Ärztliche Versorgung in Heimen oft mangelhaft!!

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

thorstein
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Behandlungpflege mit ärztlicher Anordnung / Verordnung

Beitrag von thorstein » 27.09.2010, 13:39

Sehr geehrter Herr Barth,

vieleicht könnten sie mir als Pflegekraft einmal anhand eines konkreten Beispiels erklären, worin hier das Problem liegt.

Behandlungspflege wird durchgeführt, wenn dafür eine ärztliche Anordnung vorliegt. Sie wollen diese ärztliche Anordnung durch den Begriff der Weisung ersetzen. Worin besteht nun für die Pflegekraft der Unterschied. Die Durchführungsverantwortung bleibt doch bei der Pflegekraft? Oder wo liegt sonst das rechtliche Problem?

Grüsse

Lutz Barth
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Weisungsrecht - ärztliche Anordnung ....

Beitrag von Lutz Barth » 27.09.2010, 14:29

Verehrter Thorstein.

Sie gehen von der Annahme aus, dass es sich bei dem "Weisungsrecht" und der "ärztlichen Anordnung" gleichsam um ein und denselben Lebensvorgang handelt: Dem ist mitnichten so, wie sich aus dem Zitat aus meinem Beitrag deutlich ergibt.

Hier wird auf die haftungsrechtliche Situation abgehoben, die ganz entscheidend durch die Pflichten des Arztes/Trägers mitbestimmt werden und so in die verschiedenen Anspruchsgrundlagen (Vertragliche Haftung oder deliktische Haftung) überleiten. Nach hiesiger Auffassung ist es nicht zwingend die Aufgabe des Trägers und damit des Pflegepersonals, behandlungspflegerische Aufgaben im "Auftrag eines Dritten", nämlich z.B. des Hausarztes, wahrzunehmen. Eine Aufgabenübertragung kommt nach geltendem Recht (vorbehaltlich etwaiger Modellversuche) nur deshalb in Betracht, weil die therapeutische Gesamtverantwortung beim Arzt verbleibt. Dies hat nicht nur Konsequenzen auf das "Ob" und "Wie" einer medizinisch-behandlungspflegerischen Maßnahme, sondern auch mit Blick auf die sog. "Überprüfungspflichten". Wie aber soll der Arzt dem nachkommen, wenn ihm jegliche "Weisungsrechte" genommen sind?

Dieses dogmatische Problem ist auch von einigen Pflegerechtlern erkannt worden und demzufolge wird der Praxis empfohlen, "Kooperationsverträge" mit den Ärzten abzuschließen. Der Grund liegt auf der Hand!

Zugleich darf in Erinnerung gerufen werden, dass - soweit ersichtlich - jedenfalls zwei Pflegerechtler gar der These zuneigen, dass ggf. auch "Tätigkeitsfelder" erschlossen werden können, denn schließlich sei ja erlaubt, was gesetzlich nicht verboten ist und über den Begriff der Zulässigkeit der Behandlungspflege entscheide einzig der Träger, auch wenn er soweit er hierfür eine hohe Verantwortung übernimmt und offensichtlich auch bereit ist, zu tragen.

Ich neige eher dazu, hier mit der Kategorie des "Übernahmeverschuldens" aufzuwarten, mal ganz davon abgesehen, dass der Träger nicht einfach "Heilkunde" praktizieren darf, um sich ggf. im Wettbewerb mit anderen Trägern Wettbewerbsvorteile in seiner Außenwerbung zu sichern.
Wir vertreten nicht immer die herrschende Lehre!

WernerSchell
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Medizinische Versorgung in Pflegeeinrichtungen

Beitrag von WernerSchell » 17.10.2010, 09:20

Aus Forum:
viewtopic.php?t=14771


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Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“


Neuss, den 15.10.2010

An die
Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenversicherung

GKV-Spitzenverband Bund
kontakt@gkv-spitzenverband.de; presse@gkv-spitzenverband.de; info@gkv-spitzenverband.de; Chris-toph.Altmiks@gkv-spitzenverband.de;
AOK-Bundesverband
AOK-Bundesverband@bv.aok.de; presse@bv.aok.de;
BKK Bundesverband
info@bkk.de; RichterC@bkk-bv.de;
Spitzenverband der landwirtschaftlichen Sozialversicherung
info@SpV.LSV.de;
IKK e.V.
info@ikkev.de; fina.geschonneck@ikkev.de;
Knappschaft
zentrale@kbs.de; krankenversicherung@kbs.de;
vdek - Verband der Ersatzkassen e.V.
info@vdek.com; presse@vdek.com; michaela.gottfried@vdek.com;

