Ärztliche Versorgung in Heimen oft mangelhaft!!

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Pflegebedürftige medizinisch besser versorgen

Beitrag von Presse » 11.09.2007, 17:18

Pflegebedürftige medizinisch besser versorgen

Sozialverband VdK begrüßt Pläne Ulla Schmidts zu Heimärzten
Zahlreiche Modellprojekte haben ergeben, dass ein Heimarzt zu einer erheblichen Verbesserung der medizinischen Versorgung in Pflegeheimen beiträgt. "Von dieser Möglichkeit sollte verstärkt Gebrauch gemacht werden. Die freie Arztwahl darf dadurch allerdings nicht eingeschränkt werden", erklärte der Präsident des Sozialverbands VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, zu den aktuellen Plänen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

Die erforderliche intensive medizinische Versorgung von pflegebedürftigen Menschen sowohl im haus- und fachärztlichen Bereich und insbesondere in Pflegeheimen weist erhebliche Defizite auf. In Pflegeheimen kommt es immer wieder zu unnötigen Krankenhauseinweisungen, weil Hausärzte aufgrund des eigenen Praxisbetriebs sowie nachts und an Feiertagen bei Problemen nicht sofort kommen können und der ärztliche Notdienst, der keinen Kontakt zu den Patienten hat, aus Sicherheitsgründen Einweisungen vornimmt. Hirrlinger: "Außerdem ist eine medizinische Unterversorgung bei Heimbewohnern mit psychischen Erkrankungen festzustellen, die nur zu einem geringen Teil in regelmäßiger psychiatrischer Behandlung sind."

Der Übergang vom Krankenhaus in die ambulante Versorgung ist nach wie vor durch Versorgungsbrüche gekennzeichnet, die kostenträchtig und belastend für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sind. VdK-Präsident Walter Hirrlinger forderte ein individuelles Entlassungsmanagements durch das Krankenhaus, das die Behandlungskontinuität sicherstellt. "Mit der Entlassung muss eine Einschätzung über den Pflegebedarf getroffen werden und eine individuelle Beratung über Pflege- und Unterstützungsangebote erfolgen."

Quelle: Pressemitteilung vom 11.9.2007
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Mehr zum Thema:
Pflegeeinrichtungen sollen eigene Ärzte bekommen
[09/2007] In stationären Pflegeeinrichtungen soll es nach dem Willen der Bundesgesundheitsministerin künftig eigene Ärzte geben.
http://www.vdk.de/cgi-bin/cms.cgi?ID=de ... f8LxDBGXLy

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Diskussion um die ärztliche Versorgung im Heim

Beitrag von Service » 24.09.2007, 14:11

Diskussion um die ärztliche Versorgung im Heim

Die ärztliche Versorgung von Heimbewohnern soll im Rahmen der Reform der Pflegeversicherung verbessert werden. Das Modell des im Heim angestellten Arztes wird allerdings kontrovers diskutiert. Kritiker wie die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) befürworten externe Lösungen. Für die KVB wären das die in Bayern geschaffenen Praxisverbünde, mit denen eine bessere Betreuung gewährleistet sei als mit einem alleine agierenden Heimarzt. Das Berliner Modell zeigt indes, dass auch mit dem Einsatz eines Heimarztes beachtliche Erfolge erzielt werden können.

Quelle: Vincentz Network, Hannover, http://www.vincentz.net
Vincentz Network GmbH & Co. KG, Plathnerstr. 4c, 30175 Hannover
Tel.: 0511 / 9910-108; Fax: 0511 / 9910-196
E-Mail info@vincentz.net

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Ärzte für die Versorgung in Pflegeheimen anstellen

Beitrag von Presse » 21.11.2007, 10:28

KV Hamburg soll Ärzte für die Versorgung in Pflegeheimen anstellen
Dienstag, 20. November 2007

Hamburg – In Hamburg haben viele niedergelassene Ärzte eine enge Bindung zu einem bestimmten Pflegeheim, in dem sie Bewohner betreuen. Darauf hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hamburg hingewiesen. Sie habe daher „mit Verwunderung“ den Vorschlag des SPD-Politikers Dirk Kienscherf zur Kenntnis genommen, sie solle Ärzte anstellen, die die medizinische Betreuung in Hamburger Pflegeheimen übernehmen sollten. ....
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=30513

