Corona-Virus – besorgniserregende Lage!

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Längerfristige Schließungen abgelehnt - Studie zeigt auf, welche COVID-Maßnahmen akzeptiert und präferiert werden

Beitrag von WernerSchell » 18.12.2020, 17:01

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Längerfristige Schließungen abgelehnt - Studie zeigt auf, welche COVID-Maßnahmen akzeptiert und präferiert werden

Neue Studie zu Bevölkerungspräferenzen im Zusammenhang mit Corona-Maßnahmen zeigt u.a. auf: Kurzfristige Kontaktbeschränkungen werden akzeptiert, längerfristige Schließungen von Schulen und Kindergärten sowie strikte Ausgangssperren hingegen abgelehnt. Und: 2/3 der Bevölkerung ist bereit finanzielle Einbußen zu tragen.

Eine wissenschaftliche Studie der Hochschule Neubrandenburg untersuchte anhand von mehr als 3.000 Teilnehmenden, welche Maßnahmen die Bevölkerung im Zusammenhang der Corona-Pandemie bevorzugt und welche sie ablehnt. Politische Entscheidungsträger konnten bisher nicht auf Informationen über die Bevölkerungspräferenzen zurückgreifen und somit blieb unklar, inwieweit die Bürger*innen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie unterstützen und inwieweit sie bereit sind, wirtschaftliche oder gesundheitsbezogene Konsequenzen zu akzeptieren.

Die Ergebnisse der Neubrandenburger Hochschulstudie zeigen im Wesentlichen auf, dass
a) kurzfristige Maßnahmen zu Kontaktbeschränkungen akzeptiert, aber mehrwöchige Schließungen von Schulen und Kindergärten sowie strikter Ausgangssperren abgelehnt werden.
b) das individuelle Einkommen von großer Bedeutung ist.
c) das individuelle Ansteckungsrisiko wichtig ist, wobei konkrete Informationen zur Übersterblichkeit nicht verstanden werden.
d) der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes eine nachgeordnete Rolle bei der individuellen Beurteilung der Maßnahmen spielt.
e) 1/3 der Bevölkerung restriktive Maßnahmen (Motto „Sicherheit geht vor“) einfordert, fast 2/3 der Bevölkerung sich hauptsächlich am Rückgang des individuellen Einkommens (Motto „Bitte keine individuellen Einbußen“) orientiert und ein kleiner Teil der Bevölkerung die Maßnahmen nicht gut findet, aber bereit ist, individuelle Einbußen auch in Kauf zu nehmen (Motto „Finde Maßnahmen nicht gut, nehme Einbußen aber in Kauf“).

Sind die Bürger bereit, wirtschaftliche Verluste in Kauf zu nehmen, und wenn ja, in welchem Ausmaß?
Sind die Bürger bereit, eine erhöhte Übersterblichkeitsrate zu akzeptieren, um die Wirtschaft zu stabilisieren? Welche finanziellen Verluste würden die Menschen während einer Pandemie hinnehmen?
Welches individuelle Ansteckungsrisiko sind die Menschen bereit zu akzeptieren? Welche Rolle spielt die Datensicherheit bei der Verwendung einer Corona-App?

Ziel dieser Studie war es, diese und ähnliche Fragen zu beantworten und die Präferenzen der Bevölkerung zu analysieren. Die Ergebnisse der Studie liegen nun vor und können Politikern und anderen Entscheidungsträgern dabei helfen, nachhaltige Entscheidungen zu treffen, welche die Perspektive der Bevölkerung berücksichtigen. Das Verständnis und die Berücksichtigung der Präferenzen der Bevölkerung kann schließlich zu einer besseren Akzeptanz politischer Entscheidungen führen. Damit können zukünftige Entscheidungen über restriktive politische Interventionen während einer Pandemie in Übereinstimmung mit der Bevölkerung getroffen und leichter und nachhaltiger umgesetzt werden.

Weiterführende Informationen zur Studie und Methode:

Zusammenfassung Studie – siehe Anlage (PDF)
http://www.coronapreferences.info/

Kontakt:
Prof. Dr. rer. oec. Axel C. Mühlbacher
Hochschule Neubrandenburg
Professur Gesundheitsökonomie und Medizinmanagement
Brodaer Str. 2
17033 Neubrandenburg
E-Mail: muehlbacher@hs-nb.de

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. rer. oec. Axel C. Mühlbacher
Hochschule Neubrandenburg
Professur Gesundheitsökonomie und Medizinmanagement
Brodaer Str. 2
17033 Neubrandenburg
E-Mail: muehlbacher@hs-nb.de

Quelle: Pressemitteilung vom 18.12.2020
André Hesse-Witt Marketing & Kommunikation
Hochschule Neubrandenburg

https://idw-online.de/de/news760366

Anhang
attachment icon Überblick zur Neubrandenburger Hochschulstudien: Messung der Bevölkerungspräfenz im Zusammenhang der Corona-Pandemie > https://idw-online.de/de/attachment85375
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Die Impfplanung der Bundesregierung ist inakzeptabel

Beitrag von WernerSchell » 18.12.2020, 17:05

Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung berichtet am 18.12.2020:

Scharfe Kritik von Neusser Professor
„Die Impfplanung der Bundesregierung ist inakzeptabel“


Neuss Die Zulassung für den Biontech-Impfstoff kommt zu spät, sagt Wirtschaftsprofessor Paul J. J. Welfens. Außerdem müsse die Politik mehr in die Impfstrategie investieren, um einen wirtschaftlichen Aufschwung zu beschleunigen.
Von Carolin Streckmann
Die Impfplanung der Bundesregierung sei „unmöglich“, die späte Zulassung des Biontech-Impfstoffes in der EU „inakzeptabel“. Mit deutlichen Worten kritisiert der renommierte Wirtschaftsprofessor Paul J. J. Welfens die Impfstrategie in Deutschland. Die bisherige Planung habe zur Folge, dass mehr Menschen sich mit dem Coronavirus infizieren und auch daran sterben könnten, schreibt Welfens, der im Stadionviertel in Neuss lebt, in einem Statement zu dem Thema. „Die Impfplanung der Bundesregierung ist inakzeptabel aus gesellschaftlicher, medizinischer, ökonomischer und politischer Sicht“, schreibt er.
... (weiter lesen unter) ... > https://rp-online.de/nrw/staedte/neuss/ ... newsletter


+++
Der Neuss-Grevenbroicher Zeitung wurde zu dem o.a. Bericht mitgeteilt:

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss


18.12.2020

An die
Neuss-Grevenbroicher Zeitung


Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie lassen im heutigen Neusser Lokalteil Paul Welfens, Wirtschaftsprofessor, zu Wort kommen und titeln:

Scharfe Kritik von Neusser Professor - „Die Impfplanung der Bundesregierung ist inakzeptabel“
(Quelle: https://newsletter.rp-online.de/d?o0bwo ... rheinkreis ).

