Welttag des Hörens am 03.03. ... Geistig fit bleiben!

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Welttag des Hörens am 03.03. ... Geistig fit bleiben!

Beitrag von WernerSchell » 01.03.2019, 07:09

Welttag des Hörens am 03.03.2019

Orientierung und Sicherheit im Alltag, Gespräche mit Freunden und in der Familie oder der Genuss der Lieblingsmusik – all das ermöglicht uns das Gehör. Der Hörsinn schafft Verbindungen zwischen Menschen und ist somit “der Sinn deines Lebens“.
Umso wichtiger ist es, das Gehör zu schützen und im Falle einer Hörminderung bestmöglich zu versorgen. Um möglichst viele Menschen über die Bedeutung guten Hörens zu informieren und für die Optimierung des eigenen Hörsinns zu sensibilisieren, gibt es den Welttag des Hörens.

Welttag des Hörens 03032019.JPG
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Weitere Informationen > https://www.welttag-des-hoerens.de/
Ein sehr informatives Buch zum Thema mit dem Titel "Ganz Ohr" (von Thomas Sünder und Dr. Andreas Borta, Goldmann, 2019) > viewtopic.php?f=6&t=23076


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Info für die sozialen Medien:

Hörprobleme sollten nicht ignoriert, sondern fachärztlich abgeklärt werden. Ein Hörgerät kann eine gute Hilfe sein. Das Buch "Ganz Ohr" von Thomas Sünder & Dr. Andreas Borta (Goldmann, 2019) greift die Thematik umfassend auf und hilft mit vielfältigen Ratschlägen, z.B. "Wer besser hört, bleibt länger fit im Kopf (Gehör pflegen und Demenz vermeiden!) > viewtopic.php?f=6&t=23089 > viewtopic.php?f=6&t=23076

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Buchtipp - Eine sehr empfehlenswerte Veröffentlichung!

Thomas Sünder, Dr. Andreas Borta

Ganz Ohr

Alles über unser Gehör und wie es uns geistig fit hält

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Goldmann, Februar 2019
Mit Illustrationen von Amely zur Brügge
Paperback , Klappenbroschur, 384 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
mit s/w-Abbildungen
ISBN: 978-3-442-15963-5
€ 14,00 [D] inkl. MwSt.
€ 14,40 [A] | CHF 20,50 * (* empf. VK-Preis)


Wer besser hört, bleibt länger fit im Kopf!

DJ Thomas Sünder legte auf mehr als 500 Hochzeiten auf – bis ein Hörsturz sein Ohr schädigte und er schließlich aufgrund von Schwindelattacken seinen Beruf an den Nagel hängen musste. Diese existenzielle Erfahrung nahm Sünder zum Anlass, sich zusammen mit dem Wissenschaftler Dr. Andreas Borta auf eine spannende Reise in unser Gehör zu begeben. Wussten Sie, dass Schwerhörigkeit eine der verbreitetsten Zivilisationskrankheiten ist? Bereits heute ist jeder Dritte über 50 betroffen! Aber auch junge Menschen sind durch pausenlose Beschallung gefährdet. Hörgeräte werden meist schamhaft belächelt, dabei sind sie ein unverzichtbares Hilfsmittel: Die neueste Forschung bestätigt, dass eine Hörminderung ohne den Ausgleich durch ein Hörgerät das Risiko, an Demenz zu erkranken, um bis zu vierhundert Prozent erhöht! Eins ist daher klar: Nichts ist wirksamer gegen Demenz, als das Gehör zu pflegen!

Die Autoren:
Thomas Sünder, Jahrgang 1975, wuchs in einem hessischen Dorf auf und studierte in Marburg Neuere Deutsche Literatur und Medien, Philosophie und Kunstgeschichte. Nach einem Volontariat zum PR-Berater machte er sich als Musiker, DJ und Texter selbstständig – bis 2016 die Diagnose Morbus Menière seine Karriere als internationaler Hochzeits-DJ abrupt beendete. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau Sylvia in Hamburg.
Dr. Andreas Borta, Jahrgang 1975, studierte in Marburg Psychologie und Medizin. Nach dem Erwerb des Doktortitels in Psychologie begann er als Wissenschaftler mit der Erforschung von Lernprozessen sowie neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer. Seit 2012 ist er bei Boehringer Ingelheim und befasst sich mit der Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Hörverlust.
Thomas Sünder und Andreas Borta sind seit dem gemeinsamen Abitur Mitte der Neunziger Jahre eng befreundet.


Quelle und weitere Informationen:
https://www.randomhouse.de/Paperback/Ga ... 530975.rhd

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RBB Fernsehen - Praxis - berichtete am 27.02.2019:
Wieder (besser) hören
08:44 min |Video verfügbar bis 27.02.20

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Wer nicht mehr so gut hört, sollte den Gang zum Akustiker oder HNO-Arzt nicht lange hinauszögern. Denn das Gehirn vergisst allmählich, wie richtiges Hören funktioniert. Wiederherstellen lassen sich diese Fähigkeiten nur schwer. Ein beginnender Hörverlust kann dagegen mit einem Hörgerät sehr gut ausgeglichen werden. Und das wirkt sich auch positiv gegen Demenz aus.
Quelle: https://mediathek.rbb-online.de/tv/rbb- ... d=60677650


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Spass muss sein!
"Schwerhörig .... Telefonat mit der Polizei über ein Gewitter"
https://www.youtube.com/watch?v=GSnceEBJq4I
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Können Hörgerät und Cochlea-Implantat vor geistigem Abbau im Älter schützen?

