Corona-Virus – besorgniserregende Lage!

Allgemeine Informationen zu allen relevanten Themen einschließlich interessante Nachrichten aus dem weiten Gebiet der Medizin und Heilkunde (z.B. Studien- und Forschungsergebnisse)

Moderator: WernerSchell

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Unstatistik des Monats: Der Impfstoff ist „zu 90 Prozent wirksam“

Beitrag von WernerSchell » 02.12.2020, 13:24

Bild

Unstatistik des Monats: Der Impfstoff ist „zu 90 Prozent wirksam“

Die Unstatistik des Monats November befasst sich mit Aussagen zur Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen. Die gute Nachricht des Monats dazu kam von BioNTech und Pfizer mit dem vorläufigen Ergebnis, dass ihr Impfstoff gegen Covid-19 „zu 90 Prozent wirksam“ sei. Inzwischen haben BioNTech und andere Hersteller berichtet, dass Impfstoffe gar zu 95 Prozent wirksam seien. Das sind alles erfreuliche Ergebnisse. Aber was bedeutet „zu 90 Prozent wirksam“?

In verschiedenen Medien, darunter Bayerischer Rundfunk und „Berliner Zeitung“, wurde erklärt „Das heißt, 9 von 10 Menschen können durch die Impfung vor einer Infektion geschützt werden.“ Demnach wäre der Impfstoff bei 90 Prozent aller Menschen, die sich impfen lassen, wirksam. Das würde bedeuten, wenn man alle 83 Millionen Deutschen impft, dann sind davon 90 Prozent geschützt; nur die restlichen 8,3 Millionen können sich anstecken. Das wären aber immer noch weit mehr Infizierte als es bisher der Fall ist. Also kann das nicht gemeint sein.

Die 90 Prozent beziehen sich nicht auf die Gruppe der Geimpften, sondern auf jene der Infizierten. BioNTech berichtete, dass insgesamt etwa 43.000 Menschen an der Studie teilnahmen, etwa die Hälfte davon wurde geimpft und die andere erhielt ein Placebo. Sieben Tage nach der zweiten Dosis gab es insgesamt 94 bestätigte Covid-19 Fälle. Im Studienprotokoll von Pfizer findet man die Definition der Wirksamkeit: Hierzu wird der Anteil der Covid-19-Fälle in der Impfgruppe dividiert durch den Anteil der Covid-19-Fälle in der Kontrollgruppe. Dieser Wert wird von 1 abgezogen und mit hundert multipliziert, so dass man es bequem in Prozenten ausdrücken kann. Daraus folgt, es muss in der Impfgruppe 8 Fälle und in der Placebogruppe etwa 86 Fälle gegeben haben, was einer Reduktion von rund 90 Prozent entspricht (bei den 95 Prozent waren es dann 8 versus 156 Fälle).

Angabe bezieht sich auf Anteil an Infizierten, nicht auf Anteil an Geimpften

Die „zu 90 Prozent wirksam“ bezieht sich also nicht auf 9 von 10 Menschen, die zur Impfung gehen, und auch nicht auf alle Teilnehmer der Studie oder alle Menschen, die sich in Deutschland impfen lassen. Sie ist eine relative Risikoreduktion, die sich auf die Zahl der Infizierten bezieht, aber keine absolute Reduktion, die sich auf alle Geimpften bezieht.

Der Unterschied zwischen relativer und absoluter Risikoreduktion ist für viele Menschen schwer zu verstehen. Er wird vielleicht am Beispiel der Grippeschutzimpfung für Menschen zwischen 16 und 65 Jahren nochmals klarer. In einer Saison mit geringer Verbreitung des Grippevirus liegt die Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung etwa bei 50 Prozent. Diese Zahl bedeutet aber nicht, dass 5 von 10 Geimpften vor der Grippe geschützt sind. Sie bedeutet, dass von je 100 Personen ohne Impfung zwei eine bestätigte Influenzainfektion bekamen, und von je 100 Personen mit Impfung nur eine (s. dazu auch die Informationen des Harding-Zentrum für Risikokompetenz).

Es ist auch wichtig zu verstehen, dass sich die von BioNTech und Pfizer berichteten „zu 90 Prozent wirksam“ auf die Reduktion von Infektionen, nicht von schweren Erkrankungen oder gar Todesfällen bezieht. Wir können nur hoffen, dass diese Reduktion in gleichem Maße auf schwere Erkrankungen durchschlägt, aber das wird in den derzeitigen Studien nicht untersucht.

----------

Ansprechpartner/in:

Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, Tel.: (030) 82406-430
Sabine Weiler (Kommunikation RWI), Tel.: (0201) 8149-213

Mit der „Unstatistik des Monats“ hinterfragen der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer, die STAT-UP-Gründerin Katharina Schüller und RWI-Vizepräsident Thomas K. Bauer jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. Alle „Unstatistiken“ finden Sie im Internet unter www.unstatistik.de und unter dem Twitter-Account @unstatistik.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, Tel.: (030) 82406-430

Originalpublikation:
https://www.rwi-essen.de/unstatistik/109/

Weitere Informationen:
https://www.rwi-essen.de/unstatistik/

Quelle: Pressemitteilung vom 02.12.2020
Sabine Weiler Kommunikation
RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung
https://idw-online.de/de/news759130


Anhang
attachment icon Die Unstatistik-Pressemitteilung als PDF mit Verlinkungen > https://idw-online.de/de/attachment81423
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Infektionsrisiko COVID-19: Simulation von Aerosolbelastung in Räumen

Beitrag von WernerSchell » 03.12.2020, 18:03

Bild

Infektionsrisiko COVID-19: Simulation von Aerosolbelastung in Räumen

Im Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Hochschule RheinMain (HSRM) wurde ein Simulationsmodell erstellt, mit dem die Aerosolausbreitung in Räumen berechnet, bewertet und untersucht werden kann. Das Simulationsmodell ist in der Lage, unterschiedliche Situationen, Räume und Anordnungen abzubilden.

Das Risiko sich in geschlossenen Räumen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anzustecken ist hoch. Verschiedene Studien zeigen, dass die Virenbelastung insbesondere durch Aerosole hervorgerufen wird, die beim Ausatmen entstehen, sich im Raum ausbreiten und dort längere Zeit zirkulieren. Um das Infektionsrisiko zu senken, müssen diese Aerosole schnellstmöglich aus der Raumluft herausgefiltert werden. Für die Bewertung entsprechender Maßnahmen sind geeignete Untersuchungsmethoden erforderlich, die sowohl konkrete Situationen erfassen und abbilden können, als auch einen Einblick in ihre Wirkungsweise bieten. Daraus können allgemeine Vorgehensweisen abgeleitet werden.

