Pflege-TÜV - Neues Konzept ...

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Pflege-TÜV - Neues Konzept ...

Beitrag von WernerSchell » 01.04.2015, 14:37

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Der sogenannte Pflege-TÜV soll nach einem Vorschlag des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung vom 01.04.2015 abgeschafft und durch neue Bewertungskriterien ersetzt werden. Die entsprechende Pressemitteilung ist angefügt.
Vorweg erklärt Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk: Eine Reform des Pflege-TÜV`s ist überfällig. Es gab von hier bereits vor Jahren Hinweise darauf, dass die jetzigen Regelungen keine wirklichen Erkenntnisse hinsichtlich der gesetzlich geforderten Ergebnisqualität bringen. Daher hat auch das SG Münster in einer Streitsache den Pflege-TÜV zutreffend als verbraucherfeindlich und rechtswidrig bezeichnet. Siehe u.a. unter > viewtopic.php?f=4&t=20899 / viewtopic.php?f=4&t=18666 /
Aber was nützt ein reformierter Pflege-TÜV, wenn die Pflege-Rahmenbedingungen mangelhaft sind und bleiben? Im Vordergrund einer ergänzenden Reformdebatte müssen daher deutliche Verbesserungen der Stellenschlüssel stehen. Wir brauchen mehr Pflegepersonal und keine Verstärkung der Billig-Pflege! Die einfache Botschaft > Mehr Pflegepersonal = bessere Pflege! - Alternativlos! > viewtopic.php?f=3&t=20737 Insoweit muss vorrangig nachgebessert werden! Denn nur wenn es verbesserte Pflege-Rahmenbedingungen gibt, können auch mit einem Bewertungssystem gute Noten vergeben werden. - Der Pflegetreff am 14.04.2014 wird das Thema aufgreifen > viewtopic.php?f=7&t=20569


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Endlich gute Pflege erkennen - Neues Konzept für den Pflege-TÜV
Vorschlag des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung Staatssekretär Karl-Josef Laumann

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Die Pflegenoten sind gescheitert. Bundesgesundheitsminister Gröhe hat mich gebeten, ein aussagekräftigeres System für Qualitätsprüfungen in Pflegeeinrichtungen zu erarbeiten. Nach vielen Gesprächen mit Expertinnen und Experten schlage ich eine Neukonzeption des "Pflege-TÜV" in zwei Schritten vor.

1. Schritt: Abschaffung der Pflegenoten

Die Pflegenoten werden durch eine gesetzliche Regelung zum 1. Januar 2016 ausgesetzt, da sie keinen echten Qualitätsvergleich zwischen Einrichtungen ermöglichen. Gleichzeitig wird als Übergangslösung gesetzlich geregelt, dass Kassen und Pflegeeinrichtungen die Prüfergebnisse des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen in der bisherigen Form weiterhin veröffentlichen.

Die Gesamt- und Bereichsnoten auf der ersten Seite der Veröffentlichung werden jedoch entfernt, da sie mit einer bundesweiten Durchschnittsnote von 1,3 keine Aussagekraft haben. Stattdessen soll eine Kurzzusammenfassung des Prüfberichtes der Medizinischen Dienste veröffentlicht werden. Der GKV-Spitzenverband erhält den gesetzlichen Auftrag, bis Ende 2015 einheitliche Vorgaben für die Prüfzusammenfassung zu erlassen, sodass ein Vergleich der Einrichtungen durch die Verbraucher ermöglicht wird.

Zusätzlich werde ich einen Leitfaden für Verbraucher herausgeben, die eine geeignete Pflegeeinrichtung suchen. Ich möchte die Bürgerinnen und Bürger ermutigen, in die Einrichtungen hinein zu gehen und die richtigen Fragen zu stellen.

2. Schritt: Neukonzeption des Pflege-TÜV und der Entscheidungsstrukturen

Die Bürgerinnen und Bürger brauchen messbare Kriterien, an denen sie die Qualität von Pflege und Betreuung festmachen und vergleichen können. Diese Kriterien müssen eine fundierte wissenschaftliche Grundlage haben und dürfen nicht interessengeleitet sein.

