Deutliche Fehlversorgung bei Kreuzschmerz-Patienten

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Deutliche Fehlversorgung bei Kreuzschmerz-Patienten

Beitrag von WernerSchell » 22.07.2015, 06:20

Pressemitteilung der BARMER GEK vom 21. Juli 2015
BARMER GEK Report Krankenhaus 2015
Deutliche Fehlversorgung bei Kreuzschmerz-Patienten


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Berlin - Rückenschmerzen sind eines der häufigsten Volksleiden, fast jeder hat es mindestens einmal im Leben im Kreuz. Die Zahl dieser Krankenhausfälle ist in den Jahren von 2006 bis 2014 von 282.000 auf 415.000 angestiegen. Das belegt der BARMER GEK Report Krankenhaus 2015, den die Kasse heute in Berlin vorgestellt hat. Demnach findet im Krankenhaus bei gut einem Drittel der Kreuzschmerz-Patienten weder eine Operation an der Wirbelsäule noch eine spezifische Schmerztherapie statt, sondern überwiegend bildgebende Diagnostik. Das betrifft rund 140.000 Patienten. „Wir sehen eine deutliche Fehlentwicklung. Kreuzschmerz-Patienten sollten im Krankenhaus auch tatsächlich eine Behandlung erhalten, ansonsten gehören sie dort nicht hin. Damit die Betroffenen erst gar nicht in der Klinik landen, muss die Behandlung viel früher ansetzen, bevor sich die Schmerzen chronifizieren. Hierzu braucht es eine professionelle und fachübergreifende Versorgung durch niedergelassene Ärzte“, forderte der Vorstandsvorsitzende der BARMER GEK, Dr. Christoph Straub.

Letzter Ausweg Operation?
Dem Report zufolge haben in den Jahren 2006 bis 2014 die Operationen an den Bandscheiben um 12,2 Prozent zugenommen. Immer öfter folgt bei denselben Patienten innerhalb von ein bis zwei Jahren zusätzlich eine Versteifungsoperation. Zwar handelt es sich noch um relativ geringe Fallzahlen, die Steigerungsraten sind mit 150 Prozent seit dem Jahr 2006 jedoch beachtlich. „Ein Zweitmeinungsverfahren ist vor jeder Rücken-Operation dringend anzuraten. So lässt sich eine nicht notwendige Operation am besten vermeiden“, so Straub. Schmerzfreiheit sei gerade bei chronischen Schmerzen auch nach einer Operation nicht garantiert, umso genauer müssten Nutzen und Risiken des Eingriffs abgewogen werden.

Starke Zunahme bei Spritzen-Schmerztherapie
Immer mehr Patienten erhalten im Krankenhaus eine Spritzen-Schmerztherapie, die sogenannte interventionelle Schmerztherapie. Die Leistung hat sich seit dem Jahr 2006 im Krankenhaus mehr als verdoppelt. Gleichzeitig ist die Anzahl der Kliniken, die eine Spritzen-Schmerztherapie bei den Patientinnen und Patienten anwenden und mit der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen, seit dem Jahr 2006 von 612 auf 858 (um 40,2 Prozent) gestiegen. Viele dieser Patienten haben eine lange Leidensgeschichte. „Oft sind die Patienten, deren lumbale Rückenschmerzen im Krankenhaus behandelt werden, in hohem Maße und über viele Jahre ambulant vorbehandelt“, betonte Studienautorin Prof. Dr. Eva Maria Bitzer von der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Etwa jeder zweite Patient hat im Jahr vor dem Krankenhausaufenthalt durchgängig eine ambulant ärztlich dokumentierte Diagnose im Bereich Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens, nahezu ein Fünftel sogar in den vorausgegangenen sieben Jahren.

Patienten sind nicht zufrieden
Doch auch mit der Behandlung im Krankenhaus sind viele Patienten nicht zufrieden. Das belegt eine Umfrage der Studienautoren unter erwerbsfähigen BARMER GEK Versicherten. Es wurden 2.496 Rückenschmerz-Patienten angeschrieben, die Rücklaufquote betrug 36,6 Prozent. Von ihnen ist nur ein Drittel anderthalb Jahre nach dem Krankenhausaufenthalt schmerzfrei. „Die Erwartungshaltung an die Behandlung im Krankenhaus ist bei Schmerzpatienten sehr hoch. Daher müssen sie umfassend von den Ärzten aufgeklärt werden, was eine Behandlung leisten kann. Schmerzfreiheit gehört nicht unbedingt dazu“, betonte Bitzer. Laut Umfrage ist nur jeder zweite operierte und jeder vierte mit Schmerztherapie behandelte Versicherte uneingeschränkt mit dem Ergebnis zufrieden. „Das sind die niedrigsten Zufriedenheitswerte, die wir bei Patientenbefragungen im Rahmen des BARMER GEK Reports Krankenhaus jemals gemessen haben“, so Bitzer.

