Ärztliche Versorgung in Heimen oft mangelhaft!!

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

Rob Hüser
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Kooperation der Heime mit Krankenhäusern?

Beitrag von Rob Hüser » 01.04.2007, 18:35

Dass die ärztliche Versorgung in allen Heimen entscheidend verbessert werden muss, ist wohl unumstritten.
Die Zeitschrift CAREkonkret berichtete nun am 27.3.2007 darüber, dass eine Ambulanzärztin die gerontopsychiatrische Versorgung in einem Heim verbessert hat. Das Ergebnis ist: Die Bewohner brauchen weniger Psychopharmaka, Pflegekräfte gewinnen Wissen, die Kassen sparen Geld.
"Es gibt sicher in vielen Heimen eine gute ärztliche bzw. psychiatrische Versorgung. Von einer flächendeckenden adäquaten Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland kann indes nicht die Rede sein", meint die Ärztin Christiane Wehner. Damit sich das in Bochum ändert, kooperiert das dortige Martin-Luther-Heim der Inneren Mission, das sich auf die Betreuung demenzkranker Menschen spezialisiert hat, mit ihr als Vertreterin der Augusta-Krankenanstalten, einem Allgemeinkrankenhaus (
Quelle: CAREkonkret).
Die Bochumer Kooperationsregelung könnte/sollte andere Heime anregen, in ähnlicher Weise zu verfahren. Zumindest dürfte es sich lohnen, über eine solche Regelung nachzudenken, die Möglichkeiten konkret vor Ort auszuloten.

Rob Hüser

VDAB

Berliner Ärztekammer beklagt Defizite in der Pflege

Beitrag von VDAB » 04.04.2007, 06:53

Berliner Ärztekammer beklagt Defizite in der Pflege
VDAB: Strukturelle Zwänge behindern gute Pflege


Defizite und Missstände in der Pflege sind die Regel – so lautet das pauschale Fazit der Podiumsdiskussion „Altern in Würde“ der Berliner Ärztekammer am 22. März, über die der Tagesspiegel Berlin in seiner Ausgabe am Folgetag berichtet. Defizite in der Pflege seien ein strukturelles Problem, das Personal überlastet. In den Einrichtungen werde oft mehr Wert auf Sauberkeit als auf menschliche Zuwendung gelegt, so die verbreitete Meinung der Podiumsredner. Bewohner müssten sich strengen Heimregeln „unterwerfen“, was vielfach zum „Verlust ihrer eigenen Biografie“ führe. Ärzte „machten oft einen Bogen ums Heim“, es mangele an Honorar für die Heimbesuche. Abhilfe schaffen könne ein laufendes Pflegeprojekt mit 40 Berliner Pflegeheimen, in dessen Rahmen Ärzte fest in Pflegeheimen angestellt sind.

„In der Tat sind vorhandene Defizite in der Pflege ein strukturelles Problem“, betont Wolfgang Grefe, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin-Brandenburg des Verbandes Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB). „Pflege lässt sich nicht in feste Strukturen pressen, genau dies jedoch geschieht aufgrund überwiegend externer bürokratischer Vorgaben. Diese behindern die Flexibilität des Pflegepersonales bei der Betreuung und rauben viel Zeit, die besser für menschliche Zuwendung eingesetzt wäre.“ Der Fokus gehöre daher klar und deutlich auf die Ergebnisqualität der Pflege und Betreuung gelegt.
Der Vorwurf, Bewohner müssten sich „strengen Heimregeln unterwerfen“, sei absurd, so Grefe. Eine gute moderne Pflegeeinrichtung stelle die Individualität des Bewohners in den Vordergrund, denn sie ist ein wichtiger Garant für dessen Zufriedenheit und Wohlbefinden.

