Krankenhäuser, Personal und Patienten in Not

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

WernerSchell
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Personalmangel in den Krankenhäusern

Beitrag von WernerSchell » 18.12.2007, 18:41

Beim
Pflegetreff in Neuss-Erfttal am 29.01.2008, 18.00 Uhr
viewtopic.php?t=7540
wird der Personalmangel in den Krankenhäusern thematisiert!
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Mangel an Pflegekräften beeinflusst Pflegequalität

Beitrag von Service » 18.01.2008, 16:23

Hierzu hat auch das Deutsche Ärzteblatt am 18.7.2007 berichtet:

Befragung:
Mangel an Pflegekräften beeinflusst Pflegequalität

Berlin - Die Pflegequalität und die Patientensicherheit in deutschen Krankenhäusern ist bedroht. Grund ist, dass die Kliniken Pflegekräfte einsparen. Von 1995 bis 2005 hätten die Krankenhäuser 13,5 Prozent der Pflegekräfte abgebaut, heißt es im „Pflege-Thermometer 2007“, das das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) am Mittwoch in Berlin vorlegte.
...
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=29197

Zum Thema:

Hibbeler, Birgit
Pflegequalität: Der blinde Fleck
Dtsch Arztebl 2007; 104(37): A-2473 / B-2187 / C-2119
POLITIK

Stärkere Kontrollen oder ein Pflege-TÜV verbessern nicht automatisch die Pflegequalität. Wer die Missstände beseitigen will, muss die Rahmenbedingungen verändern.

Die trockenen Lippen sind aufgeplatzt. Die alte Frau atmet langsam und schwer durch den Mund. Aus dem zahnlosen Unterkiefer ragt das Kinn hervor. Seit Tagen hat die 91-Jährige nichts gegessen und kaum etwas getrunken. Nicht weil sie schlecht versorgt wird, sondern weil sie nicht möchte. „Sie will nicht leben, aber kann auch nicht sterben“, sagt Marita Halfen (61), die sie seit Jahren kennt und regelmäßig besucht. Im Nachbarbett liegt eine deutlich jüngere, grauhaarige Dame mit Brille. Sie hat ein Boulevardmagazin in der Hand und schaut herüber. „Schlimm ist das“, sagt sie. Sie spricht vom Zustand ihrer Zimmergenossin. Aber jeder hätte wohl dafür Verständnis, wenn sie sich selbst meinte. Sterben im Doppelzimmer und leben mit einem Sterbenden im Doppelzimmer: Das ist Alltag in Pflegeheimen. ...
(weiter lesen unter)
http://www.aerztestellen.de/v4/archiv/a ... p?id=56899

Meyer, Gabriele; Köpke, Sascha
Pflegequalität: Anerkennung
Dtsch Arztebl 2007; 104(51-52): A-3538 / B-3118 / C-3010
BRIEFE

Wer die Missstände beseitigen will, muss die Rahmenbedingungen verändern (DÄ 37/2007: „Der blinde Fleck“ von Dr. med. Birgit Hibbeler).

Dem Beitrag von Birgit Hibbeler gebührt insofern Anerkennung, da er unterschiedliche Reaktionen auf den MDS-Bericht zur Pflegequalität widerspiegelt: Die einen, die die Veröffentlichung der Prüfberichte und unangekündigte Heimkontrollen fordern. Die anderen, die anmahnen, dass die öffentliche Lawine der Schelte für die Altenpflege vom Eigentlichen ablenke. Nämlich von der grundlegenden Frage, wie viel Geld in die Versorgung eines zunehmend wachsenden Anteils unserer Gesellschaft tatsächlich investiert werden darf und soll. Uns erstaunt jedoch, dass in dem Beitrag unberücksichtigt bleibt, ob der MDS-Bericht denn überhaupt ein Corpus Delicti sein kann, d. h. die Qualität der Pflege tatsächlich angemessen abbildet. ....
(weiter lesen unter)
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=58359

conny24
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Überlastungsanzeigen bei Arbeitsverdichtungen

