Pflegekräfte und Straßenkehrer fehlen häufig im Job

Arbeits- und Arbeitsschutzrecht, Allgemeine Rechtskunde (einschließlich Staatsrecht), Zivilrecht (z.B. Erbrecht)

Moderator: WernerSchell

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Pflegekräfte und Straßenkehrer fehlen häufig im Job

Beitrag von Service » 30.01.2010, 10:02

Pflegekräfte und Straßenkehrer fehlen häufig im Job

Hannover – Straßenreiniger sind offenbar besonders gesundheitsgefährdet. Laut einer aktuellen Auswertung der Krankheitsdaten der KKH-Allianz-Krankenversicherung blieben Angehörige dieser Berufsgruppe im vergangenen Jahr durchschnittlich an 35 Tagen krankheitsbedingt der Arbeit fern. Ähnlich hoch seien die Ausfälle bei Krankenpflegern und Versicherungsfachangestellten mit 30 Tagen gewesen, teilte die viertgrößte deutsche Krankenkasse am Freitag in Hannover mit. .... [mehr]
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/lette ... m&id=34271

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Fehlzeiten-Studie - Frauen öfters krank als Männer

Beitrag von Presse » 17.02.2010, 16:36

Fehlzeiten: KKH-Allianz Studie - Frauen öfters krank als Männer

Laut einer aktuellen Auswertung der KKH-Allianz Krankheitsdaten blieben in 2009 die Berufsgruppen der Krankenpflege und der Versicherungsfachangestellten im Schnitt 30 Tage der Arbeit fern. Die höchste Abwesenheit zeigten Straßenreiniger mit jährlich durchschnittlich 35 Fehltagen. Am wenigsten von Krankheiten betroffen waren Personen, die in akademischen Berufen arbeiten. Die Naturwissenschaftler fehlten lediglich an fünf Tagen im Job. Ebenfalls vorbildlicher Spitzenreiter: die Elektroingenieure. Diese blieben nur an rund sechs Tagen im Jahr ihrem Arbeitplatz fern.

Der statistische Vergleich von Frauen und Männern zeigt zudem, dass Frauen an 17 Tagen im Jahr krankgeschrieben worden sind (Männer an 15 Tagen). Besonders gesund ist die Altersgruppe der 26- bis 35-jährigen. Hier fehlten Frauen und Männer im Job im Durchschnitt an nur rund elf Tagen im Jahr. Auffällig ist die Altersgruppe über 55 Jahre. Dort blieben Arbeitnehmer an 25 Tagen ihrem Arbeitsplatz fern.

Häufigste Ursache für Krankmeldungen sind im Allgemeinen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (22,1 Prozent), Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle sowie Atem- und Lungenerkrankungen (18,7 Prozent). Auch die zunehmende psychische Belastung der Arbeitnehmer nimmt einen immer gewichtigeren Stellenwert ein.

Zur Presseinformation: http://www.kkh-allianz.de/index.cfm?pag ... &pk=111926

Quelle: Pressemitteilung des DBfK vom 17.02.2010

Anja Jansen
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Pflege aufwerten und Notstand beseitigen

Beitrag von Anja Jansen » 28.02.2010, 08:14

Guten Morgen,

wenn Pflegekräfte häufig wegen Krankheit fehlen, ist dies doch kein Wunder. Die eigentlich allseits bekannte Überlastung, der Pflegenotstand, haben Folgen:
viewtopic.php?t=3900
Wer ständig unter Druck arbeitet, vieles nicht schafft und folgerichtig meist mit den Arbeitsergebnissen unzufrieden sein muss, wird von dieser "Last" irgendwann erdrückt, so dass sich Krankheiten einstellen.
Viele Strategien können helfen, insoweit eine Art "Linderung" zu verschaffen. Die handfeste und vernünftige Lösung wäre aber, endlich den Pflegenotstand abzubauen und für genügend gut qualifizierte Pflegekräfte zu sorgen. Damit man auch den gewünschten guten Nachwuchs findet, müsste auch die Vergütung endlich der schweren Arbeit angepasst werden. Eindeutige Gehaltsaufbesserungen für die Pflege erscheinen mir notwendig. Nachdem seit Jahren die Ärzteschaft enorme Honorarerhöhungen eingeheimst haben, sollte nunmehr endlich an die Pflege gedacht werden.
Da sich die Pflegeverbände / Gewerkschaften wohl nicht ausreichend kümmern, sind die Gesundheits- bzw. Pflegepolitiker gefordert, für entsprechende Stimmung und Initiativen zu sorgen.

