Prävention in der Herzmedizin: Optimierungs-Bedarf bei ärztlichen Lebensstil-Empfehlungen

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Prävention in der Herzmedizin: Optimierungs-Bedarf bei ärztlichen Lebensstil-Empfehlungen

Beitrag von WernerSchell » 15.10.2018, 05:54

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Prävention in der Herzmedizin: Optimierungs-Bedarf bei ärztlichen Lebensstil-Empfehlungen

Ärztliche Lebensstil-Empfehlungen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden viel zu häufig erst dann gegeben, wenn bereits Risikofaktoren vorliegen oder eine Krankheit besteht. Auch bei älteren Patienten lässt die Häufigkeit der Aufklärung zu wünschen übrig.

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> https://dgk.org/daten/PM_Samstag_4.pdf

Berlin, Samstag 13. Oktober 2018 – Optimierungs-Bedarf bei den ärztlichen Lebensstil-Empfehlungen in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sieht eine neue Studie aus Würzburg. In der Primärprävention, bei der es um das bestmögliche Verhindern der Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten geht, werden ärztliche Empfehlung zu einem gesunden Lebensstil häufiger bei Menschen ausgesprochen, die bereits bekannte kardiovaskuläre Risikofaktoren haben – also relativ spät. In der Sekundärprävention, deren Ziel das Verhindern des Fortschreitens einer bestehenden Krankheit ist, ist eine ärztliche Empfehlung zu einem gesunden Lebensstil wahrscheinlicher, wird allerdings mit zunehmendem Alter der Patienten immer seltener. „Da jedoch auch ältere KHK- Patienten stark von Lebensstilinterventionen profitieren, sollten die Ursache der Abnahme adäquater ärztlicher Lebensstilempfehlungen identifiziert und ihnen entgegengewirkt werden“, sagt Studienleiterin Prof. Dr. Theresa Tiffe (Würzburg), auf den DGK Herztagen in Berlin.

Mit Ausnahme der Empfehlung zum Rauchverzicht, erhielten Personen in der Sekundärprävention häufiger Empfehlungen zu einem gesunden Lebensstil als in der Primärprävention: zur Gewichtsreduktion 69,2 gegenüber 43,8 Prozent, zu körperlicher Aktivität 71,4 gegenüber 52,1 Prozent, zu gesunder Ernährung 73,1 gegenüber 43,9 Prozent.

Die von Prof. Tiffe untersuchte Primärpräventions-Patientengruppe bestand aus 665 Teilnehmern ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung, die an einer Studie (STAAB) über frühe, noch symptomlose Stadien der Herzschwäche teilnahmen. Die Sekundärpräventions-Gruppe umfasste 536 Patienten mit bekannter koronarer Herzerkrankung, die in die EUROASPIRE-Studie eingeschlossen waren.

Körperliche Aktivität, Nikotinabstinenz, Gewichtsnormalisierung und gesunde Ernährung sind bei Personen mit hohem kardiovaskulärem Risiko bzw. bereits bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung (HKE) mit einer Reduktion von Krankheitshäufigkeit und Sterblichkeit assoziiert. Entsprechend der aktuellen europäischen Leitlinie zur Prävention von HKE umfasst die ärztliche Empfehlung zu einem gesunden Lebensstil, wenn angebracht, das Rauchen einzustellen, das Gewicht zu reduzieren (ab einem BMI >25kg/m2), die körperliche Aktivität zu steigern und sich gesünder zu ernähren.

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
Pressesprecher: Prof. Dr. Eckart Fleck (Berlin)
Pressestelle: Kerstin Kacmaz, Tel.: 0211 600 692 43
presse@dgk.org
Pressebüro während der DGK Herztage: 030 2065192
B&K–Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung
Dr. Birgit Kofler, Tel.: 00436766368930, kofler@bkkommunikation.com; Roland Bettschart, Tel.: 00436766356775,bettschart@bkkommunikation.com

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 10.500 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org

Quelle: Pressemitteilung vom 13.10.2018
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.German Cardiac Society
Grafenberger Allee 100
40237 Düsseldorf
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Fax: + 49 211 600692-10
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https://dgk.org/pressemitteilungen/2018 ... fehlungen/
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Lebensstil verändern - So können Herz-Patienten ihr Leben verlängernb

Beitrag von WernerSchell » 12.11.2018, 07:55

Ärzte Zeitung vom 12.11.2018:
Lebensstil verändern
So können Herz-Patienten ihr Leben verlängern

KHK-Patienten ist oft nicht bewusst, wie stark ihre Überlebenschancen von ihrem Lebensstil abhängen. Dabei können sie durch ihr eigenes Verhalten sehr viel erreichen. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr
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Herzschwäche: Wie Bewegung hilft

Beitrag von WernerSchell » 12.11.2018, 18:31

NDR
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Herzschwäche: Wie Bewegung hilft

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Heute wissen Mediziner: Schonung bei Herzschwäche war ein Irrweg. Im Gegenteil: Bewegung tut gut und ist gerade für Herzkranke wichtig. Durch Sport kann die Leistung des Herzens dauerhaft gesteigert werden - ein Effekt, der sich mit Medikamenten alleine nicht erreichen lässt.

Unabdingbar vor dem Beginn eines Trainingsprogramms sind
- eine Leistungsdiagnostik (Ergometrie) zur Ermittlung der maximalen Herzfrequenz
- eine Herzultraschall-Untersuchung

Die ersten Trainingseinheiten sollten am besten unter ärztlicher Aufsicht absolviert werden, zum Beispiel in einem Herzzentrum oder einer Rehaklinik, die Sport für Betroffene anbietet, oder auch in einer Herzsportgruppe.

Wie Bewegung das Herz kräftigt
Regelmäßige Ausdauereinheiten - möglichst 30 Minuten an fünf Tagen pro Woche - erweitern die Gefäße und machen sie wieder elastisch. Der Herzmuskel wird dadurch besser durchblutet und kräftiger. Angemessenes Training versetzt das Herz in die Lage, wieder mehr Blut pro Herzschlag zu pumpen. Pulsfrequenz und Blutdruck sinken - in Ruhe ebenso wie unter Belastung. Denn ein trainiertes Herz arbeitet ökonomischer. Die Organe werden stärker durchblutet: Dadurch funktionieren Nieren, Leber und Lunge besser.

- Betroffene mit einer Herzschwäche der NYHA-Stadien I bis III können die Leistungsfähigkeit ihres Herzens je nach Trainingsumfang um bis zu 25 Prozent steigern.
- Betroffene, die bereits in Ruhe unter Atemnot leiden oder Wassereinlagerungen in den Beinen haben (Stadium IV), müssen vor einem Training zunächst mit Medikamenten stabilisiert werden.