Beitrag von WernerSchell » 01.03.2019, 08:27

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DGHNO-KHC:
Können Hörgerät und Cochlea-Implantat vor geistigem Abbau im Älter schützen?

Seit längerem beobachten Forscher, dass Menschen mit Hörstörungen im Alter überproportional häufig an einer Demenz erkranken. Noch ist unklar, welchen Anteil eine Hörstörung für sich allein an kognitiven Einbußen im Alter hat. Sollte dies der Fall sein, dann könnten ein Hörgerät oder ein Cochlea-Implantat einen wichtigen Beitrag zum „gesunden Altern“ leisten, so eine Expertin der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO-KHC) anlässlich des Welttags des Hörens am 3. März.

Das Hörvermögen nimmt etwa ab Mitte 50 ab. Mit 65 Jahren ist jeder dritte Mensch auf beiden Ohren schwerhörig. Diese Hörstörung führt dazu, dass ältere Menschen im Radio und Fernsehen nicht mehr alles mitbekommen, im Gespräch weniger gut folgen können und daher die Gesellschaft anderer meiden.

„Die soziale Isolierung und die fehlenden Anregungen durch die Umwelt könnten langfristig dazu führen, dass Menschen mit Hörstörungen sich geistig nicht mehr so gut entfalten können und deshalb schneller abbauen“, berichtet Privatdozentin Dr. med. Christiane Völter von der Ruhr-Universität Bochum. Dafür gebe es Hinweise aus Kohortenstudien, in denen schwerhörige Menschen über längere Zeit beobachtet wurden. In einer Studie zeigte sich, dass das Risiko, langfristig an einer Demenz zu erkranken, bei mittelgradigen Hörstörungen um das dreifache und bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit sogar um das fünffache erhöht war. „Obwohl es hierzu in den letzten Jahren zahlreiche Veröffentlichungen gab, ist ein abschließendes Urteil derzeit noch nicht möglich, schränkt Dr. Völter ein.

Wenn sich die Vermutung allerdings bestätigen sollte, dann könnte die Behandlung von Hörstörungen einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung einer Demenz im Alter leisten. „Das Hörvermögen wäre dann einer der wenigen heute bekannten Risikofaktoren für das Auftreten einer Demenz, die sich auch behandeln ließe“, sagt Dr. Völter. Und weil Hörstörungen häufig sind, könnte dies auch gesellschaftspolitisch eine Relevanz haben.

Eine Hörrehabilitation ist durch Hörgeräte und seit einigen Jahren auch durch sogenannte Cochlea-Implantate möglich. Diese Geräte, die ursprünglich für taube Kinder entwickelt wurden, nehmen den Schall über ein Mikrofon auf und stimulieren dann direkt den Hörnerven. Dr. Völter sagt: „Auch Menschen, deren Schwerhörigkeit weit fortgeschritten ist, können mit einem Cochlea-Implantat wieder hören.“ Erste prospektive Studien deuten darauf hin, dass sich bei einem Teil der älteren Patienten einzelne neurokognitive Fähigkeiten bereits sechs Monate nach der Versorgung mit einem solchen Hörimplantat verbessern. „Für eine abschließende Beurteilung ist es jedoch noch zu früh“, sagt die Expertin: „Die bisherigen Untersuchungen wurden nur an wenigen Patienten durchgeführt. Auch fehlten bislang noch Langzeitergebnisse. Hier gelte es, die Auswertung der derzeit laufenden internationalen Studien abzuwarten.“

Unabhängig davon, ob eine Hörrehabilitation die Entwicklung von Demenzerkrankungen beeinflussen kann, wirken sich Hörgeräte und Cochlea-Implantate jedoch überaus positiv auf die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen aus. Dies belegen Studien, aber auch die Erfahrung im klinischen Alltag, so Dr. Völter: „Dies könnte ein Grund dafür sein, dass Menschen mit einem guten Hörvermögen auch länger geistig fit bleiben“.

Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.

Literatur:

Lin FR et al. Hearing Loss and Incident Dementia. Arch Neurol. 2011; 68(2): 214-220
https://jamanetwork.com/journals/jamane ... cle/802291

Loughrey DG et al. Association of Age-Related Hearing Loss With Cognitive Function, Cognitive Impairment, and Dementia. A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2018; 144(2): 115-126
https://jamanetwork.com/journals/jamaot ... ct/2665726

Livingston G et al. Dementia prevention, intervention, and care.
Lancet. 2017; 390: 2673-2734
https://www.thelancet.com/journals/lanc ... 63-6/fullt...