Beitrag von conny24 » 20.01.2008, 08:25

Überlastungsanzeigen bei Arbeitsverdichtungen

Hallo,
ich plädiere dafür, Fehler im Pflegesysteme konsequent mit Überlastungsanzeigen anzugehen. Solche Überlastungsanzeigen sollten überall dort abgegeben werden, wo die Arbeitsverdichtungen zugenommen haben, die Aufgabenerledigung nicht mehr ordnungsgemäß erfolgen kann. Die Unterschriftenaktion "Uns reichts", ist allein nicht für eine Lösung geeignet. Der Protest der Pflegenden muss Dauercharakter annehmen, solange, bis sich etwas entscheidend verändert hat.
MfG Conny

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Gesundheitspolitik: "Die Zeche zahlen die Patienten&quo

Beitrag von Service » 17.03.2008, 09:30

Gesundheitspolitik: "Die Zeche zahlen die Patienten"

Der Vorsitzende des Interessenverbandes kommunaler Krankenhäuser, Hansjörg Hermes, hat die Gesundheitspolitik in Deutschland als "ziel- und konzeptionslos" kritisiert.
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/G ... 71,2495291
Quelle: Tagesspiegel

Pflegefan
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Stellen für Pflegekräfte müssen her!

Beitrag von Pflegefan » 06.04.2008, 06:24

Guten Morgen allerseits,
wir freuen uns in der Pflege sicherlich alle über mehr Geld. Aber wichtig wäre in der Tat gewesen, den Personalmangel in die jüngsten Tarifverhandlungen einzubringen und die Arbeitgeber zu zwingen, stellenmäßig draufzusatteln. Wenn nämlich jetzt nur die Vergütungen erhöht werden, kommt es voraussichtlich zu weiteren Kostenreduzierungen - zu Lasten der vorhandenen Pflegekräfte. Weitere Stellen werden abgebaut.
Da kann man nur sagen: nein danke!
MfG
Pflegefan
"Die Menschenwürde ist unanstastbar" (Art. 1 Grundgesetz). Dies muss in der Pflege oberste Handlungsmaxime sein - für alle!

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Stillhalten geht nicht mehr - Der Deckel muss weg

Beitrag von Presse » 14.04.2008, 16:11

Stillhalten geht nicht mehr - Der Deckel muss weg !--------------------------------------------------------------------------------

Es ist fünf vor zwölf! Rund 100.000 Stellen sind in den vergangenen zehn Jahren in deutschen Krankenhäusern verschwunden, 16.500 Ausbildungsplätze sind weggefallen, jede dritte Klinik in Deutschland schreibt rote Zahlen, vielen droht die Schließung. Das Krankenhaussterben hat bereits begonnen. Gab es 1995 noch 2447 Krankenhäuser, waren es laut Statistisches Bundesamt 2006 nur noch 2104. Der Trend setzt sich mit immer größerer Geschwindigkeit fort, aber er findet still und leise statt. Damit ist jetzt Schluss! Gegen diese Politik des „Aushungerns“ haben sich die Betriebsräte bzw. Mitarbeitervertretungen und die Geschäftsführungen von über 70 niedersächsischen Krankenhäusern zusammengeschlossen, um gemeinsam die Politiker zum Handeln aufzufordern. Diese Allianz der besonderen Art macht deutlich, wie prekär die Situation für die Krankenhäuser ist. Das Problem für alle Krankenhäuser ist nahezu gleich: Die Ausgaben der Krankenhäuser steigen, die Einnahmen nicht. Schuld ist die so genannte Deckelung des Budgets, die durch die Gesundheitspolitik festgelegt ist. Und deshalb fordern jetzt Betriebsräte/ Mitarbeitervertretungen und Geschäftsführungen gemeinsam: Der Deckel muss weg!

Oldenburg, den 2. April 2008. Betriebsräte und Mitarbeitervertretungen sowie die Geschäftsführungen von über 70 Krankenhäusern haben bisher die gemeinsame Erklärung unterschrieben. Zudem planen mehrere Krankenhäuser in Niedersachsen einen Aktionstag am Donnerstag, 10. April 2008, an dem öffentlich demonstriert werden soll, wie bedrohlich die Situation an den Krankenhäusern ist. Dies wird nur der Anfang sein. Still und leise waren die Krankenhäuser lange genug. Der 10. April 2008 ist nur der Auftakt. Es werden weitere Aktionen folgen.