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... (weiter lesen unter) ... https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ ... paltig.jpg
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Herzinfarkt-Vorsorge: Prävention darf kein soziales Privileg werden

Beitrag von WernerSchell » 07.02.2019, 17:32

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Herzinfarkt-Vorsorge: Prävention darf kein soziales Privileg werden

Studien legen bei Präventionsprogrammen Fokus auch auf sozial Benachteiligte nahe. Herzspezialisten fordern mehr Priorität für gezielte Präventionskonzepte zur Bekämpfung der Herzinfarkt-Sterblichkeit

Die Präventionsmedizin muss viel gezielter auf Unterschiede im Gesundheitsverhalten der Bevölkerung, darunter auch soziale Aspekte wie Bildung und Arbeitslosigkeit, eingehen. „Vorbeugung richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Altersgruppen aus unterschiedlichen sozialen Milieus – das sind herzgesunde wie chronisch herzkranke Menschen, deren Lebensqualität und Prognose wir durch immer bessere Therapien, aber eben auch durch viel mehr flächendeckende Prävention verbessern und erhalten müssen“, unterstreicht Prof. Dr. med. Rainer Hambrecht vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Chefarzt für Kardiologie am Klinikum Links der Weser in Bremen anlässlich der Vorstellung des „Deutschen Herzberichts 2018“ ( https://www.herzstiftung.de/herzbericht ) in Berlin.

Rauchen und Übergewicht häufiger in sozial benachteiligten Stadtgebieten
Untersuchungen des von Hambrecht geleiteten Bremer Herzinfarkt-Registers („STEMI-Register“) an über 3.400 Herzinfarktpatienten in der Region Bremen und dem umliegenden Niedersachsen haben gezeigt, dass Herzinfarkt-Patienten je nach Alter und sozioökonomischem Status unterschiedlich mit den Möglichkeiten der lebensstilbedingten Senkung von Herzinfarkt-Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel oder Übergewicht umgehen. „Raucher und stark übergewichtige Personen mit einem erhöhten Herzinfarkt-Risiko und Herzinfarkt-Patienten waren häufiger in sozial benachteiligten als in besser gestellten Stadtgebieten anzutreffen“, berichtet Hambrecht und fügt hinzu, dass diese Häufung von Infarkten zudem ausgeprägter bei den jüngeren unter 50-jährigen Personen in den sozial benachteiligten Stadtteilen anzutreffen gewesen sei. Auch in der Fünf-Jahres-Langzeit-Prognose zeigten sich schwerwiegende Herz-Kreislauf-Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall stärker in diesen Stadtgebieten. „Diese Daten bestärken Präventionskonzepte, die auf sozial benachteiligte Personen und ,Brennpunkt‘-Stadtteile fokussieren, um die Herzinfarkt-Erkrankungshäufigkeit und -Sterblichkeit zu senken“, heißt es im Herzbericht. „Unsere Daten legen vor allen Dingen nahe, dass ein lückenloses Tabakwerbeverbot in Deutschland längst überfällig ist, um die Raucherquote besonders unter den Jugendlichen effektiv einzudämmen.“
Jährlich kommt es zu über 218.000 Klinikeinweisungen wegen Herzinfarkten in Deutschland, rund 49.000 Menschen sterben daran. Hinzu kommen die Koronare Herzkrankheit (KHK) mit über 73.000 Sterbefällen (ohne Herzinfarkt) und die Herzschwäche mit über 40.000 Gestorbenen. Die durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachten Kosten in der EU beziffern Wissenschaftler nach Schätzungen mit 210 Mrd. Euro pro Jahr. „Eine beträchtliche Zahl Krankenhausaufnahmen und Todesfälle aufgrund von Herzerkrankungen könnte auch deutlich verringert werden, wenn die Menschen mehr Vorsorge betrieben.“ Studien zufolge sind 90 % aller Infarkte durch einen ungesunden Lebensstil bei Männern und Frauen zu erklären* (Rauchen, Bewegungsmangel, Fettleibigkeit). Tipps unter www.herzstiftung.de/ausdauer-verbessern

Schlechte Einstellung der Herzinfarkt-Risikofaktoren bei KHK-Patienten
Ein weiteres Problem stellt die unzureichende Einstellung von Herz-Kreislauf-Risikofaktoren bei Herzpatienten im klinischen Alltag dar. Beim Vergleich von Versorgungsdaten von mehreren Tausend KHK-Patienten in Europa aus den Untersuchungen EUROASPIRE IV (6.905 Pat.) und EUROASPIRE V (4.793 Pat.) im Fünf-Jahres-Abstand ergab: Die Zahl der Raucher und inaktiven Patienten hat sich deutlich verschlechtert, die Rate der Patienten mit Adipositas (Fettleibigkeit) hat sich deutlich erhöht. Zwei Drittel der Patienten erreichten nicht den LDL-Cholesterin-Zielwert bei KHK (niedriger als 70 mg/dl). Ähnliche Befunde zeigte für den deutschen Kontext das Bremer STEMI-Register: „Nicht mal ein Drittel der Herzinfarkt-Patienten erreichte den LDL-Cholesterin-Zielwert und nur zwölf Prozent erreichten den BMI- oder Body-Mass-Index-Zielwert“, bestätigt Hambrecht. Von den über 75.500 Herzpatienten in kardiologischer Reha (2017) hatten rund 38 % Patienten die Diagnose KHK und 21 % Herzinfarkt. Die Ergebnisse der EUROASPIRE-V-Studie und des Bremer STEMI-Registers zur unzureichenden Einstellung der Risikofaktoren übertragen auf diese Patientenzahl zeigt, wie enorm wichtig gezielte Präventionskonzepte sind, die nachhaltig eine Verdrängung beeinflussbarer Risikofaktoren wie körperliche Inaktivität, Rauchen und Stress ohne Ausgleich bewirken und so erneute Herzinfarkte, Krankenhausaufnahmen infolge einer Entgleisung der Herzkrankheit oder die Entstehung neuer Begleiterkrankungen verhindern. „Die medizinische Versorgung ist ein Eckpfeiler. Darüber hinaus sollten aber Länderministerien mehr in Vorsorge-Programme investieren, die zur Schaffung förderlicher Bedingungen für ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung in Kitas, Schulen, Betrieben besonders in benachteiligten Wohnquartieren beitragen“, empfiehlt der Bremer Herzspezialist und Autor des Präventionskapitels im neuen Herzbericht.
*Interheart-Studie, Lancet 2004