Bislang war dies nicht möglich, weil die entsprechenden Strukturen im Pflegebereich fehlten. Zum 1. Januar 2016 wollen wir deshalb einen Pflegequalitätsausschuss errichten, der ein neues Qualitätsprüfungs- und Veröffentlichungssystem für Pflegeeinrichtungen berät und als Richtlinie beschließt. In diesem Ausschuss müssen neben den Einrichtungs- und Kostenträgern künftig auch die Verbände der Pflegebedürftigen und der Pflegeberufe gleichberechtigt mit Stimmrecht vertreten sein. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Partizipation und Transparenz. Die kommunalen Spitzenverbände sowie der Spitzenverband der Medizinischen Dienste sind ständige, beratende Mitglieder des Ausschusses.

Damit der Pflegequalitätsausschuss bei den bisher häufig vorkommenden Pattsituationen eine zügige Entscheidung ohne langwierige Schiedsstellenverfahren und ohne mehr Bürokratie treffen kann, wird er durch einen unparteiischen Vorsitzenden mit ausschlaggebender Stimme geleitet.

Der Pflegequalitätsausschuss erhält eine gesetzliche Frist bis 31. Dezember 2017, um die Richtlinie für ein neues Qualitätsprüfungs- und Veröffentlichungssystem zu erlassen.Kommt die Entscheidungsfindung über Richtlinien im Ausschuss nicht fristgerecht voran, soll das Bundesministerium für Gesundheit im Wege der Ersatzvornahme eigene Richtlinien erlassen.

Der Pflegequalitätsausschuss wird bei seiner Arbeit durch ein neu zu gründendes Pflegequalitätsinstitut mit unabhängigen Wissenschaftlern unterstützt. Im Pflegequalitätsinstitut soll wissenschaftliche Expertise zu sämtlichen Pflegequalitätsfragen gesammelt und verstetigt werden. Das Institut muss schlank sein und aus bereits vorhandenen Mitteln finanziert werden.

Neben dem Pflege-TÜV kann der Pflegequalitätsausschuss weitere Aufgaben zur Qualitätssicherung der Pflege übernehmen, um die Entscheidungsstrukturen der Selbstverwaltung weiter zu straffen und die Qualität der Pflege einheitlich zu verbessern, beispielsweise zu Fragen der Qualität, zu Qualitätsprüfungsrichtlinien und zur Abstimmung zwischen Medizinischen Diensten und Heimaufsichten.

Dadurch können vorhandene Ressourcen aller Beteiligten genutzt werden, um ein effizientes und endlich entscheidungsfähiges Gremium zu schaffen. Der Ausschuss sammelt die Expertise aller Akteure der Selbstverwaltung sowie der Wissenschaft, ohne dass Einzelverbände wie bislang ein praktisches Vetorecht erhalten und Entscheidungen wegen Individualinteressen blockieren können. Um nicht weitere Kosten zu generieren, bin ich bereit den Pflegequalitätsausschuss beim Arbeitsstab des Pflegebevollmächtigten anzusiedeln.

Mein Vorschlag bringt mehr Transparenz für Verbraucher, nutzt bestehende Strukturen und steigert kontinuierlich die Qualität der Pflege in Deutschland. Vor allem aber wird die Pflege mit dem Pflegequalitätsausschuss als zentralem Entscheidungsgremium und mit dem wissenschaftlichen Qualitätsinstitut endlich angemessen aufgewertet, was den Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen sowie den Pflegekräften zugute kommt.

Die gesetzliche Regelung soll in das Pflegestärkungsgesetz II aufgenommen werden, um den vorgestellten Zeitplan zu ermöglichen.

Quelle: Pressemitteilung vom 01.04.2015
Büro des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie des Bevollmächtigten für Pflege
Friedrichstr. 108
10117 Berlin
http://www.patientenbeauftragter.de/ind ... flege-tuev
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Laumann verkündet: Aus für den Pflege-TÜV

Beitrag von WernerSchell » 01.04.2015, 15:00

Ärzte Zeitung vom 01.04.2015:
Laumann verkündet: Aus für den Pflege-TÜV
Der Pflege-TÜV wird zum 1. Januar abgeschafft. Das umstrittene Bewertungssystem für Pflegeheime wird durch ein neues Verfahren ersetzt.
Erste Details hat der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), heute bekannt gegeben.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=882 ... ege&n=4137
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Pflege-TÜV: Laumann bleibt unverbindlich

Beitrag von WernerSchell » 01.04.2015, 15:03

Pflege-TÜV: Laumann bleibt unverbindlich

(01.04.15) Der AOK-Bundesverband vermisst im Konzept für einen neuen "Pflege-TÜV" klare Aussagen zur Pflegequalität. Verbindliches sei im Vorschlag des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, nicht enthalten, kritisierte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann. Gleichzeitig warnte Graalmann davor, im Zuge der Neuordnung hinter die erreichten Qualitätsstandards zurückzufallen. Die flächendeckenden Qualitätsprüfungen des MDK etwa stünden nicht zur Disposition. Laumann hatte am Mittwoch (1. April) sein Konzept zur Begutachtung von Pflegeheimen und -diensten vorgelegt.