Ausbreitung der Aerosole ohne Lüftung

Um eine Grundlage für die Bewertung von Lüftungsmaßnahmen zu erzeugen, untersuchten Wissenschaftler der HSRM in einem ersten Schritt einen Raum, bei dem auf die Lüftung gänzlich verzichtet wurde. In diesem Raum wurde eine Person platziert, die Aerosole ausatmet. Die Raumluft wurde mit einer Temperatur von 20°C angenommen, die Temperatur der Person im Raum mit 36°C und die ausgeatmete Luft ebenfalls mit 36°C.
"Durch die Körpertemperatur der Person bildet sich über ihr eine leichte Konvektionsströmung in Richtung der Decke. Es zeigt sich, dass die Aerosole von dieser Konvektionsströmung beeinflusst werden und sich im Raum chaotisch ausbreiten. Während die größeren ausgeatmeten Tröpfchen schnell zu Boden sinken, verbleiben die kleinen und leichten Tröpfchen eine lange Zeit in der Raumluft, ohne sich an einer Oberfläche anzulagern", erklärt Prof. Dr. Eißler. Dies stelle die mittlerweile bekannte Gefahr der Virenbelastung in geschlossenen Räumen dar.

Untersuchung verschiedener Lüftungsmaßnahmen

Als Abhilfe gegen die Aerosolbelastung werden insbesondere zwei Maßnahmen diskutiert und umgesetzt: (a) das Lüften der Räume über vorhandene Fenster und (b) das Filtern der Raumluft mit geeigneten Geräten. Die Maßnahme (a) ist preiswert, gerade in den Wintermonaten jedoch mit einer Temperaturbelastung für die anwesenden Personen verbunden. Die Maßnahme (b) hängt von der Eignung und Verfügbarkeit geeigneter Geräte ab und ist vergleichsweise teuer sowie wartungsintensiv.

Für eine weitere Simulation wurde die Lüftung mit einem gekippten Fenster und einer geöffneten Tür auf gegenüberliegenden Raumseiten untersucht. Zwi-schen dem Raum und der Umgebung hinter dem geöffneten Fenster wurde ein Druckunterschied von 0,2 mbar angenommen. Hier zeigt sich die Wirkung der Lüftung im Unterschied zum geschlossenen Raum. Die Aerosole werden durch die Strömung der Fensterlüftung mitgeführt und durch die Tür nach außen transportiert. Dies ist mit einer entsprechenden Absenkung der Raumlufttemperatur verbunden.

In einer dritten Untersuchung wurde der Raum bei geschlossenem Fenster durch einen konventionellen Lüfter, wie er in Räumen ohne Fenster oder in Küchen zum Einsatz kommt, entlüftet. Erneut wurde für die Simulation eine geöffnete Tür angenommen. "Hier zeigt sich, dass sich durch die Entlüftung des Raumes eine Konvektionsströmung einstellt, die nach kurzer Zeit die leichten Aerosole mitführt und durch den Lüfter aus dem Raum befördert. Die schweren Aerosole fallen zu Boden und bleiben dort liegen. Variationen der Lüfterpositionen zeigen, dass die Wirkung grundsätzlich gegeben ist, jedoch unterschiedlich effizient ist. Gegenüber dem Lüften mit gekipptem Fenster, ist die Absaugung durch einen Lüfter jedoch zu präferieren", so Prof. Dr. Eißler.

Erstellung eines Simulationsmodells

Auf Basis des erstellten Simulationsmodells wurde eine Beurteilungsmöglichkeit geschaffen, mit der die HSRM die Ausbreitung von Aerosolen in Räumen weiter untersuchen und bewerten wird. Auch für komplexere und größere Räume mit einer größeren Anzahl an Personen sollen Untersuchungen durchge-führt werden. Ebenso ist es möglich, die Wirkung von Filtergeräten und deren geeignete Positionierung zu untersuchen.

Die Untersuchungen werden gefördert vom Hessischen Ministerium für Wis-senschaft und Kunst (HMWK) des Landes Hessen im Programm „Vorhaben zur Stärkung des Wissens- und Technologietransfers“ (Förderkennzeichen 20005852).

Die Hochschule RheinMain
Über 70 Studienangebote an zwei Studienorten mit einem internationalen Netzwerk – das ist die Hochschule RheinMain. Rund 13.500 Studierende studieren in den Fachbereichen Architektur und Bauingenieurwesen, Design Informatik Medien, Sozialwesen und Wiesbaden Business School in Wiesbaden sowie im Fachbereich Ingenieurwissenschaften in Rüsselsheim am Main. Neben der praxisorientierten Lehre ist die Hochschule RheinMain anerkannt für ihre anwendungsbezogene Forschung.

https://www.hs-rm.de | https://www.facebook.com/HSRheinMain | https://www.youtube.com/HochschuleRheinMain | https://twitter.com/RheinMain_HS | https://www.instagram.com/hs_rheinmain/

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing Werner Eißler, Werner.Eissler@hs-rm.de

Quelle: Pressemitteilung vom 03.12.2020
Matthias Munz Hochschulkommunikation
Hochschule RheinMain
https://idw-online.de/de/news759216
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

HNO-Verbände warnen vor Corona-Selbsttests von Lehrern und Erziehern

Beitrag von WernerSchell » 03.12.2020, 18:10

Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.
Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.


HNO-Verbände warnen vor Corona-Selbsttests von Lehrern und Erziehern

Neumünster/Bonn, 03.12.2020 – Im Hinblick auf das Vorhaben der Bundesregierung, noch in dieser Woche den Weg für Corona-Selbsttests von Lehrern und Erziehern freizumachen, warnen der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V., vor falsch durchgeführten Abstrichen. „Die Sensitivität sämtlicher Corona-Tests hängt ganz entscheidend von der Qualität der Abstrichentnahme ab“, erklären die Präsidenten der Verbände. Unsachgemäß durchgeführte Testungen durch Laienhände bergen das Risiko falsch-negativer Testergebnisse.