„Das genannte Berliner Modell zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung in vollstationären Pflegeeinrichtungen sehen wir als zukunftsträchtig an“, so Grefe weiter. Im Rahmen der anstehenden Pflegereform müsse die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Einrichtungen langfristig auf eine solide Grundlage gestellt werden. „Voraussetzung dabei ist: Die anfallenden Kosten dürfen nicht zu Lasten der Einrichtungen und deren Bewohner gehen, sondern müssten vollständig durch die Krankenkassen getragen werden.“
Die Ergebnisse des Berliner Modellprojektes sind positiv, resümiert Grefe. Um eine verbesserte ärztliche Betreuung in Pflegeeinrichtungen zu erreichen, sei jedoch auch die Ärztekammer gefordert, ihre Mitglieder zu mehr Initiative und Hingabe aufzurufen. Durch eine frühzeitige Prävention werde die Lebensqualität der Bewohner weiter verbessert. Daneben helfe das Modell den Krankenkassen bei der Kosteneinsparung.

Quelle: Pressemitteilung vom 3.4.2007
Nicole Meermann
Pressereferentin
___________________________________________________
Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB)
Bundesgeschäftsstelle Essen
Im Teelbruch 132
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Fax: 0 20 54 - 95 78 40
e-mail: nicole.meermann@vdab.de
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Uni Witten/Herdecke

Demenzpatienten werden in Pflegeheimen falsch behandelt

Beitrag von Uni Witten/Herdecke » 04.04.2007, 06:57

Demenzpatienten werden in Pflegeheimen falsch behandelt
Mediziner der Universität Witten/Herdecke bemängeln in ihrer Studie eine "fragwürdige Versorgung" und plädieren für Strategien zur Qualitätssteigerung


Die medizinische Behandlung von Menschen mit Demenz in Pflegeheimen muss dringend verbessert werden. Dies gilt umso mehr, wenn die Betroffenen, was häufig vorkommt, noch an weiteren Krankheiten leiden. Zu diesem Schluss kommen PD Dr. Annette Welz-Barth und Prof. Dr. Ingo Füsgen vom Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "European Journal of Geriatrics". Die Mediziner hatten in zwei Heimen die Versorgung derjenigen Demenzpatienten untersucht, bei denen zusätzlich eine Inkontinenz vorlag. In den allermeisten Fällen wurden die Krankheitsursachen falsch zugeordnet. Darüber hinaus konstatiert die Studie eine fragwürdige medizinische Versorgung und einen unangemessenen Einsatz von Medikamenten.

In den beiden untersuchten Einrichtungen der stationären Altenhilfe lebten rund 600 Bewohner. Knapp die Hälfte von ihnen war dement bei einer gleichzeitig bestehenden Inkontinenz. Ziel der Studie war die Erfassung von Daten im Hinblick auf folgende Kriterien: Zuordnung der Krankheitsursachen (ärtiologische Zuordnung), Schweregraderfassung, Versorgungs- und Behandlungsstrukturen sowie Medikation unter dem Aspekt des gleichzeitigen Bestehens mehrerer Krankheiten (Co-Morbidität). Fast 80 Prozent der ausgewählten Bewohnergruppe befanden sich in den Pflegestufen II oder III und waren somit schwer pflegebedürftig. Mehr als 80 Prozent hatten einen mittleren bis schweren Ausprägungsgrad der Demenz.

Bei den meisten Patienten lag jedoch keine Ursachenzuordnung vor - eine Diagnose, um welche Demenzform es sich handelt, fehlte also. Vergleichbares galt für die Inkontinenz, die in nur zwei Prozent der Fälle diagnostisch entsprechend zugeordnet und eingeordnet und in nur fünf Prozent der Fälle spezifisch mit Medikamenten behandelt wurde. Mehr als 40 Prozent litten unter einer Doppelinkontinenz, das heißt Stuhl- und Harninkontinenz, wobei im Bereich der Stuhlinkontinenz und auch bei Vorliegen einer chronischen Verstopfung die medizinische Versorgung ebenfalls fragwürdig war. Auch die medikamentöse Versorgung bei entsprechenden Vielfacherkrankungen erwies sich häufig als nicht adäquat: Erkrankung und Medikament passten nicht zusammen, oder es gab Defizite bei der Dosierung und der Medikamentendauer.