Hughes ME et al.Hearing Aid Use in Older Adults With Postlingual Sensorineural Hearing Loss: Protocol for a Prospective Cohort Study. JMIR Res Protoc. 2018; 7(10):e174
URL
https://www.researchprotocols.org/2018/10/e174/

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde,
Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO-KHC)
Stephanie Priester
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931-605
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: priester@medizinkommunikation.org

Weitere Informationen:
http://www.hno.org

Quelle: Pressemitteilung vom 28.02.2019
Medizin - Kommunikation Medizinkommunikation
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.
https://idw-online.de/de/news711364
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Neue Studie zum Welttag des Hörens: Nur sechs Prozent der Deutschen lassen ihr Gehör regelmäßig untersuchen

Beitrag von WernerSchell » 01.03.2019, 08:35

Neue Studie zum Welttag des Hörens: Nur sechs Prozent der Deutschen lassen ihr Gehör regelmäßig untersuchen

In einer repräsentativen Online-Befragung untersucht MED-EL, der führende Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, die Wahrnehmung von Hörverlust und seine Auswirkungen auf das alltägliche Leben

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Starnberg, 28. Februar 2019 (ah): Neueste Zahlen der Weltgesundheitsorganisation belegen: Rund 466 Millionen Menschen leiden weltweit an Hörverlust – Tendenz steigend. Bis 2050 soll sich die Zahl sogar fast verdoppeln. Auch hierzulande ist etwa jeder fünfte Bundesbürger betroffen – und doch findet die Erkrankung nach wie vor viel zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit. Dies belegt nun auch die neueste Studie von MED-EL. Der führende Hörimplantat-Hersteller hat anlässlich des Welttags des Hörens am 3. März 2019 eine repräsentative Online-Umfrage zur Wahrnehmung von Hörverlust und seinen Auswirkungen auf das alltägliche Leben unter 11.016 Befragten im Alter von 18-65+ Jahren in 12 Ländern durchgeführt. Die wichtigsten Ergebnisse für Deutschland sind im Folgenden zusammengefasst:

Nach Schätzungen des Deutschen Schwerhörigenbundes leiden rund sechs Millionen Deutsche jeden Alters an einem mittel- bis hochgradigen Hörverlust, davon sind weniger als die Hälfte mit einer für sie passenden Hörlösung versorgt

In Deutschland wurde die repräsentative Online-Umfrage vom 7.-11. Januar 2019 unter 1.003 Erwachsenen durchgeführt. Befragt wurden 498 Männer und 505 Frauen aus allen Bundesländern. Durchgeführt wurde die Studie von Atomik Research, einem unabhängigen Marktforschungsinstitut aus Großbritannien.

Soziale Isolation als größte Angst
Die Frage, was sie am meisten bei Hörverlust befürchten würden, beantworteten 37 Prozent der Studienteilnehmer mit sozialer Isolation. 21 Prozent der Befragten sahen das größte Problem in der alltäglichen Kommunikation mit ihrer Umwelt, dicht gefolgt von der Angst um die persönliche Sicherheit. Diese Ergebnisse decken sich in großen Teilen mit der empirischen Realität, denn die Fähigkeit zu hören, hat einen großen Einfluss auf viele Bereiche des menschlichen Lebens. Oft ziehen sich von Hörverlust Betroffenen in sich selbst zurück und nehmen immer weniger am gesellschaftlichen Leben teil. Vereinsamung und Isolation sind häufig die Folge und psychische Erkrankungen, wie Depressionen, sind weitreichenden Konsequenzen. Auch im Straßenverkehr spielt das intakte Hörvermögen eine wichtige Rolle: Denn neben dem Sehen ist das Hören der wichtigste Sinn, um Gefahren im Straßenverkehr rechtzeitig wahrnehmen zu können und Risiken zu vermeiden. Studien der letzten Jahre lassen zudem den Rückschluss zu, dass schlechtes Hören, Demenz, Stürze und Depressionen miteinander korrelieren.

Ohren und Gehör werden stark vernachlässigt
Doch auch wenn die Studienergebnisse belegen, dass ein großes Bewusstsein für die weitreichenden Folgen von Hörverlust besteht, zeigen sie auch, dass dem menschlichen Gehör insgesamt und im Vergleich zu anderen Organen nur wenig Beachtung geschenkt wird. Diese Erkenntnis gilt übrigens nicht nur für Deutschland, denn im internationalen Vergleich zeigt sich: Am nachlässigsten gehen, der Studie zu folge, die Menschen in Großbritannien und Mexiko mit ihren Ohren um. Fast die Hälfte aller Briten (46 Prozent) hat noch nie ihr Gehör testen lassen, gefolgt von den Mexikanern. Hier gaben 42 Prozent der Befragten an noch nie einen Hörtest gemacht zu haben. Am besten abgeschnitten haben Russland und die China. In beiden Ländern ist das Bewusstsein für ein gesundes Hörvermögen vergleichsweise hoch. Nur rund jeder zehnte (Russland 10 Prozent, China 12 Prozent) hat seine Ohren noch nie untersuchen lassen.