„Um eine Infektion mit SARS-CoV-2 sicher zu bestimmen, ist eine tiefe Abstrichentnahme aus dem Nasen-Rachen-Raum notwendig“, so Dr. Dirk Heinrich und Prof. Dr. Stefan Plontke. „Diese Untersuchung wird von den zu testenden Personen in der Regel als unangenehm empfunden. Der Watteträger muss tief in den Nasen-Rachen-Raum eingeführt werden, da dort das Hauptreservoir des Erregers sitzt.“ An der Mundschleimhaut oder im Nasen-Vorhof entnommene Proben seien als Testmaterial hingegen ungeeignet, da dort die Viruskonzentration nicht ausreichend hoch ist. Dieses Phänomen falsch vorgenommener Abstriche sei bereits heute vielfach zu beobachten, erläutern BVHNO und DGHNO-KHC gleichlautend.

Wenn Abstriche nun durch nicht ausreichend geschultes, nicht-medizinisches Personal entnommen werden sollen, steige die Gefahr falsch-negativer Testergebnisse. „Getestete Personen mit einem falsch-negativen Testergebnis erhöhen das Risiko der Ausbreitung des Corona-Virus. Wenn sich jemand in Sicherheit wähnt, nicht infiziert zu sein, verhält er sich in der Regel unvorsichtiger als vor dem Test. Genau dies kann zu gefährlichen Clusterbildungen und Super-Spreader-Ereignissen führen“, so die eindringliche Warnung der HNO-Ärzte. „Wenn Laien für Abstrichentnahmen eingesetzt werden sollen, müssen sie durch sachkundige Ärzte intensivst geschult werden.“

Um Lehrer und Erzieher besser vor einer Infektion zu schützen, sollten Schulen und Betreuungseinrichtungen vielmehr in die Lage versetzt werden, die Einhaltung der Hygiene-Konzepte zu gewährleisten. „Viele Einrichtungen sind längst nicht so gut mit Waschbecken, Seifenspendern und Desinfektionsmitteln ausgestattet, wie sie sein sollten. Zudem sei es mitunter nicht möglich, die Fenster in den Klassen- und Erziehungsräumen zu öffnen und eine regelmäßige Lüftung durchzuführen.“ Angesichts der begrenzten Kapazitäten an PCR- und PoC-Antigentests, sei darüber hinaus auf einen zielgerichteten Einsatz der Testungen zu achten, erklären die Präsidenten der Verbände, Dirk Heinrich und Stefan Plontke.

Quelle: Pressemitteilung vom 03.12.2020
Pressekontakt
Thomas Hahn
Tel: 030/28097138
E-Mail: pressestelle@hno-aerzte.de

Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.
Bundesgeschäftsstelle: Haart 221, 24539 Neumünster
www.hno-aerzte.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Sorge unter Beschäftigten vor Corona nimmt wieder zu ....

Beitrag von WernerSchell » 03.12.2020, 18:18

Hans-Böckler-Stiftung
Georg-Glock-Straße 18 - 40474 Düsseldorf


Auswertung des WSI-Portals Lohnspiegel.de

Sorge unter Beschäftigten vor Corona nimmt wieder zu – effektiver Gesundheitsschutz durch Arbeitgeber ist in der Krise gefragt

Bild


Nach einem relativ sorgenfreien Sommer hat unter den Beschäftigten in Deutschland die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus wieder zugenommen. Im November 2020 machte sich jeder dritte Beschäftigte (33 Prozent) Sorgen, sich bei der Arbeit oder auf dem Weg zur Arbeit mit dem Coronavirus zu infizieren – verglichen mit jedem vierten Beschäftigten (25 Prozent) in den Monaten Juni und Juli, als die Infektionszahlen deutlich niedriger waren. Damit hat sich die Sorge um Ansteckung auf erhöhtem Niveau stabilisiert: Trotz Lockdowns ist der Wert fast genauso hoch wie im Oktober (34 Prozent; siehe auch die Grafik in der pdf-Version dieser PM; Link unten). Das ist das Ergebnis einer Befragung des Portals Lohnspiegel.de, an der sich seit April 2020 rund 26.500 Beschäftigte beteiligt haben. Lohnspiegel.de wird vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung wissenschaftlich betreut.

Besonders verbreitet ist die Sorge vor einer Ansteckung unter Beschäftigten, die in ihrem Beruf regelmäßig engen Kontakt zu anderen Menschen haben und deshalb besonders exponiert sind. So gaben seit Beginn der Befragung insgesamt 55 Prozent der Beschäftigten im Bereich Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege an, sich Sorgen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu machen. Es folgen Beschäftigte in der Altenpflege (48 Prozent), der Gesundheits- und Krankenpflege (46 Prozent), Human- und Zahnmediziner (47 Prozent) sowie die Verkaufsberufe (41 Prozent). Die Fertigungsberufe bieten ein uneinheitliches Bild: Während sich in der Lebensmittelherstellung – zu der auch die Fleischwirtschaft zählt – jeder dritte Befragte Sorgen macht (34 Prozent), sind dies in den Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen sowie den Metallbauberufen deutlich weniger (jeweils 24 Prozent).

Deutlich seltener Sorgen um ihre Gesundheit machen sich auch Beschäftigte in den klassischen Bürotätigkeiten, etwa in Büro und Sekretariat oder dem Rechnungswesen (ebenfalls jeweils 24 Prozent). Eine entscheidende Erklärung hierfür ist die Nutzung des Homeoffice, die seit Ausbruch der Pandemie stark gestiegen ist. Persönlicher Kontakt zu Kunden und Kollegen sowie das Risiko auf dem Weg zur Arbeit entfallen hier komplett. Unter den Befragten, die teilweise oder vollständig im Homeoffice arbeiten, macht sich deshalb nur eine kleine Minderheit (17 Prozent) berufsbedingt Sorgen um die eigene Gesundheit. Entsprechend hoch ist in dieser Gruppe auch die Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber: 82 Prozent bescheinigen ihrem Arbeitgeber uneingeschränkt, bereits ausreichende Schutzmaßnahmen umgesetzt zu haben.

Beschäftigte stellen Arbeitgebern gutes Zeugnis aus – mit Einschränkungen

Die Verbreitung des Homeoffice oder die Ausstattung mit Schutzausrüstung in besonders gefährdeten Berufen tragen dazu bei, dass insgesamt mehr als die Hälfte aller auf Lohnspiegel.de Befragten (54 Prozent) die Maßnahmen ihres Arbeitgebers für ausreichend halten; ein weiteres Drittel (33 Prozent) sieht dies mit Einschränkungen so. Trotz der langen Vorlaufzeit beklagt aber auch aktuell (November 2020) noch jeder achte Beschäftigte (13 Prozent) unzureichende Maßnahmen des Arbeitgebers. Auffällige Häufungen gibt es bei den Bau- und Ausbauberufen, da auf Baustellen nach Angaben der Befragten nach wie vor häufig eng an eng und ohne Mund-Nasen-Schutz gearbeitet wird. Besonders unzufrieden sind auch Erzieherinnen und Erzieher, die beispielsweise davon berichten, dass in ihrer Einrichtung behördliche Vorgaben aus Personalmangel oder Raumnot nicht eingehalten werden.