"Auch die vorliegenden Daten weisen auf medizinisch unzureichende Versorgungsstrukturen hin. Es ist notwendig, über Strategien zur Steigerung der medizinischen Qualität in der Behandlung dementer inkontinenter Altenheimbewohner nachzudenken und Konsequenzen zu ziehen", resümiert Dr. Annette Welz-Barth. Reformen seien vor dem Hintergrund der alternden Gesellschaft dringend erforderlich. Schon heute hätten, so Welz-Barth, bis zu 70 Prozent der deutschen Altenheimbewohner eine Demenz. Die Expertin für Altersmedizin (Geriatrie) arbeitet wie ihr Fachkollege und Wittener Lehrstuhlinhaber Prof. Füsgen an den Kliniken St. Antonius, Wuppertal, einer kooperierenden Klinik der Universität Witten/Herdecke.

Referenz:
Annette Welz-Barth, Ingo Füsgen: Dementia patients in nursing homes,
European Journal of Geriatrics, Vol. 9 (2007), Supplementum, S. 23-28

Weitere Infos:
PD Dr. Annette Welz-Barth, Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke, Kliniken St. Antonius (Hauptsitz Wuppertal), 0202/299-4510,
margit.dasberg@antonius.de

Bernd Frye, Pressestelle
Private Universität Witten/Herdecke gGmbH
03.04.2007

siehe auch unter
viewtopic.php?t=6314

Herbert Kunst
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"Die Pflege muss den Arzt anstoßen"

Beitrag von Herbert Kunst » 14.04.2007, 08:50

Die Zeitschrift CAREkonkret hat in ihrer Ausgabe vom 13.4.2007 die neueste Studie der Universität Witten/Herdecke aufgegriffen und kritisch berichtet:

Studie bemängelt die medizinische Versorgung und Behandlung in Heimen
"Die Pflege muss den Arzt anstoßen"


Die vorgelegte Studie belegt erneut eindrucksvoll, dass die ärztliche Versorgung in den Heimen nicht in Ordnung ist, deutlich verbessert werden muss. Insbesondere scheinen die dementiell erkrankten Menschen unter der unzureichenden ärztlichen Versorgung zu leiden.
Es wird empfohlen, dass die Pflegekräfte die Ärzte stärker einbinden sollen. Dies halte ich so nicht für akzeptabel. Wieso sollen die Pflegekräfte die Antreiber für die Ärzteschaft sein. Die Ärzte müssen ihre Aufgaben / Pflichten aus eigener Überzeugung erfüllen und sollten m.E. nicht immer nur gedrängt werden. Die Ärzteschaft musss endlich kapieren, dass sie für die Diagnostik und Therapie auch der Heimbewohner zunächst einmal selbst und vorrangig in der Pflicht steht.

Herbert Kunst
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

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Zahnbehandlung im Altenheim soll verbessert werden

Beitrag von Presse » 19.04.2007, 07:54

Zahnbehandlung im Altenheim soll verbessert werden
Die Vorsorge in Pflegeeinrichtungen ist noch stark ausbaufähig – Die Stadt will Heimträger zum Handeln drängen


Die Stadt will den Druck auf Träger von Pflegeheimen erhöhen, damit diese sich mehr um die Zähne ihrer Bewohner kümmern. Sowohl die Vorsorge, als auch die Behandlung von Zahnproblemen sollen verbessert werden. „Alle Bewohner müssen flächendeckend zahnärztlich gut versorgt sein“, fordert Gertrud von Gaessler, Leiterin des Amtes für Soziale Sicherung. Immer noch hätten erst 72 Prozent der Alten- und Pflegeheime ihr Personal schulen lassen. Dabei seien die Angebote vorhanden.

Viele Pflegebedürftige bleiben lange unbehandelt. Treten Beschwerden mit dem Zahnersatz auf, benutzen die Senioren oft einfach ihre Prothesen nicht mehr. Bei anderen, die noch eigene Zähne haben, treten irreparable Schäden auf. Die Folge sind vermeidbare Operationen und Klinikaufenthalte.