Nachrichtlich:
An die
Kassenärztliche Bundesvereinigung
info@kbv.de; RStahl@kbv.de; THinzmann@kbv.de;
Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Bernhard.Brautmeier@kvno.de; Christiane.Haasz@kvno.de; Eike.Voigtlaender@kvno.de;

An das
Bundesgesundheitsministerium
53123 Bonn
poststelle@bmg.bund.de; annette.widmann-mauz@bundestag.de; daniel.bahr@bundestag.de; in-fo@bmg.bund.de;

An den
Patientenbeauftragten der Bundesregierung
patientenbeauftragter@bmg.bund.de;

Zusätzlich an folgende Adressen:marion.schroeder@rh.aok.de, georg.koppenburg@rh.aok.de; manfred.requadt@barmer.de; frie-del.geuenich@barmer.de; claus.uebel@dak.de; dirk.ruiss@vdek.com; andreas.hustadt@vdek.com; Cars-ten.Rumpeltin@rhein-kreis-neuss.de; hermann.groehe@bundestag.de; maria.klein-schmeink@bundestag.de; willi.zylajew@bundestag.de; FSchwegler@mdk-nordrhein.de; Susanne.Fuhrmann@mdk-nordrhein.de; Petra.Mentzen@MDK-Nordrhein.de; post@mdk-nordrhein.de;

(Schriftwechsel erfolgt zur Vereinfachung und zur Kosteneinsparung im E-Mail-Verfahren)

Medizinische Versorgung in Pflegeeinrichtungen

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Jahren wird bundesweit darüber informiert, dass vor allem die ärztliche Versorgung in den Heimen mangelhaft ist. Ergänzend gibt es beträchtliche Mängel in der Arzneimittelversorgung. Eine neue Studie der Universität Witten / Herdecke informiert über Durchliegegeschwüre und Mangelernährung. Die medizinische Versorgung der Demenzkranken wird ebenfalls als katastrophal schlecht beschrieben. Und so könnte man mit einschlägigen Erkenntnissen fortfahren.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist daher seit Jahren bemüht, den hier nur kurz angedeuteten Missständen entgegen zu treten und für angemessene Versorgungsstrukturen einzutreten. Bedauerlicherweise haben sich aber bisher keine entscheidenden Verbesserungen bewirken lassen. Trotz immer wieder aufkeimender Hoffnungen mit Rücksicht auf Projektbeschreibungen, Versuche mit Heimarztmodellen usw. ist die Versorgungssituation in zahlreichen Pflegeeinrichtungen anhaltend beklagenswert. Bedauerlicherweise werden solche Unzulänglichkeiten von manchen Verantwortlichen aus Marketingerwägungen in Abrede gestellt.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk begrüßt, dass nunmehr die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) zu einer „Initiative Pflegeheim“ aufgerufen haben und einen Beitrag leisten wollen, „gemeinsam für eine gute medizinische Versorgung“ tätig werden zu wollen. Die entsprechenden programmatischen Hinweise dazu sind u.a. auf der Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und im Forum Werner Schell abrufbar.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat in einem Statement vom 24.09.2010 zur Initiative u.a. jedoch kritisch auch angemerkt:

„Die Initiative hat u.a. einen "Schönheitsfehler": Die pflegebedürftigen Menschen bzw. ihre Interessenvertretung, v.a. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, wurden bei der Initiative wohl nicht beteiligt. Dies, obwohl wir seit Anfang 2006 bundesweit für eine bessere Versorgung der HeimbewohnerInnen durch Ärzte eintreten. Hier vor Ort gibt es diesbezüglich sogar einen von mir initiierten Arbeitskreis der Gesundheitskonferenz, in dem u.a. mit Ärzten und Krankenkassenvertretern über eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung diskutiert wurde.
Was bei der jetzigen KV-Initiative auf den ersten Blick fehlt, ist die Vorgabe, dass zwischen den Heimträgern und Ärzten Kooperationsvereinbarungen geboten sind. Ärzte, die in die Heime gehen, sind z.B. keine weisungsberechtigten Vorgesetzte der Pflegekräfte. Das Zusammenwirken zwischen Pflegekräften und Arztpraxen muss daher aus Rechtsgründen (Sorgfaltsgebot, Haftung) abgeklärt sein. Ärzte müssen ihre Verordnungen immer schriftlich hinterlassen oder in Eilfällen später abzeichnen. Bislang sind solche Zeichnungen vielfach verweigert worden nach dem Motto: Das wird nicht honoriert.“