Verantwortung der Arbeitgeber in der Krise gefragt

„Wenn Arbeitgeber die berechtigten Sorgen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einfach ignorieren, kann dies das Vertrauensverhältnis im Betrieb dauerhaft zerstören“, sagt Dr. Elke Ahlers, Expertin für Arbeit und Gesundheit am WSI. „Gefragt sind klare und offene Kommunikation sowie eine enge Einbindung der Beschäftigten in die Entwicklung und Umsetzung von effektiven Hygienekonzepten.“ Erster Ansprechpartner hierfür sollte der Betriebsrat sein, der im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes gesetzlich verbriefte Mitbestimmungsreche hat. Allerdings hatten nach Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Jahr 2019 nur noch 40 Prozent der Beschäftigten in privatwirtschaftlichen Betrieben mit 5 oder mehr Mitarbeitern einen Betriebsrat.

Die Endverantwortung für die Einhaltung des Gesundheitsschutzes im Betrieb liegt in Deutschland nach dem Arbeitsschutzgesetz beim Arbeitgeber und kann von diesem auch nicht auf die Beschäftigten abgewälzt werden. Die besondere Verantwortung der Arbeitgeber für den Infektionsschutz ihrer Mitarbeiter wurde zuletzt von der Bundeskanzlerin und den Regierungschefs der Länder betont. In den Beschlüssen vom 25. November 2020 mahnen diese die Einhaltung der Schutz- und Hygieneregeln an und appellieren an die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, unbürokratisch Homeoffice für ihre Beschäftigten zu ermöglichen. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert die Einhaltung der verbindlichen Corona-Arbeitsschutzregeln der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die Einhaltung dieser Regeln müsse auch verstärkt kontrolliert werden.

Hinweise zur Methode
Die Daten des Portals Lohnspiegel.de beruhen auf einer kontinuierlichen Online-Umfrage unter Erwerbstätigen in Deutschland. Für die Analyse wurden 26.476 Datensätze ausgewertet, die vom 1. April bis zum 26. November 2020 erhoben wurden. Die Umfrage ist nicht-repräsentativ, erlaubt aber aufgrund der hohen Fallzahlen detaillierte Einblicke in die Arbeitsbedingungen in Deutschland. Lohnspiegel.de ist ein Angebot der Hans-Böckler-Stiftung und ermöglicht es Beschäftigten, mit Hilfe des Lohn- und Gehaltschecks ihr eigenes Gehalt mit dem von anderen Arbeitnehmern im selben Beruf zu vergleichen.

Quelle: Pressemitteilung vom 03.12.2020
Hans-Böckler-Stiftung - Pressestelle
Georg-Glock-Straße 18, 40474 Düsseldorf
Telefon +49 211 7778 148
E-Mail: presse@boeckler.de


Die Pressemitteilung mit Grafik > https://www.boeckler.de/pdf/pm_wsi_2020_12_03.pdf
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Warnung der niedergelassenen Ärzte: Selbsttests führen zu Super-Spreadern

Beitrag von WernerSchell » 04.12.2020, 16:50

Virchowbund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands
Pressemitteilung vom 4.12.2020


Warnung der niedergelassenen Ärzte: Selbsttests führen zu Super-Spreadern

Berlin, 4. Dezember 2020 – Der Verband der niedergelassenen Ärzte warnt davor, Antigen-Selbsttests auf das Coronavirus zu ermöglichen. Durch Selbsttests erhöhe sich die Rate an falsch-negativen Tests und die Gefahr von Super-Spreadern.
„Abstriche auf das Coronavirus können nur durch geschultes Fachpersonal durchgeführt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die hohe Sensitivität, die den Antigen-Schnelltests bescheinigt wird, auch tatsächlich erreicht wird. Es wäre fatal, wenn Menschen nach einem fehlerhaften Selbstabstrich ein falsch-negatives Ergebnis erhalten und sich dadurch in trügerischer Sicherheit wiegen. Das gefährdet Menschenleben, anstatt sie zu schützen.“
„Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, die momentan lebenswichtigen Kontaktbegrenzungen durch Selbsttests zu unterlaufen. Die Maxime heute lautet: Kontakte begrenzen, Kontakte begrenzen, Kontakte begrenzen!“
Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist auf einem anhaltend hohen Niveau. „Tagtäglich verzeichnen wir hunderte von Toten“, mahnt der Bundesvorsitzende des Virchowbundes, Dr. Dirk Heinrich. „Das sind keine anonymen Ziffern in einer Statistik, sondern konkrete Personen, die alle Weihnachten nicht mehr erleben werden.“

Der Virchowbund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

Virchowbund
Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands
Pressestelle

Leitung: Klaus Greppmeir
Pressereferent: Adrian Zagler
Tel: 0 30 / 28 87 74 - 124
Fax: 0 30 / 28 87 74 - 115
presse@virchowbund.de
www.virchowbund.de

Bundesgeschäftsstelle
Chausseestraße 119b | 10115 Berlin
Tel: 0 30 / 28 87 74-0 | Fax: 0 30 / 28 87 74-115
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Sterbefallzahlen in der 45. Kalenderwoche 5 % über dem Durchschnitt der Vorjahre

Beitrag von WernerSchell » 04.12.2020, 17:00

PRESSEMITTEILUNG des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. 482 vom 04.12.2020

Sterbefallzahlen in der 45. Kalenderwoche 5 % über dem Durchschnitt der Vorjahre

WIESBADEN – Nach vorläufigen Ergebnissen sind in der 45. Kalenderwoche (2. bis 8. November 2020) in Deutschland mindestens 18 483 Menschen gestorben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, liegen die Sterbefallzahlen somit etwa 5 % über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Bereits ab der zweiten Oktoberhälfte lagen sie in etwa auf diesem Niveau über dem Durchschnitt der Vorjahre.

+++
Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.