...
Weiter unter
http://www.merkur-online.de/regionen/ms ... 85246.html

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Zahnbehandlung bei ältereren Menschen ..

Beitrag von Rob Hüser » 19.04.2007, 07:58

Die Zahnbehandlung ist eigentlich bei älteren Menschen ohnehin oft ein Problem. Wenn sie denn im Heim wohnen, ist die Situation nahezu aussichtslos. Jetzt kümmert sich wohl kaum jemand so richtig um die Verbesserung der Zahngesundheit. Diese ist dann wohl nicht nur mangelhaft, sondern total ungenügend. Auch insoweit sind kräftige Anstrengungen zu einer Verbesserung der Situation dringend geboten!

R.H.

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Beitrag von Elke » 20.04.2007, 07:44

...... davon waren auch wir einmal betroffen:

Erfahrungsbericht
Ehemann Hirnblutung 1995, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie, Epilepsie, Pflegestufe 3. Pflege Zuhause

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Ärztliche Versorgung in Pflegeheimen - Praxisverbünde

Beitrag von Presse » 20.04.2007, 18:45

Praxisverbünde garantieren ärztliche Versorgung in Pflegeheimen auf hohem Niveau

München, 20. April 2007: Der BKK Landesverband Bayern und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) sind sich einig: Die Zusammenarbeit von verschiedenen Haus- und Fachärzten ist der "Königsweg" in der medizinischen Versorgung von alten und kranken Menschen in Pflegeheimen. "Auf diesem Wege können wir eine flächendeckende Versorgung von Pflegebedürftigen zu den Tages- und Abendstunden gewährleisten und die Versorgungsqualität vor Ort verbessern. Die heutigen Presseartikel in zwei Münchner Tageszeitungen liefern dagegen ein verzerrtes und falsches Bild", erklärten die Vertragspartner heute in München.

Im Rahmen eines Praxisverbundes teilt sich eine Gruppe von Haus- und Fachärzten den Besuchsdienst und die Rufbereitschaft für ein oder mehrere Pflegeheime auch weit über die Sprechstundenzeiten hinaus und organisiert ein abgestimmtes Arzneimittelmanagement. Der klare Vorteil ist, dass Ärzte verschiedener Richtungen zusammenarbeiten. Dieser fachliche Austausch verbessert nicht nur die Qualität der Versorgung der Pflegeheimbewohner, sondern er gewährleistet ebenso eine Vertretungsmöglichkeit im Urlaub oder Krankheitsfall. Außerdem sind die Ärzte in freier Praxis tätig und damit in keinem Abhängigkeitsverhältnis gegenüber dem Heimträger. Daher können sie auch bei der Aufdeckung etwaiger Missstände im Heim mitwirken. Dies kann ein angestellter Arzt im Heim allein nicht erreichen. Auch für die Bewohner des AWO-Heimes in der Münchner Gravelottestraße stehen die betreuenden niedergelassenen Haus- und Fachärzte seit Jahren ständig zur Verfügung - auch außerhalb der Sprechzeiten eines angestellten Arztes.

"Wir erwarten, dass die Rufbereitschaft dieser Praxisverbünde die Versorgung nachhaltig verbessern wird und zu Einsparungen im Bereich der Krankenhaus- und Krankentransportkosten führen kann. Damit sind wir auf dem richtigen Weg. Im Jahr 2030 werden nach statistischen Berechnungen etwa doppelt so viele Menschen pflegebedürftig sein wie heute. Diesen Herausforderungen müssen wir uns schon jetzt stellen", so Gerhard Schulte, Vorstandsvorsitzender des BKK Landesverbandes Bayern.