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk fordert die Krankenkassen auf, die Initiative der Kassenärztlichen Bundesvereinigung aufzugreifen und gemeinsam mit der Ärzteschaft die seit Jahren überfälligen Strukturen zu schaffen, damit endlich die medizinische Versorgung der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen in allen Regionen ausreichend gewährleistet werden kann. Damit bietet Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk seine Mitwirkung im Sinne des o.a. Statements an.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat vorgesehen, die KV-Initiative beim Pflegetreff am 16.11.2010 durch einen Vertreter der Kassenärztlichen Nordrhein vorstellen zu lassen. Vertiefend wird das Thema aber beim nachfolgenden Pflegetreff Anfang 2011 aufgegriffen, und zwar zusammen mit den Themen Arzneimittelversorgung (siehe PRISCUS-Liste, „weniger ist oft mehr“), Durchliegegeschwüre und Mangelernährung (siehe u.a. neue Studie der Universität Witten/Herdecke vom 13.10.2010), Mangelversorgung der Demenzkranken. Diese Themen werden, wie immer, auch im Zusammenhang mit dem Pflegenotstand zu beleuchten sein.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - Dozent für Pflegerecht

Die Medien berichten über die Mitteilung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk u.a. wie folgt:
http://www.presseanzeiger.de/infothek/g ... 400618.php
http://www.openpr.de/news/476444.html
http://www.openbroadcast.de/article/652 ... ungen.html
http://www.otextservice.com/medizin-ges ... ungen.html
http://www.traveldaily.de/blog/2010/10/ ... ichtungen/
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thorstein
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Beitrag von thorstein » 17.10.2010, 10:11

Bedauerlicherweise werden solche Unzulänglichkeiten von manchen Verantwortlichen aus Marketingerwägungen in Abrede gestellt.

Bei dieser Diskussion geht es zunächst einmal um die Pfründe der Hausärzte. Ein Hausarzt hat in einem Heim 10 Patienten, die besucht er 1x Woche und kann ensprechende Leistungen für Hausbesuche usw abrechnen. Darauf wollen die Hausärzte nicht verzichten. Also versucht man es mit einem anderen Modell. Jeden Tag ist ein anderer Hausarzt für die medizinischen Probleme jetzt aller HeimbewohnerInnen zuständig.

Ob sich damit die Qualität der ärztliche Versorgung verbessert, darf ausdrücklich bezweifelt werden. Selbst wenn allen beteiligten Ärzten alle Informationen über die Patienten vorliegen, gibt es einen enormen Interpretationsspielraum. Entscheidend wird daher sein, ob die Ärzte in der Lage sind, sich auszutauschen oder anfangen, sich gegenseitig ins Handwerk zu pfuschen.

Schon heute werden Heimbewohner durch sogenannte Medizinische Versorgungszentren betreut. Der Vorteil: Man erreicht tatsächlich rund um die Uhr einen Arzt. Allerdings kann es einem passieren, das man innerhalb von drei Tagen drei unterschiedliche Diagnosen und drei unterschiedliche Behandlungsmassnahmen von drei verschiedenen Ärzten erhält.

Nach meiner Überzeugung kann man multimorbide Patienten nicht angemessen nach Aktenlage behandeln. Ich plädiere daher nach wie vor für speziell ausgebildete Heimärzte.