Herausgeber:
DESTATIS | Statistisches Bundesamt
Gustav-Stresemann-Ring 11
65189 Wiesbaden
Telefon: +49 (0) 611 / 75 - 34 44
www.destatis.de/kontakt
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Plakat - Was tun gegen Verschwörungsideologien?

Beitrag von WernerSchell » 05.12.2020, 08:17

Plakat - Was tun gegen Verschwörungsideologien?
Eine Hilfestellung für den Alltag, im Privat- oder Berufsleben, Unternehmen oder Verein


Corona eine Erfindung? Der 11. September eine Verschwörung? Die Welt, gelenkt von geheimen Zirkeln? Verschwörungsideologien begegnen uns nicht erst seit der Pandemie des Jahres 2020. Was sie eigentlich sind, was sie so gefährlich macht und wie man mit ihnen umgeht, erläutert dieses Plakat.
Schon seit Aufkommen der sozialen Medien, spätestens aber seit diesem Jahr verbreiten sie sich in rasantem Tempo: Verschwörungsideologien. Die vielen Erzählungen und Mythen über Kondensstreifen, geheime Mächte und Microchips wirken oft auf den ersten Blick skurril. Doch hinter ihnen stecken oft Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Was Verschwörungsideologien sind, wie man sie erkennt und auch, wie man ihnen in konkreten Situationen gegenübertritt, erklärt das Plakat "Was tun gegen Verschwörungsideologien".


Bild

________________________________________
Herausgeber: bpb, Seiten: 1, Erscheinungsdatum: Dezember 2020, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 9653, Verfügbarkeit: In Kürze bestellbar
Quelle: https://www.bpb.de/shop/buecher/einzelp ... k_RbmSMuDs
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Corona-Impfung: Ärzte sollen Priorität attestieren – für fünf Euro

Beitrag von WernerSchell » 07.12.2020, 07:29

Ärzte Zeitung vom 06.12.2020:

Entwurf für Corona-Impfverordnung
Corona-Impfung: Ärzte sollen Priorität attestieren – für fünf Euro


Die ersten Corona-Impfungen wird es in Zentren und durch mobile Teams geben. Doch die niedergelassene Ärzte sind nicht außen vor, im Gegenteil: Sie sollen Risikogruppen den Impfanspruch attestieren – für fünf Euro je Attest. Prompt kommt Kritik, auch von der ärztlichen Basis. Auch Juristen sind skeptisch.

Von Denis Nößler und Anno Fricke

Berlin. Auf niedergelassene Ärzte kommt mit der erwarteten Zulassung erster Corona-Impfstoffe eine neue Aufgabe zu: Sie sollen Patienten mit Vorerkrankungen dies per Attest bescheinigen, damit sie ihren Anspruch auf eine Impfung nachweisen können. Das sieht ein Entwurf für eine Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) aus dem Bundesgesundheitsministerium vor, der der „Ärzte Zeitung“ vorliegt.

Danach sollen Ärzte je Bescheinigung pauschal fünf Euro erhalten. Ob sie zusätzlich die Versicherten-, Grund- oder Vertreterpauschale werden abrechnen dürfen, geht auf dem Entwurf nicht hervor.

... (weiter lesen unter) ... > https://www.aerztezeitung.de/Politik/Co ... 15324.html


+++
Anmerkung:
Die beabsichtigte Regelung erscheint völlig unbrauchbar. Ich kenne eigentlich kaum jemanden, der nicht irgendeine Vorerkrankung hat. Daher werden Ärzte, wenn denn die Verordnung ein entsprechendes Attest vorsehen sollte, all ihren Patienten eine Prioritätsbescheinigung ausstellen können. Das kann aber so nicht die Lösung sein. Die Priorisierung muss in anderer Form gestaltet werden. - Werner Schell
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Corona-Maßnahmen - Bundesregierung lässt sich "permanent beraten"

Beitrag von WernerSchell » 07.12.2020, 18:14

BMG-Staatssekretär Gebhart: Hören auch kritische Meinungen
Petitionen/Ausschuss

Berlin: (hib/HAU) Die Bundesregierung lässt sich nach Aussage des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesgesundheitsministerium, Thomas Gebhart (CDU), hinsichtlich der Corona-Maßnahmen "permanent beraten". Dies geschehe nicht nur durch einen Experten, "sondern durch eine ganze Vielzahl von Expertinnen und Experten unterschiedlichster Disziplinen", sagte Gebhart während einer öffentlichen Sitzung des Petitionsausschusses am Montag. Dabei werde die ganze Bandbreite von Meinungen zur Kenntnis genommen.
Der Petent Hans Ulrich Peter Tolzin sieht diese Meinungsvielfalt nicht gegeben und hat daher in einer Petition die unverzügliche Einberufung einer paritätisch mit "Befürwortern und Kritikern des bundesweiten Coronavirus-Lockdowns" besetzten Expertenkommission verlangt. Deren Sitzungen sollen lückenlos per Parlamentsfernsehen übertragen werden, fordert er. Die Kommission solle so lange tagen, "bis sie dem Bundestag einen tragfähigen Konsens vorlegen kann".
Vor den Abgeordneten sprach sich der Petent dafür aus, im Falle von Grundrechtseinschränkungen "im Zusammenhang mit einer sogenannten Pandemie" nicht nur denen zuzuhören, "die Alarm schlagen und die radikalsten Vorschläge machen", sondern auch Experten, "mit einer differenzierteren Sichtweise". Tolzin verwies darauf, dass Statistiken zeigen würden, dass die allgemeinen Sterbe- und Erkrankungsraten im Vergleich mit den letzten Jahren "nicht ungewöhnlich hoch sind". Die Behauptung, es gebe eine Pandemie, beruhe auf dem zunehmend umstrittenen PCR-Test. Es müsse öffentlich diskutiert werden, warum das Robert-Koch-Institut (RKI) bei seiner Gefahreneinschätzung "allein den Ergebnissen dieser Tests vertraut".
Wie die von ihm geforderte Expertenkommission zu besetzen sei, müsse "im Dialog" geklärt werden, sagte der Petent auf Nachfrage der Abgeordneten. Die eine Hälfte der Kommission solle "von der Regierung gestellt werden". Die andere Hälfte von "Kritikern der Lockdown-Maßnahmen", so Tolzin. Der ihn begleitende Gesundheitswissenschaftler Professor Harald Walach forderte bei der benötigten laufenden Anpassung der Maßnahmen auch die Wahrnehmung von Positionen, "die einem nicht in den politischen Kram passen". Dies sei aktuell nicht der Fall. Die entsprechenden Fachleute würden ignoriert, was sachlich nicht begründet werde.
Dem widersprach Gesundheits-Staatssekretär Gebhart. "Wir hören uns ausdrücklich auch kritische Meinungen an", betonte er. Nur wenn man offen sei für unterschiedliche Meinungen komme man vorwärts. "In dieser Hinsicht gibt es bei uns keine Defizite", sagte Gebhart. Was die Einsetzung der geforderten Kommission angeht, so machte er deutlich, dass darüber der Bundestag entscheiden müsse, nicht aber die Bundesregierung oder das Gesundheitsministerium.
Eine Kommission innerhalb des Deutschen Bundestages ohne Bundestagsabgeordnete "ist dem Deutschen Bundestag fremd", sagte Ministerialrat Olaf Wißmann, Leiter des Referats Parlamentsrecht im Bundestag. In gemischten Kommissionen, wie etwa einer Enquete-Kommission, könnten Sachverständige durchaus einen Teil der Mitglieder stellen. "Es sind aber immer auch Abgeordnete dabei", sagte der Ministerialrat. Gehe es um den Informationsfluss und die Meinung von Experten kenne die Geschäftsordnung des Bundestages die bekannten Mittel der öffentlichen Anhörungen oder Expertengutachten, von denen auch jetzt schon Gebrauch gemacht werde, fügte er hinzu.