Trends bei Fallzahlen und Verweildauer ungebrochen
Auch nach demografischer Bereinigung haben die Fallzahlen im Krankenhaus, nach einer Stagnation im Jahr 2012 gegenüber 2011 in den Jahren 2013 und 2014 wieder leicht zugenommen. Insgesamt ergibt sich seit dem Jahr 2006 ein Zuwachs bei den Fallzahlen von 7,3 Prozent. Die Anzahl der Behandlungstage ist demgegenüber deutlich gesunken, 1.773 im Jahr 2006 auf 1.673 je 1.000 Versicherte im Jahr 2014. Das entspricht einem Rückgang von 5,6 Prozent. Die durchschnittliche Verweildauer hat im Zeitraum von 2006 bis 2014 um 12 Prozent auf 7,7 Tage abgenommen.

Daten aus dem BARMER GEK Report Krankenhaus 2015
Psychische Störungen
Die Behandlungstage bei psychischen und Verhaltensstörungen nehmen weiter zu. Seit dem Jahr 2006 ist ein Anstieg von 18,8 Prozent zu erkennen (2006: 288,7 Krankenhaustage je 1.000 Versicherte, 2014: 343,0 Krankenhaustage je 1.000 Versicherte). Auffällig ist, dass es bei anderen Diagnosen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krankheiten des Verdauungssystems einen rückläufigen Trend der Behandlungstage gibt. Dieser bewegt sich je nach Diagnose bei einem Minus von 7,6 bis 18 Prozent, das entspricht 272,9 Krankenhaustage je 1.000 Versicherte im Jahr 2006, im Jahr 2014 waren es noch 243 je 1.000 Versicherte (im Report ab Seite 35).
Häufige Diagnosen
Es zeigt sich ein deutlicher Unterschied bei den häufigsten Diagnosen zwischen den Geschlechtern. Es werden mehr Männer als Frauen mit der Diagnose Herz-Kreislauf-Erkrankung behandelt. Bei Männern sind es 36,9 Fälle pro 1.000 Versicherte, bei Frauen 29,3. Auch bei den Erkrankungen des Verdauungssystems liegen Männer vorne (24,4 gegenüber 22,0 Behandlungsfällen je 1.000 Versicherte). Bei den Frauen überwiegen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes: Frauen 24,4 und Männer 18,8 Fälle je 1.000 Versicherte (im Report ab Seite 37).
Regionale Unterschiede bei Behandlungsdauer und -kosten
Bei der Dauer der Behandlung gibt es deutliche regionale Unterschiede. Baden-Württemberg bildet hier das Schlusslicht. Hier gibt es die niedrigste Anzahl an Krankenhausfällen und -tagen je 1.000 Versicherte (187,2 Krankenhausfälle, 1.461,6 Krankenhaustage). Bei den Krankenhausfällen ist Thüringen Spitzenreiter (239,3 Fälle je 1.000 Versicherte), dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen (239,2 Fälle je 1.000 Versicherte). Nordrhein-Westfalen hat jedoch mit 1.860,7 die meisten Krankenhaustage je 1.000 Versicherte. Die Ausgaben je Versichertem liegen zwischen 761 Euro in Baden-Württemberg und 910 Euro in Nordrhein-Westfalen (im Report Seite 32 f.).

Mehr Informationen: http://www.barmer-gek.de/545952
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Presseabteilung der BARMERGEK
Athanasios Drougias (Leitung), Telefon: 0800 33 20 60 99 1421
Sunna Gieseke, Telefon: 0800 33 20 60 44-30 20
E-Mail:presse@barmer-gek.de

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Zu viele medizinische Prozeduren:
Viele Krankenhausaufenthalte sind vermeidbar
> viewtopic.php?f=4&t=21105
BARMER GEK Report Krankenhaus 2014 - Koronare Herzkrankheit: Beschichtete Stents boomen
> viewtopic.php?f=4&t=20523
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Re: Deutliche Fehlversorgung bei Kreuzschmerz-Patienten

Beitrag von WernerSchell » 22.07.2015, 06:22

Ärzte Zeitung vom 22.07.2015
Barmer: Rückenschmerz-Patienten sind fehlversorgt
Immer mehr Patienten mit Kreuzschmerzen landen im Krankenhaus - doch jeder Dritte wird letztlich nicht behandelt.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Barmer GEK. Die Kasse fordert eine stärkere Vernetzung in der Behandlung
von Schmerzpatienten. mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=890 ... ung&n=4364

Kommentar zur Barmer-Rückenschmerz-Studie: Ärztemangel tut weh
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Richtiges Sitzen am PC ...