Die Aussagen von Prof. Welfens liegen so daneben, das ich mich einfach mit einigen Anmerkungen melden muss:

Wie Sie wissen, befasse ich mich seit Jahrzehnten mit Gesundheits- und Pflegethemen. Dazu wurde ich als junger Beamter animiert, der in einem NRW-Medizinaldezernat u.a. mit dem Bundes-Seuchengesetz (heute Infektionsschutzgesetz) befasst war. In diesem Zusammenhang standen auch immer wieder Fragen des Impfwesens zur Beantwortung an. Letztlich gehörten dazu auch die Bearbeitung von Impfschadensfällen. Danach folgten im Zusammenhang mit über 40 Jahren Lehrtätigkeiten an Krankenpflegeschulen umfängliche Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen zu unterschiedlichen Fragestellungen des Gesundheits- und Pflegewesens.

All das hat mich gelehrt, mit gesundheitspolitischen bzw. medizinrelevanten Fragen vorsichtig umzugehen. Das trifft auch für das Impfwesen so. Damit bin ich weder Impfkritiker noch Impfgegner. Nehme z.B. selbst seit vielen Jahren die Grippe- und Pneumokokkenimpfung in Anspruch. Animiere auch insoweit.

Im Zusammenhang mit Diskussionen über die Medikation, v.a. der Polypharmazie, hat es sich als sinnvoll erwiesen, auch kritisch über Nützlichkeit bzw. Nebenwirkungen solcher Präparate nachzudenken. Wiederholt vorgelegte Studien, u.a. von den Krankenkassen, verdeutlichen die Probleme. Dazu gab vielfältige Aktivitäten meinerseits im Rhein-Kreis Neuss (Pflegetreffs, Arbeitskreis der Gesundheitskonferenz).

Dies in Kürze nur vorweg.

Wenn also jetzt ein neuer Impfstoff angeboten wird, darf auch nach den Wirkungen, Nebenwirkungen und möglichen Spätfolgen nachgedacht werden. Angeblich ist der neue Impfstoff relativ gut verträglich. Aber inwieweit er immunisiert und wie lange, ob andere geschützt sind und ggf. inwieweit, ist alles nicht bekannt. Das Entwicklungs- und Testverfahren, das normalerweise viele Jahre in Anspruch nimmt, ist jetzt auf einige Monate verkürzt worden. Tests haben dem Vernehmen nach bei älteren Menschen nicht stattgefunden. Die Wirkungsweise bei älteren Personen, vielleicht mit mehreren Krankheiten (einschließlich entsprechender Medikationen) ist eher unbekannt.

Allein diese wenigen Erwägungen geben Veranlassung, mit dem neuen Impfstoff ein wenig zurückhaltend umzugehen. Natürlich ist mir bekannt, dass viele Ärzte und Virologen den neuen Impfstoff für akzeptabel erachten, wesentliche negative Wirkungen ausschließen. Im Gefolge solcher Beurteilungen ist die Zustimmung in der Bevölkerung (noch) beachtlich.

Allerdings habe ich bemerkt, dass seitens der Politik seit geraumer Zeit auf den jetzt angebotenen Impfstoff gesetzt wurde. Man hat früh schon einen möglichen Impfbeginn signalisiert und damit die jetzt mit dem Impfstoff befassten Prüfinstitutionen massiv unter Druck gesetzt. Natürlich wurde ein positives Ergebnis unterstellt. Der ursprünglich für den 29.12. angekündigte Entscheidungstermin wurde auf den 21.12. vorgezogen. Ein Schelm, war da Druck durch die Politik ausschließt.

Wie auch immer: Wenn jetzt Ende des Monats mit dem Impfen begonnen werden soll, ist das ein sehr, sehr früher Termin! Was schlicht bedeutet: Prof. Welfens liegt mit seinem Urteil, die Zulassung komme zu spät, völlig außerhalb dessen, was man unter den gegebenen Umständen über die Abläufe sagen kann. Das angeblich säumige Verfahren mit zusätzlichen Toten in Verbindung zu bringen, ist unglaublich.

Wer die politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern kritisieren will, muss ggf. ganz andere Themen ansprechen. Zum Beispiel: Wurde mehrfach auf steigende Infektionszahlen mit einschränkenden Maßnahmen zu spät bzw. fehlerhaft reagiert? Hätten bei zeitgerechten Maßnahmen wirtschaftliche Folgen vermieden und damit zig Milliarden Euro Hilfen eingespart werden können? Inwieweit sind die föderalen Strukturen ein Hindernis für wirkungsvolle Infektionsschutzmaßnahmen? ….

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Größte Datenbank zu Corona-Maßnahmen online

Beitrag von WernerSchell » 19.12.2020, 07:31

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Größte Datenbank zu Corona-Maßnahmen online

Eine Forschungsgruppe hat die weltweit größte Datenbank zu politischen Entscheidungen zur Corona-Pandemie aufgebaut. In „CoronaNet“ sind Informationen über rund 50.000 Maßnahmen in 195 Staaten, teils bis zur kommunalen Ebene, abruf- und filterbar. Die Datenbank bietet damit eine hochdifferenzierte Grundlage für Regierungen, Wissenschaft und Medien, um die Wirkung der Pandemie-Politik zu analysieren. Geleitet wird die Gruppe an der Hochschule für Politik (HfP) an der Technischen Universität München (TUM).

Wie streng muss ein Lockdown sein, um Wirkung zu zeigen? Wann haben Länder mit niedrigen Covid-19-Fallzahlen welche Entscheidungen getroffen? Ist die Corona-Politik von Zentralstaaten erfolgreicher als von föderalen Staaten? Um analysieren zu können, welche staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wann, wo und wie wirken, ist eine große Menge zuverlässiger Informationen unabdingbar – denn jeder Staat und vielfach auch jedes Bundesland und jede Kommune haben in dieser einmaligen Situation anders entschieden.

Ein internationales Forschungsnetzwerk, koordiniert am Lehrstuhl für International Relations, Hochschule für Politik München an der TUM, hat deshalb die weltweit größte Datenbank zu politischen Entscheidungen zur Pandemie erstellt. „CoronaNet“ enthält inzwischen Informationen über mehr als 50.000 Maßnahmen, die Regierungen in 195 Ländern in Reaktion auf die Pandemie beschlossen haben. Die Datenbank wird von derzeit mehr als 500 Forschenden und Studierenden laufend ergänzt.

Das Material ist nicht nur umfassender, sondern auch deutlich differenzierter als andere Datensätze. Erfasst werden
• die einzelnen Maßnahmen, die 18 Kategorien zugeordnet werden, zum Beispiel Social Distancing, Einschränkungen des Schulunterrichts oder Investitionen in das Gesundheitswesen
• der Zeitpunkt der Einführung der Maßnahmen und wie lange sie gelten
• ob die Entscheidung auf der nationalen, regionalen oder kommunalen Ebene getroffen wurde
• auf wen oder was die Maßnahmen angewendet werden, also ob beispielsweise Reisebeschränkungen für die einheimische oder die ausländische Bevölkerung bestimmt sind
• das Gebiet, für das die Maßnahmen angeordnet werden, etwa der Gesamtstaat oder nur einzelne Regionen
• ob die Maßnahmen Empfehlungen oder verpflichtend sind.