Schutz vor erneutem Herzinfarkt: Langzeit-Prävention mit Präventions-Assistenten
Weil Effekte der Rehabilitation bei Herzpatienten meistens nur für begrenzte Zeit nachwirken, gewinnen Individual-medizinische Präventionsprogramme für Langzeiteffekte an Bedeutung. Das zeigt das von Prof. Rainer Hambrecht geleitete, von der Herzstiftung mit über 63.000 Euro geförderte Präventionsprogramm IPP („Intensives Präventions-Programm nach akutem Myokardinfarkt in Nordwest-Deutschland“). Ergebnisse der randomisierten IPP-Studie mit 310 Herzinfarktpatienten zeigen, dass ein langfristiges intensives Präventionsprogramm mit Schrittzählern, telemedizinischer Beobachtung, regelmäßigen Gruppenfortbildungen und Telefonkontakten hilft, die körperliche Aktivität und die Einstellung der Infarkt-Risikofaktoren und die Lebensqualität der Patienten nach sechs Monaten zu verbessern. Eine Schlüsselrolle spielen die medizinischen Präventions-Assistenten, die die Zusammenarbeit zwischen Klinik, Hausarzt und Kardiologen koordinieren und einen engmaschigen Kontakt zu Patienten und Angehörigen halten. Die IPP-Gruppe wurde mit einer Kontrollgruppe (Standardversorgung) verglichen. Wohlgemerkt: Beide Gruppen mit Herzinfarktpatienten hatten gerade eine dreiwöchige stationäre oder ambulante kardiologische Rehabilitation durchlaufen und waren in punkto Risikofaktoren bestens eingestellt. Trotzdem konnten Patienten der IPP-Gruppe ihre Werte im Unterschied zur Kontrollgruppe innerhalb von sechs Monaten zusätzlich verbessern: Steigerung der täglichen Schrittzahl um mehr als 30 %, Senkung des Body Mass Index (BMI) im Schnitt um 3,9 %, Senkung von Blutdruck und LDL-Cholesterin-Wert um jeweils 4,9 %. In einer Subanalyse, in der die Studienteilnehmer nach ihrem Schulabschluss klassifiziert wurden, zeigte sich, dass Patienten mit Hauptschulabschluss zu Studienbeginn mehr Risikofaktoren hatten als Patienten mit Abitur. Durch IPP konnte aber gerade bei den Patienten mit Hauptschulabschluss eine hochsignifikante Verbesserung der Risikofaktoren erreicht werden.

Tipps und Infos (kostenfrei) zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhalten Betroffene bei der Deutschen Herzstiftung per Telefon 069 955128400 oder unter www.herzstiftung.de

Der neue Deutsche Herzbericht 2018 kann kostenfrei angefordert werden unter https://www.herzstiftung.de/herzbericht

Einen Herzinfarkt-Risiko-Selbsttest bietet die Herzstiftung unter https://www.herzstiftung.de an

Download-Links für Grafik- und Bildmaterial
https://www.herzstiftung.de/presse/bild ... igkeit.jpg
https://www.herzstiftung.de/presse/bild ... bremen.jpg

Weitere Informationen:
https://www.herzstiftung.de
https://www.herzstiftung.de/herzbericht

Quelle: Pressemitteilung vom 07.02.2019
Pierre König Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung
https://idw-online.de/de/news710257
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Herzbericht - 15 Prozent weniger Tote durch Herzschwäche

Beitrag von WernerSchell » 08.02.2019, 07:17

Ärzte Zeitung vom 08.02.2019:

Herzbericht
15 Prozent weniger Tote durch Herzschwäche

Die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen ist in Deutschland teils beachtlich zurückgegangen. Dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=98 ... efpuryykqr

Kommentar zum Herzbericht
Luft nach oben

Todesursache Nummer 1 in Deutschland bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Spezialisten fordern daher zu Recht eine „Dekade gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, so wie sie vor einer Woche gegen den Krebs ausgerufen worden ist. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=98 ... efpuryykqr
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Wie Bewegung bei Herzschwäche helfen kann

Beitrag von WernerSchell » 01.05.2019, 07:15

NDR Visite - Bericht vom 30.04.2019

Wie Bewegung bei Herzschwäche helfen kann
Schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt. Mit rund 400.000 Fällen pro Jahr ist sie der häufigste Grund für eine Aufnahme ins Krankenhaus - und sie gehört zu den häufigsten Todesursachen. Dennoch wird eine chronische Herzschwäche mitunter lange nicht ernst genommen oder sogar übersehen - vor allem bei Frauen. Allzu oft neigen Betroffene dazu, die typischen Symptome wie Luftnot und Leistungsschwäche als Alterserscheinungen abzutun.
... weiter unter .... > https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/ ... he113.html
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Herzinfarkt-Vorsorge: Lebensstil ändern – aber nicht alles auf einmal!

Beitrag von WernerSchell » 25.09.2019, 16:27

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Herzinfarkt-Vorsorge: Lebensstil ändern – aber nicht alles auf einmal!

Sich ausdauernd bewegen, gesund ernähren und seine Herzinfarkt-Risikofaktoren im Griff haben: für viele leichter gesagt als getan. Herzspezialisten zeigen, worauf Gesunde und Herzkranke achten sollten

Unser Lebensstil ist in großem Maße für die Entstehung der koronaren Herzkrankheit (KHK), der Grunderkrankung des Herzinfarkts, verantwortlich. Insbesondere Rauchen, Übergewicht, Mangel an Bewegung, ungesunde Ernährung mit zu viel Zucker, Kohlenhydraten und Fett sowie psychosozialer Stress führen zu den Risikokrankheiten Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen. Erbliche Faktoren kommen hinzu. „Jeder sollte sich beim regelmäßigen Gesundheits-Check ab 35 Jahren beim Hausarzt auf diese Risikofaktoren für eine Herz- oder Gefäßerkrankung untersuchen lassen. Damit senkt man sein Risiko einer schleichenden Gefährdung durch unerkannten Bluthochdruck, Verengungen der Herzkranzgefäße oder sich entwickelnde Herzrhythmusstörungen“, betont Prof. Dr. med. Heribert Schunkert vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Erwachsenenkardiologie am Deutschen Herzzentrum München zum Weltherztag. Aktuell bietet die Herzstiftung ihren Herzinfarkt-Risikotest in neuer Überarbeitung zum Bestellen unter Tel. 069 955128400 oder unter bestellung@herzstiftung.de an.
Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz- Kreislauferkrankungen (DGPR) macht die Herzstiftung mit ihrem kostenfreien Ratgeber-Angebot unter www.herzstiftung.de/weltherztag.html auf die Möglichkeiten der Vorsorge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen für gesunde und herzkranke Menschen aufmerksam. Service für Herz-Rehakliniken: ein Aktionspaket speziell für Reha-Patienten steht Herz-Kliniken und -Praxen bereit unter www.herzstiftung.de/dgpr-aktionspaket.pdf

