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Pflegerat will deutliches Signal zur Zukunft der Pflege

Verfasst: 10.03.2020, 07:23
von WernerSchell
Deutsches Ärztelbatt vom 09.03.2020:
Pflegerat will deutliches Signal zur Zukunft der Pflege
Berlin – Der Präsident des Deutschen Pflegerates, Franz Wagner, fordert von der Politik ein deutliches Signal zur Zukunft der Pflege. Die Abwerbung ausländischer Pflegekräfte löse das Problem des Personalmangels nicht, und Deutschland schade den... [mehr] ... > http://170770.eu1.cleverreach.com//c/32 ... 975-q6xtts

Zuwanderung hat den Gesundheitsbereich gestärkt

Verfasst: 09.04.2020, 08:54
von WernerSchell
IW - Institut der deutschen Wirtschaft

Zuwanderung hat den Gesundheitsbereich gestärkt


Zwischen Juni 2014 und Juni 2019 ist die Zahl der im Gesundheitswesen und in Pflegeheimen beschäftigten Ausländer um 121.000 gestiegen, was 3,4 Prozent der aktuellen Gesamtbeschäftigung entspricht. Dies hilft nicht nur in der Corona-Krise. Um zusätzliche Fachkräfte für das Gesundheitssystem im In- und Ausland zu gewinnen, sollten die Lehrkapazitäten im einschlägigen Bereich erhöht und das Bildungssystem noch stärker für Personen aus dem Ausland geöffnet werden.

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Eine Studie des IW vom 08.04.2020 informiert - Download hier > https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_u ... ereich.pdf

Das Corona-Virus macht eine Zuwanderung nach Deutschland derzeit faktisch unmöglich. So sind aktuell fast vollständige Grenzschließungen notwendig, um die weitere Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Dennoch sollten die positiven Effekte der Migration nicht vollständig aus dem öffentlichen Diskurs verschwinden, da gerade in der aktuellen Situation die Gefahr besteht, dass falsche Narrative entstehen und sich verbreiten. Dabei leisten die Zuwanderer derzeit insbesondere bei der in der Krise stark geforderten Gesundheitsversorgung einen großen Beitrag zur Verbesserung der Lage, wie eine Auswertung der Statistiken der Bundesagentur für Arbeit zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zeigt.

Diese Daten weisen das höchstmögliche Maß an Messgenauigkeit auf, da sie auf Meldedaten beruhen. Jedoch gibt es einige inhaltliche Einschränkungen. So umfassen sie nicht die selbständigen Dienstleister, wie die niedergelassenen Ärzte, die für die Gesundheitsversorgung in Deutschland eine zentrale Rolle spielen. Auch werden die geringfügig Beschäftigten bei den folgenden Analysen nicht mit betrachtet. Ein weiterer Punkt betrifft die Abgrenzung der Beobachtungsgruppe, die nur anhand der Staatsangehörigkeit erfolgen kann, da das Geburtsland bei den Meldungen zur Sozialversicherung nicht miterfasst wird. Dies führt zu einer deutlichen Unterschätzung der Gesamtzahl der Zuwanderer. So lag die Zahl der im Ausland geborenen Personen zwischen 25 und 64 Jahren im Jahr 2018 mit 11,3 Millionen um den Faktor 1,4 höher als die der Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in derselben Altersgruppe mit 7,3 Millionen (Statistisches Bundesamt, 2019; eigene Berechnungen).
Dabei wäre an sich auch eine Differenzierung nach Einreisejahr wünschenswert, da die Ergebnisse sonst auch frühere Wanderungsbewegungen widerspiegeln können. Dies ist mit den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit zwar nicht möglich, jedoch lässt sich die Veränderung der Zahl ausländischer Beschäftigter gegenüber dem Stand von vor fünf Jahren ermitteln. Auch wenn sich ein Teil der hinzugekommenen Personen bereits länger im Land aufgehalten haben dürfte, lässt sich so die quantitative Bedeutung der Zuwanderung der letzten Jahre zumindest näherungsweise abschätzen.

Quelle und weitere Informationen: > https://www.iwkoeln.de/studien/iw-kurzb ... 64755.html



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Die Rheinische Post berichtet am 08.04.2020:
Gesundheitsberufe und Altenpflege
Flüchtlingskrise brachte 120.000 zusätzliche Pflegekräfte nach Deutschland

Berlin In der Flüchtlingskrise waren allein 2015 und 2016 über eine Million Menschen nach Deutschland gekommen. Die Zahl der im deutschen Gesundheitswesen und in der Altenpflege beschäftigten Ausländer ist seitdem deutlich um mehr als 120.000 gestiegen.
... (weiter lesen unter) ... > https://rp-online.de/politik/deutschlan ... d-49954605

Anmerkung:
Der Zeitungsbericht suggeriert, dass die Flüchtlingskrise eine Vermehrung der Zahl in Krankenhäusern und Pflegeheimen tätigen Personen zur Folge hatte. Das gibt der IW-Bericht aber überhaupt nicht her. Es hat schon immer eine Einwanderung von ausländischen Dienstkräften gegeben, und zwar aus dem EU-Raum. Dies müsste differenziert betrachtet werden. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass aus dem Kreis der Flüchtlinge nur wenig Personen mit ausreichender Qualifiktation und entsprechender Eignung übernommen werden konnten. Wichtig sind dabei auch gute und ausreichende deutsche Sprachkenntnisse. Eine andere Frage ist, wieviele Personen ab 2015 in eine bundesdeutsche Ausbildung, z.B. in der Pflege, übergewechselt sind. Auch wäre wichtig zu klären, wieviele ausländische Dienstkräfte Deutschland wieder verlassen haben. - Werner Schell

Ausländische Pflegefachkräfte gefragt

Verfasst: 09.04.2020, 15:05
von WernerSchell
Ausländische Pflegefachkräfte gefragt
Gesundheit/Antwort

Berlin: (hib/PK) Die Bundesregierung bemüht sich weiter um die Anwerbung ausländischer Pflegefachkräfte. Bund, Länder und relevante Akteure in der Pflege hätten in der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) konkrete Vorhaben für die erleichterte und beschleunigte Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland erarbeitet, heißt es in der Antwort (19/18303 https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/183/1918303.pdf ) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/17600 https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/176/1917600.pdf ) der FDP-Fraktion.
Das Bundesgesundheitsministerium werde ein Gütesiegel für eine qualitätsgesicherte und ethisch hochwertige Vermittlung durch nichtstaatliche Einrichtungen schaffen. Die Anwerbung der Pflegefachkräfte soll in größeren Gruppen organisiert werden, um den Verwaltungsaufwand zu begrenzen.
Geprüft werde auch, ob anerkennungsfähige Pflegefachausbildungen mit integriertem Spracherwerb im Ausland eingerichtet werden könnten.

Quelle: Mitteilung vom 09.04.2020
Deutscher Bundestag
Parlamentsnachrichten
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.ik5@bundestag.de


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Anmerkung:
Es wurde oft gesagt und bleibt richtig. Wir müssen auf bundesdeutsche Pflegekräfte setzen. Sie wären zu gewinnen, wenn endlich, wie vielfach gefordert, verbesserte Arbeitsbedingungen gestaltet würden: deutlich verbesserte Stellenschlüssel (siehe Rothgang-Gutachten) und höhere Vergütungen. Pflegekräfte werden im Ausland ebenfalls benötigt. - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat sich dazu seit vielen Jahren immer wieder zu Wort gemeldet. - Werner Schell