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Keine Chance für multiresistente Erreger

Verfasst: 30.03.2015, 07:04
von WernerSchell
Bild - Gemeinsam Gesundheit schützen - Bild

Sie finden unter > http://www.keine-keime.de/ einige Hintergrundinformationen zur Hygiene-Initiative "Gemeinsam Gesundheit schützen. Keine Keime. Keine Chance für multiresistente Erreger". Lernen Sie die teilnehmenden Krankenhäuser und ihren Dachverband, die KGNW, näher kennen. Als teilnehmendes Krankenhaus können Sie sich hier zudem Materialien zur Initiative herunterladen. In der Rubrik Aktuelles finden Sie unter anderem einen Terminkalender zur Wanderausstellung. Für Krankenhausmitarbeiter sind einige Fortbildungsangebote zusammengestellt.

Die Wanderausstellung – Wann und Wo
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Zur landesweiten Hygiene-Initiative der nordrhein-westfälischen Krankenhäuser gehört eine Wanderausstellung, die sich mit dem Zusammenleben von Menschen und Keimen, der Entdeckung von Krankheitserregern und der medizingeschichtlichen Bedeutung von Antibiotika beschäftigt. Im unten stehenden Kalender sehen Sie, wann diese Ausstellung in welchen Städten und Kliniken zu sehen sein wird.

Zum Beispiel:
Johanna-Etienne-Krankenhaus - 29.06. - 15.07.2015
Lukaskrankenhaus Neuss - 14.04. - 30.04.2015


Kleine Schritte, grosser Effekt

Fünf einfache Regeln zum Schutz vor Keimen - damit Sie sich selbst schützen und auch etwas für die Gesundheit Ihrer Mitmenschen tun können.
http://www.keine-keime.de/selbst-sicher ... eimen.html

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Regel 1: Hände desinfizieren Eine Händedesinfektion dauert zirka 30 Sekunden, kann aber Leben retten. Denn multiresistente Erreger werden meistens von Hand zu Hand oder über Griffe und Kontaktflächen übertragen. Wenn sie ihren Weg in eine frisch operierte Wunde finden oder im geschwächten Körper eine Infektion auslösen, ist die Behandlung erschwert. Überall im Krankenhaus finden Sie Spender mit Desinfektionsmittel für Ihre Hände. Für eine korrekte Anwendung sollten Sie mindestens 3ml Flüssigkeit so lange in der Hand verreiben, bis sie trocken ist. Wichtig ist, alle Stellen und Zwischenräume der Hände einzureiben.

Regel 2: Korrekter Umgang mit Antibiotika
Damit Antibiotika noch möglichst lange möglichst vielen Kranken helfen, sind auch Sie gefragt. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob es Alternativen zu einer antibiotischen Behandlung gibt. Antibiotika helfen nicht gegen Viren, die z. B. eine klassische Grippe oder Erkältung verursachen. Wenn Sie Antibiotika brauchen, ist es außerdem wichtig, dass Sie sich an die vorgeschriebene Dosis und Dauer halten. Sonst wirkt das Mittel möglicherweise nur gegen einen Teil der Krankheitserreger und der Rest legt sich fürs nächste Mal eine Abwehrstrategie – sprich eine Resistenz zu. Also: Weniger ist mehr und wenn, dann richtig!

Regel 3: Vorsicht bei Schnupfen und Husten
Einige Keime siedeln in der Nase, im Rachen und in den Atemwegen, dazu gehören auch Bakterienstämme des Typs MRSA. Sie könnten versehentlich übertragen werden, wenn Menschen husten oder niesen , Mediziner sprechen von einer Tröpfcheninfektion. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie im Krankenhaus möglichst wenig niesen und husten. Wenn Sie niesen müssen: Halten Sie Abstand, niesen Sie besser in die Armbeuge als in die Hand, und lassen Sie keine Taschentücher herumliegen, sondern entsorgen Sie sie ordnungsgemäß.