Reha-Spezialist: Nicht alles auf einmal ändern, mit Bewegung beginnen
Lautet die Diagnose Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte oder ein verengtes Herzkranzgefäß, heißt das für die Betroffenen, möglichst rasch ihren Lebensstil umzustellen und die Risikofaktoren mit Medikamenten einstellen zu lassen. „Gerade bei mehreren Risikokrankheiten gleichzeitig und einem engen Zeitkorsett im Alltag durch Arbeit und Familie ist diese Umstellung für viele eine Herkulesaufgabe“, berichtet der Kardiologe Prof. Dr. med. Bernhard Schwaab, DGPR-Präsident und Chefarzt der Curschmann-Klinik am Timmendorfer Strand. „Das Rauchen einstellen, sich regelmäßig ausdauernd bewegen, Abnehmen und dann noch Blutdruck und Cholesterinwerte mit Medikamenten normalisieren – hier sollte man nicht den Fehler machen, alles auf einmal zu ändern.“ Der Reha-Spezialist rät, mit Bewegung anzufangen. „Man fühlt sich schnell besser, ist leistungsfähiger und kommt dadurch auch besser mit der herzmedizinischen Behandlung zurecht.“ Außerdem schützt Bewegung nicht nur vor Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“), sondern wirkt sich positiv auf andere Körper- und Organfunktionen wie Zellerneuerung, Anregung der Hirnaktivität, Stoffwechselprozesse in Leber und anderen Organen aus. DGPR und Herzstiftung empfehlen regelmäßige Ausdauerbewegung an fünf Tagen die Woche jeweils 30 Minuten. „Das können schnelles Gehen, Fahrradfahren, Joggen, Walken, Ergometertraining oder Schwimmen sein“, bestätigt Prof. Schunkert. „Auch wer beispielsweise täglich rund zehn Minuten zügig spazieren geht, reduziert sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.“ Wer lange nicht mehr sportlich aktiv war und herzkrank ist, sollte vor dem Training von einem Kardiologen seine Belastungsfähigkeit bestimmen lassen und das Trainingspensum besprechen.

Feste Ankerpunkte im Alltag erleichtern Lebensstiländerung
Zusätzlich zur Bewegung fördert die Mittelmeerküche, die auf Obst und Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte, wenig Fleisch, dafür eher Fisch, auf Oliven- und Rapsöl und auf Kräuter anstelle von Salz setzt, das schrittweise Abnehmen für ein gesundes Normalgewicht. „Wir propagieren die Mittelmeerküche, weil sie den Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall, aber auch vor anderen chronischen Leiden wie Diabetes und Krebs erhöht“, bestätigen unisono Prof. Schwaab und Prof. Schunkert. Speziell der tägliche Konsum von ausreichend Obst und Gemüse kann durch den relativ geringen Energiegehalt dazu beitragen, Übergewicht zu vermeiden, das wiederum Bluthochdruck begünstigt. Dazu schmecken die Gerichte der Mittelmeerküche lecker und sind keineswegs fade (www.herzstiftung.de/Rezept-Tipps-Mittelmeerkueche). Für Lebensstiländerungen sind meistens alte gewohnte Strukturen im eigenen Leben aufzubrechen. „Das ist schwierig. Oftmals ist es hilfreich, in sein Lebensumfeld feste Ankerpunkte einzurichten: die regelmäßige Lauf-, Walker- oder Herzsportgruppe im Verein, das mehrmalige gemeinsame Kochen mit der Familie oder mit Freunden zu Hause und für Raucher der Austausch mit Ex-Rauchern in der Selbsthilfegruppe“, so DGPR-Präsident Prof. Schwaab.

Tipp: Der Herzinfarkt-Risikotest der Herzstiftung zur Besprechung der persönlichen Risikofaktoren für Herzinfarkt mit dem Hausarzt kann kostenlos angefordert werden per Tel. unter 069 955128400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de

Druckfähiges Bildmaterial zum Risikotest (Collage auch ohne farbigen Fond möglich) unter: www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/risikotest

Ratgeber-Service zu den Risikokrankheiten von Herzinfarkt und Schlaganfall:
Alle Ratgeber können auch telefonisch bestellt werden (Tel. 069 955128-400)

Ratgeber „Bluthochdruck: Was tun?“
www.herzstiftung.de/Bluthochdruck-Sonderband.html

Ratgeber „Herzprobleme bei Diabetes: Was tun?“
www.herzstiftung.de/Diabetes.html

Ratgeber „Hohes Cholesterin: Was tun?“
www.herzstiftung.de/cholesterin-ratgeber.html

Daten & Fakten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen*
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. An Herz- und Kreislauferkrankungen starben 2017 insgesamt über 344.500 Menschen (2016: 338.700). (Statistisches Bundesamt/Destatis, 2019).
Jährlich werden in Deutschland über 1,7 Mio. vollstationäre Fälle wegen Herzkrankheit (koronare Herzkrankheit, Herzklappenerkrankung, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Angeborene Herzfehler) in einer Klinik behandelt, davon allein fast 218.000 wegen eines Herzinfarkts. Über 207.000 Menschen sterben jedes Jahr an einer Herzkrankheit, davon ca. 48.700 am akuten Herzinfarkt (Deutscher Herzbericht 2018).

Die Risikokrankheiten für Herzinfarkt im Überblick
- Bluthochdruck: ca. 20 Mio. Erwachsene in Deutschland, davon ca. vier Mio. unerkannte Fälle.
- Diabetes Mellitus: ca. 7 Mio. Betroffene.
- Fettstoffwechselstörungen (Gesamtprävalenz): Insgesamt haben 64,5 % der Männer und 65,7 % der Frauen im Alter von 18 bis 79 Jahren Fettstoffwechselstörungen (Gesamtcholesterin ≥190 mg/dl oder ärztliche Diagnose einer Fettstoffwechselstörung); davon haben jeweils mehr als die Hälfte der betroffenen Personen eine bislang unerkannte Fettstoffwechselstörung.
- Rauchen ist nicht nur für Krebs und chronische Lungenleiden ein Risikofaktor, sondern auch für Herzinfarkt und Schlaganfall. An den Folgen des Rauchens sterben jedes Jahr in Deutschland zwischen 100.000 und 120.000 Menschen.