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Ältere Menschen ... aussortiert oder gar abgeschoben

Beitrag von Marlene Böttinger » 27.12.2007, 07:55

Ältere Menschen ... aussortiert oder gar abgeschoben

Ich las dazu
Ältere, behinderte und chronisch kranke Menschen sehen sich als Verlierer der Gesundheitsreform
viewtopic.php?t=7661
Diese hier genannten Menschen leben zum Teil im Heim und sind offensichtlich doppelt betroffen. Einmal leiden sie - zumindest teilweise - unter den unsäglich schlechten Pflege-Rahmenbedingungen, dann kommt die nicht gute ärztliche Versorgung hinzu. Insoweit hat die Gesundheitsreform weitere Verschlechterungen gebracht. Unglaublich, aber wahr. Man muss sehr besorgt sein!
Und wer nimmt sich der Probleme an? Die Politiker bestimmt nicht - wir brauchen eine Bürgerbewegung, die für diejenigen eintritt, die nicht mehr leistungsfähig sind, aussortiert oder gar abgeschoben sind. Leider wird die Pflegereform auch keine Probleme wirklich lösen. Die grundlegenden Pflegeprobleme werden nicht angegangen.

Marlene

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Ärztliche Versorgung der HeimbewohnerInnen stärken

Beitrag von Herbert Kunst » 14.03.2008, 09:38

Ärztliche Versorgung der HeimbewohnerInnen stärken

Ich fand in der PHOENIX Diskussionsrunde am 13.3.2008 zum Thema
Pflege ohne Würde? - Das Geschäft mit den Alten
viewtopic.php?p=33078#33078
den Auftritt von Prof. Hirsch eigentlich gut gelungen. Obwohl er auch einige seiner längst bekannten Bemerkungen ablieferte, waren doch seine Aussagen hinsichtlich der (Mit)verantwortlich der Ärzte beachtlich und auch richtig. Dieser Punkt verdient eigentlich eine stärkere Beachtung. Warum werden meist nur die Pflegekräfte kritisiert und die Ärzte bleiben ungeschoren? Sind sie es nicht, die mit größter Zurückhaltung die ärztliche Versorgung in den Heimen wahrnehmen?
Ärztliche Versorgung in Heimen oft mangelhaft!!
viewtopic.php?t=3387&highlight=%E4rztliche
Ich denke, dieses Thema muss allseits stärke Beachtung finden. Die Krankenkassen müssen insoweit auch an ihre Verantwortung erinnert werden. Sie müssen die ärztliche Versorgung der HeimbewohnerInnen ordentlich finanzieren.

Gruß
Herbert Kunst
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

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Pflegereform - Grünes Licht für Qualitätsprogramme

Beitrag von Presse » 14.03.2008, 14:17

KVB-Chef Munte:
„Grünes Licht für Qualitätsprogramme“

München, 14. März 2008: Große Chancen für die künftige Gestaltung der ambulanten medizinischen Versorgung in den einzelnen Bundesländern eröffnet eine Neuregelung im Rahmen der Pflegereform. Darauf wies heute der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), Dr. Axel Munte, hin. Der Deutsche Bundestag verabschiedete heute Vormittag in Berlin das Gesetz zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung. Ein wesentlicher Bestandteil davon ist der neu ins Sozialgesetzbuch, Fünftes Buch (SGB V), aufgenommene Paragraph 136 Absatz 4. „Mit diesem ‚Qualitätsparagraphen’ erhalten wir die Möglichkeit, mit den Krankenkassen auf regionaler Ebene Vereinbarungen für eine bestmögliche Patientenversorgung zu treffen. Wir sind damit in der Lage, weiterhin anspruchsvolle Projekte zu realisieren – auch ohne auf das Plazet der Bundesebene zu warten“, erklärte Munte.