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Ärztliche Versorgung in Altenheimen mangelhaft

Beitrag von WernerSchell » 31.10.2011, 19:58

Ärztliche Versorgung in Altenheimen mangelhaft

In Deutschland leben über 700.000 Menschen in Alten- oder Pflegeheimen. In Zukunft werden es noch mehr sein. In diesen Einrichtungen fehlt es an medizinischer Versorgung. Heimbewohner müssen deshalb unnötig oft in Kliniken überwiesen werden, wo die Pflegeleistungen lückenhaft sind (vgl. Top 1 2009). Mit Initiativen, Reformen und Gesetzen soll diesem Problem entgegengewirkt werden. Eine Verbesserung ist aber bisher nicht zu erkennen. Die Öffentlichkeit wird über die Probleme und mögliche Lösungen kaum informiert.
....
Vernachlässigung
Eine explizite Auseinandersetzung mit der mangelnden (fach-)ärztlichen Versorgung in Alten- und Pflegeheimen findet sich in kaum einem Medium. Es berichten – wenn überhaupt – Fachpublika für Ärzte und Pflegepersonal oder Lokalzeitungen über die Erprobung neuer Modelle. Eine differenzierte, intensive Beschäftigung mit dem Thema ist in den Massenmedien jedoch nicht zu finden.
...

Kommentare
Werner Schell, Vorsitzender des „Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk“:
„Meine Bemühungen, die Medien für konstruktive Berichte zur Pflege zu gewinnen, sind weitgehend fehlgeschlagen, weil Pflege ohne Skandal nicht interessant genug ist. Ich habe dieserhalb wiederholt Redaktionen angeschrieben und konkrete Fehlentwicklungen aufgezeigt. Bei einem Gespräch mit einem Chefredakteur einer großen Zeitung erfuhr ich, dass man durch Kundenbefragungen herausgefunden hat, über Pflege nicht unbedingt berichten zu müssen. Die LeserInnen seien daran nur eingeschränkt interessiert. Im Übrigen werden in Talkshow gerne immer wieder dieselben sogenannte Experten geladen, deren Gelaber man aber fast nicht mehr hören kann.“
...
Quelle: http://www.derblindefleck.de/index.php/ ... 011-top-5/
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Dieter Radke
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Ärztliche Versorgung in Heimen weiter nicht gut gesichert

Beitrag von Dieter Radke » 16.11.2011, 08:16

Aus Forum übernommen:
viewtopic.php?t=7200
Taube hat geschrieben:Dass die ärztliche Versorgung in den Heimen zu verbessern ist, weiß eigentlich jeder. Nur, die entscheidenden Veränderungen lassen seit Jahren auf sich warten.
Es wäre eigentlich fällig, dass das BMG jetzt im Rahmen von gesetzberischen Aktivitäten an das Thema heran geht. Aber nichts da.
Es gibt wohl eine Versorgungsgesetz, dass bestimmten Ärzte die "Pfründe" sichert, aber nichts wirklich verändert.
Ein Heimarzt, es wäre ja eine Art Anstaltsarzt, halte ich für nicht hilfreich. Er würde ja auch die freie Arztwahl einschränken. ...
Taube hat meiner Meinung nach eine gute Einschätzung abgeliefert. Mehr Ärzte müssen in die Heime, aber nicht per Hausanstellung. Das wäre im Kern die Abschaffung der Wahlfreiheit. Da es offensichtlich weiterhin gravierende Versorgungsdefizite gibt, ist es für die Schließung der Versorgungslücke "höchste Eisenbahn". Wo sind die Kranken- und Pflegekassen, die doch Druck machen könnten? Stattdessen befassen sie sich damit, sinnloserweise Arztrechnungen ins Netz zu stellen:
viewtopic.php?t=16601
Unglaublich.

Dieter
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Heim - Bürokratie und mangelnde Vergütung der Ärzte

Beitrag von Presse » 03.02.2012, 07:54

Bürokratie und mangelnde Vergütung erschweren Versorgung von Heimbewohnern
Die Betreuung der Menschen in ihrer letzten Lebensphase würdig zu gestalten, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Die ethische Verantwortung und die Kosten dafür können nicht allein die [...]
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48981

zum Thema
Pflegereform: Heimärzte sollen Zuschläge erhalten
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48864

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Heimbesuche durch Ärzte - bessere Vergütung

Beitrag von Presse » 04.02.2012, 07:48

Bayern: KV fordert bessere Vergütung für Heimbesuche

Vor allem im ländlichen Raum stoßen Hausärzte, die auch Patienten in Pflegeheimen betreuen,
oftmals an Kapazitätsgrenzen, so der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), Dr. Wolfgang Krombholz.
mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=803 ... tik&n=1666