Der stellvertretende KVB-Vorstandsvorsitzende Dr. Gabriel Schmidt korrigiert deshalb die Behauptung von AWO-Geschäftsführer Jürgen Salzhuber, die Krankenkassen und die KVB würden sich weigern, die medizinische Versorgung der immer älteren und kränkeren Bewohner von Heimen effizient zu verbessern. "Gerade die KVB hat sich in den letzten Jahren mit hohem Aufwand für eine bessere medizinische Pflegeheimversorgung in Bayern und insbesondere auch in München eingesetzt. Das Berliner Heimarztmodell taugt nicht als Vergleich, weil es dort seit jeher so genannte Krankenheime gibt, die eine quasi-stationäre Versorgung anbieten. Solche Einrichtungen gibt es in Bayern gar nicht", sagt Schmidt. Außerdem habe die Umfrage der KVB in allen bayerischen Pflegeheimen im Herbst 2005 gezeigt, dass vor allem die medizinische Versorgung durch die niedergelassenen Hausärzte in weiten Teilen sehr gut funktioniere.

Seit Anfang 2006 konnte die KVB die Gründung von 22 Praxisverbünden in München, Oberbayern, Oberfranken, Mittelfranken, der Oberpfalz und Schwaben initiieren, die mit 158 Haus- und Fachärzten insgesamt 68 Pflegeeinrichtungen betreuen. Weitere Praxisverbünde stehen bereits in den Startlöchern. Die Tatsache, dass die KVB jedoch grundsätzlich auch anderen Modellen offen gegenübersteht, hat sie bereits bewiesen: Vor rund eineinhalb Jahren hatte sie sich für die Ermächtigung eines Heimarztes im AWO-Heim in der Gravelottestraße ausgesprochen. Die Vorwürfe des AWO-Geschäftsführers sind auch deshalb nicht sachgerecht.

Die Presseinformation vom 20.04.2007 als PDF-Datei:
http://www.kvb.de/servlet/PB/show/11102 ... 4-2007.pdf

Presseinformationen im Überblick auf unserer Webseite:
http://www.kvb.de/servlet/PB/menu/1104318/index.html

Quelle: Gemeinsame Presseinformation des BKK Landesverbandes Bayern und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) vom 20.4.2007

WernerSchell
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Chronische Wunden mangelhaft versorgt!

Beitrag von WernerSchell » 27.05.2007, 07:11

Siehe auch die Hinweise zum Thema:
Die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden ist mangelhaft
Fundstelle in diesem Forum:
Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden ist mangelhaft
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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valenta
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Neue Palliativ-Care-Regelung geht auch Pflege an

Beitrag von valenta » 27.05.2007, 12:59

<< Peinlicher Streit um Palliativ-Budget

... Der Deutsche Hausärzteverband zeigte sich entsetzt über das Feilschen um Palliativpatienten. Obwohl der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mit der Festlegung neuer Richtlinien zur ambulanten Palliativversorgung noch nicht fertig sei, entstehe schon jetzt ein Streit um die rund 600 Millionen Euro, die nach den Vorstellungen DGP in die spezialisierte ambulante Behandlung von Palliativpatienten fließen sollen.
hh >>
Fundstelle:
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_ ... 48.htm?n=1
_________________


Palliativ-Care-Teams nicht ohne Hausärzte

Aus: NL patientenverfuegung.de, Brief der Redaktion an ihre Leser/-innen zu Pfingsten:

<< ... Eine für uns unerwartete Resonanz hat der letzte NL patientenverfuegung.de vom 16. 5. zum Thema einer möglichen Verdrängung der Hausärzte durch Palliativspezialisten hervorgerufen.

Viele eMail-Schreiber/-innen zeigten sich entsetzt und skeptisch:

„... Bin sehr erschrocken zu erfahren, dass meine todkranke Frau auf unseren vertrauten Hausarzt am Lebensende eventuell verzichten müsste, nur weil dieser nicht den hohen Standards einer neuen Fachärztedisziplin genügen könnte“

Auch andere Befürchtungen wurden geäußert:

„...Vertreter der Palliativmedizin sind für ihre strikte Ablehnung der Sterbehilfe bekannt. Fast könnte man meinen, es gehe ihnen vorrangig um diese Ideologie, nämlich die praktische Verhinderung der Grauzone der aktiven indirekten Sterbehilfe oder terminalen Sedierung. Warum nur kann die Hilfe beim oder zum Sterben nicht als eine ebensolche ärztliche Aufgabe gelten wie die Hilfe zur oder bei der Geburt?“