Der neu ins Gesetz aufgenommene Paragraph 136 (4) erlaubt es Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen laut der Begründung des Gesetzestextes, „für ihren Bezirk Qualitätsprogramme aufzulegen sowie erfolgreich etablierte Qualitätsoffensiven fortzuführen bzw. weiterzuentwickeln“. Als einer der wesentlichen Gründe für die Ergänzung des Gesetzes an dieser Stelle wurden die erfolgreichen Qualitätsprogramme Bayerns, unter anderem in der Mammographie und der Koloskopie, genannt. „Wir haben diese Programme alle gegen erhebliche Widerstände konzipiert und umgesetzt. Das wird sich mit der Neuregelung nun ändern. Wir haben nun auch für die Zeit nach dem 1. Januar 2009 ein solides Fundament, auf dem wir mit den Krankenkassen über weitere Qualitätsmaßnahmen im Bereich der ambulanten Medizin verhandeln können“, so KVB-Chef Munte.

Aus seiner Sicht könnte diese Entscheidung des Bundestags eine „Wiedergeburt des KV-Systems“ einläuten. So hatte das zum 1. April 2007 in Kraft getretene GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz eigentlich die weitestgehende Entmachtung der Kassenärztlichen Vereinigungen sowie eine stark zentralistisch gesteuerte Staatsmedizin vorgesehen. Nun würden die Karten neu gemischt, wie Munte verdeutlicht: „In vielen Gesprächen mit verantwortlichen Politikern auf Bundes- und Landesebene habe ich das deutliche Signal erhalten, dass der von mir proklamierte Weg einer differenzierten, streng an Qualitätsvorgaben orientierten Honorierung ärztlicher Leistungen voll mitgegangen wird. Dies wurde jetzt mit der Verabschiedung unseres ,Qualitätsparagraphen’ deutlich. Wer Spitzenleistungen bringt, muss dafür auch überdurchschnittlich gut verdienen können, und umgekehrt. Wie aktuell unser Sonographie-Rezertifizierungs-programm zeigt, sind sehr viele Haus- und Fachärzte in Bayern ebenfalls dieser Meinung.“

Quelle: Pressemitteilung vom 14.3.2008
http://www.kvb.de/servlet/PB/menu/1108761/index.html

Siehe auch unter
Würdevolle Pflege - Reformbeschluss unzureichendviewtopic.php?p=33104#33104

Lutz Barth
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Ärztliche Versorgung der HeimbewohnerInnen stärken!

Beitrag von Lutz Barth » 15.03.2008, 08:10

... so zu Recht der Hinweis von H. Kunst.

In der Tat muss festgestellt werden, dass vielfach die ärztliche Betreuung gerade bei den stationäre betreuten Bewohnern zu wünschen übrig lässt. Dies hängt von vielfachen Bedingungen ab, wenngleich m.E. renommierte Pflegerechtler hierzu u.a. den Weg geebnet haben.

Dass die ärztiche Betreuung des Bewohners vielfach nur dann adäquat erfolgen kann, wenn zugleich die Arzt - Pfleger - Beziehung in einer soliden Kooperationbeziehung aufgegangen ist, liegt auf der Hand. Dabei scheint es nicht nur nicht förderlich zu sein, ggf. Weisungsrechte des Arztes ggü. dem Pflegepersonal zu verneinen, sondern dieser Umstand beruht nicht selten auf beachtliche Rechtsirrtümer. Bis zum gegenwärtigen Tage ist es z.B. Altenpflegerechtlern nicht gelungen, überzeugend darzulegen, warum es keine Weisungsrechte des Arztes geben soll. Vielfach wird behauptet, als treffen die Träger die Entscheidung darüber, ob ggf. medizinisch behandlungspflegerische Maßnahmen angeboten werden und dass hieraus gleichsam eine hohe Verantwortung folgt. Dem mag im begrenzten Rahmen zugestimmt werden, wenngleich die Arzt - Patienten - Beziehung des in einer Einrichtung vom Arzt betreuten Bewohners hiervon unberührt bleibt.