*Quellen:
Deutscher Herzbericht 2018
PLOS ONE: DOI:10.1371/journal.pone.0133493
Deutscher Gesundheitsbericht, Diabetes 2016; Bundesgesundheitsbl 2013 56:661–66
Robert Koch-Institut (2016), Gesundheit in Deutschland – die wichtigsten Entwicklungen,
RKI Berlin

35/2019
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle:
Michael Wichert / Pierre König
Tel. 069 955128-114/-140
E-Mail: presse@herzstiftung.de
www.herzstiftung.de

Weitere Informationen:
http://www.herzstiftung.de/dgpr-aktionspaket.pdf
http://www.herzstiftung.de/presse/bildm ... risikotest
http://www.herzstiftung.de
http://www.herzstiftung.de/Bluthochdruc ... rband.html

Quelle: Pressemitteilung vom 25.09.2019
Michael Wichert Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung
https://idw-online.de/de/news724223
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Weltherztag am 29.09.2020 - Ziel: Menschen zu Aktivitäten anregen, die ihrem Herzen guttun

Beitrag von WernerSchell » 29.09.2020, 06:38

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Am 29. September findet alljährlich der Weltherztag statt. Ziel: Menschen zu Aktivitäten anregen, die ihrem Herzen guttun


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Motiv zum Weltherztag 2020 - Foto: Annette Schaff/StcokAdobe


Der Weltherztag ist eine Initiative der World Heart Federation (WHF), in der sich die Herzstiftungen und kardiologischen Fachgesellschaften von mehr als 100 Ländern zusammengeschlossen haben. Die Interessen von Deutschland werden von der Deutschen Herzstiftung e. V. vertreten. Der Weltherztag findet jedes Jahr am 29. September statt und regt zu Aufklärungskampagnen unter anderem zur Frage an, was jeder Einzelne tun kann, um Risiken für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einen Schlaganfall vorzubeugen. Der diesjährige Slogan „Use Your Heart to Beat Cardiovascular Diseases“ („Nutze Dein Herz, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu besiegen“) soll dazu anregen, der eigenen Herzgesundheit, aber auch der von anderen, mehr Achtsamkeit zu schenken und so Risikokrankheiten für Herzinfarkt und Schlaganfall wie Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht zu besiegen.

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Sieben Schritte für ein herzgesundes Herz

Weltherztag: Herzstiftung empfiehlt gezielte schrittweise Lebensstiländerung für gesundes Herz und Gefäße – und ein seelisches Wohlbefinden.

Herzinfarkt, Herzschwäche, Bluthochdruck, Schlaganfall: Herz- und Kreislauferkrankungen führen jedes Jahr zu sehr vielen Klinikeinweisungen und Sterbefällen. Allein wegen der koronaren Herzkrankheit (KHK), der Grunderkrankung des Herzinfarkts, werden in Deutschland fast 660.000 Menschen stationär aufgenommen. Über 122.000 Menschen sterben daran, darunter befinden sich fast 49.000 Herzinfarkttote. Allerdings ist die Hälfte der KHK-Fälle auf den heutigen Lebensstil zurückzuführen: Rauchen, Bewegungsmangel, Fettleibigkeit, schädlicher Dauerstress und ungesunde Ernährung, die wiederum zu Risikokrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen (hohe Cholesterinwerte) führen.

Mit dem Weltherztag ruft die Deutsche Herzstiftung die Bundesbürger zur frühzeitigen Vorsorge in Form eines gesunden Lebensstils auf, um Risikokrankheiten für Herz- und Gefäßleiden zu vermeiden. Sieben Schritte können dabei helfen. Denn eine Umstellung des Lebensstils ist im Trubel des beruflichen und familiären Alltags nicht immer einfach. Hilfestellung können neben eine Sieben-Schritte-Checkliste die Informationen der Herzstiftung geben, die unter www.herzstiftung.de/weltherztag abrufbar sind. „Ein gesunder Lebensstil bewirkt viel für das Herz-Kreislauf-System, nur sollte man schrittweise vorgehen und sich nicht zu viel auf einmal vornehmen“, rät der Kardiologe und Reha-Spezialist Prof. Dr. med. Bernhard Schwaab vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Chefarzt der Curschmann-Klinik am Timmendorfer Strand. Wie komme ich trotz des inneren Schweinehunds zu mehr Bewegung? Wie esse ich gesünder? Und habe ich alle meine Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall mit Hilfe eines regelmäßigen Gesundheits-Check-ups im Blick?


Die folgende Checkliste soll Motivierten für ein herzgesundes Leben helfen:

- Sei aktiv, bewege dich mehr
- Höre mit dem Rauchen auf
- Iss gesünder, vermeide Zucker
- Achte auf dein Gewicht
- Achte auf deinen Blutdruck
- Behalte deinen Cholesterinspiegel im Auge
- Achte auf ausreichend Entspannung im Alltag


Herzspezialist Prof. Schwaab empfiehlt zunächst mit Bewegung anzufangen. „Mit Bewegung fühlt man sich schnell besser und ist leistungsfähiger. Herzkranke kommen mit mehr körperlicher Aktivität häufig besser mit der herzmedizinischen Behandlung zurecht.“ Danach können weitere Lebensstilmaßnahmen angegangen werden. Bewegung hilft auch über das Verlangen nach Zigaretten hinweg und verbessert die Stimmung. Letzten Endes sollte aber jeder Patient seine individuelle Reihenfolge (Prioritäten) selbst festlegen. Das ist wichtig, damit die Lebensstiländerungen dauerhaft durchgehalten werden können.

Sieben Tipps für Ihr Herz

Sei aktiv, bewege dich mehr
Wer sich regelmäßig bewegt, beugt wirksam Herz- und Gefäßkrankheiten, aber auch Diabetes und Krebserkrankungen wie Darm- oder Brustkrebs vor. Ideal ist Ausdauerbewegung an fünf Tagen die Woche 30 Minuten. Zum Beispiel bei einer mäßigen Ausdauerbelastung Joggen, schnelles Gehen, Radfahren, Schwimmen, Ergometertraining oder auch Tanzen. Am besten man gestaltet auch seinen Alltag so bewegt wie möglich: Fahrrad statt Auto oder E-Roller, Treppe statt Aufzug, im Büro stehend statt sitzend telefonieren und arbeiten. „Herzpatienten sollten aber ihre Belastbarkeit mit ihrem Arzt besprechen“, rät Schwaab. Das gilt auch für Menschen ohne Erkrankung nach längerer Pause ohne sportliche Aktivität. Bewegung schützt nicht nur vor Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“), sondern wirkt sich positiv auf andere Körper- und Organfunktionen wie Zellerneuerung, Anregung der Hirnaktivität, Stoffwechselprozesse in Leber und anderen Organen aus.