Die Forderung an die Politik: Die Abkehr von Budget- und Preisdeckelung muss beschlossen und ein zukunftsfähiges Finanzierungssystem eingeführt werden. Betriebs¬räte bzw. Mitarbeitervertretungen und Geschäftsführungen fordern daher die Abgeordneten des Bundestages und die Bundesregierung auf, eine kurzfristige Änderung des geltenden Finanzierungssystems in den Krankenhäusern zu beschließen. Der Sanierungsbeitrag (d.h. eine 0,5%-Rechnungskürzung der Krankenhäuser) soll sofort gestrichen werden.

Die Situation:
Die Klinikbudgets sind mit einer Obergrenze „gedeckelt“. Dadurch sind Krankenhäuser seit mehreren Jahren nicht in der Lage, steigende Kosten wie zum Beispiel Erhöhung der Mehr¬wertsteuer, Steigerung der Energiekosten usw. aus¬zugleichen. Sie erleiden seit fünf Jahren Nullsummen in Folge. Die Ausgaben steigen, während die Einnahmen der Krankenhäuser gleich bleiben. Die Deckelung hat in den letzten knapp 10 Jahren zu einem Verlust von 100.000 Arbeitsplätzen, davon 50.000 in der Krankenpflege geführt. Die Fallzahlen in Krankenhäusern sind dagegen immens gestiegen. Waren es 1995 noch 14.3 Millionen Patienten, so stieg ihre Zahl im Jahr 2005 auf 16.9 Millionen an. Tendenz steigend.

Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de

Quelle: Pressemitteilung vom 2.4.2008
http://www.klinikum-oldenburg.de/de/oef ... 80403.html

Bajuware
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Pflegekräfte sind Opfer - aus Kostengründen

Beitrag von Bajuware » 15.06.2008, 07:25

Fussek kritisiert Pflegende - `40 % sind ungeeignet`

Diese von CAREkonkret übermittelte Botschaft ist hier im Forum zurecht in aller Deutlichkeit kritisiert worden:
viewtopic.php?t=8862
Es kann nicht angehen, dass in dieser Form gegen Pflegekräfte agiert wird. Das darf man auch dann nicht, wenn man sich gern als Robin Hood der Pflege feiern lässt:
viewtopic.php?t=7133

Um es aus meiner Sicht noch einmal klar zu sagen:
Unser Pflegesystem, vor über 15 Jahren geschaffen und bis heute nicht wirkungsvoll reformiert, ist nicht geeignet, die pflegerischen Anforderungen für die hilfe- und pflegebedürftigen Menschen, orientiert am Verfassungsgebot "Menschenwürdegarantie" zu gewährleisten. Die Pflegekräfte sind also in einem System tätig, das sie das nicht tun lässt, was sie gelernt haben, dem Stand der aktuellen Pflegewissenschaft gemäß pflegen! Die Strukturen sind völlig unzulänglich und dabei haben auch Träger und Leitungskräfte Mitverantwortung. Arbeitsverdichtungen, kaputtmachende Arbeitsbedingungen, sind die Regel. So gesehen sind die Pflegekräfte auch die Opfer unzulänglicher Strukturen.
Wer unter diesen Umständen das gebeutelte Personal pauschal nieder macht, nahezu die Hälfte des Personalbestandes verteufelt, hat keine reale Lage beschrieben, sondern muss sich vorwerfen lassen, eine weitgehend gutwillige und engagierte Berufsgruppe zu diskretitieren.

Leider habe ich bisher kein Wort von Claus Fussek darüber gehört, dass er seine Behauptung relativiert oder sich gar entschuldigt!

Das muss ich als Bajuware, einer gewissen Deftigkeit nicht abgeneigt, als sehr bedaurenswert bezeichnen. Ich greife zur "roten Karte"!
Die Rahmenbedingungen des Pflegesystems stimmen nicht (mehr)! Dies gilt es zu beklagen. Pflegebedürftige und Pflegepersonal leiden unter dem System. - Verantwortungsträger sind gefordert!

Nursing-Neuss

Belastungen in der Pflege – kaum zu ertragen

Beitrag von Nursing-Neuss » 15.06.2008, 08:36

Belastungen in der Pflege – kaum zu ertragen!

Bajuware hat die Fussek`sche Pflegekräftebeschimpfung „auf die Hörner“ genommen und dabei die richtige Klarstellung gebracht. Dem schließe ich mich uneingeschränkt an.