Quelle: Mitteilung vom 07.12.2020
Deutscher Bundestag
Parlamentsnachrichten
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.ik5@bundestag.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Vorläufige Impfempfehlungen liegen vor

Beitrag von WernerSchell » 07.12.2020, 18:30

Vorläufige Impfempfehlungen liegen vor

Siehe:
> STIKO-Impfempfehlungen liegen vor: Medizinisches Personal wird... (aerzteblatt.de) > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... riorisiert
> COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) Gesamtstand: 3.12.2020 > https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID ... esamt.html
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Coronavirus: Feiertage und Jahreswechsel bieten Chance zur Eindämmung der Pandemie

Beitrag von WernerSchell » 08.12.2020, 11:39

Bild

Coronavirus: Feiertage und Jahreswechsel bieten Chance zur Eindämmung der Pandemie

Die gegenwärtige Situation ist nach wie vor ernst und droht sich weiter zu verschärfen. Trotz des seit Anfang November in Deutschland geltenden Teil-Lockdowns sind die Infektionszahlen auf einem sehr hohen Niveau. Jeden Tag sterben mehrere Hundert Menschen. Die Krankenhäuser und insbesondere das medizinische Personal sind bereits jetzt an ihren Grenzen und die Gesundheitsämter überlastet. Um die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zurückzuerlangen, empfiehlt die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der heute veröffentlichten Ad-hoc-Stellungnahme "Coronavirus-Pandemie: Die Feiertage und den Jahreswechsel für einen harten Lockdown nutzen" ein zweistufiges Vorgehen.

Bild
Bild: Andreas Prott / Adobe Stock

Die Rahmenbedingungen ‒ Weihnachtsferien in Bildungseinrichtungen und eingeschränkter Betrieb in vielen Unternehmen und Behörden – bieten die Chance, in der Eindämmung der Pandemie ein großes Stück voranzukommen.

Erfahrungen in anderen Ländern (z.B. Irland) im Umgang mit der Pandemie zeigen, dass schnell eingesetzte, strenge Maßnahmen über einen kurzen Zeitraum erheblich dazu beitragen, die Infektionszahlen deutlich zu senken und niedrig zu halten, um die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zurückzuerlangen. Die Expertinnen und Experten machen darauf aufmerksam, dass auch aus wirtschaftlicher Perspektive verschärfte Maßnahmen sinnvoll sind: Zwar erhöhen sich durch einen harten Lockdown kurzfristig die Wertschöpfungsverluste, aber zugleich verkürzt sich der Zeitraum, bis die Neuinfektionen so weit gesunken sind, dass Lockerungen möglich sind.

Bereits ab dem 14. Dezember 2020 müssten Kontakte im beruflichen wie im privaten Bereich auf das absolute Mindestmaß reduziert werden. Das Homeoffice müsse, wo immer möglich, die Regel sein. Die Schulpflicht sollte bis zum Beginn der Weihnachtsferien in allen Bundesländern aufgehoben werden. Gruppenaktivitäten in Sport und Kultur müssten eingestellt werden und, wo immer möglich, sollten digitale Möglichkeiten anstelle von Präsenzangeboten genutzt werden.

Ab dem 24. Dezember 2020 bis mindestens zum 10. Januar 2021 sollte in ganz Deutschland das öffentliche Leben weitgehend ruhen und ein harter Lockdown gelten. Hierfür sollten zusätzlich zu den ab dem 14. Dezember vorgeschlagenen Maßnahmen alle Geschäfte bis auf die des täglichen Bedarfs geschlossen und die Weihnachtsferien in den Bildungseinrichtungen verlängert werden. In dem Papier geben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch Empfehlungen für das Verhalten während der Feiertage. Unter anderem sollten Urlaubsreisen während dieses Zeitraums unterbleiben und Zusammenkünfte nur im engsten stabilen Personenkreis stattfinden.

Für den Wiederbeginn des Unterrichts ab dem 10. Januar 2021 sollte in allen Bundesländern das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht für alle Jahrgangsstufen verpflichtend sein. Zudem sollten ländereinheitliche Regeln für den Wechselunterricht ab der Sekundarstufe erarbeitet werden, die ab einer bestimmten Inzidenz greifen.

Erforderlich ist zudem eine langfristige politische Einigung auf ein klares, mehrstufiges und bundesweit einheitliches System von Regeln, die ab einer bestimmten Anzahl von Fällen pro 100.000 Einwohner greifen. Durch ein einheitliches und nachvollziehbares Vorgehen werden die Maßnahmen für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen transparent, verständlich und planbar.