Paradigmatisch für eine Fehlentwicklung im Altenpflegerecht steht insbesondere der Ansatz von Klie, der in seinem pflegerechtlichen Lehrbuch hierzu eine bedenkliche Auffassung vertritt. Sofern der Arzt einem Mitarbeiter der stationären Altenpflege Weisungen mit Blick auf die Betreuung seines Patienten erteilt, sind diesen freilich Folge zu leisten. Die gegenteilige Auffassung von Klie überzeugt indes nicht, mal ganz abgesehen davon, dass er schon mal in Urteilsbesprechungen den Praxistipp erteilt, ggf. die Leistungsgrenzen des Heimes in behandlungspflegerischen Fragen zu überschreiten. >>>

http://www.openpr.de/news/146681/Fehlen ... stoma.html

Vgl. dazu weiterführend etwa die diesseitigen Ausführungen unter >>>
http://www.iqb-info.de/Pflegemaengel_un ... schung.pdf

Derart unreflektierte Rechtsmeinungen tragen nicht unbedingt zur zwingend gebotenen Rechtssicherheit der Pflegenden, aber auch der Ärzte bei.

Lutz Barth
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Fachärztemangel im Pflegeheim - TV-Tipp 18.08.2008

Beitrag von WernerSchell » 18.08.2008, 17:32

REPORT MAINZ bringt am Montag, den 18.08.2008, um 21:45 Uhr im Ersten u.a. voraussichtlich folgendes Thema:

Stiller Boykott - Warum Fachärzte sich weigern, Patienten im Pflegeheim zu behandeln

Moderation: Fritz Frey

Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen fordert mehr Geld für Hausbesuche von Fachärzten
SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wirft KV „Erpressung“ vor.


Mainz. Der SPD Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wirft der kassenärztlichen Vereinigung „Erpressung“ vor. Der Grund: Immer weniger Fachärzte besuchen Patienten in Pflegeheimen. Das berichtet das ARD Politikmagazin REPORT MAINZ in seiner Sendung am 18. August 2008 im Ersten. Ärzte kritisieren eine zu niedrige Honorierung der Hausbesuche. Für den ersten Besuch im Quartal würden 17 Euro vergütet, für den zweiten nur noch sechs Euro, sagen Ärzte gegenüber REPORT MAINZ.

In einem Schreiben der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen an den Wiesbadener Seniorenbeirat heißt es: „Die Versorgungswirklichkeit stellt sich dann so dar, dass behandlungsbedürftige ältere Bürger mit Krankentransport in die Facharztpraxis gefahren werden, wo sie umfassend versorgt werden und danach wieder per Krankentransport zurück gefahren werden“. Für Hin- und Rückfahrt entstünden Kosten von insgesamt 190 Euro. Transporte stellen für alte und pflegebedürftige Menschen eine hohe Belastung dar und sind häufig mit Schmerzen verbunden. Nach Recherchen des ARD Politikmagazins REPORT MAINZ sind viele dieser Fahrten in die Praxis des niedergelassenen Facharztes völlig überflüssig, da es sich um Routinehandgriffe handelt. Ein Beispiel ist der Wechsel des Blasenkatheters durch einen Urologen.

Der SPD Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kritisiert das Vorgehen der Mediziner: „Die Fachärzte, die das tun und auch die kassenärztlichen Vereinigungen, die dies dulden, versuchen die Politik zu erpressen. Sie sagen, wenn wir keine höheren Honorare bekommen, verursachen wir so hohe Transportkosten, selbst wenn das Schmerzen für die Patienten bedeutet, dass die Politik zum Schluss nachgeben wird. Und das ist eine Erpressung, auf die wir als Gesundheitspolitiker nicht reagieren werden, indem wir sagen, ihr bekommt, was ihr wollt.“ Die Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Margita Bert, verteidigt dagegen das Vorgehen der Mediziner: „Ich glaube, da geht es zum Teil auch um ein Prinzip, dass man sich nicht mehr ausbeuten lassen möchte.“ Auch die Krankenkassen kritisieren die kassenärztliche Vereinigung: „Es ist genügend Geld im System. Es stellt sich gegebenenfalls die Frage der Verteilung innerhalb des Systems. Das ist aber in erster Linie eine innerärztliche Angelegenheit“, erklärte AOK Sprecher Ralf Metzger gegenüber REPORT MAINZ.
http://www.swr.de/report/presse/-/id=11 ... index.html