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Regel 4: Abstand zu Patienten halten
Auch wenn es schwerfällt: Verzichten Sie im Krankenhaus auf zärtliche Berührungen und Händehalten, ohne sich einmal rückversichert zu haben. Fragen Sie das Krankenhauspersonal, welcher Kontakt unbedenklich ist, und welche Berührung aus Gründen des Infektionsschutzes eine vorherige oder nachträgliche Desinfektion der Hände erforderlich macht. Auch das gewohnheitsmäßige Händeschütteln zur Begrüßung spielt resistenten Erregern in die Hand, wenn Sie nicht an die Desinfektion gedacht haben. Sie müssen deswegen ja nicht zum Unmenschen werden: Ein Lächeln und warme Worte spenden ebenfalls Trost, transportieren aber Keime nicht weiter.

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Regel 5: Hygiene in der eigenen Küche
Wer sich außerhalb des Krankenhauses keine resistenten Keime einfängt, kann sie auch nicht ins Krankenhaus mitbringen. Deswegen ein Tipp für Ihre Küche zu Hause: Einige resistente Keime verbreiten sich von Nutztieren aus der Landwirtschaft auf den Menschen. Wenn Sie zu Hause in Ihrer Küche rohes Fleisch oder Geflügel zubereiten, benutzen Sie zum Schneiden andere Bretter und Messer als zur Zubereitung des Salats oder von gegarten Lebensmitteln. Hygienisch sind Bretter mit glatter Oberfläche, in Rillen könnten sich Keime ablagern. Reinigen Sie die Messer und Bretter nach der Zubereitung gründlich, am besten im Spülprogramm mit mindestens 60 Grad.

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Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist seit mehreren Jahren Kooperationspartner
der „Aktion Saubere Hände“. Das gemeinsame Anliegen:
Infektionen in Gesundheitseinrichtungen müssen reduziert werden! >>>> *)

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Hygiene hat mit Personalbemessung zu tun!
„Hygiene kostet Geld. Keine Hygiene kostet noch mehr Geld!”

Die Erkenntnis, dass Hygiene Kosten verursacht, ist nicht neu und wird seit Jahren herausgestellt, auch von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk. Allein die wichtige Händehygiene im Krankenpflegedienst kann bis zu einer Stunde Dienstzeit/Tag erfordern. Auch aus diesem Grund sind erhebliche Personalaufstockungen notwendig! Das Statement, das sich allgemein mit dem Pflegenotstand und den gebotenen pflegepolitischen Maßnahmen für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen befasst, ist weiterhin abrufbar unter folgender Adresse > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf

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*) Am 06.05.2015 teilte die "Aktion Saubere Hände" u.a. mit:
Die „Aktion Saubere Hände“ wird seit 2014 nicht mehr vom BMG finanziert, sondern ausschließlich durch unterschiedliche Förderer. Das bedeutet, es gibt im bisherigen Sinne keine Kooperationspartner mehr. - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist daher im förmlichen Sinne als Kooperationspartner ausgeschieden, ist aber weiterhin im Sinne der Aktion aktiv.

Mehr infektiologisch geschultes Personal gefordert

Verfasst: 01.04.2015, 15:02
von WernerSchell
Ärzte Zeitung vom 01.04.2015:
Klinik-Keime: Mehr infektiologisch geschultes Personal gefordert
Infektiologen an jeder größeren Klinik - das fordert die DGI im Kampf gegen multiresistente Keime.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=882 ... mre&n=4137

Mehr infektiologisch geschultes Personal gefordert

Verfasst: 02.04.2015, 06:32
von WernerSchell
Ärzte Zeitung vom 02.04.2015:
Klinik-Keime: Mehr infektiologisch geschultes Personal gefordert
Infektiologen an jeder größeren Klinik - das fordert die DGI im Kampf gegen multiresistente Keime.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=882 ... mre&n=4138

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Die Forderung nach mehr Fachpersonal wird von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit Jahren erhoben!