Die Ergebnisse für Deutschland reihen sich zwar in den internationalen Durchschnitt ein, doch machen sie deutlich, dass auch hier zulande noch großer Handlungsbedarf besteht: So geben beispielsweise nur sechs Prozent der deutschen Befragten an, regelmäßig ihre Ohren und ihr Gehör untersuchen zu lassen, ein Viertel (24%) hat nach eigenen Angaben sogar noch nie einen Hörtest gemacht. Gefragt nach regelmäßigen medizinischen Vorsorgeuntersuchungen, liegen den meisten Befragten Ihre Zähne besonders am Herzen. Mehr als jeder Vierte, rund 420 Teilnehmer, suchen regelmäßig den Zahnarzt für Kontrolluntersuchungen auf (Stichwort: Bonus-Heft). Gefolgt von der Kontrolle der Augen (24 Prozent) und des Blutdrucks (23 Prozent).

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind das A und O
Denn für alle Betroffenen gilt: Je früher der Hörverlust behandelt wird, desto besser. Häufig liegen zwischen dem Beginn der Schwerhörigkeit und der richtigen Versorgung bis zu 10 Jahren, in denen insbesondere die Lebensqualität der Betroffenen leidet. Eine frühzeitige Behandlung könnte dem entgegen wirken und viel Lebensfreude und Aktivität erhalten. Häufig bemerken die Betroffenen selbst ihren Hörverlust zunächst nicht, sondern werden erst von Freunden oder der Familie auf ihr schlechtes Gehör aufmerksam gemacht. Der Tipp aller Experten: Sobald man bei sich selbst oder seinen Familienangehörigen eine Veränderung des Hörvermögens feststellt, sofort den Arzt oder Hörakustiker aufsuchen und die Ohren untersuchen lassen. Denn für nahezu jedes Hörproblem gibt es heutzutage eine passende Lösung – auch wenn das klassische Hörgerät nicht mehr hilft.

Die richtige Wahl bei Kopfhörern
Vorsicht ist besser als Nachsicht: Besonders Musikfans, die ihre Lieblingslieder bevorzugt mit Kopfhören genießen, sollten auf On-Ear Kopfhörer an Stelle von In-Ear/Earbuds-Kopfhörern zurückgreifen. Sie isolieren den Hintergrundlärm besser, wodurch auch mit einer geringeren Lautstärke eine optimale Klangqualität entsteht. Zudem ist bei On-Ear Kopfhörern der Abstand zwischen Schallquelle und Innenohr größer. Auch der Lautstärkewarnung des Players sollte Aufmerksamkeit geschenkt werden: Mehr als 12 von 100 Kindern zwischen sechs und 19 Jahren hören bereits schlecht, weil ihre Kopfhörer zu laut eingestellt waren. Experten raten weiter dazu, das Einschlafen mit Kopfhörern zu vermeiden, denn die stundenlange Beschallung erhöht das Risiko, dass das Gehör Schaden nimmt. Besser ist es daher den Ohren auch mal eine Pause zu gönnen.

Lärmschutz bei Disko- und Konzertbesuchen oder am Arbeitsplatz
Am Vorabend eine Disko oder ein Konzert besucht? Dann sollte am nächsten Tag auf laute Musik verzichtet werden. Übrigens: Wer bei solchen Veranstaltungen besonders gut auf seine Ohren achten möchte, sollte zudem Ohrstöpsel verwenden – und keine Sorge, die Musik seiner Lieblingsband kann man auch mit Gehörschutz prima hören. Auch Menschen, die beruflich dauerhaft hohem Lärm ausgesetzt sind, sollten Lärmschutzmaßnahmen ergreifen. Diese sind ab einem täglichen Lärmpegel von 80 dB sogar gesetzlich vorgeschrieben. Denn bei zu starker Beanspruchung des Gehörs kann es zu einem Pfeifen in den Ohren kommen. Dieses Warnsignal sollte auf keinen Fall ignoriert werden. Geschieht dies öfter, riskieren Betroffene eine dauerhafte Schädigung.

Weitere Informationen und alle Studienergebnisse erhalten Sie auf Anfrage unter harig@comeo.de und unter +49 89 74 88 82-20.

Über MED-EL
MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2000 Personen in 33 Niederlassungen. Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Menschen in 123 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL. Zu den Hörlösungen von MED-EL zählen Cochlea- und Mittelohrimplantat-Systeme, ein System zur Elektrisch Akustischen Stimulation, Hirnstammimplantate sowie implantierbare und operationsfreie Knochenleitungsgeräte. Weitere Informationen unter: www.medel.com

MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH
Die MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH wurde 1992 als erste Tochterfirma des Innsbrucker Medizintechnik-Unternehmens MED-EL Elektromedizinische Geräte Ges.m.b.H in Starnberg gegründet. Über 120 Mitarbeiter sind für Nutzer von MED-EL Hörimplantat-Systemen tätig und betreuen Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörgeräteakustiker und Verantwortliche im Vertriebsgebiet Deutschland, Niederlande, Finnland, Luxemburg, den ABC Inseln in den Niederländischen Antillen und Namibia. Mehr Informationen unter www.medel.de.