Vgl. auch in diesem Forum
Ärztliche Versorgung in Heimen oft mangelhaft!!
viewtopic.php?t=3387&highlight=%C4rztemangel
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Fachärztemangel im Pflegeheim - TV-Tipp 18.08.2008

Beitrag von Service » 20.08.2008, 06:28

WernerSchell hat geschrieben: ... REPORT MAINZ [/b]bringt am Montag, den 18.08.2008, um 21:45 Uhr im Ersten u.a. voraussichtlich folgendes Thema: Stiller Boykott - Warum Fachärzte sich weigern, Patienten im Pflegeheim zu behandeln ...
Die Manuskripte und Videos von REPORT MAINZ vom 18.08.2008 sind nun online verfügbar; u.a.:
Stiller Boykott: Warum Fachärzte sich weigern, Patienten im Pflegeheim zu behandeln
http://www.swr.de/report/-/id=233454/ni ... index.html

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Der Facharzt kommt nur selten ins Heim

Beitrag von Presse » 21.10.2008, 06:50

Übernahme aus Forum
viewtopic.php?p=38282#38282

Ärzte Zeitung, 21.10.2008
Interview
"Der Facharzt kommt nur selten ins Heim"

Demenzkranke bekommen, wenn sie einmal in ein Pflegeheim eingezogen sind, kaum mehr einen Facharzt zu sehen. Die meisten erhalten auch keine Antidementiva. Daran wird, fürchtet Günther Sauerbrey, Vice President bei Merz Pharmaceuticals, wohl auch die jüngste Pflegereform nichts ändern.
...
(weiter lesen unter)
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=515356

Siehe auch unter
Ärztliche Versorgung in Heimen oft mangelhaft!!
viewtopic.php?t=3387&highlight=%C4rztliche
viewtopic.php?t=6923&highlight=%C4rztliche

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Facharztversorgung mit Defiziten

Beitrag von WernerSchell » 18.11.2008, 08:33

Siehe Forum Werner Schell:
viewtopic.php?t=10320
GEK Pflegereport 2008
Fast jeder Zweite wird pflegebedürftig
...
Facharztversorgung mit Defiziten
Bei der medizinischen Versorgung in Heimen fiel den Wissenschaftlern die Diskrepanz zwischen hausärztlicher und fachärztlicher Versorgung ins Auge: Zwar wird jeder Heimbewohner einmal im Quartal von einem Hausarzt untersucht. Pflegebedürftige mit psychischen Störungen oder Parkinson-Syndrom kommen allerdings nur 2,5 mal pro Jahr mit einem Neurologen oder Psychiater in Kontakt - aus medizinischer Sicht zu selten.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Fachärzte lassen Heimpatienten im Stich

Beitrag von Ärztliche Praxis » 04.02.2009, 17:42

Auswirkungen der Honorarreform in Bayern
Pflegeverbände: Fachärzte lassen Heimpatienten im Stich


04.02.09 - Die Pflegeverbände in Bayern erheben schwere Vorwürfe: Fachärzte würden Hausbesuche in Heimen verweigern. Die Ärzte bestreiten den Vorwurf, weisen aber auf die untragbare Honorarsituation hin. Am 17. Februar 2009 sollen deshalb alle Praxen geschlossen bleiben.
Die Kritik an den Fachärzten kommt von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern (LAGFW), zu der Awo, Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie, der Paritätische und die Israelitische Kultusgemeinde gehören. Interne Abfragen hätten ergeben, dass Fachärzte im Freistaat seit Anfang des Jahres tatsächlich Besuche im Pflegeheim verweigern, weil diese sich nicht mehr rechneten.

"Krank, pflegebedürftig und trotzdem kommt der Facharzt nicht - das ist Realität in Bayern", heißt es in einer Mitteilung. Das gelte nicht nur auf dem Land, wo es ohnehin zu wenige Ärzte gebe, sondern auch in Städten. "Die Mediziner nehmen unsere Pflegebedürftigen der Politik gegenüber quasi in Geiselhaft", kritisierte die LAGFW-Vorsitzende Christa von Thurn und Taxis.