„ ... ein bisher Fremder, der dafür bezahlt wird, soll also meiner langjährigen Hausärztin, die mir vielleicht beim Sterben helfen will, in den Arm fallen können, diese vielleicht sogar rechtlich zur Verantwortung ziehen, wenn sie meine Wünsche erfüllt?“

Auch das unduldsame Auftreten des Palliativmediziners Prof. Dr. Sahm gegen prinzipiell erlaubte Möglichkeiten (eines beschleunigten Sterbevorgangs oder ärztlich assistierten Suizides) in der Sendung Sabine Christiansen wurde wieder wachgerufen:
„ ... Sein arrogantes Verhalten gegenüber anderen Menschen und Meinungen, sein überhebliches Lächeln - ich hoffe nur, dass ich im Ernstfall nicht an einen Arzt seines Kalibers gerate, der andersdenkenden Menschen so arrogant gegenübersteht.“


UNSERE ANTWORT hier für alle, die uns geschrieben haben:

Tatsächlich wird die tiefe Sedierung bis zum Tod auch in den Niederlanden jetzt zunehmend statt der umstrittenen aktiven, direkten Tötung angewendet. Siehe dazu über die Entwicklung in den Niederlanden:
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=28417

Die tiefe terminale Sedierung stellt nach Standards der Palliativmedizin (bis auf wenige Ausnahmen nicht beherrschbarer Qualen) einen zu ahndenden „Kunst-“ bzw. Behandlungsfehler dar. Vor allem Hausärzte, die in der palliativmedizinisch exakt indizierten Dosierung nicht so firm sind, dürften zum Wohle ihrer Patienten lieber etwas mehr als zu wenig Morphin in Kombination mit Betäubungsmitteln zu verabreichen bereit sein.

Zu betonen ist, dass es den Palliativmedizinern in erster Linie um gute Versorgungsangebote für Schwerst- und Sterbenskranke geht. Es ist der Wunsch vieler krebskranker Menschen, die Wochen und Tage bis zum herannahenden Tod noch möglichst bewußtseinsklar (!) und schmerzfrei im Kreise ihrer Angehörigen verbringen zu können. Je nach Komplikationen sind dabei palliativmedizinische Spezialisten zur Unterstützung ihrer hausärztlichen Kollegen vonnöten. Oft reicht es auch zu wissen, dass auf diese im Bedarfsfall Tag und Nacht zurückgegriffen werden könnte.
Vom Ausgrenzen der Hausärzten kann ernsthaft nicht die Rede sein. Allerdings muss es für Hausärzte, die eine entsprechende Qualifikation nachweisen können, auch eine entsprechende Bezahlung geben. Wir gehen davon aus, dass die palliativmedizinischen Weiterbildungserfordernisse in diesem Sinne vom Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) verantwortlich zu formulieren sein werden. Forderungen unserer Leser/-innen, die ihre Hausärzte gerade in den letzten Stunden für unverzichtbar erklären, scheinen allerdings angebracht ...

Wir stimmen mit unseren kritischen Leser/-innen auch darin überein, dass - statt einer Verteufelung - der Begriff Sterbehilfe neutral verwendet und keinesfalls im Gegensatz zu palliativer Fürsorge und Verantwortung zu sehen ist. Aus diesem Grund sollten u. E. Ärzte/ Ärztinnen sowie Pfleger/-innen auch hierzulande den medizin-ethischen Solidaraufruf ihrer Kolleg/-innen unterzeichnen (der sich ausdrücklich nicht für die Freigabe der Tötung auf Verlangen ausspricht): www.prosterbehilfe.de

Das Redaktionsteam
des NL patientenverfuegung.de
wünscht Ihnen frohe und unwetterfreie Pfingsttage