Visualisierungen der Zeitverläufe

Sämtliche Daten stehen öffentlich auf www.coronanet-project.org zur Verfügung und können dort nach verschiedenen Kategorien gefiltert werden. Das ermöglicht eine enorme Bandbreite und Detailtiefe an Analysemöglichkeiten. So könnte etwa ermittelt werden, welche Ausgangsbeschränkungen Südkorea im Vergleich zu Singapur erlassen hat oder ob die Covid-Testmaßnahmen in Kalifornien von der Regierung des Bundesstaats oder in Washington beschlossen wurden. Mit einem Dashboard lassen sich die Zeitverläufe der abgefragten Entscheidungen visualisieren. Ergänzend hat die Forschungsgruppe zahlreiche Übersichtsartikel zu einzelnen Staaten verfasst.

Die Daten können auch exportiert werden – für Nutzerinnen und Nutzer, die wenig Erfahrung mit Statistikprogrammen haben, stellt „CoronaNet“ eigens eine Lernplattform bereit. „CoronaNet ist ein echtes Open-Science-Projekt“, betont der Projektleiter Luca Messerschmidt vom Lehrstuhl für International Relations der TUM. „Unser Ziel ist, in dieser Situation großer Unsicherheit möglichst schnell möglichst viele Grundlagen für möglichst wertvolle Analysen zu schaffen“, ergänzt die zweite Projektleiterin Dr. Cindy Cheng. Nicht zuletzt können die Maßnahmen in Relation zu den Covid-19-Fallzahlen gesetzt werden, um ihre Wirksamkeit zu untersuchen.

Erste Studien zeigen Unterschiede zwischen Staaten

Die Datenbank wird bereits weltweit von Politik, Wissenschaft und Medien genutzt. Auch Mitglieder der „CoronaNet“-Gruppe haben Daten in eigenen Forschungsarbeiten ausgewertet. Beispielsweise haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Corona-Politik von Zentralstaaten und föderalen Staaten verglichen. Dabei wurde deutlich, dass nicht in allen Föderalstaaten die Bundesländer einen ähnlich großen Anteil an den Entscheidungen zur Pandemie hatten wie die deutschen Länder. In der Schweiz fand vielmehr eine Zentralisierung der Corona-Politik von den Kantonen auf die Bundesregierung statt.

In einer weiteren Studie konnten die Forschenden die vielfach geäußerte Vermutung belegen, dass autoritäre Staaten häufiger als andere Länder Maßnahmen angeordnet haben, die gleichzeitig dazu geeignet sind, Kritik zu unterdrücken. Vor allem verhängten diese Regierungen häufiger Abriegelungs- und Ausgangssperren, taten dies zu einem früheren Zeitpunkt in der Pandemie und hielten diese Regelungen über einen längeren Zeitraum aufrecht. (Die beiden Studien durchlaufen derzeit den wissenschaftlichen Begutachtungsprozess und stehen als sogenannte Vorab-Publikationen zur Verfügung.)

Zusammenschluss mit anderen Projekten

Das Team hat sich zum Ziel gesetzt, neue Informationen über politische Entscheidungen zu Covid-19 binnen fünf Tagen in die Datenbank einzuarbeiten. Andere Forschungsgruppen liefern inzwischen Daten zu. „CoronaNet“ partizipiert zudem an dem im November gestarteten Großprojekt „PERISCOPE“, bei dem 32 Forschungseinrichtungen die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie in Europa untersuchen.

„Die Pandemie stellt Regierungen in aller Welt vor immer neue Herausforderungen“, sagt Prof. Tim Büthe, Inhaber des Lehrstuhls für International Relations und Koordinator der TUM-PERISCOPE-Projekte. „Umso wichtiger ist, dass alle, die Politik mitgestalten, Entscheidungen auf der Basis wissenschaftlich fundierter Analysen treffen können. Dazu braucht man gute, umfangreiche Daten. Deshalb kann man die Leistungen und das Engagement, vor allem der Promovierenden und Studierenden, die diesen Datensatz in kürzester Zeit aufgebaut haben, gar nicht hoch genug einschätzen.“

Mehr Informationen:

Die Kerngruppe des „CoronaNet“-Projekts besteht aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Hochschule für Politik München (HfP) an der TUM sowie der TUM School of Management, der New York University Abu Dhabi, der Universidade de Brasília, der University of Southern California, der Miami University und der Nazarbayev University. Das Projekt wird gefördert vom EU-Horizon 2020-Programm und dem Leibniz-Forschungsverbund „Krisen einer globalisierten Welt“ / Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung.

PERISCOPE: 32 Partnerinstitutionen aus 15 europäischen Ländern untersuchen in den nächsten drei Jahren die sozialen politischen und ökonomischen Auswirkungen der Pandemie im Projekt „PERISCOPE – Pan-europäische Antwort auf die Auswirkungen von Covid-19 sowie zukünftige Epidemien und Pandemien“, das von der EU mit 10 Millionen Euro gefördert wird. HfP und TUM sind an dem Verbund neben „CoronaNet“ mit einem weiteren Projekt beteiligt: Janina Steinert, Professorin für Global Health und Tim Büthe, Professor für International Relations erforschen, wie Bürgerinnen und Bürger auf die Pandemie-Gefahren reagieren. So untersuchen sie zum Beispiel die Bereitschaft, Warn-Apps auf Smartphones einzusetzen oder sich impfen zu lassen, und wie es um das Vertrauen in das Gesundheitssystem bestellt ist.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Luca Messerschmidt, MPhil
Technische Universität München / Hochschule für Politik München
Lehrstuhl für International Relations
Tel.: +49 89 907793 107
luca.messerschmidt@hfp.tum.de

Originalpublikation:
Cheng, Cindy et al. COVID-19 Government Response Event Dataset (CoronaNet v1.0). Nature Human Behaviour (2020). https://doi.org/10.1038/s41562-020-0909-7

Büthe, Tim et al. Patterns of Policy Responses to the COVID-19 Pandemic in Federal vs. Unitary European Democracies (September 7, 2020). http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.3692035

Barceló, Joan et al. Suppression and Timing: Using COVID-19 Policies Against Political Dissidents? (November 12, 2020). https://doi.org/10.31235/osf.io/yuqw2

Weitere Informationen:
http://www.coronanet-project.org CoronaNet
https://socialsciences.nature.com/posts ... ur-dataset Erfahrungsbericht “Behind CoronaNet: How we built our dataset”

Quelle: Pressemitteilung vom 18.12.2020
Dr. Ulrich Marsch Corporate Communications Center
Technische Universität München
https://idw-online.de/de/news760439
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Coronaimpfstoff: Diese Nachteile birgt eine Notfallzulassung