Höre mit dem Rauchen auf
Mit dem Rauchen aufzuhören oder gar nicht erst anzufangen lohnt sich! Nikotin ist ein starkes Gift für die Gefäße und Rauchen ein Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Arterienverkalkung (z. B. pAVK). Auf den Tabakkonsum gehen hierzulande 120.000 vorzeitige und vermeidbare Todesfälle pro Jahr zurück: verursacht durch Herzinfarkt und Schlaganfall, bösartige Tumoren und chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Mit dem Rauchen aufzuhören ist nach einem Herzinfarkt unverändert die wirksamste Einzelmaßnahme und reduziert das Wiederholungsrisiko für einen weiteren Infarkt um weit über 50 %! Auch das dauerhafte Rauchen von E-Zigaretten kann heute nicht mehr als gesundheitlich unbedenklich eingestuft werden. Es gibt unterstützende Programme zum Aufhören mit Rat und Hilfen wie Aussteigerprogramme z. B. unter www.rauchfrei-info.de/

Iss gesünder, vermeide Zucker
Herzspezialisten propagieren die traditionelle Mittelmeerküche. „Die mediterrane Kost setzt auf Obst und Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte, wenig Fleisch, dafür eher Fisch, auf Oliven- und Rapsöl und auf Kräuter anstelle von Salz“, bestätigt Prof. Schwaab. Salz bindet Wasser im Körper, was einen Bluthochdruck fördern kann. Speziell der tägliche Konsum von ausreichend Gemüse und Ballaststoffen kann durch den relativ geringen Energiegehalt dazu beitragen, Übergewicht zu vermeiden, das wiederum Bluthochdruck begünstigt. Dazu schmecken die Gerichte der Mittelmeerküche lecker und sind keineswegs fade. Zu viel Zucker in Lebensmitteln und Getränken erhöht das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. Deshalb die Devise: Zucker in Getränken vermeiden. Auch in Lebensmitteln, in denen wir Zucker in großen Mengen gar nicht vermuten (Joghurt, Salatsaucen, Ketchup), ist Zucker enthalten. Ein Blick auf die Beschreibung der Zutaten hilft dabei, Zucker aus dem Weg zu gehen.

Achte auf dein Gewicht
Zusätzlich zur Bewegung fördert die Mittelmeerküche das schrittweise Abnehmen für ein gesundes Normalgewicht. Auch lohnt es sich, den Alkoholkonsum einzuschränken. Alkohol hat viele Kalorien und kann indirekt über die Zunahme an Gewicht zu hohem Blutdruck führen. Übergewicht ist ein wichtiger und häufiger Auslöser für Bluthochdruck. Angestrebt werden sollte ein Gewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI*) zwischen 22 und 25. Beim Taillenumfang sollten Männer weniger als 102 und Frauen weniger als 88 cm anstreben. Das Bauchfett produziert Hormone und entzündungsfördernde Botenstoffe, die sich unter anderem auf den Blutdruck auswirken. „Jedes Kilo und jeder Zentimeter weniger wirken sich günstig auf den Bluthochdruck und den Zucker aus“, betont Prof. Schwaab, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) ist.

Achte auf deinen Blutdruck
Bluthochdruck ist tückisch, weil man ihn zunächst nicht spürt ihn nicht sieht („stiller Killer“). Unerkannt und unbehandelt steigt bei Bluthochdruck das Risiko, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine Nierenschädigung zu erleiden erheblich. Deshalb unbedingt regelmäßig den Blutdruck messen: ab Schuleintritt beim Kinderarzt und später im Rahmen von Einstellungsuntersuchungen im Beruf oder der Routineuntersuchung beim Hausarzt oder Frauenarzt. Von Bluthochdruck sprechen Ärzte, wenn verschiedene Oberarm-Messungen in der Arztpraxis an unterschiedlichen Tagen Werte von 140 zu 90 mmHg oder höher ergeben. Bei Selbstmessungen für zu Hause gilt eine Obergrenze von 135 zu 85 mmHg. Die Blutdruckwerte in der Praxis dürfen etwas höher sein, weil meist die Patientinnen und Patienten bei der Messung etwas aufgeregt sind („Weißkittelhochdruck“). Um festzustellen ob ein erhöhter Blutdruck vorliegt, ist eine sorgfältige Messung erforderlich. Info: www.herzstiftung.de/blutdruck-mehrmals-messen.html Die Werte können in einem Blutdruck-Pass protokolliert werden, um den Verlauf zu dokumentieren.

Behalte deinen Cholesterinspiegel im Auge
Erhöhte Cholesterinspiegel im Blut sind ein wichtiger Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall und Durchblutungsstörungen der Beine (Schaufensterkrankheit, kurz „pAVK“). Hohe LDL-Cholesterinspiegel verursachen Gefäßveränderungen in den Arterien des Herzens (Arteriosklerose), in Hirnarterien und in den Beinarterien mit der Bildung von Ablagerungen in diesen Gefäßen (Plaques). „Das belegen Studien ganz eindeutig seit Jahrzehnten“, betont Schwaab. Zusätzlich konnte in Studien gezeigt werden, dass sich eine medikamentöse Senkung erhöhter Cholesterinwerte günstig auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Zur Infarktvorbeugung trägt eine Untersuchung des Cholesterinspiegels beim regelmäßigen Gesundheits-Check ab 35 Jahren einmal im Jahr beim Hausarzt bei. Eine erste Einschätzung, bis zu welcher Höhe Cholesterinspiegel noch normal sind und unter welchen Kriterien eine medikamentöse Behandlung notwendig wird, finden Sie unter www.herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit ... holesterin oder Sie sprechen Ihren Arzt an. Dabei sind neben dem gemessenen LDL-Cholesterinspiegel im Blut auch die anderen, eventuell vorhandenen Risikofaktoren für eine Therapieentscheidung wichtig.

Achte auf ausreichend Entspannung im Alltag
Stress bei der Arbeit, in der Familie, in der Beziehung und noch in der Freizeit: Nicht Stress alleine macht krank, sondern fehlende Entspannung. Bei Stress wappnet sich der Körper sehr gut für die akute Problemsituation: Stresshormone werden ausgeschüttet, der Blutzucker steigt, die Insulinausschüttung nimmt zu, das Herz schlägt schneller und der Blutdruck steigt. Bei anhaltendem Stress kommen diese Vorgänge jedoch nicht zur Ruhe und der Organismus steht ständig unter Dampf. Das schadet dem gesamten Körper. Die Folge können Entzündungsreaktionen im Körper sein, im schlimmsten Fall Diabetes, Schlaganfall, Arteriosklerose und Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen. Achten Sie daher auf ein Gleichgewicht zwischen Stress und Entspannung. Sorgen Sie für Inseln der Ruhe, die Sie mit Leben füllen. Also Aktivitäten, die den Stress vergessen lassen: musizieren, lesen, malen, tanzen, mit Freunden kochen, mit den Kindern spielen, einem Verein beitreten oder gemeinsam Konzerte und Sportereignisse besuchen. Auch Entspannungstechniken sind sehr hilfreich: progressive Muskelentspannung, Atemgymnastik, Yoga, Qigong oder Tai-Chi.