Weitere Informationen unter:
http://www.aok-bv.de/presse/pressemitte ... 13488.html
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Quelle: Web-Infomail des AOK-Bundesverbandes vom 01.04.2015
Herausgeber:
AOK-Bundesverband
Webredaktion
Tel.: 030/220 11-200
Fax: 030/220 11-105
mailto:aok-mediendienst@bv.aok.de
http://www.aok-bv.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Pflege-TÜV - Neues Konzept ...

Beitrag von WernerSchell » 01.04.2015, 15:06

Pflege-TÜV: Paritätischer Wohlfahrtsverband unterstützt Staatssekretär Laumann

Berlin (ots) - Als "in jeder Hinsicht begrüßenswert" bewertet der Paritätische Wohlfahrtsverband die heute vorgestellte Initiative des Pflegebeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Laumann, den "Pflege-TÜV" neu auszurichten.

Auch nach Ansicht des Paritätischen seien die Pflegenoten, die derzeit vergeben werden, denkbar ungeeignet, um die Qualität von Pflegeeinrichtungen zu bewerten. Verbandsgeschäftsführer Werner Hesse: "Die Pflegenoten sind mehr Schein als Sein und gehören schon seit Jahren abgeschafft." Grundlage für die Benotung sei nicht die tatsächliche Pflegequalität, sondern lediglich die Pflegedokumentation. "Endlich hat ein Politiker den Mut, diesen Fehler einzugestehen und wirklich neue Wege zu gehen", lobt Hesse. "Der von Staatssekretär Laumann angekündigte Verbraucherleitfaden ist der richtige Weg". Der Paritätische bot seine Unterstützung bei der Erarbeitung des Leitfadens an.

Ebenfalls befürwortet der Verband die von Laumann geplante Einrichtung eines unabhängigen Qualitätsausschusses, der auf wissenschaftlicher Grundlage plausible Kriterien von Pflegequalität entwickelt. "Nur ein von Kassen- und Finanzinteressen unabhängiges Gremien wird das Vertrauen der Menschen finden", betont auch Hesse.

Quelle: Pressemitteilung vom 01.04.2015 Paritätischer Wohlfahrtsverband
Pressekontakt: Werner Hesse
0172 - 616 86 53
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https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Neues Konzept für Pflegenoten? Aufwendiger,

Beitrag von WernerSchell » 01.04.2015, 15:08

Neues Konzept für Pflegenoten? Aufwendiger, aber angemessen? / bpa-Präsident äußert sich zum Vorschlag des Pflegebeauftragten Laumann

Berlin (ots) - "Die Bewertung nach Schulnoten, welche eher den Vorstellungen des Bundesgesundheitsministeriums entsprach als denen der Trägerverbände, hat dazu geführt, dass die hilfreichen Ergebnisse zu den wichtigen Fragen der Pflege und Betreuung in den Hintergrund gedrängt wurden. Mit der Abschaffung wird der Polemik der letzten Jahre die Grundlage entzogen. Wir freuen uns, dass diese Entwicklung jetzt auch in der Politik erkannt wird", sagt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa). Meurer weiter: "Wenn die Pflegekassen nun bestimmen sollen, welche Informationen die pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörige erhalten, ist eine einseitige Hervorhebung seltener Pflegerisiken zu erwarten. Aussagen zum Wohlbefinden der pflegebedürftigen Menschen dürften dann wohl eine untergeordnete Rolle spielen."

Verbraucher müssen sich künftig mit den Bewertungen zu den wichtigsten Einzelaspekten beschäftigen. Das ist etwas aufwendiger, aber angemessen, da es bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung um eine wichtige Entscheidung geht. "Der bpa weist seit Einführung der Pflegenoten darauf hin, dass die Entscheidung für eine Pflegeeinrichtung nicht auf Testergebnisse gestützt wird, sondern vom persönlichen Eindruck vor Ort abhängig ist", so Bernd Meurer.