Weitere Informationen:
http://www.leopoldina.org/coronavirus-feiertage
http://www.twitter.com/leopoldina

Quelle: Pressemitteilung vom 08.12.2020
Caroline Wichmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
https://idw-online.de/de/news759503
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Bundestag muss über konsequente Maßnahmen gegen die Pandemie beraten und entscheiden

Beitrag von WernerSchell » 08.12.2020, 16:34

0939 / 8. Dezember 2020
Pressemitteilung von Achim Kessler


Bundestag muss über konsequente Maßnahmen gegen die Pandemie beraten und entscheiden

"Aus dem Wellenbrecher-Lockdown ist ein Wellenreiter-Lockdown geworden. Das ist auch eine Folge der intransparenten Verhandlungen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten. Die bei diesen Hinterzimmer-Gesprächen gefassten Beschlüsse sind widersprüchlich und unlogisch. Sie dienen oft mehr dem Wunsch nach Profilierung als dem Schutz der Bevölkerung. Die Entscheidung über die weiteren Maßnahmen müssen in der kommenden Sitzungswoche im Bundestag getroffen werden, um den Einfluss sachfremder Entscheidungskriterien zu verringern", erklärt Achim Kessler, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. Kessler weiter:

"Die notwendigen Entscheidungen müssen unter Abwägung der sozialen Folgen auf der Basis epidemiologischer Prognosen klar und deutlich getroffen werden. Die wirtschaftlichen Folgen für bestimmte Berufsgruppen müssen selbstverständlich ausgeglichen werden. Wenn die Maßnahmen gut begründet und öffentlich diskutiert werden, werden die meisten Menschen ihnen folgen. Ich bin überzeugt, dass dann auch konsequente Maßnahmen die Unterstützung der Mehrheit finden werden, die jetzt leider nötig sind, um die Zahl der Neuinfektionen deutlich zu reduzieren. Das Virus lässt nämlich nicht mit sich verhandeln.

Ich teile die Befürchtung, dass die beschlossene Lockerung der Maßnahmen zwischen Weihnachten und Neujahr zu einem Anstieg der Neuinfektionen Ende Januar auf täglich über 50.000 führen wird. Das würde Tausende Menschen das Leben kosten. Es ist verantwortungslos, diese absehbare Entwicklung zu ignorieren. Ich fordere deshalb die Abgeordneten - insbesondere der Regierungsfraktionen der CDU und der SPD - auf, dafür zu sorgen, dass der Bundestag über das weitere Vorgehen gegen die Pandemie entscheiden kann und der Bundesregierung ein demokratisch legitimiertes Mandat für die Verhandlungen mit den Ländern gibt."

F.d.R. Christian Posselt

Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Pressesprecher: Michael Schlick, Tel. 030/227-50016, Mobil 0172/373 13 55 Stellv. Pressesprecher: Jan-Philipp Vatthauer, Tel. 030/227-52801, Mobil 0151/282 02 708 Stellv. Pressesprecherin: Sandy Stachel, Tel. 030/227-52810, Mobil 0151/22 10 28 35 Telefax 030/227-56801, pressesprecher@linksfraktion.de, www.linksfraktion.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Experten empfehlen Maßnahmen gegen Corona-Übertragung durch Aerosole

Beitrag von WernerSchell » 08.12.2020, 16:40

Bild

Experten empfehlen Maßnahmen gegen Corona-Übertragung durch Aerosole

Bild
Bild: SWR

In einer aktuellen Stellungnahme analysiert der Arbeitsausschuss Feinstäube (AAF) den Aerosol-Transmissionspfad der Corona-Pandemie genauer. Die Expertinnen und Experten gehen auf Gegenmaßnahmen ein und erläutern, wie sich durch Masken, richtiges Lüften geeignete Luftreinigung und Überkopfabsaugungen die Aerosollast und damit die Übertragung verringern lässt. Das Papier steht kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Aerosole und ihre Ausbreitung spielen im Zusammenhang mit der Übertragung von Covid-19 eine wesentliche Rolle. Im Arbeitsausschuss „Feinstäube“ (AAF) von ProcessNet, GDCh und VDI-KRdL beschäftigen sich Ingenieure, Chemiker und Aerosolphysiker intensiv mit der Entstehung und dem Verhalten von Aerosolen und geeigneten Maßnahmen zur Luftreinigung. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Deutschland und der Schweiz haben die Ausschussmitglieder die Rolle von Aerosolpartikeln in der Ausbreitung der SARS-CoV2-Viren diskutiert und legen dazu nun eine Stellungnahme vor.

Auf Basis ihrer Expertise beschreiben die Autorinnen und Autoren darin verschiedene Aerosoltypen hinsichtlich ihrer Entstehung, Reichweite sowie Verweilzeit in der Luft und analysieren, welchen Schutz verschiedene Maßnahmen gegen die unterschiedlichen Aerosole bieten. Die von RKI und Leopoldina empfohlenen Maßnahmen sollten demnach strikt angewendet werden, da sowohl Masken (besonders der Einsatz von N95- und FFP2-Masken) , Lüften als Sofortmaßnahme und geeignete Luftreiniger dazu beitragen können, den Aerosolausbreitungspfad zu unterbrechen.
Außerdem kommt das Gremium zu dem Schluss, dass über bereits getroffenen Maßnahmen hinaus besonders Augenmerk auf die Art des Lüftens gerichtet werden sollte. Besonders kleinere Aerosolteilchen steigen mit der warmen Atemluft auf und verbreiten sich dann unterhalb der Raumdecke.

Die Expertinnen und Experten des Arbeitsausschusses empfehlen daher, bei Lüftungsanlagen darauf zu achten, dass die Frischluftzufuhr nicht von oben erfolgt, sondern, dass tatsächlich nach oben abgesaugt wird; in Flugzeugen oder im öffentlichen Nahverkehr könnte eine Umkehrung der Luftzuführung Abhilfe schaffen. Sie raten darüber hinaus dazu, kurzfristig Entlüftungen und Überkopfabsaugungen in vielen Bereichen zu installieren, besonders in Schulräumen oder in der Gastronomie. Die Beobachtung der CO2-Konzentration ist ein geeigneter Indikator dafür, wie gut die Belüftung wirkt. Der Arbeitsausschuss sieht über die bereits getroffenen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Leopoldina hinaus die Chance, mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen zunächst kurzfristig, bis ein Impfstoff wirklich breite Bevölkerungskreise erreicht hat, die Covid-19 -Pandemie einzudämmen. Darüber hinaus können in der Zukunft auch Infektionen, die über den Luftpfad verbreitet werden, zurückgedrängt werden.