Die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post, nicht unbedingt als pflegefreundliches Presseorgan aufgefallen, hat erst gestern (14.6.2008) auf die „Belastungen für Pfleger“ aufmerksam gemacht und sie als hoch bezeichnet. Dabei hat sich die Zeitung u.a. auf Bernhard Juchniewsicz, Präsident der Eurpean Coaching Association in Düsseldorf bezogen. Juchniewsciz hatte darauf hingewiesen, dass von Pflegekräften etwas verlangt werde, was sie nicht erfüllen könnten. Auf der einen Seite müssten Pflegekräfte einen engen Zeitplan einhalten, andererseits menschliche Unterstützung geben. Beides lasse sich aber angesichts der Umstände kaum vereinbaren.

In diesem Zusammenhang ist auch bedeutsam, dass die Pflegekräfte dem Bundesgesundheitsministerium eine Liste mit 185.000 Unterschriften ergeben haben. Sie haben damit gegen die Belastungen im Berufsstand protestiert, sie leiden häufig unter Belastungen und Burnout-Syndrom. Darauf wies die Rheinische Post ebenfalls hin.

Meine Botschaft an alle: Bitte nicht die Pflegekräfte durch Beschimpfungen attackieren, lieber auf die Politiker und Heimträger eindreschen. Denn die haben das System zu verantworten und drücken sich an vernünftigen Regelungen vorbei.

Krankenschwester, seit Jahrzehnten in der Pflege, und noch nicht mutlos!

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Patientensicherheit in der Pflege gefährdet

Beitrag von Presse » 17.06.2008, 06:52

Patientensicherheit in der Pflege gefährdet
Montag, 16. Juni 2008

Berlin - Der anhaltende Personalabbau in der Pflege gefährdet die Sicherheit der Patienten. Darauf hat Michael Isfort, stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Pflegeforschung in Köln (dip), hingewiesen. „Es gibt einen evidenten Zusammenhang zwischen Pflegeausstattung und patient outcomes“, betonte der Pflegewissenschaftler Anfang Juni in Berlin.

Isfort bezog sich auf die Ergebnisse des dip-Pflege-Thermometers von 2007. Das Institut befragte erstmals bundesweit Pflegedirektionen zur Situation und zum Leistungsspektrum des Pflegepersonals sowie zur Patientensicherheit im Krankenhaus. 30 Prozent der Befragten gaben an, dass Mobilisationen bei Patienten häufiger nicht mehr im notwendigen Umfang erfolgten.

...
(weiter lesen unter)
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32720

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Beitrag von Service » 17.06.2008, 17:30

Anhörung im Ausschuss für Gesundheit:
Finanzierung der Krankenhäuser

Am 18. Juni 2008 hält der Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages eine öffentliche Anhörung zu drei Anträgen der Oppositionsparteien DIE LINKE, BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN und der FDP, die in unterschiedlicher Weise versuchen, die Finanznot der Krankenhäuser per Gesetz zu lösen. Der DBfK ist neben dem DPR und dem Deutschen Hebammenverband (BDH) einer der als sachverständig geladenen Berufsverbände aus dem Pflege- und Hebammenwesen.
Die Stellungnahme DBfK ist veröffentlicht unter http://www.dbfk.de .
Die Anträge der Oppositionsparteien und die Stellungnahmen der Sachverständigen finden sich beim Deutschen Bundestag unter http://www.bundestag.de/ausschuesse/a14 ... index.html .

Quelle: Pressemitteilung vom 17.6.2008

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Notstand der Pflegeberufe

Beitrag von Service » 19.06.2008, 17:40

Finanznot der Krankenhäuser beheben- Notstand der Pflegeberufe beenden

Anlässlich der Anhörung zur Finanzierung der Krankenhäuser im Bundestag warnt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e.V. vor den Folgen der Stellenstreichungen in der Pflege.

Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages kommt morgen zu einer öffentlichen Anhörung angesichts der angespannten Finanzsituation der Krankenhäuser zusammen. Nach den jüngsten Tarifabschlüssen hatten die Krankenhäuser Alarm geschlagen und einen zu erwartenden Fehlbetrag von über 4 Mrd. Euro für 2008 und 2009 angekündigt. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e.V. warnt ausdrücklich davor, weiterhin Finanzlücken im Krankenhaus durch Personalkürzungen im Pflegebereich zu schließen. Die Pflegekräfte sind in Deutschland seit Jahren schwierigsten Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Seit 1995 wurden mehr als 50 000 Stellen in der Pflege abgebaut, während gleichzeitig die Fallzahlen um fast eine Million Patienten gestiegen sind. Stellenabbau, hohe Arbeitsverdichtung, krankmachende Arbeitsbedingungen, sinkendes Berufsimage und fehlende Anerkennung der erbrachten Leistungen bringen die deutsche Pflege schon heute in die Gefahr, zu kollabieren.

Teil der Ursachen für diese Situation ist das enge Finanzkorsett der Krankenhäuser. Seit Jahren ist das Budget ‚gedeckelt’ und wird unzureichend, z.B. steigenden Ausgaben durch Tariferhöhungen oder Energiepreise, angepasst. Ein großer Teil des dadurch entstehenden Spardrucks wurde durch Einsparungen beim Pflegepersonal aufgefangen. Deshalb fordert der DBfK anlässlich der Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss des Bundestages am Mittwoch eine Soforthilfe für die Krankenhäuser durch Streichung des Sanierungsbeitrags von 0,5% und eine Steigerung des Budgets, die sich am realen Preisanstieg orientiert. Dadurch sollen die Krankenhäuser in die Lage versetzt werden, wieder mehr Pflegepersonal zu beschäftigen. Darüber hinaus erwartet der DBfK von der Bundesgesundheitsministerin eine rasche Umsetzung des von ihr angekündigten Förderprogramms zur Verbesserung der Personalsituation im Pflegedienst der Krankenhäuser.

Erst zu Beginn dieses Monats wurden 185.000 Unterschriften aus der Kampagne „Uns reicht’s“ an die Bundesgesundheitsministerin überreicht. Pflegekräfte aus ganz Deutschland hatten in Kliniken, ambulanten Pflegediensten und in Alten- und Pflegeheimen mit ihrer Unterschrift gegen unzumutbare Arbeitsbedingungen und Stellenabbau protestiert.

Weitere Informationen:
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V.
Salzufer 6, 10587 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
http://www.dbfk.de
http://www.pflege-uns-reichts.de

Quelle: Pressemitteilung vom 17. Juni 2008
http://www.dbfk.de/presse/top.php?subac ... m=&ucat=10&
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Umdenken bei Krankenhausfinanzierung gefordert

Beitrag von Presse » 20.06.2008, 06:02

Experten fordern Umdenken bei Krankenhausfinanzierung
Donnerstag, 19. Juni 2008

Berlin - Die Krankenhäuser schlagen Alarm: „Steigende Kosten können von den Kliniken wegen des Budgetdeckels nicht mehr geschultert werden. Im laufenden Jahr wird mehr als die Hälfte aller 2100 deutschen Krankenhäuser rote Zahlen schreiben.“ ....
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32770

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Finanzierungsprogramm für die Krankenhäuser

Beitrag von Presse » 21.06.2008, 07:35

DKG schöpft Hoffnung für die Krankenhäuser
Zur Ankündigung der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, ein Finanzierungsprogramm für die Krankenhäuser aufzulegen, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Kranken-hausgesellschaft (DKG), Georg Baum:


"Die DKG begrüßt die Ankündigung der Bundesgesundheitsministerin, ein Hilfsprogramm für die Krankenhäuser aufzulegen. Die Krankenhäuser schöpfen Hoffnung. Denn die Politik erkennt den dringenden Handlungsbedarf: Allein können die Krankenhäuser die Mehrkosten aus den Tariflohnsteigerungen, der Mehrwertsteuererhöhung sowie den Sachkostensteigerungen nicht tragen.

Die DKG begrüßt grundsätzlich, dass Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ihre Ankündigung vom Deutschen Ärztetag konkretisiert hat. 50 Prozent der nicht durch die Grundlohnrate gedeckten Kosten sollen refinanziert werden. Das wären ca. 1,5 Mrd. Euro von insgesamt 4 Mrd. Euro, die die Tarifabschlüsse den Kliniken kosten und die nur zum Teil durch die Grundlohnrate finanziert werden. Damit blieben bei den Krankenhäusern immer noch sehr hohe ungedeckte Lasten, über die weiter zu diskutieren ist. Insbesondere auch, weil die Sach- und Energiekosten massiv ansteigen.