"Wenn nun ein neues Institut und eine Ausweitung der beteiligten Institutionen vorgeschlagen werden, werden dadurch die Abläufe nicht einfacher, sondern bürokratischer. Angebliche Blockaden verhindert bereits seit Jahren die Schiedsstelle. Zusätzliche Institutionen zu beteiligen und letztlich einen Vorsitzenden entscheiden zu lassen, ist kein Beitrag zur Stärkung einer funktionierenden Selbstverwaltung. Der Vorsitzende eines Ausschusses muss von der Selbstverwaltung getragen und unabhängig sein. Bevor das BMG die Kontrolle durch den Vorsitz übernehmen will, sollte das dortige Verständnis der Selbstverwaltung erkennbar geklärt sein", führt der bpa-Präsident weiter aus.

"Wir erwarten endlich eine klare politische Unterstützung zur Entwicklung und Einführung wissenschaftlich begründeter Instrumente zur Beurteilung der Qualität statt zusätzlicher Gremien. Bis heute fehlen zum Beispiel die gesetzlichen Grundlagen zur Nutzung der auf wissenschaftlicher Grundlage entwickelten Qualitätsberichterstattung", stellt Bernd Meurer abschließend klar.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe http://www.youngpropflege.de oder auch http://www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.

Quelle: Pressemitteilung vom 01.04.2014 bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Pressekontakt: Für Rückfragen: Herbert Mauel, Bernd Tews, Geschäftsführer, Tel.:
030/30 87 88 60, http://www.bpa.de
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MDS für aussagefähige Pflegequalitätsberichte

Beitrag von WernerSchell » 01.04.2015, 15:10

MDS: Klare Entscheidungsstrukturen für aussagefähige Pflegequalitätsberichte notwendig

Essen. „Pflegebedürftige und Angehörige brauchen laienverständliche Informationen über die Pflegequalität von Heimen und ambulanten Diensten, um den Anbieter auswählen zu können, der ihren Erwartungen am besten entspricht“, sagt Dr. Stefan Gronemeyer, Leitender Arzt und stellvertretender Geschäftsführer des MDS. „Bei den heute vorgestellten Eckpunkten zur Neukonzeption des Pflege-TÜVs wird entscheidend sein, ob der Einfluss der Pflegeanbieter auf lange Sicht tatsächlich wirksam begrenzt werden kann.“

Nach Auffassung der Medizinischen Dienste ist es wichtig, dass mit den geplanten Kurzberichten aussagefähige Informationen über die tatsächliche Pflegequalität für die Verbraucher zur Verfügung stehen. Bei der Neukonzeption des Pflege-TÜVs ist entscheidend, ob klare Entscheidungsstrukturen geschaffen werden und der Einfluss der Pflegeanbieter begrenzt werden kann. Blockademöglichkeiten müssen verhindert werden. Ob dies durch den vorgeschlagenen Pflegequalitätsausschuss, in dem Einrichtungsträger und Vertreter der Pflegeberufe mit Stimmrecht vertreten sein sollen, gelingen kann, bleibt offen. Die Medizinischen Dienste werden ihr Expertenwissen im weiteren Prozess konstruktiv einbringen.
Klar ist jedoch, dass Transparenz auf dem Pflegemarkt alleine nicht ausreicht. Für die Sicherung und Verbesserung der Versorgungsqualität in den Heimen und ambulanten Diensten ist die externe Prüfung durch die MDK unverzichtbar. In den Prüfungen untersuchen die MDK-Gutachter die Versorgungsqualität der Pflege am Menschen, in dem sie sich Dekubitusprophylaxe, Ernährungszustand, Medikamentengabe und andere wichtige Kernkriterien der Pflege genau ansehen.

Hintergrund:
Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Karl-Josef Laumann hat heute ein neues Konzept zur Neugestaltung des Pflege-TÜVs vorgestellt. Die Übersetzung der MDK-Prüfberichte in Schulnoten soll zum 1. Januar 2016 ausgesetzt werden. Stattdessen sollen übergangsweise Kurzberichte der MDK-Prüfungen veröffentlicht werden. Gleichzeitig soll ein Pflegequalitätsausschuss eingerichtet werden, der mit der Neukonzeption des sogenannten Pflege-TÜVs und der Qualitätsprüfungen beauftragt werden soll. In diesem sollen neben Kosten- auch Einrichtungsträger und Verbände der Pflegeberufe stimmberechtigt mitwirken.