Pflege bei MRSA nicht alleinlassen

Verfasst: 02.04.2015, 15:29
von WernerSchell
Pflege bei MRSA nicht alleinlassen / bpa fordert Umsetzung beim Kampf gegen multiresistente Keime

Saarbrücken (ots) - Während in den saarländischen Krankenhäusern künftig weitreichende Maßnahmen gegen multiresistente Keime ergriffen werden sollen, wird die Umsetzung von entsprechenden Schutzmaßnahmen in der Altenpflege weiter verzögert. "Zum Abschluss entsprechender Vergütungsvereinbarungen, durch die die Finanzierung von Schutzkleidung für die Behandlung von MRSA-Patienten gesichert würde, sind die Kassen bislang nicht bereit", kritisiert der saarländische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Helmut Mersdorf.

Bereits vor einem Jahr hatten der bpa und andere Verbände nach langen Verhandlungen erreichen können, dass die Versorgung von Menschen mit multiresistenten Keimen endlich in den Leistungskatalog der Krankenpflegemaßnahmen aufgenommen wurde. Die Krankenkassen im Saarland hätten eine Umsetzung jedoch bisher verzögert, obwohl sich Expertenzirkel einig darüber sind, dass die Maßnahmen angesichts der großen Gefährdung für Patienten und Pflegepersonal umgehend umgesetzt werden müssen.

"Im Kampf gegen MRSA hilft nur ein gemeinsames Vorgehen aller an der Versorgung der Patienten beteiligten Akteure", so Mersdorf, der mehr als 120 ambulante Pflegedienste und Pflegeheime im Saarland vertritt. "Wenn der Gesundheitsminister also schon auf die bestehenden Gefahren hinweist und zu Recht eine Gesetzesinitiative für mehr Schutz der Patienten in den Krankenhäusern vorlegt, dann muss umso dringlicher eine bereits beschlossene Unterstützung der Pflegeheime und ambulanten Dienste endlich umgesetzt werden."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
100 in Saarland) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in priva-ter Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe http://www.youngpropflege.de oder auch http://www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.

Quelle: Pressemitteilung vom 02.04.2015 bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Pressekontakt: Für Rückfragen: Angela Eicher, Landesbeauftragte, Telefon: 0681/948
88 40, http://www.bpa.de

Viel mehr Tote durch multiresistente Keime möglich

Verfasst: 03.06.2015, 06:32
von WernerSchell
Ärzte Zeitung vom 03.06.2015:
Studie warnt: Viel mehr Tote durch multiresistente Keime möglich
Ohne ein scharfes Umsteuern beim Einsatz von Antibiotika wird sich die Zahl der Toten durch multiresistente Keime drastisch erhöhen
- davor warnt eine Studie der Berliner Charité.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=887 ... mre&n=4262

Das Ende der Antibiotika - Buchtipp

Verfasst: 15.07.2015, 12:48
von WernerSchell
Buchtipp!

Rinke van den Brink

Das Ende der Antibiotika
Sieg der Bakterien über ein Allheilmittel

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Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (10. Juni 2015) – Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3738608079 ISBN-13: 978-3-7386-0807-6

Das Buch „Das Ende der Antibiotika – Sieg der Bakterien über ein Allheilmittel“ vom niederländischen Fachjournalisten Rinke van den Brink ist nun in einer erweiterten Auflage auch auf Deutsch erhältlich.
Buch bestellen: http://www.amazon.de oder http://www.bod.de

Die Projektförderzeit von EurSafety Health-net ist beendet. Seit Beginn 2015 existiert daher die EurSafety-Stiftung, die sich die Förderung von Regionalen Netzwerken zur Prävention von Krankenhausinfektionen und Antibiotikaresistenzen in Europa zum Ziel gemacht hat. Die Stiftung finanziert sich aus Fortbildungsaktivitäten, Kongresseinnahmen, Weiterbildungsaktivitäten, der Auditierung und Vergabe von Qualitäts- und Transparenzsiegeln und anderen Fund-Raising Aktivitäten. Eine davon ist das neu erschienene deutsche Buch von Rinke van den Brink. Mit dem Erwerb dieses Buches kommt ein Teilerlös den Aktivitäten zur Bekämpfung von Krankenhausinfektionen zugute.