Positiv zu würdigen ist auch das Sonderprogramm zur Neueinstellung von Pflegekräften. Hier kommt es entscheidend auf die konkrete Ausgestaltung eines solchen Programms an. Vor allem auf die sachgerechte Einbindung in die DRG-Vergütung, die ab dem 1. Januar 2009 landeseinheitliche Preise vorsieht. Den Kostenträgern darf kein Anlass gegeben werden, Krankenhäuser zu diskriminieren, die das Programm in Anspruch nehmen.

Die finanziellen Mittel für die Krankenhäuser können zum Teil aus der Verbesserung der Einnahmesituation der gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Kliniken in den letzten beiden Jahren stark zur Sanierung der Krankenkassen beigetragen haben und an der Einnahmeverbesserung bei den Krankenkassen durch die vergangenheitsbezogene Grundlohnratendeckelung nicht sachgerecht beteiligt waren. Deshalb muss das Hilfsprogramm ergänzt werden, durch die Abschaffung der Grundlohnratendeckelung.

Der finanzielle Mehrbedarf dient der Sicherstellung der medizinischen Versorgung, die sich, wie inzwischen allgemein anerkannt, durch die Alterung der Bevölkerung und damit z. B. durch mehr Demenzkranke und den medizinischen Fortschritt insgesamt weiterentwickelt. Sie ist aus Beitragsmitteln zu bezahlen. Zu Recht weist die Bundesgesund-heitsministerin in letzter Zeit darauf hin, dass der finanzielle Mehrbedarf für das Gesundheitssystem politisch gewollt sei. Die DKG ist sich bewusst, dass die Platzierung des finanziellen Mehrbedarfs für die Krankenhäuser im Gesundheitsfonds und im ab 2009 einheitlichen Beitragssatz einen politischen Kraftakt bedeutet und gegen die Kräfte durchgesetzt werden muss, die die fiskalische Lohnnebenkostenargumentation als Totschlagargument gegen das höherwertigere Ziel einer guten medizinischen Versorgung anführen.

Es ist darauf hinzuweisen, dass der Anteil der Ausgaben der GKV am Bruttosozialprodukt in den letzten Jahren nicht gestiegen ist, obwohl der medizinische Bedarf erheblich zunimmt."

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder - 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände - in der Bundespolitik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 2.104 Krankenhäuser versorgen jährlich über 16,8 Mio. Patienten mit 1,1 Mio. Mitarbeitern. Bei 60,4 Mrd. Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.

Quelle: Pressemitteilung vom 20.6.2008
Kontakt:
Moritz Quiske (Ltg.)
Holger Mages
Daniel Wosnitzka
Tel. (030) 3 98 01 -1020 / -1022 / -1023

Sekretariat
Stephanie Lemm
Tel. (030) 3 98 01 -1021
Fax (030) 3 98 01 -3021
e-mail: pressestelle@dkgev.de
web: http://www.dkgev.de
Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Wegelystraße 3
10623 Berlin

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Mehr Pflegekräfte ?

Beitrag von Sabrina Merck » 24.06.2008, 06:10

Hallo,
die bundesdeutschen Krankenhäuser sollen jetzt 21.000 Pflegekräftestellen zugesprochen bekommen (3 x 7.000). Ich bin sehr gespannt, wie das Programm konkret aussieht. Vielleicht ist es ja auch nur eine Mogelpackung.
Siehe unter
viewtopic.php?t=9123
MfG
Sabrina
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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Mehr Pflegekräfte ?

Beitrag von Gaby Modig » 24.06.2008, 08:48

Sabrina Merck hat geschrieben: ... die bundesdeutschen Krankenhäuser sollen jetzt 21.000 Pflegekräftestellen zugesprochen bekommen (3 x 7.000). Ich bin sehr gespannt, wie das Programm konkret aussieht. Vielleicht ist es ja auch nur eine Mogelpackung.
Siehe unter
viewtopic.php?t=9123
....
Guten Morgen allerseits,
es scheint so, als habe die Politik verstanden. Wir dürfen aber sehr gespannt sein, was wirklich in den Krankenhäusern zugunsten der Pflegekräfte bzw. Patienten ankommt.
LG
Gaby

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