Der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) berät den GKV-Spitzenverband in medizinischen und pflegerischen Fragen. Er koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der MDK.
Die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) begutachten Antragsteller auf Leistungen der Pflegeversicherung im Auftrag der Pflegekassen.

Quelle: Pressemitteilung vom 01.04.2015
Pressekontakt: • MDS, Pressestelle, Michaela Gehms
_______________________________________________________________________________________________
Pressesprecherin | Teamleiterin Öffentlichkeitsarbeit Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) Theodor-Althoff-Straße 47
45133 Essen
Telefon: 0201 8327-115
Email: m.gehms@mds-ev.de
Internet: http://www.mds-ev.de
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DBfK begrüßt Neuausrichtung des Pflege-TÜV

Beitrag von WernerSchell » 01.04.2015, 15:13

DBfK begrüßt Neuausrichtung des Pflege-TÜV

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) begrüßt ausdrücklich die heutige Ankündigung des Pflegebevollmächtigten Karl-Josef Laumann, die aktuelle Form des Pflege-TÜV auszusetzen und zügig durch ein neues Konzept zu ersetzen. „Die jetzigen Pflegenoten sind seit langem umstritten. Tatsächlich sagt die heutige Gesamtnote nichts aus über die echte Versorgungsqualität und kann so als Entscheidungsgrundlage von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen nicht genutzt werden. Ein solches Instrument ist untauglich und muss zweifelsohne durch ein besseres und aussagekräftiges ersetzt werden. Diejenigen, die für die Wahl einer Einrichtung Orientierung suchen, brauchen echte und messbare Kriterien sowie nachvollziehbare Bewertungen von Pflegequalität. Aus den Fehlern der Vergangenheit kann jetzt für das neue Konzept gelernt werden“, sagt DBfK-Bundesgeschäftsführer Franz Wagner. „Der DBfK stellt seine Expertise gern für die Entwicklung des neuen Prüfverfahrens zur Verfügung. Gut ist auch, dass bestehende Strukturen genutzt werden sollen, damit nicht weitere Kosten und mehr Bürokratie entstehen. Mit den jetzigen Plänen kann der künftige Pflege-TÜV tatsächlich werden, was im System gebraucht wird: ein transparentes, leistungsfähiges Verfahren zur Darstellung von Qualitätsniveaus der Pflege, das hohe Akzeptanz erfährt“, so Wagner.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
http://www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 01.04.2015
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140
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Änderungen in der Pflegetransparenzverordnung

Beitrag von WernerSchell » 01.04.2015, 15:28

Katholische Altenhilfe begrüßt Reform der Entscheidungsstrukturen in der Selbstverwaltung der Pflege auf Bundesebene

Herr Staatssekretär und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann schlägt heute vor, Änderungen in der Pflegetransparenzverordnung vorzunehmen und das nächste Pflegestärkungsgesetz dafür zu nutzen.
„Meine Erfahrung als Vertreter der Caritas in der Schiedsstelle, die die Differenzen zwischen Kostenträgern und Leistungserbringern rund um die Pflegenoten und die dazu gehörenden Kriterien für die MDK-Prüfungen schlichtet, lässt mich Herrn Laumanns Überlegungen mit Interesse entgegensehen“ führt Andreas Leimpek-Mohler, Geschäftsführer des Verbandes Katholischer Altenhilfe in Deutschland, Fachverband für Altenhilfe und Pflege im Deutschen Caritasverband, aus.
„ Schon seit Beginn der neuen Selbstverwaltungsstruktur in der Pflege konnte man sich nicht auf eine Geschäftsordnung einigen. Der von Herrn Laumann vorgeschlagene Pflegequalitätsausschuss greift Elemente aus der Arbeit und Zusammensetzung der Schiedsstelle auf, die sich bewährt haben!“ fährt Leimpek-Mohler fort.
Aus seiner Sicht muss der unparteiische Vorsitzende des neuen Ausschusses ein Richter oder eine Richterin sein. In der bestehenden Schiedsstelle hat diese Kompetenz des Vorsitzenden entscheidend dazu beigetragen, dass es zu Ergebnissen gekommen ist!