Beitrag von WernerSchell » 19.12.2020, 07:33

Deutsches Ärzteblatt vom 18.12.2020
Coronaimpfstoff: Diese Nachteile birgt eine Notfallzulassung
Brüssel/Amsterdam – Die Ungeduld in vielen europäischen Ländern wächst. Mit Unmut blicken die EU-Bürger nach Großbritannien, wo der COVID19-Impfstoff von Biontech und Pfizer bereits über Notfallre¬gelungen im Einsatz ist. Die Prüfung für eine sogenannte bedingte Marktzulassung durch die Europäi¬sche Arzneimittel-Agentur (EMA) nimmt mehr Zeit in Anspruch – bietet laut EU aber mehr Sicherheit.
Sie soll am 21. Dezember abgeschlossen sein. Gibt die Europäische Kommission den Weg frei, soll der Impfstoff dann ab dem 27. Dezember auch den Einwohnern der EU zur Verfügung stehen – drei Wochen nach den Briten. In einer Stellungnahme erklärt die EU, warum sich die Unionsmitglieder bereits im Sommer gegen eine sogenannte Notfallzulassung entschieden haben.
… (weiter lesen unter) > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... 7ac2e8834e
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Verständliche Informationen über Corona-Impfstoffe

Beitrag von WernerSchell » 19.12.2020, 07:41

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Verständliche Informationen über Corona-Impfstoffe

Parallel zur jeweils laufenden europäischen Zulassung veröffentlicht das IQWiG Kurzinformationen über die Corona-Impfstoffkandidaten. Die ersten beiden Kurzinformationen sind jetzt online auf gesundheitsinformation.de.

Noch im Dezember 2020 soll es losgehen: Auch in Deutschland werden die ersten Bürgerinnen und Bürger gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft. Doch wie wirken die neuen Impfstoffe, welche Nebenwirkungen haben sie und was wissen wir noch nicht über sie? Diese Fragen will das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) für die in Deutschland relevanten Impfstoffe gegen Corona beantworten: Jeweils wenige Tage, nachdem belastbare Daten zu den einzelnen Impfstoffkandidaten verfügbar sind, veröfffentlicht das Institut bereits allgemeinverständliche Zusammenfassungen der wichigsten Ergebnisse auf seiner Website gesundheitsinformation.de.

Die ersten beiden Kurzinfos über Impfstoffkandidaten, die voraussichtlich in Deutschland zur Impfung angeboten werden, sind bereits online: Der Impfstoff BNT162b2 (Hersteller: BioNTech / Pfizer) wurde in einer Phase-3-Studie mit 43.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern getestet, der Impfstoff mRNA-1273 (Hersteller: Moderna) in einer Phase-3-Studie mit 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. In Phase-3-Studien wird die Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen unter Alltagsbedingungen an vielen Tausend Menschen erprobt. Diese Studien sind die tragende Säule für eine Zulassung. Für beide Impfstoffe berät die europäische Zulassungsbehörde (European Medicines Agency = EMA) derzeit, ob eine Zulassung für Europa empfohlen wird.

„Viele Bürgerinnen und Bürger sind mit dem Lesen der entsprechenden Fachinformationen überfordert“, sagt Klaus Koch, Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation. „Das IQWiG bietet daher allgemein verständliche Informationen zu den Corona-Impfstoffen.“

Originalpublikation:
https://www.gesundheitsinformation.de/d ... rt=corm-p4
https://www.gesundheitsinformation.de/d ... rt=corm-co

Weitere Informationen:
https://www.iqwig.de/de/presse/pressemi ... 13512.html

Quelle: Pressemitteilung vom 18.12.2020
Jens Flintrop Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
https://idw-online.de/de/news760441
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https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Verständliche Informationen über Corona-Impfstoffe ...

Beitrag von WernerSchell » 19.12.2020, 07:58

Verständliche Informationen über Corona-Impfstoffe ...

Verständliche Informationen über Corona-Impfstoffe, vorgestellt vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hier > viewtopic.php?f=6&t=23530&p=116448#p116448 - Coronavirus-Impfverordnung – CoronaImpfV (unterzeichnet am 18.12.2020) hier > https://www.bundesgesundheitsministeriu ... Buette.pdf - Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung hier > https://www.bundesgesundheitsministeriu ... pfung.html
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Pensionäre helfen bei der Corona-Hotline

Beitrag von WernerSchell » 19.12.2020, 08:59

Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung berichtet am 19.12.2020:

Engagement in Neuss
Pensionäre helfen bei der Corona-Hotline


Serie Rhein-Kreis Die Corona-Hotline des Gesundheitsamtes im Rhein-Kreis Neuss ist stark ausgelastet. Um den vielen Nachfragen Herr zu werden, engagieren sich dort auch einige Pensionäre.
Von Bärbel Broer
Eigentlich hatte Herbert Streese schon längst „irgendetwas“ nebenher arbeiten wollen, seit er vor über einem Jahr in Pension gegangen ist. „Doch irgendwie kam ich nicht so richtig in Tritt“, erzählt der 64-Jährige, der 46 Jahre lang bei der AOK in Neuss als Sozialversicherungsfachangestellter tätig war. Der passende Anstupser kam dann von Regionaldirektorin Marion Schröder, die für den Bereich Rhein-Kreis Neuss und Krefeld zuständig ist.
... (weiter lesen unter) ... > https://rp-online.de/nrw/staedte/neuss/ ... d-55263899
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Vor einer Krankenhausaufnahme ist die Forderung nach Abklärung einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus zulässig

Beitrag von WernerSchell » 20.12.2020, 08:34

Vor einer Krankenhausaufnahme ist die Forderung nach Abklärung einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus zulässig

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Das Landgericht Dortmund hat mit Beschluss vom 04.11.2020 - 4 T 1/20 - bestätigt, dass eine Krankenhausbehandlung einer Patientin zurecht abgelehnt werden durfte, weil eine körperlichen Untersuchung zur Feststellung einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 oder einer Erkrankung an COVID-19 verweigert wurde.
Abruf des Beschlusstextes hier > https://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/dort ... 01104.html
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Krankenhausteams am Limit: "Wir überbringen Sterbenden letzte Nachrichten ihrer Familien"

Beitrag von WernerSchell » 21.12.2020, 12:21

Krankenhausteams am Limit:
"Wir überbringen Sterbenden letzte Nachrichten ihrer Familien"
Enge Kooperation zwischen Intensiv- und Palliativmedizin essentiell für Covid-19-Erkrankte, Angehörige und Mitarbeitende / Aufgaben der Palliativversorgung erheblich ausgeweitet / Was hilft: Solidarität & Flexibilität

Berlin, 21.12.20. „Die Covid-Erkrankten sind in den Kliniken auf die gemeinsame und vernetzte Versorgung aus Pneumologie, Intensivmedizin und Palliativmedizin angewiesen. Wir müssen derzeit damit leben, dass viele Menschen sterben. Unser Augenmerk muss aber trotz aller Belastung darauf liegen, wie sie sterben!“ erläutert Dr. Wiebke Nehls, Oberärztin der Lungenklinik Heckeshorn in Berlin und Bereichsleitung Palliativmedizin sowie Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP).