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Honorierung von Heimärzten zu gering

Beitrag von Presse » 01.03.2012, 11:18

„Honorierung von Heimärzten zu gering“
Mittwoch, 29. Februar 2012
Berlin – „Die derzeitige Honorierung der vertragsärztlichen Leistungen in Pflegeheimen ist nicht geeignet, die medizinische Versorgung in den Heimen nachhaltig zu verbessern.“ Das erklärten die Forschungsstelle für Sozialrecht und Gesundheitsökonomie der Universität Bayreuth und das Zukunftsforum Demenz am Mittwoch in Berlin.
.... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49313

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Konkrete Verbesserungen in der Pflege gefordert

Beitrag von WernerSchell » 05.03.2012, 07:15

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Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.


Pflegeheime: Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk fordert konkrete Verbesserungen in der pflegerischen Versorgung der HeimbewohnerInnen

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat mit Datum vom 05.03.2012 ein Schreiben an die stationären Pflegeeinrichtungen (Pflegeheime) im Rhein-Kreis Neuss gefertigt und darin Verbesserungsmöglichkeiten in der pflegerischen und sonstigen Versorgung angesprochen. Eine pdf-Datei mit dem Brieftext steht auf Anfrage zur Verfügung. Es geht vornehmlich um folgende Themen:

• ärztliche Versorgung in den Heimen (mit Vermeidung von unnötigen Krankenhauseinweisungen),
• medikamentöse Versorgung der älteren und pflegebedürftigen Menschen,
• freiheitseinschränkende Maßnahmen (einschließlich Psychopharmaka zur Ruhigstellung) und
• Fort- und Weiterbildung der Krankenpflegekräfte zum Thema Demenz (offensichtlich gibt es Defizite).

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk würde es sehr begrüßen, wenn wir bei der Umsetzung der hiesigen Anregungen eine breite Unterstützung erfahren könnten. Es ist dabei auch daran gedacht, die Themen beim nächsten Pflegetreff am 15.05.2012 anzusprechen – siehe dazu die aktuellen Hinweise unter
viewtopic.php?t=16058
Bei diesem Treff wird zusätzlich das Thema „Entbürokratisierung in der Pflege“ anstehen. Wir wollen uns dann – hoffentlich mit zahlreichen engagierten Gästen – auch für eine Pflegereform einsetzen (demonstrieren), die diesen Namen verdient.

Es ist im Übrigen vorgesehen, die den Neusser Pflegeeinrichtungen unterbreiteten Vorschläge demnächst auch bundesweit bekannt zu machen. Möglicherweise wird es sich als sinnvoll ergeben, die Themen bei einem Pflegetreff Ende Oktober / Anfang November 2012 nochmals vertiefend zu erörtern und auch darzustellen, was erreicht worden ist.

Werner Schell
Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

Die vorstehende Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 032012.pdf

PS. Zu unserer Kritik an der geplanten Förderung von Wohngemeinschaften finden Sie eine aktuelle Texteinstellung unter folgender Adresse:
viewtopic.php?t=17041

+++
Diskussionen zum Thema möglich u.a. unter:
viewtopic.php?t=16756&highlight=fixierung
viewtopic.php?t=5281&highlight=fixierung
viewtopic.php?t=16457&highlight=fixierung
viewtopic.php?t=17041
viewtopic.php?t=3387&highlight=%E4rztliche
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Sozialforscher: 240.000 Demenzkranke werden ruhiggestellt

Beitrag von Gaby Modig » 01.04.2012, 06:56

Sozialforscher: 240.000 Demenzkranke werden ruhiggestellt

Ich begrüße es sehr, dass Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk in einem Anschreiben an die Heime im Rhein-Kreis Neuss deutliche Verbesserungen für pflegebedürftige Menschen, vor allem auch bei der Medikation, eingefordert hat. Man darf gespannt sein, ob und wie die diesbezüglichen Aktivitäten aufgegriffen werden:

Konkrete Verbesserungen in der Pflege gefordert
viewtopic.php?t=17044

Die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post brachte am 26.03.2012 genau zu dem Anliegen von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk einen Kurzbericht, dessen Titel vielsagend wie folgt lautete:

"Sozialforscher: 240.000 Demenzkranke werden ruhiggestellt"

Aus dem Bericht ergibt sich, dass nach Berechnungen der Universität Bremen rd. 1/4 Millionen Demenkranke inn Deutschland mit Psychopharmaka ruhiggestellt werden, um Geld und Personal zu sparen. "In diesen Fällen werden die Medikamente nicht verschrieben, um die Leiden der Patienten zu lindern, sondern um Personal einzupsaren und smit Heimbetreibern höhere Gewinne zu bescheren". So die Aussage des Sozialforschers Gerd Glaeske gegenüber der "Welt am Sonntag". Offensichtlich haben sich nun einige Verbände zu Wort gemeldet, und mehr Geld für die Absicherung von Demenzkranken gefordert.

Der medizinisch nicht begründbare Einsatz von Psychopharma, so, wie in Glaeske beschreibt, geht letztlich auf die miesen Pflege-Rahmenbedingungen zurück. Und insoweit ist der Gesetzgeber gefordert. Die nach den Stellenschlüsseln geforderten Personalstellen sind nach den Berichten der Heimaufsichten nahezu immer besetzt. Insoweit gibt es keine Lücken. Nein, die Stellenschlüssel reichen nicht und da liegt der "Hase im Pfeffer". Das wird leider bei allen kritischen Statements vergessen.

Ich denke, dass schnellstens gehandelt werden muss. Die jetzt geplante Neuausrichtung der Pflegeversicherung bringt insoweit nichts:

Neuausrichtung der Pflegeversicherung - Kabinettbeschluss
viewtopic.php?t=17124

Das muss mit größtem Bedauern gesagt werden. Und kaum jemand regt sich auf. Auch die Kanzlerin hat das sog. Pflege-Reformpaket von Herrn Bahr durchgewunken. Ist das Unwissenheit oder Ignoranz gegenüber den pflegebedürftigen Menschen?

Gaby Modig
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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Medikamentengabe bei pflegebedürftigen Menschen - oft zuviel

Beitrag von WernerSchell » 23.04.2012, 06:48

Text aus Forum
viewtopic.php?t=17044

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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".


Ein Zwischenruf!

Medikamentengabe bei pflegebedürftigen Menschen - oft zuviel und falsch

Zur Medikation bei pflegebedürftigen - meist älteren - Menschen gibt es in jüngster Zeit besorgniserrgende Studien und Bericht. Hinsichtlich der Fehlentwicklung bei der Medikation gibt es offensichtlich keine Erkenntnis-, sondern allenfalls Durchsetzungsprobleme. Und insoweit fehlt es oft am guten Willen der infrage kommenden Personen bzw. Institutionen. Dies geht alles zu Lasten der pflegebedürftigen Menschen und wird auf dem Rücken der Pflegekräfte und der Angehörigen ausgetragen.
Wir haben in den Neusser Pflegetreffs viewtopic.php?t=11655 wiederholt auch die Medikation angesprochen und haben überwiegend "taube Ohren" angetroffen. Nun hat Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk nach Kontaktaufnahme mit dem MDS eine modellhafte Initiative gestartet, um die ärztliche Versorgung mit der dazu gehörigen Medikation (einschließlich der freiheitseinschränkenden Maßnahmen - z.B. durch Psychopharmaka) auf den Prüfstand zu stellen. Es wurde, nachdem vor einigen Wochen die hiesige Pflegekonferenz kurz darüber beraten hat, beantragt, am 23.05.2012 die Gesundheitskonferenz mit der Angelegenheit zu befassen und dann - modellhaft - Maßnahmen zu ergreifen, die vielfach angesprochenen Probleme auflösen helfen. Sie finden dazu zahlreiche Beiträge im hiesigen Forum, z.B.:
Konkrete Verbesserungen in der Pflege gefordert viewtopic.php?t=17044
Medikamentöse Versorgung alter Menschen in Heimen viewtopic.php?t=16457
In den stationären Pflegeeinrichtungen werden wir die vielfach beklagten Pflegemängel nicht minimieren können, wenn es nicht endlich gelingt, mehr Personal auf den Weg zu bringen. Leider wird dieses Thema - wahrscheinlich aus Kostenerwägungen - ignoriert. Dennoch: Wir haben in den Heimen einen chronischen Pflegekräftemängel (und damit meine ich noch nicht einmal den vielfach beschriebenen und verstärkt auf uns zukommenden Fachkräftemangel), weil die Stellenschlüssel unzureichend sind. Man kann davon ausgehen, dass die Stellenschlüssel den wirklichen Bedarf in der Pflege nur zu rd. 70% abdecken. Dazu habe ich u.a. in zahlreichen Stellungnahmen, auch gegenüber dem BMG und den Abgeordneten des Bundestages, nähere Ausführungen gemacht. In meinem Buch "100 Fragen zum Umgang mit Mängeln in Pflegeeinrichtungen" habe ich das alles ebenfalls deutlich angesprochen: viewtopic.php?t=15822
Siehe auch unter viewtopic.php?t=16644