Warum gibt es Krankenhauskeime und warum sind sie immer schwieriger zu bekämpfen? Was bedeutet das für Patienten und für die öffentliche Gesundheit? Machen Ärzte und Pflegekräfte ihre Arbeit immer schlechter oder steckt etwas anderes dahinter? Wenn es keine wirksamen Antibiotika mehr gibt, warum entwickelt die Industrie dann keine neuen? In „Das Ende der Antibiotika“ gibt Rinke van den Brink Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

Das Buch handelt von der derzeit größten Herausforderung der medizinischen Versorgung: Der Bekämpfung von Krankenhausinfektionen und Antibiotikaresistenzen. Van den Brink beschreibt fundiert die aktuelle deutsche und niederländische Situation. Das Buch ist in Zusammenarbeit mit dem erfolgreichen deutsch-niederländischen Projekt „EurSafety Health-net“ erschienen. Das Vorwort stammt von Prof. Dr. med. Alex W. Friedrich, Med. Mikrobiologe und Krankenhaushygieniker am Universitätsklinikum Groningen und Projektleiter von EurSafety Health-net.

Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Ausbrüche von multiresistenten Bakterien mit manchmal fatalen Folgen für Patienten. Das Rotterdamer Maasstad Krankenhaus, das Klinikum Bremen Mitte, die Uniklinik Leipzig, sie alle hatten mit ernsthaften Ausbrüchen zu kämpfen. In den Niederlanden kam es zu einer Q-Fieber-Epidemie in bis dahin unbekanntem Ausmaß. Deutschland bekam es mit einem bisher einzigartigen EHEC-Ausbruch zu tun.

Lange waren Antibiotika das Wundermittel, das mit bakteriellen Infektionen kurzen Prozess machte und die Sterblichkeit bei Infektionskrankheiten drastisch sinken ließ. Inzwischen wird der Nachteil, der diese einzigartigen Mittel begleitet, immer schwerwiegender. Die Anwendung von Antibiotika führt unvermeidlich zu Resistenzen bei Bakterien und damit zur Unwirksamkeit der Antibiotika.

In „Das Ende der Antibiotika” spricht Rinke van den Brink mit einer Auswahl von internationalen Experten und befragt sie nach möglichen Lösungen für das weltweite Problem der Antibiotikaresistenzen. Dabei wird eins sehr deutlich: Für die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen benötigt man einen internationalen Ansatz, wie er beispielsweise im EurSafety Health-net, dem euregionalen deutsch-niederländischen Netzwerk für Patientensicherheit und Infektionsschutz, umgesetzt wird (http://www.eursafety.eu).

Rinke van den Brink (1955) ist Senior Medizinredakteur beim öffentlich-rechtlichen Sender NOS, dem niederländischen Pendant von ARD/ZDF. Er ist durch einige wichtige Themen in der Öffentlichkeit bekannt geworden, unter anderem zu ESBL-produzierenden Bakterien auf Hähnchenfleisch, dem großen Ausbruch von 4MRGN/Klebsiella pneumoniae im Maasstad Krankenhaus in Rotterdam im Jahr 2011 sowie über den ersten KPC-Ausbruch in den Niederlanden 2013.