MfG Anja
Es ist mehr Aufmerksamkeit für dementiell erkrankte Menschen nötig. Unser Pflegesystem braucht deshalb eine grundlegende Reform!

Gaby Modig
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Pflege aufwerten und Notstand beseitigen

Beitrag von Gaby Modig » 01.03.2010, 16:20

Anja Jansen hat geschrieben: .... Die handfeste und vernünftige Lösung wäre aber, endlich den Pflegenotstand abzubauen und für genügend gut qualifizierte Pflegekräfte zu sorgen. Damit man auch den gewünschten guten Nachwuchs findet, müsste auch die Vergütung endlich der schweren Arbeit angepasst werden. Eindeutige Gehaltsaufbesserungen für die Pflege erscheinen mir notwendig. Nachdem seit Jahren die Ärzteschaft enorme Honorarerhöhungen eingeheimst haben, sollte nunmehr endlich an die Pflege gedacht werden. Da sich die Pflegeverbände / Gewerkschaften wohl nicht ausreichend kümmern, sind die Gesundheits- bzw. Pflegepolitiker gefordert, für entsprechende Stimmung und Initiativen zu sorgen. ...
Hallo Anja,
mit Deinem Statement sprichst Du den meisten Pflegekräften aus dem Herzen. Die Tätigkeit in der Pflege ist einerseits sehr befriedigend, weil menschenzugewandt, andererseits aber durch den zeitlichen Druck mangels Personal mehr als anstrengend, belastend, krankmachend. Da muss sich wohl noch viel ändern, zunächst in den Köpfen, und dann per Tarifrecht, Gesetz usw.
Die Pflegeorganisationen müssen sich endlich des Notstandes nach "Lokführermentalität" annehmen. Die vornehme Zurückhaltung sollte man alsbald ablegen.
LB Grüße
Gaby
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

Ina Böhmer
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Pflege aufwerten und Notstand beseitigen

Beitrag von Ina Böhmer » 07.03.2010, 08:31

Gaby Modig hat geschrieben: .... Die Tätigkeit in der Pflege ist einerseits sehr befriedigend, weil menschenzugewandt, andererseits aber durch den zeitlichen Druck mangels Personal mehr als anstrengend, belastend, krankmachend. Da muss sich wohl noch viel ändern, zunächst in den Köpfen, und dann per Tarifrecht, Gesetz usw.
Die Pflegeorganisationen müssen sich endlich des Notstandes nach "Lokführermentalität" annehmen. Die vornehme Zurückhaltung sollte man alsbald ablegen. ....
Guten Morgen,

vielen Statements in diesem Forum kann man einfach nur zustimmen. Auch bezüglich des fehlenden Pflegepersonals kann und darf es keine Widerworte geben. Die Situationen in den Pflegeeinrichtungen und auch Krankenhäusern sind zum Teil katastrophal schlecht. Pflegekräfte können bei mindestens 3/4 der Tätigkeiten nicht an dem ausgerichtet handeln, was sie in der Ausbildung gelernt haben. Es geht oft nur darum, die Maßnahmen durchzuführen, die unter Notstandsbedingungen noch möglich sind. Dazu gibt es zahlreiche Studien und Befragungsergebnisse.
Und jetzt kommen wieder die Marketingstrategen der Einrichtungen: Solche Missstände darf man nicht zugeben, man muss ihnen entgegen treten, weil das sonst mögliche "Kunden" vergraulen könnte. Und so wird die Öffentlichkeit schlicht getäuscht.

Viele Grüße
Ina Böhmer
Der Pflegeberuf verdient mehr Anerkennung!

didado
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Beitrag von didado » 30.03.2010, 15:38

Hallo !

Kein Wunder dass diese Arbeitsgruppe häufig fehlt und erkrankt.

Auch in diesen Berufen wird die Wirbelsäule unverhältnismässig stark belastet. Die Bandscheiben machen das nicht lange mit.

aufwiederschreiben
didado

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