P. S. Wenn Sie sich selbst mit Beiträgen an diesen Diskussionen und Kontroversen beteiligen möchten, die dann im Internet direkt von anderen gelesen und beantwortet werden können: Nutzen Sie bitte das von uns angeregte und moderierte Themenforum zu „Patientenverfügung und Sterbehilfe – Vertrauen stärken“ bei der viel beachteten AKTION MENSCH:
http://diegesellschafter.de/diskussion/ ... order=tree

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Heimärzte im Gesetz verankern

Beitrag von Presse » 10.09.2007, 19:03

Schmidt kritisiert Defizite in der Pflege

Berlin – Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat „skandalöse Zustände“ in der Pflege in Deutschland beklagt. Schmidt sagte dem Berliner „Tagesspiegel“ vom Montag, besonders bei der medizinischen Versorgung wiesen viele Heime große Defizite auf. Es sei ein „unhaltbarer Zustand für Pflegebedürftige“, dass viele Einweisungen aus Pflegeheimen in Krankenhäuser stattfinden, „weil kein Arzt da war."Die Gesundheitsministerin plant deshalb, Heimärzte im Gesetz zu verankern. Eine Pflicht [mehr]
...
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/lette ... m&id=23581

Ärztebund: Betreuung in Pflegeheimen ist integrierte Versorgung

Berlin – „Ärztliche Krankenbesuche in Pflegeheimen sind keine Hausbesuche im klassischen Sinn, sie sind spezielle medizinische Visiten mit entsprechenden Anforderungen und daher klassische integrierte Versorgung.“ Das sagte der Vorsitzende des [mehr]
...
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/lette ... m&id=23587

Siehe auch die Beiträge unter
Pflegequalität - MDK-Bericht zeigt erneut Mängel auf!
viewtopic.php?p=28921#28921

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Diakonie-Präsident für «Heimärzte» in der Pflege

Beitrag von Presse » 11.09.2007, 14:54

Diakonie-Präsident für «Heimärzte» in der Pflege

Das Diakonische Werk hat die Absicht von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) begrüßt, bei der Pflegereform «Heimärzte» im Gesetz zu verankern.
Berlin (epd). Es sei notwendig, die medizinische Versorgung alter Menschen in den Heimen zu verbessern, sagte Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik dem Berliner «Tagesspiegel» (Dienstagsausgabe).
Es sei ein «unhaltbarer Zustand für Pflegebedürftige», dass viele Einweisungen aus Pflegeheimen in Krankenhäuser stattfinden, weil kein Arzt da sei, hatte Schmidt erklärt. In diesem Bereich gebe es Defizite, unterstrich auch Kottnik. In den Heimen würden nicht nur Allgemeinmediziner, sondern auch Fachmediziner wie Augenärzte, Orthopäden oder Kardiologen benötigt.

Am sinnvollsten wäre es nach Meinung des Diakonie-Präsidenten allerdings, wenn die Heime durch niedergelassene Ärzte versorgt werden könnten, was nicht überall in einer umfassend guten Weise geschehe. Hierfür müssten mehr Anreize geschaffen werd

Quelle: Pressemitteilung vom 11.9.2007
http://www.diakonie.de/de/html/aktuelles/3043_5388.html

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Phantomdiskussion - Ärzte an Pflegeheimen

Beitrag von Presse » 11.09.2007, 15:39

Politik wird von eigenen Fehlern eingeholt
Winn: Dramatischer Ärztemangel macht das Thema „Ärzte an Pflegeheimen“ zur Phantomdiskussion


Als grundsätzlich begrüßenswert hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Kuno Winn, Pläne der Bundesregierung bezeichnet, Pflegeheimen die Anstellung eigener Ärzte zu ermöglichen. „Leider ist dies aber eine reine Phantomdiskussion, die in der Realität niemandem helfen wird“, schränkte Winn gleichzeitig ein.