Quelle und weitere Informationen:
http://www.eursafety.eu/DE/news.html

Re: Keine Chance für multiresistente Erreger

Verfasst: 16.09.2015, 06:50
von WernerSchell
Deutsches Ärzteblatt:
Studie zur Patientensicherheit: Wovor fürchten sich deutsche Patienten am meisten?
Hamburg – Kurz vor dem internationalen Tag der Patientensicherheit am 17. September haben die Asklepios Kliniken eine Studie zur Patientensicherheit aus Patienten­pers­pektive veröffentlicht. Hierfür haben sie im Juli 2015 insgesamt 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse der repräsentativen Studie „Patientensicherheit – worauf es Patienten ankommt“: Knapp zwei Drittel der Befragten fürchten sich bei einem stationären Aufenthalt vor der Ansteckung mit einem multiresistenten Keim, und knapp die Hälfte sorgt sich wegen möglicher Behandlungsfehler durch den Arzt. Auf Platz 3 der Ängste liegt verunreinigtes Operationsbesteck (35 Prozent), gefolgt von Komplikationen beim Eingriff (33 Prozent) und möglichen Fehlern des Arztes aufgrund von Zeitmangel (30 Prozent).
... (weiter lesen unter) ... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... am-meisten

Fehlversorgung bei Antibiotikatherapie

Verfasst: 18.12.2015, 12:20
von WernerSchell
Aus Forum:
viewtopic.php?f=4&t=21410&p=89904#p89904

BARMER GEK Pressemitteilung vom 18. Dezember 2015

Fehlversorgung bei Antibiotikatherapie

Berlin - In Deutschland gibt es eine mögliche Fehlversorgung beim Einsatz von Antibiotika. Darauf hat der Verwaltungsrat der BARMER GEK heute in Berlin aufmerksam gemacht. Analysen im aktuellen Arzneimittelreport der Kasse zeigen unter anderem ein medizinisch schwer nachvollziehbares Verordnungsverhalten von Ärzten, das zudem regional sehr unterschiedlich ausfällt. „Unsere Analysen zeigen, dass die Antibiotikatherapie hierzulande insgesamt rationaler werden muss. Das wäre eine Hilfe beim Kampf gegen resistente Krankheitserreger“, so Dietmar Katzer, Präsidiumsmitglied des BARMER GEK Verwaltungsrates.

Eine mögliche Fehlversorgung wird laut BARMER GEK im Bereich der medikamentösen Behandlung von Akne ausgemacht. Die dritthäufigste eingesetzte Arzneimittelgruppe sind die sogenannten topischen Antibiotika. Sie machten unter rund 71.000 Verordnungen bei Jungen im Jahr 2013 immerhin 13,7 Prozent aus. Bei den Mädchen stellen sie bei rund 162.000 Verordnungen einen Anteil von 6,1 Prozent. Nach übereinstimmender wissenschaftlicher Meinung sollten topische Antibiotika nur kurz oder gar nicht mehr angewendet werden, weil die durch sie bekämpften Bakterien rasch resistent werden. Von Akne waren unter den BARMER GEK Versicherten im Jahr 2013 etwa 270.000 betroffen.

Auch eine Analyse der Arzneimittelverordnungen bei Harnwegsinfekten zeige ein sehr uneinheitliches Bild, verursacht durch teils widersprüchliche Informationen für Ärzte in diversen wissenschaftliche Leitlinien und Therapieempfehlungen. Benötigt würden daher einheitliche Empfehlungen, die sowohl die aktuelle Situation bei Resistenzen als auch die Wirksamkeitsnachweise der Arzneimittelwirkstoffe berücksichtigen, so Katzer. Mit Blick auf die Ergebnisse des aktuellen Arzneimittelreports sollte der Stellenwert der antibiotischen Therapie durch die Fachgesellschaften neu bewertet und vermittelt werden. Harnwegsinfekte gehören zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen. Bei der BARMER GEK gab es im Jahr 2013 rund 357.000 Fälle von Harnwegsinfekten.

Mehr Informationen: http://www.barmer-gek.de/546517.
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Presseabteilung der BARMERGEK
Athanasios Drougias (Leitung), Telefon: 0800 33 20 60 99 1421
Sunna Gieseke, Telefon: 0800 33 20 60 44-30 20
E-Mail: presse@barmer-gek.de

Krankenhauskeime töten ...