„Der Aufgabenbereich in der Palliativmedizin ist erheblich größer geworden: Einerseits werden wir dringend auf den COVID-19-Stationen gebraucht, bei den isolierten Patientinnen und Patienten, zum anderen auf den Palliativstationen, in den Altenpflegeheimen, in den Hospizen und bei Schwerstkranken und deren Angehörigen zuhause. All dies unter neuen, veränderten und seit Wochen und Monaten äußerst schwierigen Bedingungen!“ so Nehls. Durch die Pandemie haben insgesamt deutlich mehr Menschen Unterstützungsbedarf durch Palliativversorgende. Gleichzeitig seien alle Bereiche im Gesundheitswesen durch massive Personalausfälle aufgrund von Erkrankungen oder Quarantäne-Verordnungen gefordert.

Die COVID-19-Pandemie macht eine „Notfallpalliativversorgung“ erforderlich: Das hohe Aufkommen von Patientinnen und Patienten mit rasch verlaufender palliativer Erkrankung erfordert, so Dipl.-Psych. und Psychoonkologe Urs Münch, Vizepräsident der DGP, flexible Maßnahmen zur psychosozialen und spirituellen Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen wie auch deren Angehörigen: „Kommunikation ist gerade in diesen stressbeladenen und bedrohlichen Notfallsituationen immens wichtig.“

Trotz der gegenwärtigen Rahmenbedingungen, hoher emotionaler Belastung und diverser Engpässe betont DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch: "Die in der Palliativversorgung tätigen Teams aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften sowie weiteren Berufsgruppen sind nicht nur mit schwerer Krankheit, Sterben, Tod und Trauer sehr vertraut, sondern haben den Grundgedanken der Kooperation, Koordination und Vernetzung um Patienten und Angehörige herum so verinnerlicht, dass auch unter Krisenbedingungen Brücken gebaut werden." Radbruch unterstreicht jedoch gleichzeitig: „Wir brauchen die Palliativversorgung an den Betten der Covid-Erkrankten, um diese - mit und ohne Intensivtherapie - in ihrem körperlichem und seelischem Leid gemeinsam adäquat zu versorgen und im Sterben so würdevoll wie möglich zu begleiten.“

Den unerlässlichen Isolationsmaßnahmen und auch dem oft raschen Verlauf zum Trotz sind gute Möglichkeiten entwickelt worden, um Schwerstkranken und ihren Nächsten Begegnung, Austausch und Teilhabe zu ermöglichen: Da ist die vertraute Stimme am Telefon, die ferne Familie auf dem IPad, da bleiben Fotos, Berichte, Videos, Abschiedsrituale - oft übermittelt über das Team, das alles unternimmt, um die Verbindung zu An- und Zugehörigen zu halten und sie auch in den ersten Schritten der Trauer zu begleiten. Unterstützung dabei geben von der DGP mit herausgegebene „Empfehlungen zur Unterstützung von belasteten, schwerstkranken, sterbenden und trauernden Menschen in der Corona Pandemie aus palliativmedizinischer Perspektive“.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ist seit einem Dreivierteljahr Teil eines dynamischen nationalen und internationalen Austauschs mit weiteren Fachgesellschaften, Kolleg*innen, Leistungsanbietern, Gesundheitsbehörden und der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik – all dies, so Prof. Dr. Claudia Bausewein, Vorstandsmitglied der DGP, Chefärztin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am LMU Klinikum München sowie Leiterin der dortigen Atemnotambulanz, mit Blick auf die bestmögliche Symptomlinderung und Verbundenheit mit jedem Einzelnen: „Wir müssen als Gesellschaft dringend dafür Sorge tragen, dass auch in der Covid-19-Pandemie kein sterbender Mensch in seiner Angst und Not allein gelassen wird.“

Die Empfehlungen unter Mitarbeit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin finden Sie hier:
https://www.dgpalliativmedizin.de/neuig ... r-dgp.html

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP) steht als wissenschaftliche Fachgesellschaft für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung. Ihre mehr als 6.000 Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren Berufsgruppen engagieren sich für eine umfassende Palliativ- und Hospizversorgung in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Im Zentrum steht die bestmögliche medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Behandlung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen. Gemeinsames Ziel ist es, für weitgehende Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität zu sorgen - in welchem Umfeld auch immer Betroffene dies wünschen. www.palliativmedizin.de

Quelle: Pressemitteilung vom 21.12.2020
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e. V., Aachener Straße 5, 10713, Berlin
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Europäische Arzneimittel-Agentur trifft positives Votum über eine Zulassung des BioNTech-COVID19-Impfstoffes in Europa

Beitrag von WernerSchell » 21.12.2020, 16:54

Bundesministerium für Bildung und Forschung


Karliczek: Eine gute Nachricht zum Ende dieses schwierigen Jahres

Europäische Arzneimittel-Agentur trifft positives Votum über eine Zulassung des BioNTech-COVID19-Impfstoffes in Europa

Impfstoff_Corona.jpg
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Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat am heutigen Montag ein positives Votum über eine Zulassung des COVID19-Impfstoffes der Firmen BioNTech und Pfizer in Europa getroffen. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

"Das Licht am Ende dieses Pandemie-Tunnels ist heute noch einmal viel heller geworden. Wir können nun hoffen, dass auch in Kürze die EU-Kommission grünes Licht für den Einsatz des Impfstoffs von BioNTech und Pfizer geben wird. Dann kann sehr bald bei uns in Deutschland mit den Impfungen begonnen werden. Der Impfstoff wird denen angeboten werden, die ihn wollen und die diesen Impfstoff besonders benötigen. Die Vorbereitungen sind getroffen.

Wir wissen, die Covid-19-Pandemie ist noch längst nicht besiegt. Die aktuellen Meldungen aus Großbritannien zu einer zirkulierenden Mutation des Coronavirus machen sehr deutlich, dass die Eindämmung dieser Pandemie uns noch große Anstrengungen kosten wird.
Aber die Hoffnung, dass wir die Pandemie in den nächsten Monaten mehr und mehr in den Griff bekommen, ist heute ein gutes Stück größer geworden.

Ein wenig sind wir auch stolz darauf, dass vor allem deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen Impfstoff entwickelt haben. Ich gratuliere vor allem Ugur Sahin und Özlem Türeci, die die Firma BioNTech vor Jahren gegründet und dann geprägt haben.

Ich freue mich zudem, dass die Förderung meines Hauses einen Teil dazu beitragen konnte, diese wissenschaftliche Glanzleistung zu ermöglichen.
BioNTech steht so auch für das Innovationsland Deutschland.