Quelle: Pressemitteilung vom 01.04.2015
Kontakt: Andreas Leimpek-Mohler
Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V., Freiburg/Br.
Tel: 0761 - 200460
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Pflege-TÜV: Notensystem ist am Ende

Beitrag von WernerSchell » 02.04.2015, 06:30

Ärzte Zeitung vom 02.04.2015:
Pflege-TÜV: Notensystem ist am Ende
Der Pflege-TÜV wird umgekrempelt: Das umstrittene Notensystem soll nächstes Jahr abgeschafft werden,
ein neues Bewertungssystem kommt aber nicht vor 2018. Koalitionspolitiker reagieren auf die Pläne des
Pflegebevollmächtigten Laumann skeptisch.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=882 ... ege&n=4138
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Neues Konzept soll Pflegenoten ersetzen

Beitrag von WernerSchell » 02.04.2015, 06:59

Deutsches Ärzteblatt:
Neues Konzept soll Pflegenoten ersetzen
Nach dem Aus des Pflege-TÜV mit Schulnoten für Heime hat der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung,
Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU), Vorschläge für eine Neukonzeption des Pflege-TÜV vorgelegt.
Sie sehen unter anderem die ... »
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... n-ersetzen
Spahn stellt Pflege-TÜV infrage
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... eV-infrage
Pflegenoten: Ein Pro und Contra
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... flegenoten
Pflege-TÜV: Laumann fordert sofortigen Stopp
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... flegenoten
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Pflege-TÜV-Reform: GKV reklamiert Zuständigkeit für sich

Beitrag von WernerSchell » 02.04.2015, 15:15

Ärzte Zeitung vom 02.04.2015:
Pflege-TÜV-Reform: GKV reklamiert Zuständigkeit für sich
Das Bewertungssystem für Pflegeheime wird umgekrempelt. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Laumann
will dafür einen Qualitätsausschuss einrichten. Das schmeckt dem GKV-Spitzenverband gar nicht.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=882 ... ege&n=4140

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Statement des GKV-Spitzenverbandes vom 01.04.2015:

Grundsanierung der Pflegenoten notwendig!
Anlässlich der aktuellen Diskussion um die Reform der Pflegenoten erklärt Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes:
1. In ihrer heutigen Form haben die Pflegnoten ihren Zweck, echte Transparenz über die Qualität von Pflegeeinrichtungen zu schaffen, grob verfehlt. Die Pflegenoten benötigen nicht nur einen neuen Anstrich, sondern eine Grundsanierung. Dass Staatssekretär Laumann die Qualitätsprüfungen und die Pflegetransparenz heute im Grundsatz bestätigt, schafft Klarheit. Es geht nicht um die Abschaffung von Transparenz, sondern um ihre Weiterentwicklung und realistische Darstellung.
2. Übergangsweise die Prüfungsergebnisse in Form von „Kurzzusammenfassungen“ darzustellen, ist eine Hilfskonstruktion, die die Probleme naturgemäß nicht vollständig lösen kann.
3. Die heutigen Pflegenoten sind das Produkt eines unzureichenden gesetzlichen Rahmens, der klare Entscheidungen verhindert und faule Kompromisse befördert hat. Deshalb begrüßen wir es ausdrücklich, dass der Pflegebeauftragte sich jetzt dafür einsetzt, neue Strukturen zu schaffen. Der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes hat sich bereits klar für eine Richtlinienkompetenz für sich ausgesprochen, damit unter Einbeziehung von Betroffenenverbänden, Experten und Wissenschaftlern Pflegequalitätskriterien vorgegeben werden können, die den Pflegebedürftigen tatsächlich helfen. Wenn es nun jedoch zu einem neuen Pflegequalitätsausschuss kommen soll, dann bietet sich der Gemeinsame Bundesausschuss aus der gesetzlichen Krankenversicherung als Orientierung an. Hier sitzen die verantwortlichen Akteure an einem Tisch und die Patientenvertreter werden über ein Antrags- und Mitspracherecht mit einbezogen.
4. Wir legen großen Wert darauf, dass die Pflegeversicherung weiterhin staatsfern organisiert bleibt. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Pflegequalitätsausschuss in einem Bundesministerium angesiedelt ist. Ein Pflegequalitätsausschuss braucht einen neutralen Vorsitz, der von der Selbstverwaltung getragen wird und auch unabhängig von staatlichen Institutionen ist.
Quelle: http://www.gkv-spitzenverband.de/presse ... 240896.jsp