MED-EL Schweiz GmbH
Im Dezember 2017 wurde darüber hinaus die MED-EL Schweiz GmbH mit Sitz in Tägerwilen im Kanton Thurgau gegründet. Diese Niederlassung ist hundertprozentiges Tochterunternehmen der MED-EL Elektromedizinische Geräte Ges.m.b.H in Innsbruck. Geschäftsführer der MED-EL Schweiz GmbH ist Gregor Dittrich. Das Schweizer Team ist für Nutzer von MED-EL Hörimplantat-Systemen tätig und betreut Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörgeräteakustiker und Verantwortliche in der gesamten Schweiz.

MED-EL Care & Competence Center GmbH
Die MED-EL Care & Competence Center GmbH mit Sitz in Starnberg ist hundertprozentiges Tochterunternehmen der MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH. Geschäftsführer der MED-EL Care & Competence Center™ GmbH und der MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH ist Gregor Dittrich. Mit den MED-EL Care Centern™ in Berlin, Bochum, Frankfurt am Main, Hannover, Tübingen, München, Dresden, Helsinki und dem niederländischen Nieuwegein erfüllt das Unternehmen den Anspruch eines lokalen Kompetenzzentrums und bietet Informationen rund um das Thema MED-EL Hörimplantat-Lösungen und Nachsorge. Speziell geschulte Experten bieten umfassenden Service und Informationen für Menschen, die bereits ein Hörimplantat nutzen sowie Menschen mit Hörverlust. Zudem unterstützt das Unternehmen durch die enge Zusammenarbeit mit Kliniken sowie durch qualitativ hochwertige Fort- und Weiterbildungsprogramme den gesamten Versorgungs- und Nachsorgeprozess. Öffnungszeiten der MED-EL Care Center™ und weitere Informationen zur MED-EL Care & Competence Center GmbH unter care.medel.com

Weitere Presseinformationen und Bildmaterial bei:

Anna Harig
COMEO Public Relations
Hofmannstr. 7A
81379 München
Tel: +49 (0)89 74 888 2 20
E-Mail: harig@comeo.de
Internet: http://www.comeo.de/medel

Julia Kujawa
MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH
Moosstraße 7 / 2.OG
82319 Starnberg
Tel: +49 (0)8151 77 03 73
E-Mail: Julia.Kujawa@medel.de
Internet: www.medel.com/de/

Quelle: P R E S S E M I T T E I L U N G vom 28.02.2019
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Welttag des Hörens am 03.03. ...

Beitrag von WernerSchell » 01.03.2020, 09:02

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Welttag des Hörens am 3. März 2020

Um aus einer Aufklärungskampagne gegen Schwerhörigkeit einen echten Welttag zu machen, bedarf es eines internationalen Netzwerkes engagierter Unterstützer. Der Bundesverband der Hörgeräte-Industrie engagiert sich in diesem gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem World Hearing Forum (WHF), dem europäischen Herstellerverband EHIMA und anderen Organisationen.
Zum Gelingen des Welttages in Deutschland, Österreich und der Schweiz tragen Hörakustiker, HNO-Ärzte, Unternehmen, Kultureinrichtungen, Vereine und andere Akteure mit vielfältigen Ideen, Aktionen, Informations- und Aufklärungsangeboten bei. Seinen hohen Stellenwert unterstreicht die jährliche Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers.
Die mediale Aufmerksamkeit wächst stetig: Gemeinsam mit über 3.500 Partnern wurden 2019 knapp 31 Millionen Leser, Hörer und Zuschauer über Online- und Printmedien, Radiobeiträge und private sowie öffentlich-rechtliche Fernsehsender erreicht und über die Vorsorge- und Versorgungsmöglichkeiten informiert.
Quelle: https://welttag-des-hoerens.de/welttag- ... aerz-2020/


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Hörprobleme sollten nicht ignoriert, sondern fachärztlich abgeklärt werden. Ein Hörgerät kann eine gute Hilfe sein. Das Buch "Ganz Ohr" von Thomas Sünder & Dr. Andreas Borta (Goldmann, 2019) greift die Thematik umfassend auf und hilft mit vielfältigen Ratschlägen, z.B. "Wer besser hört, bleibt länger fit im Kopf (Gehör pflegen und Demenz vermeiden!) > viewtopic.php?f=6&t=23076

Welttag Hören 03 März.JPG
Welttag Hören 03 März.JPG (88.78 KiB) 1035 mal betrachtet
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Besser hören – nicht nur auf Partys

Beitrag von WernerSchell » 02.03.2020, 13:47

Besser hören – nicht nur auf Partys

Den meisten Menschen fällt es nicht leicht, sich in einer belebten Umgebung auf eine spezifische Stimme zu konzentrieren. Besonders schwierig ist dies für Schwerhörige. Ein neuartiges Konzept für Hörhilfen, entwickelt unter Beteiligung von Fraunhofer-Forscherinnen und -Forschern, soll künftig die Sprachverständlichkeit in komplexen Situationen verbessern und es erleichtern, einem einzelnen Sprecher zu folgen.
Etwa 15 Millionen Deutsche sind laut Schätzungen des Deutschen Schwerhörigenbunds e.V. schwerhörig. Betroffene können Gespräche, vor allem in lauten Umgebungen, nur schlecht verstehen. Besonders in Unterhaltungen mit mehreren Personen fällt es ihnen schwer, einzelne Stimmen herauszuhören. Ihnen gelingt es nicht, sich auf einen Sprecher zu konzentrieren und störende Signale auszublenden – Experten bezeichnen dieses Manko als thingy-Effekt.