Es war gut, dass sich die EMA für ihre Prüfungen die erforderliche Zeit genommen hat. Sorgfalt muss stets vor Schnelligkeit gehen. Es stand ja nicht nur eine Notfallzulassung im Raum, sondern eine bedingte Zulassung.

Ein Impfstoff muss wirksam und sicher sein. Das ist nach den heute möglichen Erkenntnissen der Fall. Zulassungsverfahren sind keine Wettrennen. Noch nie ist ein Impfstoff in einer so raschen Zeit entwickelt worden. Daher möchte ich auch an dieser Stelle nochmals betonen: Die Prüfungsmaßstäbe für die Genehmigungsbehörden blieben und bleiben auf dem hohen Niveau, das auch sonst angelegt wird.

Wir alle können also volles Vertrauen in die Genehmigungsbehörden haben. Die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten wird auch in den nächsten Monaten ständig überprüft werden.

Der sich anbahnende Erfolg konnte zustande kommen, weil Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie die von BioNTech seit Jahren an den Grundlagen für einen solchen mRNA-Impfstoff gearbeitet haben.

Im Hinblick auf die Föderung möchte ich auf die Unterstützung des Sonderforschungsprogramms zur Krebsforschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft hinweisen. Dazu zählt außerdem die Unterstützung meines Hauses in einer frühen Phase der Firmengeschichte von BioNTech. Ziel des seinerzeitgen GO-Bio Projektes war es von 2007 bis 2013, BioNTech zu unterstützen, optimierte RNA-Impfstoffe zur Immuntherapie von Krebserkrankungen zu entwickeln.

Danach kam eine zweite Förderung zum Tragen. Eine Firmengruppe mit BioNTech an der Spitze gewann einen Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), um weiter an einer individualisierten Immunintervention zu forschen. Insgesamt gab es 22 einzelne Förderungen.

Die Impfstoffentwicklung haben wir dann mit unserem nationalen Impfstoffprogramm mit einem Volumen von insgesamt 750-Millionen-Euro unterstützt.

Das zeigt wieder, wie wichtig es ist, in der Forschungsförderung einen langen Atem zu haben. Man kann es nicht oft genug sagen: Investitionen in Wissenschaft und Forschung zahlen sich einfach aus. An diesem Beispiel zeigt sich aber vor allem wunderbar, dass Forschung einfach ein Segen für die Menschheit sein kann."

WEITERE INFORMATIONEN
https://www.bmbf.de/de/coronavirus-was- ... 11069.html
https://www.bmbf.de/de/das-sollten-sie- ... 12724.html


Quelle: Pressemitteilung vom 21.12.2020
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Referat Presse; Soziale Medien; Internet
Kapelle-Ufer 1
10117 Berlin
Postanschrift: 11055 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 18 57 - 50 50
Fax: +49 (0) 30 18 57 - 55 51
presse@bmbf.bund.de
→ bmbf.de


Pressemitteilung als pdf-Datei > https://www.bmbf.de/files/2020-12-21_20 ... Europa.pdf

+++
Anmerkung der Moderation:

Wenn jetzt ein neuer Impfstoff angeboten wird, darf auch nach den Wirkungen, Nebenwirkungen und möglichen Spätfolgen nachgedacht werden. Angeblich ist der neue Impfstoff relativ gut verträglich. Aber inwieweit er immunisiert und wie lange, ob andere geschützt sind und ggf. inwieweit, ist alles nicht bekannt. Das Entwicklungs- und Testverfahren, das normalerweise viele Jahre in Anspruch nimmt, ist jetzt auf einige Monate verkürzt worden. Tests haben dem Vernehmen nach bei älteren Menschen nicht stattgefunden. Die Wirkungsweise bei älteren Personen, vielleicht mit mehreren Krankheiten (einschließlich entsprechender Medikationen) ist eher unbekannt. Allein diese wenigen Erwägungen geben Veranlassung, mit dem neuen Impfstoff ein wenig zurückhaltend umzugehen. Natürlich ist mir bekannt, dass viele Ärzte und Virologen den neuen Impfstoff für akzeptabel erachten, wesentliche negative Wirkungen ausschließen. Im Gefolge solcher Beurteilungen ist die Zustimmung in der Bevölkerung (noch) beachtlich. - Ich rate dazu, jeden mit Sanktionen verbundenen Impfdruck zu vermeiden! - Werner Schell

+++
Ärzte Zeitung vom 21.12.2020:

BioNTech/Pfizer
EMA gibt grünes Licht für Corona-Impfstoff BNT162b2

Die Europäische Arzneimittelbehörde hat ihr Plazet gegeben, jetzt müssen noch die Kommission und die Mitgliedsländer Ja sagen. Am Impfstart 27. Dezember wird festgehalten.
Von Detlef Drewes
Brüssel. Über die Zulassung von BNT162b2 war so viel geredet worden, dass die Nachricht selbst kaum mehr als ein Vollzug blieb: Am Montag hat die Europäische Arzneimittel-Behörde (EMA) in Amsterdam den Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer zur Zulassung empfohlen.
... (weiter lesen unter) ... > https://www.aerztezeitung.de/Politik/EM ... 15807.html


Siehe auch Bericht im Deutschen Ärzteblatt vom 21.12.2020 > http://170770.eu1.cleverreach.com//c/35 ... ba18321006
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So viele Impfdosen bekommt NRW in der ersten Lieferung

Beitrag von WernerSchell » 22.12.2020, 18:03

Bericht der Rheinischen Post vom 22.12.2020:

Lieferung, Hotline, Mutation
So viele Impfdosen bekommt NRW in der ersten Lieferung

Düsseldorf Deutschland erwartet 150.000 Impfdosen am zweiten Weihnachtstag. Biontech baut die Produktion aus und ist zuversichtlich, dass der Impfstoff auch gegen die Mutation aus Großbritannien hilft. Krankenkassen bieten Hotlines an.

Am Montag hat Biontech die Zulassung erhalten, am 26. Dezember soll der erste Impfstoff in Deutschland und auch in Nordrhein-Westfalen ausgeliefert werden. Bundesweit werden dann gut 150.000 Dosen erwartet. NRW soll laut Gesundheitsministerium zunächst 9750 Impfdosen erhalten. Der Impfstoff geht in die 25 gut geschützten Verteilzentren in Deutschland und werden von dort in die regionalen Impfzentren weiter verteilt.
... (weiter lesen unter) ... > https://rp-online.de/panorama/coronavirus/corona-impfiu
ng-wann-kommt-der-erste-impfstoff-nach-nrw_aid-55342913?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=topthemen
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S1-Leitlinie Soziale Teilhabe und Lebensqualität in der ambulanten Pflege unter Bedingungen der Covid-19 Pandemie

Beitrag von WernerSchell » 23.12.2020, 07:39

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S1-Leitlinie Soziale Teilhabe und Lebensqualität in der ambulanten Pflege unter Bedingungen der Covid-19 Pandemie

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S1 Leitlinie „Häusliche Versorgung, soziale Teilhabe und Lebensqualität bei Menschen mit Pflegebedürftigkeit im Kontext ambulanter Pflege unter den Bedingungen der COVID-19 Pandemie – AWMF-Registernr. 184 002“

Die zweite Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. zur Covid-19 Pandemie gibt Empfehlungen, wie sich Soziale Teilhabe und Lebensqualität unter den Bedingungen einer Pandemie in der häuslichen Versorgung verbessern lassen.

Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP) wurde die S1-Leitlinie zu „Häusliche Versorgung, soziale Teilhabe und Lebensqualität bei Menschen mit Pflegebedürftigkeit im Kontext ambulanter Pflege unter den Bedingungen der COVID-19 Pandemie“ entwickelt.

Prof. Dr. Thomas Fischer, Koordinator der Leitlinie und Professor für Pflegewissenschaft mit Schwerpunkt Altenpflege/Gerontologie an der Evangelischen Hochschule Dresden freut sich, dass damit eine Leitlinie entwickelt wurde, die die häusliche Situation pflegebedürftiger Menschen in den Blick nimmt, „(…) da die meisten pflegebedürftigen Menschen in Deutschland in ihrem eigenen Zuhause gepflegt werden. Pflegende Angehörige spielen dabei eine überragende Rolle. Bei den Empfehlungen der Leitlinie haben wir daher immer berücksichtigt, wie Pflegefachpersonen und ambulante Dienste die pflegebedürftigen Menschen und ihre Familien bestmöglich dabei unterstützen können, soziale Teilhabe und Lebensqualität mit dem Infektionsschutz zu vereinbaren. Dabei konnten wir zum Teil auf Erkenntnisse aus früheren Pandemien zurückgreifen. Viele Empfehlungen mussten wir aber neu entwickeln, weil die ambulante Pflege auch in der wissenschaftlichen Literatur oft nicht in dem Maße berücksichtigt wird, wie dies eigentlich angemessen wäre. Das muss sich zukünftig unbedingt ändern.“

Die Leitlinie wurde durch eine multidisziplinäre Arbeitsgruppe entwickelt. Beteiligt waren unter anderem Vertreter*Innen des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), der Bundesinitiative ambulante psychiatrische Pflege, die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e.V. (DGGG), die Deutsche Gesellschaft für Public Health e.V. (DGPH). Vertreter*innen der Personen mit Pflegebedarf und ihrer Angehörigen waren durch die AOK Pflege Akademie sowie „Pflege in Not“ des Diakonischen Werk Berlin-Stadtmitte e. V. beteiligt.

„Auch in dieser Leitlinie stehen neben der Vermeidung von Übertragungen mit SARS-CoV-2 oder direkten Schutzmaßnahmen vor allem der Erhalt der sozialen Teilhabe und der Lebensqualität im Fokus“ so erklärt Prof. Dr. Erika Sirsch, Prorektorin der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) und Dekanin der Pflegewissenschaftlichen Fakultät sowie Leitlinienbeauftragte der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft.

„Diese Leitlinie ist die zweite von der DGP als federführende Fachgesellschaft verantwortete Leitlinie, die unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) entwickelt wurde und stellt damit einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Leitlinienarbeit der DGP dar. Es freut uns besonders, dass damit ein Betrag für die Betreuung pflegebedürftiger Personen und Unterstützung der Angehörigen in der Häuslichkeit geschaffen wurde“, betont Prof. Dr. Renate Stemmer, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft und Professorin an der Katholischen Hochschule Mainz.

Koordiniert wurde die Leitlinie durch Prof. Dr. Thomas Fischer, MPH, Evangelische Hochschule Dresden und Prof. Dr. Kirsten Kopke, hs21 Buxtehude.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Thomas Fischer, Prof. Dr. Kirsten Kopke

Kontakt zur Leitlinienkommission der DGP:
Kontaktpersonen: Prof. Dr. Daniela Holle, Prof. Dr. Erika Sirsch
E-Mail: leitlinien@dg-pflegewissenschaft.de

Besuchen Sie uns auch im Internet unter: https://dg-pflegewissenschaft.de/

Weitere Informationen:
https://dg-pflegewissenschaft.de/leitlinien-2/
https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/184-002.html

Quelle: Pressemitteilung vom 22.12.2020
Regina Rosenberg Geschäftsstelle
Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Beschäftigte in Gesundheitsberufen sollen die Corona-Schutzimpfung bevorzugt erhalten

Beitrag von WernerSchell » 23.12.2020, 08:23

PRESSEMITTEILUNG des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. N 085 vom 23.12.2020


3,63 Millionen Beschäftigte im Gesundheitswesen haben direkten Patientenkontakt

- Ein Fünftel des gesamten Gesundheitspersonals war 2018 in Krankenhäusern tätig (1,17 Millionen)
- 465 000 Ärztinnen und Ärzte im Bereich Human- und Zahnmedizin gab es 2018 in Deutschland
- 12 % der Beschäftigten im Gesundheitswesen waren mindestens 60 Jahre alt
- 1,22 Millionen Menschen arbeiteten im Jahr 2019 in Pflegeeinrichtungen


Wiesbaden – Beschäftigte in Gesundheitsberufen sollen die Corona-Schutzimpfung bevorzugt erhalten – auch weil viele von ihnen wegen des Kontakts zu Patientinnen und Patienten einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatten 2018 rund 3,63 Millionen Beschäftigte im Gesundheitswesen in Deutschland direkten Patientenkontakt.
Insgesamt arbeiteten 5,65 Millionen Beschäftigte im Gesundheitsbereich – von ärztlichen Praxen und Krankenhäusern über medizinische Labore bis hin zu Apotheken. Dies waren 73 000 (+1,3 %) mehr Beschäftigte als im Vorjahr. Davon waren 76 % Frauen.

+++
Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.

Herausgeber:
DESTATIS | Statistisches Bundesamt
Gustav-Stresemann-Ring 11
65189 Wiesbaden
Telefon: +49 (0) 611 / 75 - 34 44
www.destatis.de/kontakt
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Corona-Hotline für alle Bundesbürger - Alle wichtigen Infos zur Impfung gegen Covid-19

Beitrag von WernerSchell » 23.12.2020, 09:00

BARMER

Corona-Hotline für alle Bundesbürger
Alle wichtigen Infos zur Impfung gegen Covid-19


Berlin, 22. Dezember 2020 – In Kürze werden die ersten Corona-Impfungen in Deutschland starten. Vor diesem Hintergrund erweitert die BARMER ihre seit Januar bestehende Corona-Hotline. Anrufende können ab sofort alle zentralen Informationen zur Immunisierung und dem verfügbaren Impfstoff bei den Medizinexpertinnen und -experten der BARMER-Hotline erfragen. „Rund um die Corona-Impfung gibt es einen massiven Informationsbedarf. Dabei geht es nicht nur darum, wer wann und wo geimpft wird, sondern auch wie sicher die Impfung ist oder wer die Kosten übernimmt. Unsere Fachleute verfügen über die relevanten Informationen, die auf dem aktuellen medizinischen Stand der Forschung basieren“, sagt Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der BARMER. Die kostenlose Hotline stehe uneingeschränkt allen Bundesbürgerinnen und -bürgern rund um die Uhr zur Verfügung unter 0800 84 84 111.