Angesichts des bereits jetzt dramatischen Ärztemangels sei überhaupt nicht zu erwarten, dass es Pflegeheimen gelingen werde, Ärzte für eine Beschäftigung an ihren Häusern zu gewinnen, sagte Winn. Diese Schwierigkeiten würden noch dadurch verschärft, dass weder kirchliche noch karitative Träger bereit seien, ihre Mitarbeiter nach dem Tarifvertrag für Ärzte zu bezahlen. Angesichts des mittlerweile im klinischen Sektor ausgebrochenen offenen Konkurrenzkampfes um Ärzte hätten Pflegeheime unter diesen Umständen mit Sicherheit das Nachsehen.

Winn: „Wir haben die Politik nahezu gebetsmühlenartig aufgefordert, den Arztberuf attraktiver zu machen, junge Ärzte wieder für die Patientenversorgung zu gewinnen. Bisher ohne Erfolg. Bei ihrem Vorstoß zur Anstellung von Ärzten an Pflegeheimen wird die Bundesregierung nun erleben, wie gute Ansätze ihrer eigenen völlig verfehlten Gesundheitspolitik zum Opfer fallen.

Quelle: Pressemitteilung vom 11.9.2007
http://www.hartmannbund.de/start.php?ac ... ll&id=3772

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Arztliche Versorgung aus Sicht der Berliner Pflegeheime

Beitrag von Presse » 11.09.2007, 15:44

Auf der Grundlage der Befragung der Berliner Pflegeheime 2005/2006 wurde in einem Bericht die ärztliche Versorgung aus Sicht der Pflegeheime dargestellt. Sie erhalten einen kompakten Überblick über die Berliner Verhältnisse im Bereich der haus- und fachärztlichen Versorgung.

Bericht über die ärztliche Versorgung aus Sicht der Pflegeheime laden »
http://www.berlin.de/imperia/md/content ... _06_07.pdf

(Stand: 27.06.2007, 152939 Bytes)

Siehe dazu die Pressemitteilung vom 11.9.2007 - nachfolgend!
Zuletzt geändert von Presse am 11.09.2007, 15:52, insgesamt 1-mal geändert.

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Bessere ärztliche Versorgung in allen Pflegeeinrichtungen

Beitrag von Presse » 11.09.2007, 15:49

Bessere ärztliche Versorgung in allen Pflegeeinrichtungen
Berlins Sozialenatorin Knake-Werner unterstützt die Forderung von Ulla Schmidt


Berlins Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Dr. Heidi Knake-Werner unterstützt die Forderung der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt nach verbindlichen Verträgen zur ärztlichen Versorgung in der Pflege.

"In Berlin haben wir mit dem Berliner Modell gute Erfahrungen gemacht. In diesen 38 Pflegeeinrichtungen in unterschiedlicher Trägerschaft werden Heimbewohnerinnen und Heimbewohner durch in den Einrichtungen angestellte Ärzte oder durch niedergelassene Ärzte mit Rund-um-die-Uhr-Verträgen medizinisch betreut und versorgt. In Krisensituationen kann sofort vor Ort geholfen und eine Einweisung in ein Krankenhaus häufig vermieden werden.

Das ist gut für die betroffenen Menschen aber auch gut für die Pflegekassen. Denn das Berliner Modell schafft eine sinnvolle Verbindung von Pflegequalität und Kostenbewusstsein. Das hat auch eine aktuelle Befragung nach der Zufriedenheit der Pflegeheime mit der ärztlichen Versorgung ergeben. Danach haben Heime mit vertraglich gebundenen oder angestellten Ärzten die besten Erfahrungen gemacht."

Die Senatorin fordert Kassenärztliche Vereinigung und Pflegekassen auf, zur Behebung von Missständen und zur besseren medizinischen Betreuung in den Pflegeeinrichtungen integrierte Versorgungsverträge abzuschließen. Sie müssen die Regel sein, denn das ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit dem Sicherstellungsauftrag der Kassenärztlichen Vereinigung.

Die Ergebnisse der Befragung sind im Internetangebot der Senatsverwaltung für Soziales unter folgender Adresse veröffentlicht:
http://www.berlin.de/sen/soziales/aktuelles/index.html

Quelle: Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz in Berlin vom 11.9.2007

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