Derzeitig verfügbare Hörgeräte sind nicht in der Lage, eine Schnittstelle zwischen Ohr und Gehirn herzustellen und Schwerhörige beim selektiven Hören zu unterstützen. »Beim normal Hörenden funktioniert die Verbindung zwischen Gehirn und Ohr. Der Zuhörer weiß daher, auf welche Richtung er sich konzentrieren muss. Bei Schwerhörigen ist diese Fähigkeit stark beeinträchtigt. Auch Highend-Hörhilfen können noch nicht die Quelle hervorheben, die der Nutzer gerade hören will, besonders wenn zwei Personen gerade gleichzeitig sprechen«, erläutert Dr. Axel Winneke, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologien IDMT in Oldenburg. »Daher benötigt man die entsprechende Information aus dem Gehirn. Über die Hirnaktivität kann man erkennen, wem der Schwerhörige zuhört. Das lässt sich per Elektroenzephalografie (EEG) messen«. Die EEG-Analyse wird im Projekt mEEGaHStim (siehe Kasten) federführend vom Fraunhofer IDMT-HSA und der Universität Oldenburg durchgeführt. Hier entwickeln der Wissenschaftler und sein Team gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung ein System, das die Sprachverständlichkeit in komplexen Situationen für Hörgeschädigte verbessert. Eine Kombination aus EEG, Audiosignalverarbeitung und Elektrostimulation der Hörareale soll dies leisten. Der Trick: Eine Gehirn-Computer-Schnittstelle misst mittels EEG die Aktivität des Gehirns. Anhand der Daten lässt sich feststellen, in welche Richtung bzw. auf welche Sprachquelle der Hörgeschädigte seine Aufmerksamkeit richtet. Diese Information wird an das Hörgerät weitergeleitet, das dann ein Richtmikrofon – den sogenannten Beamformer – entsprechend ausrichtet. Der Beamformer verstärkt das vom Hörer bevorzugte Audiosignal und blendet die unerwünschten Geräuschquellen, z.B. andere Sprecher, aus. Eine dritte Komponente, die transkraniale Elektrostimulation (tES), soll dann mit diesem Sprachsignal die Hörareale elektrisch stimulieren. Mit dieser Methode der Neurowissenschaft beeinflussen die Forschenden die Aktivität des Hörzentrums beziehungsweise des auditiven Kortex‘ mit sehr kleinen Strömen gezielt, um so zusätzlich die Sprachverständlichkeit zu optimieren. Die erforderliche Hardware und Methodik zur Stimulation entwickelt im Projekt der Partner neuroConn GmbH gemeinsam mit der Universität Oldenburg.

Hearable der Zukunft

Im Projekt wurde bereits in Designstudien visualisiert, wie die neue Hörhilfe aussehen könnte. Aufbau und Konzept orientieren sich an der Interaktion mit dem Gerät. Das Design hat dabei den Anspruch, die Hörhilfe als positiven Zugewinn für den Träger zu inszenieren, entgegen einer immer noch weit verbreiteten Stigmatisierung. Künftig könnten die im Vorhaben entwickelten Komponenten inklusive Sensorik in einen tragbaren Bügel integriert werden. Denkbar ist es auch, verfügbare Hörgeräte durch die neuen Module zu ergänzen und mit einem EEG-Sensor auszustatten. »Unser aktueller Prototyp liegt noch nicht in Form einer tragbaren Hörhilfe vor, er muss noch deutlich miniaturisiert werden«, so Winneke. In ersten Probandentests mit normal Hörenden hat das Prinzip der EEG-basierten Hörunterstützung bereits gut funktioniert. Studien mit Schwerhörigen sind in Planung.

Mobile Neurotechnologie

Die am Ohr getragene EEG-Messung eignet sich auch für andere Anwendungsszenarien, beispielsweise um die Höranstrengung von Mitarbeitern am Arbeitsplatz zu erfassen. Die Technologie lässt sich zudem im medizinischen Umfeld einsetzen, insbesondere in der Neurologie, um neurologische Erkrankungen wie Epilepsie zu überwachen. »Denkbar ist es etwa, Patienten mithilfe von tragbarer EEG-Sensorik auch außerhalb der Klinik beobachten zu können. Im Projekt mEEGaHStim messen wir die Gehirnaktivität, um ein Hörgerät anzusteuern, aber man kann die Hirnströme natürlich ebenfalls bei neurologischen Störungen analysieren«, sagt Winneke. Der Forscher ist Mitarbeiter der Gruppe »Mobile Neurotechnologien« am Fraunhofer IDMT am Standort in Oldenburg. Diese arbeitet daran, Multi-Sensor-Plattformen zur Elektroenzephalografie (EEG) in konkreten Anwendungsszenarien verfügbar zu machen – beispielsweise in Gesundheitsanwendungen oder am sicherheitskritischen Arbeitsplatz, um die Analyse von Hirnaktivitäten alltagstauglich zu machen.