(Zusammenfassung) Pflege-TÜV soll von Noten auf Kurzberichte umgestellt werden
Berlin (AFP) - Beim umstrittenen Pflege-TÜV sollen künftig Kurzberichte über Heime und ambulante Pflegedienste an die Stelle der bisherigen Noten treten. Diese Form der Bewertung von Pflegeleistungen sieht das am Mittwoch vorgestellte Konzept des Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), vor. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) begrüßte Laumanns Vorstoß und kündigte rasche Beratungen mit den Fraktionen über eine Umsetzung an. Mit seinem Vorschlag verfolgt Laumann das Ziel, Bürgern bei der Auswahl eines Pflegediensts mehr Informationen und bessere Vergleichsmöglichkeiten zu geben. Ab Anfang 2016 soll es statt einfacher Noten für jede einzelne Einrichtung einen kurzen Prüfbericht geben. "Die Bürger brauchen messbare Kriterien, an denen sie die Qualität von Pflege und Betreuung festmachen und vergleichen können", erklärte Laumann. Nach Laumanns Vorstellungen soll der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bis Ende des Jahres Vorgaben für die kurzen Prüfberichte über die Pflegeanbieter erarbeiten. Für die Bewertung von Heimen müsse es Kriterien mit einer fundierten wissenschaftlichen Grundlage geben. Dafür solle zum 1. Januar 2016 ein Pflegequalitätsausschuss errichtet werden, der ein neues Qualitätsprüfungs- und Veröffentlichungssystem für Pflegeeinrichtungen ausarbeitet. In diesem Ausschuss sollen neben den Einrichtungs- und Kostenträgern künftig auch die Verbände der Pflegebedürftigen und der Pflegeberufe gleichberechtigt mit Stimmrecht vertreten sein. "Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Partizipation und Transparenz", erklärte Laumann. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verlangte, die Pflegeversicherung weiterhin staatsfern zu organisieren. "Es ist schwer vorstellbar, dass ein Pflegequalitätsausschuss in einem Bundesministerium angesiedelt ist", erklärte Verbandsvorstand Gernot Kiefer. Die AOK kritisierte die von Laumann geplante Zusammenfassung der Prüfergebnisse. Besser sei es, diese etwa als prozentuale Erfüllung von bestehenden Mindestanforderungen darzustellen, erklärte AOK-Vorstandschef Jürgen Graalmann. Der Pflegequalitätsausschuss soll nach den Vorstellungen des Patientenbeauftragten eine gesetzliche Frist bis 31. Dezember 2017 bekommen, um die Richtlinie für ein neues Qualitätsprüfungs- und Veröffentlichungssystem zu erlassen. Der Pflege-TÜV für Heime und ambulante Pflegedienste war im Sommer 2009 eingeführt worden. Jedes Heim wird regelmäßig mit Schulnoten bewertet. Kritiker beklagen, dass die tatsächliche Qualität der Heime durch das bisherige Benotungssystem verschleiert wird und fast alle Heime sehr gut abschneiden. Gröhe sagte: "Der Pflege-TÜV muss auf neue Füße gestellt werden." Es sei richtig, die umstrittenen Noten durch "gut verständliche Zusammenfassungen" zu ersetzen. Auch der Unions-Gesundheitsexperte Jens Spahn äußerte sich positiv zu Laumanns Vorstoß. Er betonte zugleich: "Alle anderen Vorschläge werden wir uns anschauen, da gibt es sicher keinen Automatismus." Die SPD-Gesundheitsexpertin Hilde Mattheis kündigte eine genaue Prüfung von Laumanns Vorschlägen an. Dabei müsse auch diskutiert werden, ob die Noten ab 2016 tatsächlich komplett ausgesetzt werden sollen, erklärte sie. Die Grünen kritisierten, dass die umstrittenen Pflegenoten erst zum Jahresbeginn 2016 abgeschafft werden sollen. "Das kann und muss mit sofortiger Wirkung passieren", erklärte ihre pflegepolitische Sprecherin Elisabeth Scharfenberg.
Quelle: http://www.gkv-spitzenverband.de/presse ... ungen-3139
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Aussetzung der Pflegenoten

Beitrag von WernerSchell » 04.04.2015, 15:37

Presseerklärung
zur Ankündigung des Pflegebeauftragten der Bundesregierung,
Staatssekretär Karl-Josef Laumann,
zur Aussetzung der Pflegenoten


