Tel.: 01888 644 - 8956
Fax: 01888 644 - 8994

Ansprechpartner:
Heiko Pfaff, Tel.: 01888 644-8106, Reiner Rottländer, Durchwahl: -8143, Marita Peschel, Durchwahl: -8114

Berichte zur Pflegestatistik finden Sie im Internet unter:
http://www.destatis.de/allg/d/veroe/d_pflege99.htm

Quelle: Pressemitteilung vom 14.3.2007

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Pflegeheime in NRW sind die teuersten

Beitrag von WernerSchell » 16.03.2007, 08:44

An die Rheinische Post in Düsseldorf

Leserbrief vom 15.3.2007 zu
Pflegeheime in NRW sind die teuersten
Rheinische Post / NGZ vom 15.3.2007 (Seite 1)

Sehr geehrte Damen und Herren,
zu dem Artikel (auf Seite 1) übersende ich die nachfolgende Leserzuschrift und bitte um Abdruck.
Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell

Pflegesystem gehört auf den Prüfstand!

Dass die Kosten der Heimunterbringung seit Einführung der Pflegeversicherung (1995) dramatisch gestiegen sind, ist in Fachkreisen eine Binsenweisheit. Die Verantwortung dafür allein bei den Personalkosten zu suchen, ist aber sicherlich ein Irrweg. Tatsache ist nämlich, dass mit dem heutigem Personalbestand der Heime nicht einmal die gebotene soziale Zuwendung gewährleistet werden kann. Da es schlicht an qualifiziertem Personal mangelt, wird vielfach nur noch von der Pflege im Minutentakt gesprochen (Berlin-Mitte, "Illner", titelte am 15.03.2007 sogar: "Albtraum: Pflegefall"). Nicht die Personalkosten gehören deshalb dringend auf den Prüfstand, sondern die völlig unzureichenden Pflege-Rahmenbedingungen. Es erscheint auch notwendig, den BürgerInnen klar zu machen, dass die Pflege beträchtliche finanzielle Aufwendungen auslöst, die mit dem jetzigen Finanzierungssystem nicht oder nur unvollkommen abgedeckt werden können. Nach seriösen Einschätzungen wird eine kapitalgedeckte Pflege-Zusatzversicherung nicht zu vermeiden sein. Unabhängig davon müssen aber vor allem in zahlreichen Heimen gewaltige Anstrengungen unternommen, die Ergebnisqualität entscheidend zu verbessern!

Werner Schell, 2. Vorsitzender des Pflege-Selbsthilfeverbandes e.V., Harffer Straße 59, 41469 Neuss
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Immer wird von teuer geredet

Beitrag von johannes » 19.03.2007, 15:20

Wer Forderungen an Leistung stellt, muß sich doch klar sein, daß diese Leistung ihren Preis hat. Wer gesetzliche Vorgaben in jedem kleinsten Bereich will, muß sich darüber klar sein, daß diese gesetzlichen Vorgaben von irgendwo her finanziert werden müssen.

Im Ergebnis: Wer eine 24-Stunden-Versorgung (das ist in Pflegestufe III u. U. der Fall) will, muß den dafür zu zahlenden Preis bitte auch durch die Anzahl der geforderten Arbeitsstunden teilen.

Damit es nicht so schwer ist:

monatlich € 3200 sind auf den Tag umgerechnet ca. € 106 und auf die Stunde € 4,42. Darin sind sämtliche Kosten enthalten: Pflege, Unterkunft (Miete), Versorgung (Essen, Heizung, Wasser, Strom, Reinigung, Wäscheversorgung, und was alles so anfällt).

Die Frage ist, wie hoch die Ansprüche geschraubt werden.

Johannes
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Claridge
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Re: Immer wird von teuer geredet

Beitrag von Claridge » 22.03.2007, 08:49

johannes hat geschrieben:Im Ergebnis: Wer eine 24-Stunden-Versorgung (das ist in Pflegestufe III u. U. der Fall) will, muß den dafür zu zahlenden Preis bitte auch durch die Anzahl der geforderten Arbeitsstunden teilen.

Damit es nicht so schwer ist:

monatlich € 3200 sind auf den Tag umgerechnet ca. € 106 und auf die Stunde € 4,42. Darin sind sämtliche Kosten enthalten: Pflege, Unterkunft (Miete), Versorgung (Essen, Heizung, Wasser, Strom, Reinigung, Wäscheversorgung, und was alles so anfällt).
Ich stimme zwar vom Grudsächlichen zu, finde aber das mit dieser Berechnung suggeriert wird das eine Pflegekraft für 24 Stunden bei dem Bewohner/Patienten ist und ihn/sie versorgt. Dem ist aber nicht so!
Immer wieder wird aufgezeigt wie der wirkliche Aufwand für einen z.B. bettlägerigen Bewohner aussieht. Da kommen über 24 Std. hinweg nur magere 60 - 90 Minuten zusammen.
Unter einer 24 Std.-Versorgung stelle ich mir nun wirklich etwas anderes vor als das was in den meisten Einrichtungen in Deutschland geleistet wird.
Jetzt erzähle mir bitte niemand es läge daran das zu wenig Geld im System steckt! Wenn dem tatsächlich so wäre, wie kommt es dann das Aktiengesellschaften wie z.B. eine Curanum AG jedes Jahr Millionengewinne einstreicht?