Weitere Informationen:
https://www.fraunhofer.de/de/presse/pre ... artys.html

Quelle: Pressemitteilung vom 02.03.2020
Britta Widmann Kommunikation
Fraunhofer-Gesellschaft
https://idw-online.de/de/news739669
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Welttag des Hörens: Deutsche Alzheimer Gesellschaft fordert mehr Unterstützung für Menschen mit Hörbehinderung und Demen

Beitrag von WernerSchell » 02.03.2020, 17:54

Welttag des Hörens: Deutsche Alzheimer Gesellschaft fordert mehr Unterstützung für Menschen mit Hörbehinderung und Demenz


Berlin, 2. März 2020. Zum Welttag des Hörens am 3. März fordert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) den Ausbau von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Menschen mit Hörbehinderung und Demenz. „Aktuell gibt es bundesweit zu wenige Einrichtungen, die die besonderen Bedürfnisse von gehörlosen und schwerhörigen Menschen mit einer Demenzerkrankung berücksichtigen“, erklärt Sabine Jansen, die Geschäftsführerin der DAlzG. Für Arztbesuche, Beratungsgespräche oder Therapien werden Gebärdendolmetscher benötigt. Zusätzlich fehlt es an Entlastungsangeboten für Angehörige wie Tages- oder Kurzzeitpflege, die auf gehörlose Menschen mit einer Demenzerkrankung spezialisiert sind.
Diagnoseverfahren für Menschen mit Hörbehinderung anpassen
Schwerhörigkeit kann dazu führen, dass Betroffene Gesprächen nicht mehr richtig folgen, Fragen nicht adäquat beantworten können und sich zunehmend zurückziehen. Wenn eine Schwerhörigkeit nicht erkannt wird, führt dies unter Umständen vorschnell zur Annahme, dass eine Demenz vorliegt. Hier ist eine sorgfältige Diagnostik besonders wichtig. Die gängigen Diagnoseverfahren setzen allerdings ein gutes Hörverständnis voraus und müssten daher angepasst werden.
Für Menschen, die von Geburt an gehörlos sind, wird derzeit an der Universität zu Köln ein Demenztest entwickelt. Er sollte möglichst bald bundesweit verfügbar gemacht werden.

Informationsblatt zum Thema
Die DAlzG hat das Informationsblatt 21 zum Thema „Gehörlose und schwerhörige Menschen mit Demenz“ herausgegeben, das zum kostenlosen Download auf der Internetseite verfügbar ist: www.deutsche-alzheimer.de > Unser Service > Informationsblätter (Downloads)

Ausgabe 1/2020 des Alzheimer Info zu Thema
Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Alzheimer Info ist das Thema „Demenz und Hören“. Die Ausgabe erscheint am 13. März und ist als Einzelexemplar für 3 Euro oder im Abonnement für 12 Euro im Shop der DAlzG erhältlich.

Hintergrund
In Deutschland leben heute etwa 1,7 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Ungefähr 60 Prozent davon haben eine Demenz vom Typ Alzheimer. Die Zahl der Demenzkranken wird bis 2050 auf 3 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz. Sie unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien. Sie informiert die Öffentlichkeit über die Erkrankung und ist ein unabhängiger Ansprechpartner für Medien, Fachverbände und Forschung. In ihren Veröffentlichungen und in der Beratung bündelt sie das Erfahrungswissen der Angehörigen und das Expertenwissen aus Forschung und Praxis. Als Bundesverband von mehr als 130 Alzheimer-Gesellschaften unterstützt sie die Selbsthilfe vor Ort. Gegenüber der Politik vertritt sie die Interessen der Betroffenen und ihrer Angehörigen.
Die DAlzG setzt sich ein für bessere Diagnose und Behandlung, mehr kompetente Beratung vor Ort, eine gute Betreuung und Pflege sowie eine demenzfreundliche Gesellschaft.

Quelle: Pressemitteilung vom 02.03.2020
Kontakt
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz
Susanna Saxl, Annika Koch
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WernerSchell
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Wie Schwerhörigkeit im Alter das Gehirn beeinträchtigt

Beitrag von WernerSchell » 30.04.2020, 06:47

Ruhr-Universität Bochum
Wie Schwerhörigkeit im Alter das Gehirn beeinträchtigt

Wenn im Alter das Gehör nachlässt, steigt das Risiko für Demenzerkrankungen und kognitiven Verfall. Warum das so ist, war bisher unklar. Ein Team aus der Neurowissenschaft der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat nun mit Untersuchungen an Mäusen herausgefunden, was im Gehirn passiert, wenn das Hörvermögen nach und nach schlechter wird: Hirnbereiche werden umorganisiert, worunter das Gedächtnis leidet. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift „Cerebral Cortex“ vom 20. März 2020 online veröffentlicht.