Wie bleibt man trotz des inneren Schweinehunds dran?
Für Lebensstiländerungen sind meistens alte gewohnte Strukturen im eigenen Leben aufzubrechen. „Das ist in der Regel schwierig“, sagt Schwaab und empfiehlt: „Oftmals ist es hilfreich, in sein Lebensumfeld feste Ankerpunkte einzurichten: die regelmäßige Lauf-, Walker- oder Herzsportgruppe im Verein, das mehrmalige gemeinsame Kochen mit der Familie oder mit Freunden zu Hause und für Raucher der Austausch mit Ex-Rauchern in der Selbsthilfegruppe.“

*BMI errechnet sich aus: Körpergewicht in kg geteilt durch Körperlänge² in m. Beispiel: 80 kg: 1,80 (m)² = BMI 24,7

Tipp: Der Herzinfarkt-Risikotest der Herzstiftung zur Besprechung der persönlichen Risikofaktoren für Herzinfarkt mit dem Hausarzt unter www.herzstiftung.de kann auch als Faltblatt kostenlos angefordert werden per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de

Infos zum Weltherztag unter: www.herzstiftung.de/weltherztag

Daten & Fakten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. An Herz- und Kreislauferkrankungen starben 2018 insgesamt 345.300 Menschen (2017: 344.500). (Statistisches Bundesamt/Destatis, 2020). Jährlich werden in Deutschland über 1,7 Mio. vollstationäre Fälle wegen Herzkrankheit (koronare Herzkrankheit, Herzklappenerkrankung, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Angeborene Herzfehler) in einer Klinik behandelt, davon allein fast 218.000 wegen eines Herzinfarkts. Über 207.000 Menschen sterben jedes Jahr an einer Herzkrankheit, davon ca. 48.700 am akuten Herzinfarkt (Deutscher Herzbericht 2018).

Die Risikokrankheiten für Herzinfarkt im Überblick
- Bluthochdruck: ca. 20 Mio. Erwachsene in Deutschland, davon ca. vier Mio. unerkannte Fälle.
- Diabetes Mellitus: ca. 7 Mio. Betroffene.
- Fettstoffwechselstörungen (Gesamtprävalenz): Insgesamt haben 64,5 % der Männer und 65,7 % der Frauen im Alter von 18 bis 79 Jahren
- Fettstoffwechselstörungen (Gesamtcholesterin ≥190 mg/dl oder ärztliche Diagnose einer Fettstoffwechselstörung); davon haben jeweils mehr als die Hälfte der betroffenen Personen eine bislang unerkannte Fettstoffwechselstörung.
- Rauchen ist nicht nur für Krebs und chronische Lungenleiden ein Risikofaktor, sondern auch für Herzinfarkt und Schlaganfall. An den Folgen des Rauchens sterben jedes Jahr in Deutschland zwischen 100.000 und 120.000 Menschen.
- Menschen mit einer starken Belastung durch chronischen Stress zeigen deutlich häufiger eine depressive Symptomatik, ein Burnout-Syndrom oder Schlafstörungen als Menschen ohne starke Belastung durch chronischen Stress. Das Mortalitätsrisiko (alle Todesursachen) in Assoziation mit psychosozialem Stress steigt um 21%.

Quellen:
Deutscher Herzbericht 2018 PLOS ONE: DOI:10.1371/journal.pone.0133493 Deutscher Gesundheitsbericht, Diabetes 2016; Bundesgesundheitsbl 2013 56:661-666 Robert Koch-Institut (2016), Gesundheit in Deutschland – die wichtigsten Entwicklungen, RKI Berlin Bundesgesundheitsbl 2013·56:749-754 DOI10.1007/s00103-013-1690-9

Quelle: Pressemitteilung vom 28.09.2020 (> https://idw-online.de/de/news754908 )
Michael Wichert Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung
Kontakt zur Pressestelle:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle: Michael Wichert/Pierre König
Tel. 069 955128-114/-140
E-Mail: presse@herzstiftung.de
www.herzstiftung.de

Weitere Informationen:
https://www.herzstiftung.de/weltherztag
https://www.herzstiftung.de/ihre-herzge ... sund-leben
http://https:/www.herzstiftung.de/blutd ... essen.html
https://www.herzstiftung.de/risiko

Anhang
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WernerSchell
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Wissen über Herzinfarkt-Vorboten rettet Leben

Beitrag von WernerSchell » 29.09.2020, 06:58

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Wissen über Herzinfarkt-Vorboten rettet Leben

Unvorhersehbar, aber nicht aus heiterem Himmel: Herzstiftung sensibilisiert zum Weltherztag für Vorgeschichte und Warnzeichen des Herzinfarkts

Der Herzinfarkt kommt plötzlich, aber nicht aus heiterem Himmel. Umso tragischer ist, dass jedes Jahr fast 49.000 Herzinfarkttote in Deutschland zu beklagen sind. Viele der Sterbefälle wären zu verhindern, weil etwa 30 Prozent der Patienten am akuten Herzinfarkt versterben, noch bevor sie die Klinik erreichen. „Diese hohe Infarktsterblichkeit außerhalb der Klinik hat mehrere Gründe: In den ersten Minuten und Stunden nach Verstopfung der Herzkranzarterie ist das Sterberisiko besonders hoch. Fatalerweise zögern Betroffene bei einem Herzinfarkt immer noch zu lange, den Notruf 112 abzusetzen, damit ein Rettungswagen mit Notarzt kommt“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Ein Grund für dieses Zögern dürfte mangelndes Wissen in der Bevölkerung über die Bedrohlichkeit des Herzinfarkts sein. „Beim Herzinfarkt zählt aber jede Minute, sobald der sich mit Symptomen bemerkbar macht. Sonst drohen schwerwiegende Schädigungen des Herzmuskels bis hin zu Herzschwäche oder gar plötzlichem Herztod“, so der Ärztliche Direktor des Agaplesion-Bethanien-Krankenhauses und Cardioangiologischen Centrums Bethanien (CCB) Frankfurt am Main. Durch Sensibilisierung der Bevölkerung für die Warnzeichen eines Herzinfarkts und seiner Vorgeschichte, der chronischen Verengung der Herzkranzgefäße über viele Jahre (koronare Herzkrankheit), will die Herzstiftung dazu beitragen, die Infarktsterblichkeit außerhalb der Klinik zu senken. Dazu bietet die Herzstiftung zum Weltherztag für Betroffene und Interessierte den Experten-Ratgeber „Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt“ kostenfrei unter Tel. 069 955128-400 oder unter www.herzstiftung.de (Mail bestellung@herzstiftung.de) an.