Als Kasseler Initiative begrüßen wir die Absicht des Pflegebeauftragten der Bundesregierung, das bisherige als gescheitert anzusehende Pflegenotensystem auszusetzen.
Für die Überlegungen, Alternativen zu entwickeln, ist es nach Ansicht der Initiative nicht förderlich, wenn nicht vorher ein Gesamtstrukturkonzept zur Verzahnung der ambulanten medizinischen Versorgung mit der stationären pflegerischen Versorgung vom Gesetzgeber festgelegt wird. Die Absicht des Bundesgesetzgebers mit der Regelung des § 119b SGB V (Krankenversicherungsgesetz) die „Ambulante Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen“ einzubeziehen hat bisher zu keiner nennenswerten Verbesserung dieses Versorgungszweiges geführt. Dies hat zur Folge, dass Pflegeheimbewohner aufgrund der ungeregelten nicht verzahnten Versorgungsbereiche für Krankenbehandlung (Krankenversicherung), Pflege und Betreuung (Pflegeversicherung) Gefahr laufen, ihre Leistungsansprüche aus der Krankenversicherung nicht in Anspruch nehmen zu können.
Aus diesem Grunde ist es geboten, mit der Neuschaffung eines Qualitätsinstituts ein Instrumentarium zu gewinnen, der beide Bereiche „medizinische Behandlung“ und „pflegerische Versorgung“ gleichermaßen erfasst.

Quelle: Pressemitteilung vom 03.2015
Kasseler Initiative
zur Verbesserung der medizinischen Versorgung
in stationären Pflegeeinrichtungen
in der Region Kassel
Postalische Anschrift:
Peter Ludwig Eisenberg,
Baumgartenstraße 66
34130 Kassel
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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WernerSchell
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Pflege-TÜV: GKV pocht auf Staatsferne

Beitrag von WernerSchell » 07.04.2015, 06:40

Ärzte Zeitung vom 07.04.2015:
Pflege-TÜV: GKV pocht auf Staatsferne
Der GKV-Spitzenverband will die Entwicklung eines neuen Pflege-TÜVs dominieren.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=882 ... ege&n=4141
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Pflege-TÜV: Eine Ad hoc-Reform überfordert das System

Beitrag von WernerSchell » 08.04.2015, 06:25

Ärzte Zeitung vom 08.04.2015:
Pflege-TÜV: Eine Ad hoc-Reform überfordert das System
Die Pflege in Deutschland hat revolutionäre Jahre vor sich. Deshalb ist es gut, dass die Politik bei einer Reform des Pflege-TÜVs
nicht in hektischen Aktionismus verfällt. Ein neues Bewertungssystem muss mit den anstehenden Veränderungen wachsen.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=883 ... ege&n=4144
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Heime: Pflegepraxis muss Maßstab sein

Beitrag von WernerSchell » 09.04.2015, 06:31

Bericht der NGZ vom 09.04.2015 - Lokalredaktion Dormagen:
Heime: Pflegepraxis muss Maßstab sein
Dormagen. Die Ankündigung, dass der so genannte Pflege-TÜV für die Seniorenheime in der bestehenden Form abgeschafft werden soll,
stößt bei den Betroffenen in Dormagen auf große Zustimmung. Sie wollen weniger Formalien geprüft sehen.
Von Klaus D. Schumilas
...
Klartext spricht der überregional bekannte Pflegexperte Werner Schell (Neuss): "Eine Reform des Pflege-TÜV ist überfällig.
Aber was nützt das, wenn die Pflege-Rahmenbedingungen mangelhaft sind und bleiben? Meine einfache Botschaft lautet:
Mehr Pflegepersonal gleich bessere Pflege."
Quelle: NGZ > http://www.rp-online.de/nrw/staedte/dor ... -1.5001409

+++
In der Print-Ausgabe der NGZ vom 09.04.2015 wird innerhalb des o.a. Berichts der Beginn des Pflegetreffs mit 18.00 Uhr angegeben,
also ein Zeitpunkt genannt, bei dem sich der Treff schon dem Ende zuneigt. Die Irritationen müssen bei den LeserInnen groß sein,
so dass ein weiterer Bericht mit einer entsprechenden Korrektur mehr als dringlich erscheint. Die NGZ wurde heute früh entsprechend
unterrichtet.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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