Mit dem Krankenwagen zum Katheterwechsel
Pflegeeinrichtungen seien bereits gezwungen, ihre Bewohner mit dem Krankenwagen zum Facharzt zu fahren, nur damit etwa ein Katheter gewechselt werde. Das verursache zusätzliche Kosten im Gesundheitssystem. "Damit ist das Verhalten der Ärzte nicht nur moralisch fragwürdig, sondern auch ökonomisch unsinnig", findet von Thurn und Taxis.

Die Fachärzte wiesen den Vorwurf zurück. Ohne einen vorherigen Ruf des Hausarztes könnten Fachärzte nur in Ausnahmefällen in Pflegeheimen tätig werden, erklärte die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) Bayern, der Dachverband der Mediziner.

GFB will das Prinzip RLV bekämpfen
In puncto Honorar allerdings sieht auch die GFB erheblichen Nachregelungsbedarf. Für den 17. Februar 2009 hat die Gemeinschaft die niedergelassenen Fachärzte deshalb zu Praxisschließungen aufgerufen. Die Ärzte sollten an einem "Tag der Fortbildung- und der Information" teilnehmen.

"Die Verärgerung der bayerischen Fachärzte ist immens", erklärte der GFB-Landesvorsitzende Thomas Scharmann. Eine vernünftige medizinische Versorgung ließe sich nicht "für den Preis eines Haarschnitts" aufrecht erhalten. Das Prinzip Regelleistungsvolumen (RLV) müsse deshalb wieder abgeschafft werden.

Gesamtvergütung soll kurzfristig deutlich steigen
Vor einem großen Reformentwurf müssten aber auch ganz akut die Probleme der niedergelassenen gelöst werden. Deshalb schlägt Scharmann vor, die RLV "von den Vorwegabzügen zu entkoppeln". Momentan nämlich werden von der Gesamtvergütung zunächst einige Teile beiseite gelegt - etwa für extrabudgetäre Leistungen, RLV-Überschreitungen oder neu zugelassene Ärzte. Was übrig bleibt, wird zur Errechnung der RLV benutzt.

Scharmanns Vorschlag würde darauf hinauslaufen dass zunächst ein Fallwert für alle Facharztgruppen definiert wird (der natürlich höher liegen sollte als die aktuellen) und dann die RLV berechnet werden. Parallel würden die Summen für die anderen Honorarteile errechnet. Das Ergebnis wäre schlicht und einfach eine Erhöhung der Gesamtvergütung - die Kassen würden sich freuen.

Von den Kassen fordert Scharmann außerdem neue Struktur- und Sonderverträge. Für diese Verträge müsse zusätzlich Geld zur Verfügung gestellt werden - bei den Hausarztverträgen scheint das ja auch zu klappen.

dpa / GFB / chy

Quelle: Zeitung "Ärztliche Praxis" vom 4.2.2009
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_ ... 349094.htm
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Ärztliche Versorgung in Pflegeheimen nicht akzeptabel

Beitrag von ProPflege » 20.02.2009, 10:44

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Ansprechpartner: Werner Schell
Harffer Straße 59 – 41469 Neuss. - Tel.: 02131/150779
Fax: 02131/167289 - E-Mail: ProPflege@wernerschell.de
Internet: http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

Neuss, den 20.02.2009

An die Rheinische Post

Leserbrief zu Artikel
"Ärzteprotest - Laumann will Honorarreform kippen"
20.02.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich übersende Ihnen hiermit die nachfolgende Leserzuschrift. Das Thema wurde auch beim Neuss-Erfttaler Pflegetreff am 17.02.2009 angesprochen. Siehe dazu die Berichte, u.a. der NGZ unter.
viewtopic.php?t=10135
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 022009.htm
Das Thema "Ärztliche Versorgung in Pflegeheimen" wird seit längerer Zeit im Forum Werner Schell diskutiert - siehe unter
Ärztliche Versorgung in Heimen oft mangelhaft!!
viewtopic.php?t=3387&highlight=%E4rztliche
Ein von mir angeregter "Arbeitskreis ärztliche Versorgung in den Heimen", angesiedelt bei der Gesundheitskonferenz des Rhein-Kreises Neuss, ist offensichtlich "stillgelegt" worden (auf Betreiben der Heimträger, der Krankenkassen?).
Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell

Leserzuschrift:

Verschlechtert sich die ärztliche Versorgung in Pflegeheimen weiter?