Beitrag von WernerSchell » 22.07.2015, 06:31

Richtiges Sitzen am PC und zum Ausgleich Bewegung!
https://www.facebook.com/video.php?v=10152356396177215

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Sitzen macht krank

Beitrag von WernerSchell » 22.07.2015, 07:33

Siehe auch:
Sitzen macht krank

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Eine Frau sitzt mit Rückenschmerzen am Schreibtisch. © Picture-Factory/fotolia Fotograf: Picture-Factory

Deutsche sitzen im Schnitt täglich siebeneinhalb Stunden.
Wer stundenlang sitzt, gefährdet seine Gesundheit. Studien aus den USA und Australien haben gezeigt, dass Menschen, die sich viel bewegen, eine um fünf Jahre höhere Lebenserwartung haben als jene, die vor allem sitzen. Experten sprechen mittlerweile sogar von einer eigenen Krankheit: der Sitzkrankheit. Die Folgen sind Übergewicht und Rückenbeschwerden sowie ein erhöhtes Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf- und Krebs-Erkrankungen.
Quelle und weitere Informationen:
http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/S ... en120.html

Film (rd. 6 Minuten):Sitzen gefährdet die Gesundheit
(vorübergehend) anschaubar unter > http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/S ... en120.html
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Immer mehr Menschen mit Rückenschmerzen in Klinik

Beitrag von WernerSchell » 22.07.2015, 08:20

Krankenkassen-Bericht: Immer mehr Menschen mit Rückenschmerzen in Klinik
Wenn Ärzte nicht mehr weiter wissen, landen Menschen mit Rückenschmerzen immer häufiger im Krankenhaus.
Viele werden operiert, dabei könnte oft eine Schmerztherapie helfen.
Quelle: Der Spiegel
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 44569.html
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Re: Deutliche Fehlversorgung bei Kreuzschmerz-Patienten

Beitrag von WernerSchell » 01.08.2015, 07:20

Deutsches Ärzteblatt:
IQWiG: Empfehlungen für neues DMP Rückenschmerz
Die vorhandenen evidenzbasierten Leitlinien zum chronischen Rückenschmerz decken alle wichtigen Aspekte von Diagnostik, Therapie und Rückfallprophylaxe ab.
Das ist das vorläufige Ergebnis einer Leitlinien-Recherche des Instituts ... »
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... kenschmerz

Krankenhausreport: Mehr Patienten mit Rückenschmerzen in der Klinik
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... der-Klinik
KBV weist auf Bedeutung von Röntgenuntersuchungen an der Wirbelsäule hin
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... saeule-hin
Rückenschmerz: Nur 15 Prozent der Kosten entfallen auf die Behandlung
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... Behandlung
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Operationen im Krankenhaus boomen

Beitrag von WernerSchell » 28.09.2015, 07:33

PRESSEMITTEILUNG des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. 357 vom 28.09.2015

38 % der vollstationären Krankenhauspatienten wurden im Jahr 2014 operiert

WIESBADEN – Von den 18,5 Millionen stationär im Krankenhaus behandelten Patientinnen und Patienten wurde im Jahr 2014 bei 38 % (7,0 Millionen) eine Operation durchgeführt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil nicht verändert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war gut die Hälfte der Behandelten, die sich 2014 während ihres Krankenhausaufenthaltes einem chirurgischen Eingriff unterziehen mussten, 60 Jahre und älter.

+++

Die vollständige Pressemitteilung (inklusive PDF-Version) ist im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes unter http://www.destatis.de/presseaktuell zu finden.

Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.

Herausgeber:
DESTATIS | Statistisches Bundesamt
Gustav-Stresemann-Ring 11
65189 Wiesbaden
Telefon: +49 (0) 611 / 75 - 34 44
http://www.destatis.de/kontakt

Erreichbarkeit: montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr.
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Die häufigsten Krankenhaus-Op in Deutschland

Beitrag von WernerSchell » 29.09.2015, 07:20

Ärzte Zeitung vom 29.o09.2015:
Hitliste: Die häufigsten Krankenhaus-Op in Deutschland
Mehr als jeder dritte Patient, der 2014 auf einer Krankenhausstation lag, ist operiert worden,
berichtet das Statistische Bundesamt. Die häufigsten Eingriffe variieren je nach Altersgruppe.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=895 ... ent&n=4512
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Rückenschmerzen: Jede dritte MRT ist überflüssig

Beitrag von WernerSchell » 15.11.2016, 07:04

Ärzte Zeitung vom 15.11.2016:
Rückenschmerzen: Jede dritte MRT ist überflüssig
Auf Druck von Patienten gewähren offenbar viele Ärzte bei Rückenschmerzen eine CT oder MRT, weil sei keine Lust und Zeit auf längere Diskussionen haben.
Darauf deutet eine Umfrage in US-Kliniken. mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=923 ... zen&n=5376
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Rückenschmerzen: Ärzte röntgen oft zu schnell

Beitrag von WernerSchell » 23.11.2016, 07:19

Ärzte Zeitung vom 23.11.2016:

Rückenschmerzen: Ärzte röntgen oft zu schnell
Bei Rückenschmerzen machen Ärzte oft vorschnelle Bildaufnahmen – und finden die Ursache trotzdem nicht:
Das sagt eine Bertelsmann-Studie. mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=924 ... zen&n=5394

Rückenschmerzen: Ärzte setzen bildgebende Verfahren zu oft ein
Die Mehrzahl der Patienten mit Rückenschmerzen besteht auf Röntgen-, CT oder MRT-Aufnahmen. Das zeigt der
"Faktencheck Rücken" der Bertelsmann Stiftung. mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=924 ... zen&n=5394
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