An der Studie haben Daniela Beckmann, Mirko Feldmann, Olena Shchyglo und Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan aus der Abteilung für Neurophysiologie gemeinsam gearbeitet.

Wenn eine Sinneswahrnehmung fehlt

Die Forscherinnen und Forscher untersuchten eine spezielle Gruppe von Mäusen, die zwar mit einem intakten Hörvermögen geboren werden, jedoch durch einen angeborenen Gendefekt einen graduellen Hörverlust erleiden, der dem der Altersschwerhörigkeit beim Menschen ähnelt. Sie analysierten die Dichte der für die Gedächtnisbildung relevanten Botenstoffrezeptoren im Gehirn der Tiere und verglichen die Ergebnisse mit den Gehirnen von gesunden Mäusen. Sie erforschten außerdem, inwieweit die Informationsspeicherung im wichtigsten Gedächtnisorgan des Gehirns, dem Hippocampus, beeinflusst wird.

Anpassungsfähigkeit des Gehirns leidet

Die so gewonnenen Daten zeigten, dass die synaptische Plastizität im Hippocampus durch den graduellen Verlust des Hörvermögens beeinträchtigt ist. Die synaptische Plastizität wiederum ermöglicht die langfristige Speicherung von Erlebnissen, dadurch werden Erinnerungen gebildet und festgehalten. Die Verteilung und Dichte von Botenstoffrezeptoren änderte sich stetig. Mit Fortschreiten der Schwerhörigkeit verstärkten sich auch die Effekte im Gehirn. Darüber hinaus zeigten die schwerhörigen Mäuse zunehmende Einschränkungen bei ihrer Gedächtnisleistung.

„Unsere Ergebnisse bieten neue Einblicke in die mutmaßliche Ursache für den Zusammenhang zwischen kognitivem Verfall und altersbedingtem Hörverlust bei Menschen“, so Denise Manahan-Vaughan. „Wir glauben, dass die ständigen Veränderungen der Neurotransmitterrezeptorexpression, die durch fortschreitenden Hörverlust verursacht werden, auf der Ebene der sensorischen Informationsverarbeitung zu einer Art Treibsand führen, der verhindert, dass der Hippocampus effektiv arbeitet“, fügt sie hinzu.

Förderung

Die Studie wurde durch den Sonderforschungsbereich (SFB) 874 der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Der SFB 874 „Integration und Repräsentation sensorischer Prozesse“ besteht seit 2010 an der RUB. Die Forscherinnen und Forscher beschäftigen sich mit der Frage, wie sensorische Signale neuronale Karten generieren, und wie daraus komplexes Verhalten und Gedächtnisbildung resultiert.
Daniela Beckmann und Mikro Feldmann haben zudem das MD-Programm speziell für Medizinstudierende des SFB 874 und der International Graduate School of Neuroscience absolviert.

Originalveröffentlichung

Daniela Beckmann, Mirko Feldmann, Olena Shchyglo, Denise Manahan-Vaughan: Hippocampal synaptic plasticity, spatial memory, and neurotransmitter receptor expression are profoundly altered by gradual loss of hearing ability, in: Cerebral Cortex, 2020, DOI: 10.1093/cercor/bhaa061

Pressekontakt

Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan
Abteilung für Neurophysiologie
Medizinische Fakultät
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 22042
E-Mail: denise.manahan-vaughan@rub.de

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan
Abteilung für Neurophysiologie
Medizinische Fakultät
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 22042
E-Mail: denise.manahan-vaughan@rub.de

Originalpublikation:
Daniela Beckmann, Mirko Feldmann, Olena Shchyglo, Denise Manahan-Vaughan: Hippocampal synaptic plasticity, spatial memory, and neurotransmitter receptor expression are profoundly altered by gradual loss of hearing ability, in: Cerebral Cortex, 2020, DOI: 10.1093/cercor/bhaa061

Weitere Informationen:
https://academic.oup.com/cercor/advance ... 61/5810460 - Link zur Veröffentilchung

Quelle: Pressemitteilung vom 29.04.2020
Meike Drießen Dezernat Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum
https://idw-online.de/de/news745180
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WernerSchell
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Altersschwer­hörigkeit ist Folge eines Haarzellverlusts

Beitrag von WernerSchell » 01.08.2020, 06:28

Deutsches Ärzteblatt vom 31.07.2020:

Altersschwer­hörigkeit ist Folge eines Haarzellverlusts
Boston – Die Altersschwerhörigkeit oder Presbyakusis, die in den „lauten“ Ländern die Hälfte der Bevölkerung im Laufe des Lebens entwickelt, ist nicht wie bisher angenommen auf degenerative Veränderungen in den Stria vascularis zurückzuführen.
Eine Studie im Journal of Neuroscience (2020; DOI: 10.1523/JNEUROSCI.0937-20.2020) zeigt, dass der Hörverlust mit einem Untergang von Haarzellen einhergeht, die bei hohen Lautstärken geschädigt werden und deren Regeneration derzeit Gegenstand der medizinischen Forschung ist.
... (weiter lesen unter) ... > https://www.aerzteblatt.de/callback/let ... &id=112031
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