Nach einer Studie von September 2005 (Hallauer, Bienstein, Lehr, Rönsch: "SÄVIP - Studie zur ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen", Vincentz Verlag, Hannover 2005) besteht hinsichtlich der ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen deutlicher Optimierungsbedarf. Die Studie vergibt hinsichtlich der fachärztlichen Versorgung die Note: mangelhaft. An den Aussagen dieser Situation hat sich bis heute nichts geändert, eher gibt es eine weitere Verschlechterung!

Die seit Anfang 2009 geltenden neuen Honorierungsstrukturen für Kassenärzte sehen zumindest für die westdeutschen Ärzte zum Teil einschneidende Vergütungseinbußen vor, so dass die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen in Heimen ernstlich in Gefahr ist. Es muss befürchtet werden, dass noch mehr HeimbewohnerInnen "ohne medizinische Not" mit aufwendigen Krankentransporten in Krankenhausversorgungen überführt werden, nur weil eine ambulante Versorgung nicht (mehr) funktioniert. Der erst kürzlich vorgelegte GEK-Pflegereport 2008 spricht ebenfalls von einer ärztlichen Versorgung mit Defiziten. Bedauerlich auch, dass die nach § 119b Sozialgesetzbuch (SGB) V geltende Vorschrift, die Sicherstellung einer ausreichenden ärztlichen Versorgung von pflegebedürftigen Versicherten in der Pflegeeinrichtung durch Verträge bzw. Kooperationsvereinbarungen anzustreben, offensichtlich nicht genutzt wird.
Wir brauchen daher eine Offensive zur Optimierung der ärztlichen Versorgung zu Gunsten pflegebedürftiger Menschen! "Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk" macht sich dafür stark - wir brauchen Unterstützer!

Werner Schell, Vorstand "Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk" und Dozent für Pflegerecht, Harffer Str. 59, 41469 Neuss - Telefon 02131 / 150779
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
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Altenheim Web-TV, Vincentz Network, Hannover

Beitrag von WernerSchell » 10.03.2009, 16:23

Altenheim Web-TV, Vincentz Network, Hannover:

Der Arzt im Heim - Möglichkeiten im Pflege- Weiterentwicklungsgesetz
Interview mit Ronald Richter, Rechtsanwalt, Hamburg
» Film ansehen (01/2009)
http://www.altenheim.vincentz.net/_misc ... fm?pk=2371
Prüfungen durch den MDK – was Heimleiter wissen müssen
Interview mit Rechtsanwalt Dr. Markus Plantholz, Hamburg
» Film ansehen (03/2009)
http://www.altenheim.vincentz.net/_misc ... m?pk=21845
Das neue Begutachtungsverfahren zur Pflegebedürftigkeit
Interview mit Paul-Jürgen Schiffer (vdek), Mitglied des Beirates zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs
» Film ansehen (03/2009)
http://www.altenheim.vincentz.net/_misc ... m?pk=21846
Quelle: Altenheim Online
http://www.altenheim.vincentz.net/
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Schmidt beharrt auf Vorrang für Heimärzte

Beitrag von Presse » 26.03.2009, 08:39

Ärzte Zeitung, 25.03.2009

Schmidt beharrt auf Vorrang für Heimärzte
Ministerin sieht Defizite bei ärztlicher Heimversorgung

Berlin (ami). Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ist mit der ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen nicht zufrieden.

"Ein Allgemeinmediziner mit geriatrischer Ausbildung gehört in jede Einrichtung", sagte Schmidt bei der AOK-Diskussionsveranstaltung "Leben im Alter - Perspektiven in der Pflege" in Berlin. Das Pflegeweiterentwicklungs-Gesetz hat geregelt, dass Heime mit Vertragsärzten fest zusammenarbeiten können. Nur falls sie keinen Vertragsarzt für eine Kooperation gewinnen, dürfen sie selbst einen Arzt anstellen. ... (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=539352

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