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Warum sind Pflegeheime in NRW teurer?

Beitrag von Presse » 24.03.2007, 08:49

NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann: „Gutachten wird klären, warum die Pflegeheime in NRW teurer sind als in anderen Bundesländern“

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

„Die hohen Kosten für einen Pflegeheimplatz in NRW werfen Fragen auf. Deshalb wird mein Ministerium einen externen Gutachter beauftragen, um nach den Ursachen zu forschen“, erklärte heute (23. März 2007) der nordrhein-westfälische Sozialminister Karl-Josef Laumann. „Bei allen Hinweisen, die ich erhalten habe, wird spekuliert, und Spekulationen sorgen für Unruhe und Verunsicherung, die wir in diesem sensiblen Bereich der Sozialpolitik nicht gebrauchen können. Für mich haben Sicherstellung der Qualität der Pflege und Zufriedenheit der Menschen, die in den Heimen unseres Landes leben, oberste Priorität. Deshalb will ich natürlich wissen, wofür das Geld verwendet wird und warum die stationäre Pflege bei uns mehr kostet als in anderen Bundesländern.“

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte am 14. März 2007 eine Datensammlung zur Situation der stationären Pflege. Dabei zeigte sich, dass ein Pflegeheimplatz in NRW im Bundesvergleich am teuersten ist. In der höchsten Pflegestufe III musste ein Pflegebedürftiger im Jahr 2005 durchschnittlich 3103 Euro im Monat zahlen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 2706 Euro. „400 Euro sind viel Geld. Deshalb muss geklärt werden, wie der Unterschied zustande kommt“, sagte Laumann.

Durch das Gutachten soll im Vergleich mit anderen westdeutschen Flächenländern u. a. untersucht werden, welche Bedeutung die Personalausstattung, die tariflichen Vereinbarungen, die Ausbildungskosten, das Verhältnis von Regel- und Zusatzleistungen, die Art der Förderung der Investitionskosten, Trägerstrukturen sowie Unterschiede zwischen ländlichen Regionen und Ballungsräumen auf die Höhe der Heimentgelte haben.

„Diese Fragen, deren Beantwortung auch im Interesse der Träger stationärer Pflegeeinrichtungen liegen sollte, müssen beantwortet werden, damit Pflegebedürftige und ihre Angehörigen prüfen können, ob sie für das Geld, das sie bezahlen, auch angemessene Leistungen erhalten“, erklärte Laumann. Bei der geplanten Untersuchung wird das NRW-Sozialministerium mit den Trägerorganisationen der Pflegeheime, Pflegekassen und Sozialhilfeträger, der Interessenvertretung pflegender Angehöriger, der Landesseniorenvertretung und anderen zusammenarbeiten.

Quelle: Pressemitteilung vom 23.3.2007
http://www.mags.nrw.de/06_Service/001_P ... index.html

Herbert Kunst
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Pflegeheime in Nordrhein-Westfalen (NRW) sind die teuersten!

Beitrag von Herbert Kunst » 16.12.2007, 10:44

Siehe auch unter

Pflegeheime in Nordrhein-Westfalen (NRW) sind die teuersten!
viewtopic.php?t=7785
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

WernerSchell
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Alternative zum Altersheim – Kreuzfahrtschiff

Beitrag von WernerSchell » 23.02.2015, 08:02

Alternative zum Altersheim – Kreuzfahrtschiff
http://netzfrauen.org/2015/02/22/altern ... hrtschiff/
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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blitzer2013
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Re: Heimpflege - Pflegekosten unterschiedlich!

Beitrag von blitzer2013 » 13.03.2015, 08:40

nen Kreuzfahrtschiff....das finde ich langsam sehr befremdlich

WernerSchell
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Pflegebedürftige werden immer öfter zum Sozialfall

Beitrag von WernerSchell » 12.01.2016, 17:43

Ärzte Zeitung vom 12.01.2016:
Zu hohe Kosten: Pflegebedürftige werden immer öfter zum Sozialfall
Wer professionelle Pflege braucht, kann die Kosten mit dem Geld aus der Pflegeversicherung oft nicht decken.
Hunderttausende Betroffene werden zum Sozialfall - und es werden immer mehr.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=902 ... ege&n=4720
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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