Impfskepsis noch groß
Eine Hotline mit Impfschwerpunkt sei sehr wichtig, weil laut repräsentativer BARMER-Umfrage vom November viele Bürgerinnen und Bürger einer Impfung skeptisch gegenüberstünden. Demnach käme für 22 Prozent der Befragten eine Corona-Impfung nicht in Frage. Dabei hätten Zweifel an der Sicherheit der Impfstoffe (68 Prozent), die Furcht vor Nebenwirkungen (60 Prozent) und Zweifel an der Wirksamkeit (52 Prozent) die größten Hürden dargestellt. Marschall: „Unsere Hotline soll einen Beitrag dazu leisten, offene Fragen zu klären und mögliche Sorgen bezüglich der Impfung auszuräumen.“

Über 30.000 Anrufe auf Corona-Hotline
Die Corona-Hotline der BARMER sei Ende Januar als erste bundesweite Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger an den Start gegangen. Seitdem hätten die Expertinnen und Experten medizinische Fragen von über 30.000 Anrufenden beantwortet. „Die Corona-Hotline der BARMER wird zwar um den Impf-Aspekt erweitert. Die Versicherten erhalten selbstverständlich auch weiterhin Informationen zu allen anderen Aspekten der Pandemie“, sagt Marschall. Dabei könne es zum Beispiel um Hygienemaßnahmen, rechtliche Fragen und Krankheitsverläufe gehen.

Alle Infos zur Impfumfrage unter: www.barmer.de/p016180

Diese Pressemitteilung finden Sie unter: www.barmer.de/p016319

Quelle: Pressemitteilung vom 22.12.2020
Presseabteilung der BARMER
Athanasios Drougias (Leitung), Telefon: 0800 33 30 04 99 14 21
Sunna Gieseke, Telefon: 0800 33 30 04 99 80 31
E-Mail: presse@barmer.de
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Studie: Starker Anstieg der Neuinfektionen an Weihnachten, private Kontaktverfolgung könnte Ausbreitung effektiv bremsen

Beitrag von WernerSchell » 23.12.2020, 09:05

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Studie: Starker Anstieg der Neuinfektionen an Weihnachten, private Kontaktverfolgung könnte Ausbreitung effektiv bremsen


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Die Zahl der tatsächlichen Covid-19-Neuinfektionen wird über Weihnachten und den Jahreswechsel voraussichtlich stark ansteigen, auch wenn sich der Effekt in den gemeldeten Fallzahlen erst zeitverzögert niederschlagen wird. Laut aktuellen Simulationen eines Ökonomenteams vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) und der Universität Bonn hängt die weitere Entwicklung Anfang Januar entscheidend vom eigenverantwortlichen Handeln der Menschen ab: Über 200.000 Neuinfektionen könnten sich verhindern lassen, wenn bei Infektionsverdacht sofort alle privaten Kontakte informiert werden und ihre eigenen Kontakte entsprechend reduzieren.

Das neu entwickelte Simulationsmodell der Bonner Forscher unterscheidet sich von anderen Modellen dadurch, dass es Kontakte zwischen Menschen in unterschiedlichen Bereichen des Lebens und deren jeweilige Infektiosität in den Mittelpunkt stellt. Dadurch lassen sich auch starke Veränderungen im Verhalten gut abbilden, wie sie rund um Weihnachten zu erwarten sind, wenn es zu weniger Begegnungen im Arbeitsumfeld kommt und mehr Familienfeiern stattfinden.

So lässt sich anhand des Modells berechnen, was es für das Infektionsgeschehen bedeutet, wenn die Menschen den Freiraum der Coronaschutzverordnungen voll ausnutzen und sich über die Feiertage mit wechselnden Personenkreisen treffen. Gegenüber der empfohlenen Beschränkung auf den engsten, gleichbleibenden Familienkreis würden sich die Fallzahlen um rund zwölf Prozent erhöhen.

Die Forscher betrachten außerdem verschiedene Szenarien mit unterschiedlich starken Kontaktreduktionen im Anschluss an die Feiertage. Im pessimistischen Szenario mit häufigeren privaten Kontakten pendelt sich die tatsächliche Inzidenz schon Ende Dezember bei etwa dem doppelten Wert der Vorweihnachtszeit ein. Nach Einschätzung der Experten lassen diese Zahlen kaum Hoffnung auf ein schnelles Ende des Lockdowns.

Angesichts der um Weihnachten stärker begrenzten Möglichkeiten von Arztpraxen, Testzentren und Gesundheitsämtern sei entscheidend, dass die Menschen ihre Kontakte im Familien- und Freundeskreis bei Symptomen oder positiven Tests sofort informieren. Wenn diese daraufhin ihre Kontakte einschränken, könnten sich der Simulation zufolge die tatsächlichen Neuinfektionen in der ersten Januarwoche um bis zu 230.000 reduzieren, was etwa 70.000 weniger gemeldeten Fällen in der Woche entspräche.

Funktionierende private Netzwerke seien somit ein effektiver Weg, die Infektionsketten über Weihnachten nachhaltig zu unterbrechen. „Eine Textnachricht an Freunde und Verwandte ist schnell geschrieben. Wer erst aufs Gesundheitsamt wartet, lässt wertvolle Zeit verstreichen“, sagt Hans-Martin von Gaudecker, Wirtschaftsprofessor an der Universität Bonn und Leiter des IZA-Forschungsteams Strukturelle Politikevaluation. Außerdem beträfe die freiwillige Kontaktreduzierung nur ungefähr fünf Prozent der Menschen und sei mit relativ geringen Verhaltensänderungen verbunden, solange Schulen, Kitas und viele Betriebe ohnehin geschlossen blieben.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Hans-Martin von Gaudecker
Tel.: +49 228 73-9357
E-Mail: hmgaudecker@uni-bonn.de

Originalpublikation:
Janos Gabler, Tobias Raabe, Klara Röhrl, Hans-Martin von Gaudecker:

Die Bedeutung individuellen Verhaltens über den Jahreswechsel für die Weiterentwicklung der Covid-19-Pandemie in Deutschland

IZA Standpunkte Nr. 99, Dezember 2020 -- https://www.iza.org/publications/s/99/

Weitere Informationen:
https://newsroom.iza.org/de/archive/res ... geschehen/ -- Längere Textfassung mit Grafiken

Quelle: Pressemitteilung vom 22.12.2020
Mark Fallak Presse und Kommunikation
IZA - Institut zur Zukunft der Arbeit
https://idw-online.de/de/news760541
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