Weitere detaillierte Informationen liefert neben der Stellungnahme eine umfassende, unter Mitarbeit des Vorsitzenden des AAF entstandene Stoffsammlung „FAQs zum Schutz vor Covid-19 Aerosolübertragung“.
Sie ist im Internet unter https://t.co/YhMaeLnEN3?amp=1 oder über die KRdL, auch unter https://www.vdi.de/fileadmin/pages/vdi_ ... AQ_VDI.pdf verfügbar.
Die aktuelle Stellungnahme des AAF ist kostenfrei verfügbar unter https://dechema.de/dechema_media/Downlo ... +dtsch.pdf

Weitere Informationen:
https://dechema.de/dechema_media/Downlo ... +dtsch.pdf

Quelle: Pressemitteilung vom 08.12.2020
Marina Korogodska Öffentlichkeitsarbeit
DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.
https://idw-online.de/de/news759528
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

STIKO-Impfempfehlung: Praxistest nicht bestanden

Beitrag von WernerSchell » 08.12.2020, 16:48

STIKO-Impfempfehlung: Praxistest nicht bestanden
Blinder Fleck bei niedergelassenen Ärzten


Berlin, 8. Dezember 2020 – Die Ständige Impfkommission (STIKO) zeigt in dem gestern vorgelegten Beschlussentwurf für die Priorisierung bei der anstehenden COVID-19-Impfung in der Einstufung von Personal in medizinischen Einrichtungen, dass sie offenkundig einen blinden Fleck im niedergelassenen Bereich hat:
„Erneut hält die von universitärer Expertise dominierte Ausarbeitung einem Praxistest in der Versorgung nicht stand. Anders ist es nicht zu erklären, dass die STIKO nicht berücksichtigt, was beispielsweise Vertragsärzte in der Corona-Pandemie leisten und wie sie Patienten versorgen“, erklärt der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands (Virchowbund), Dr. Dirk Heinrich.
So würden Rettungsdienst und Notaufnahmen richtigerweise mit der höchsten Priorisierung versehen, während der kassenärztliche Notdienst zwei Stufen niedriger eingestuft wird. „Dass im Kassenärztlichen Notdienst und in den Praxen niedergelassener Allgemeinärzte bis heute rund 94 Prozent aller Corona-Abstriche gemacht werden, blendet die STIKO-Beschlussempfehlung völlig aus“, stellt Dr. Heinrich fest.
19 von 20 der COVID-19-Erkrankungen werden im niedergelassenen Bereich behandelt, hier in erster Linie von den Hausärzten, den HNO-Ärzten und den Pneumologen. Auch diese Gruppe komme nur auf die dritthöchste Prioritätenstufe bei medizinischem Personal.
„Besonders bizarr wird die Einstufung von allen übrigen niedergelassenen Ärzten, die laut STIKO nur ein ‚moderates Expositionsrisiko‘ haben. Sie teilen sich diese Einstufung mit dem Reinigungspersonal in Kliniken und Praxen. Wir fordern daher umgehend und zwingend für das noch bis zum 10. Dezember 2020 andauernde Stellungnahmeverfahren das Votum der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Bundesärztekammer und der im bisherigen Verfahren noch nicht eingebundenen fachärztlichen Fachgesellschaften einzuholen“, fordert Dr. Dirk Heinrich.

Der Virchowbund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

Quelle: Pressemitteilung vom 08.12.2020
Virchowbund
Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands
Pressestelle
Leitung: Klaus Greppmeir
Pressereferent: Adrian Zagler
Tel: 0 30 / 28 87 74 - 124
Fax: 0 30 / 28 87 74 - 115
presse@virchowbund.de
www.virchowbund.de

Bundesgeschäftsstelle
Chausseestraße 119b | 10115 Berlin
Tel: 0 30 / 28 87 74-0 | Fax: 0 30 / 28 87 74-115
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25097
Registriert: 18.05.2003, 23:13

DBfK begrüßt den harten Lockdown in Sachsen und warnt vor weiterer Gefährdung des Pflegepersonals

Beitrag von WernerSchell » 09.12.2020, 11:40

Bild


„Pflegende in Sachsen extrem belastet“
DBfK begrüßt den harten Lockdown in Sachsen und warnt vor weiterer Gefährdung des Pflegepersonals / Gesundheitsschutz ist oberstes Gebot


Der harte Lockdown in Sachsen ist überfällig – der DBfK als Vertreter professionell Pflegender begrüßt damit die Entscheidung von Ministerpräsident Michael Kretschmer. „Dieser Schritt ist jetzt entscheidend, um Schlimmeres zu verhindern und eine wichtige Maßnahme, um das Gesundheitssystem in Sachsen nicht weiter zu überlasten“, sagt Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, DBfK Südost e.V. Nicht nur die Zahl der Infizierten sei besorgniserregend, sondern auch die Zahl der Pflegenden, die am Limit arbeiten.
Die Arbeitsbelastung der Pflegefachpersonen hat eine Grenze erreicht. Vielerorts arbeiten Pflegende 60 Stunden bei extrem ausgedünnter Personaldecke. Viele Pflegende fallen momentan aus, weil sie selber krank sind, sei es durch eine Infektion oder aufgrund der Arbeitsbelastung. „Jetzt ist es das Wichtigste, die Pflegenden, die tagtäglich und unermüdlich im Einsatz sind, zu schützen nicht weiter zu gefährden. Pflegende brauchen jetzt jegliche Unterstützung, um weder krank zu werden noch in Quarantäne zu müssen“, so Dr. Biederbeck.
Zum Gesundheitsschutz der professionell Pflegenden gehören geregelten Arbeitszeiten, genügend Pausen aber auch die Ausrüstung mit genügend Schutzkleidung sowie regelmäßige Testungen verknüpft mit schnellen Ergebnissen in allen Bereichen der Pflege.
Es ist vor allem der Personalmangel, der in vielen Kliniken vielerorts die Aufnahme und Versorgung weiterer Corona-Patienten/innen allmählich unmöglich macht. „Auch ohne Pandemie hat das System Pflege keine Personalressourcen, weitere Engpässe durch erkranktes Personal können wir uns als Gesellschaft schlicht nicht leisten“, so Dr. Biederbeck. Oberstes Gebot bleibt, Menschen zu schützen und das Gesundheitssystem und damit die Berufsgruppen im Gesundheitswesen nicht wieder zu überfordern.

Quelle: Pressemitteilung vom 09.12.2020
Sabine Karg
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe | DBfK Südost e.V. | Edelsbergstraße 6 | 80686 München
Telefon: 089-179970-23 | Mobil: 0176 43996058 | Fax: 089-1785647 | s.karg@dbfk.de | www.dbfk.de | www.facebook.com/dbfk.suedost
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

Gesperrt