Werner Schell - Dozent für Pflegerecht
http://www.wernerschell.de - Pflegerecht und Gesundheitswesen -
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de - Menschenwürdige Pflege - jetzt und überall -
Infos auch bei http://www.facebook.com/

Aktuelle Hinweise
Pflegetreff am 15.05.2012, 18.00 - 20.00 Uhr, Kontakt Neuss-Erfttal - Pflegereform und Entbürokratisierung in der Pflege ... (weitere Infos folgen) … viewtopic.php?t=16058
Buchtipp! >>> Schell, Werner: "100 Fragen zum Umgang mit Mängeln in Pflegeeinrichtungen" viewtopic.php?t=15822
Pflegemängel – schnelle Hilfe für den Notfall viewtopic.php?t=15828

Siehe auch den TV-Tipp für den 23.04.2012
Mediziner warnen: Krank durch zu viele Vitaminpillen
Sendetermin: Montag, 23. April, 21.00 Uhr, NDR Fernsehen
viewtopic.php?t=17243
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Presse
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Hausarzt als Lotse im Heim kostet extra

Beitrag von Presse » 24.04.2012, 06:25

Köhler: Hausarzt als Lotse im Heim kostet extra
Die Pflegereform zwingt Ärzte und Kassen an den Verhandlungstisch: Sie sollen die ambulante ärztliche Versorgung in Heimen neu aufstellen.
Für den möglichen Mehraufwand fordern die Ärzte mehr Geld. Die Kassen sind dagegen. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=811 ... orm&n=1857

Gaby Modig
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Ärztliche Versorgung der Pflegeheimbewohner - mehr Geld?

Beitrag von Gaby Modig » 24.04.2012, 07:08

Die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post berichtet heute, 24.04.2012, zur ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen:

Mehr Arztbesuche für Pflegeheimbewohner
VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 24.04.2012 - Berlin (RP). Die Kassenärzte wollen die medizinische Versorgung von Pflegeheimbewohnern verbessern. Die rund 700 000 vollstationär dauerpflegebedürftigen Patienten in Deutschland sollen künftig jeweils von Teams aus Haus- und Fachärzten betreut werden, die sich untereinander fachlich austauschen und gemeinsam Bereitschaftsdienste für das jeweilige Heim organisieren. Dem Konzept der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zufolge sollen mindestens sechs bis acht Ärzte miteinander kooperieren, um die ständige Erreichbarkeit und lückenlose Versorgung der Patienten zu leisten.
.... mehr http://nachrichten.rp-online.de/wirtsch ... -1.2804628

Ich bin gespannt, wie sich die Versorgungsdiskussion weiter entwickelt. Offensichtlich geht es weniger um die Heimbewohner, sondern vornehmlich um zusätzliches Geld.

G.M.
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

Presse
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KBV stellt Konzept zur Versorgung von Heimbewohnern vor

Beitrag von Presse » 29.04.2012, 17:00

KBV stellt Konzept zur Versorgung von Heimbewohnern vor

Berlin – Die medizinische Versorgung für Heimbewohner verbessern möchte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). „Wir haben ein Konzept erarbeitet, bei dem ein Team von Haus- und Fachärzten in Zusammenarbeit mit den Pflegekräften eine zukunftssichere und qualitativ hochwertige Versorgung in Pflegeeinrichtungen sicher­stellen soll“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Köhler, bei der Vorstellung des Konzeptes heute in Berlin. .... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49943

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