Bei Herzinfarkt immer sofort die 112 – auch in Zeiten der Corona-Pandemie
Zeitverluste beim Herzinfarkt durch zögerliches Verhalten von Betroffenen und Angehörigen sind fatal, weil der Infarkt jederzeit in bösartige Herzrhythmusstörungen übergehen kann. Dieses Kammerflimmern, bei dem das Herz über 300 Mal pro Minute schlägt, führt innerhalb weniger Sekunden zum Herzstillstand. „Herzinfarkte ereignen sich meistens zu Hause, daher kann nur ein über den Notruf 112 herbeigerufenes Rettungsteam mit einem Defibrillator das flimmernde Herz wieder in seinen normalen Rhythmus und den Patienten anschließend sofort in die nächstgelegene Klinik zur Infarktversorgung bringen“, warnt der Herzspezialist. Beim Herzinfarkt gilt die Formel: Zeit ist Herzmuskel. „Je weniger Zeit zwischen Auftreten der ersten Symptome und dem Erreichen der Klinik mit dem Herzkatheterlabor verstreicht, wo das verstopfte Herzkranzgefäß vom Blutgerinnsel befreit wird, desto weniger Schaden erleidet der Herzmuskel“, erklärt Voigtländer. Herzmediziner sprechen von der „Golden Hour“, innerhalb der die Infarktversorgung eine Schädigung des Herzens abwenden kann. Schon nach mehreren Stunden, die nach Auftreten der ersten Symptome verstreichen, steigt die Gefahr von Herzmuskelverlusten und einer Herzschwäche. Fatal sind Zeitverluste von Stunden oder gar Tagen aufgrund vermeidbarer Fehler der Betroffenen im Notfall, z. B. Scheu vor Fehlalarm besonders am Wochenende oder an Feiertagen („Belästigung der Ärzte“) oder die Einnahme von Schmerzmedikamenten. Wichtig: Auch in Zeiten der Corona-Pandemie und im Falle steigender Infektionsraten besteht keinerlei Grund, vor dem Notruf 112 bei Infarktverdacht oder sonstigen notfallartigen Herzereignissen zu zögern. „Eine Notfallversorgung für diese Patienten ist stets gewährleistet, auch in Corona-Zeiten.“ Deutschlands Kliniken verfügen mittlerweile über sehr gute Hygienekonzepte, die eine strikte Trennung der Versorgungsbereiche für Covid-19-Patienten von anderen Klinikbereichen und Notfallambulanzen in aller Regel garantieren.

Die Herzinfarkt-Alarmzeichen
Die Infarkt-Alarmzeichen sind oft leicht zu erkennen: Schwere Schmerzen, die länger als fünf Minuten andauern. Die Schmerzen sind typisch im Brustkorb, häufig hinter dem Brustbein. Zusätzlich können Schmerzen im Rücken (zwischen den Schulterblättern) oder im Oberbauch (Verwechslung mit „Magenschmerzen“ möglich) ein Alarmzeichen sein. Die Schmerzen können in Arm, Hals oder Oberbauch ausstrahlen, sie sind flächenhaft und werden als brennend und drückend mit Engegefühl in der Brust beschrieben. Je älter die Person mit Herzinfarkt ist, desto weniger ausgeprägt kann der typische Brustschmerz sein.
Bei Frauen häufiger als bei Männern können – zusätzlich zu den oben genannten Schmerzen oder auch alleine – weitere Symptome wie Atemnot, Übelkeit oder Erbrechen, Schwitzen, Benommenheit oder Schwindel sowie unerklärliche Müdigkeit ein Alarmzeichen sein. Da die Symptomatik bei Frauen nicht immer klar ist, werden ihre Symptome oftmals fehlgedeutet. Dies führt dazu, dass Frauen häufig deutlich später in die Klinik eingeliefert werden als Männer.

Herzinfarkt-Vorboten: Brustschmerzen und/oder Atemnot
Dem Herzinfarkt geht oft jahrzehntelang unbemerkt die KHK voraus. Die KHK ist durch Brustschmerzen und/oder Atemnot charakterisiert, die bei körperlicher Belastung (Treppensteigen, Getränkekisten tragen) oder seelischer Erregung auftreten. Endet die Belastung, verschwindet der Schmerz in wenigen Minuten wieder (stabile Angina pectoris). Die KHK kann jahrelang stabil bleiben, kann aber gefährlich werden, weil sie die Grundlage für den Herzinfarkt darstellt. Besonders alarmierend ist es, wenn Brustschmerz und/oder Atemnot bei kleinsten Belastungen oder in Ruhe (instabile Angina pectoris) auftreten. „Dann muss sofort der Rettungsdienst mit der 112 angerufen werden, weil sich daraus jederzeit ein Herzinfarkt entwickeln kann. Der Übergang zwischen instabiler Angina pectoris und Herzinfarkt ist fließend“, warnt der Intensivmediziner Voigtländer. Bei der instabilen Form verschließt ein Blutgerinnsel ein Herzkranzgefäß teilweise, beim Herzinfarkt vollständig.

Tipp: Experten-Ratgeber
Der neue Ratgeber „Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt“ der Deutschen Herzstiftung informiert über Ursachen, Diagnose und Behandlung der Koronaren Herzkrankheit und des Herzinfarkts. Der Band (160 S.) kann kostenfrei per Tel. 069 955128-400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de angefordert werden. Infos zur KHK und Herzinfarkt bietet die Homepage der Herzstiftung www.herzstiftung.de

Infos zum Weltherztag unter: www.herzstiftung.de/weltherztag
Druckfähiges Bildmaterial zu den Herzinfarkt-Alarmzeichen und zum KHK-Ratgeber eine erhalten Sie gerne auf Anfrage unter presse@herzstiftung.de

Quelle: Pressemitteilung vom 28.09.2020 )> https://idw-online.de/de/news754904 )
Michael Wichert Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung
Kontakt zur Pressestelle:
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Pressestelle: Michael Wichert/Pierre König
Tel. 069 955128-114/-140
E-Mail: presse@herzstiftung.de
www.herzstiftung.de

Originalpublikation:
Deutsche Herzstiftung (Hg.), Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt, Frankfurt am Main 2020.

Weitere Informationen:
https://www.herzstiftung.de
https://www.herzstiftung.de/infos-zu-he ... /anzeichen
https://www.herzstiftung.de/infos-zu-he ... was-ist-an...

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WernerSchell
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Prävention in der Herzmedizin: Optimierungs-Bedarf bei ärztlichen Lebensstil-Empfehlungen

Beitrag von WernerSchell » 10.02.2021, 18:05

Zum Thema " Prävention in der Herzmedizin: Optimierungs-Bedarf bei ärztlichen Lebensstil-Empfehlungen" wurden im Forum - Archiv (bis 2020) zahlreiche Beiträge eingestellt: > viewtopic.php?f=6&t=22885
Die Informationen zu diesem Thema werden - im Forum - Beiträge ab 2021 - fortgeführt! - Siehe > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... p?f=7&t=29
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