Verfasst: 14.03.2016, 07:57
von WernerSchell
Am 14.03.2016 bei Facebook gepostet:
"OP gelungen - Patient tot - Lebensgefahr durch neue Krankenhaus-Keime" = TV-Tipp für den 14.03.2016. > viewtopic.php?f=7&t=21553 >>> Es muss immer wieder gesagt werden: Nur eine ausreichende personelle Ausstattung der Krankenhäuser und Heime mit Pflegepersonal kann eine gute Patientenversorgung gewährleisten. > viewtopic.php?f=3&t=21218 Das Patienteninteresse gehört in den Mittelpunkt aller Betrachtungen! > viewtopic.php?f=2&t=21486

Unterschätztes Risiko: Multiresistente Keime aus Patientenha

Verfasst: 20.04.2016, 06:47
von WernerSchell
Ärzte Zeitung vom 20.04.2016:
Unterschätztes Risiko: Multiresistente Keime aus Patientenhand
Handhygiene ist nicht nur bei Ärzten und Pflegepersonal wichtig, um die Verbreitung von Bakterien mit Mehrfachresistenzen einzudämmen.
Auch viele Patienten sind Keimträger. mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=908 ... ene&n=4930

Hygiene mit mehr Personal gestalten

Verfasst: 05.05.2016, 06:48
von WernerSchell
Am 05.05.2016 bei Facebook gepostet:
Welt-Händehygienetag am 05.05.2016 = „Hygiene kostet Geld. Keine Hygiene kostet noch mehr Geld.”
Nur mit mehr Personal sind bessere Hygienemaßnahmen zu gestalten! > viewtopic.php?f=4&t=21611
Pro Pflege … wirbt seit Jahren für bessere Hygiene, v.a. in Heimen und Krankenhäusern.
Dies wurde auch in einer Filmdokumentation verdeutlicht
(> https://www.youtube.com/watch?v=e0jtDziYNeM - Beitrag 8 Minuten).

Vielfacher Kontakt zu multiresistenten Keimen

Verfasst: 27.06.2016, 16:26
von WernerSchell
Studie: Jede zweite ambulante Pflegekraft hat Kontakt zu multiresistenten Keimen

Berlin (AFP) - Über die Hälfte aller ambulanten Pflegekräfte (57 Prozent) hat in den vergangenen zwölf Monaten Menschen versorgt, die mit einem multiresistenten Keim infiziert waren. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hervor. Demnach kamen 95 Prozent der betroffenen Pfleger mit dem Problemkeim MRSA, der zu einer Blutvergiftung, Lungenentzündung oder zu einem Geschwür führen kann, in Kontakt. Der beste Schutz gegen die multiresistenten Keime, gegen die übliche Antibiotika häufig nicht mehr wirken, ist Hygiene. Dass dabei gesetzliche und fachliche Standards nicht eingehalten werden, liegt laut den 400 befragten Leitern, Qualitäts- und Hygienebeauftragten von Pflegeeinrichtungen häufig an den Angehörigen. 76 Prozent sehen fehlendes Wissen, 68 Prozent mangelnde Sorgfalt bei den pflegenden Laien als Haupthindernis für die Einhaltung der Hygienestandards an. Auch bei den professionellen Pflegekräften gebe es Nachholbedarf: Elf Prozent der Befragten sehen mangelndes Wissen sowie fehlendes Material wie Handschuhe, 24 Prozent ungenügende Sorgfalt und 38 Prozent fehlende Zeit als erschwerend für die Umsetzung der Hygienestandards an. Für Menschen mit intaktem Immunsystem ist der Kontakt zu den Problemkeimen in den meisten Fällen unproblematisch. Dennoch ist die Angst vor den resistenten Erregern unter den Pflegekräften hoch: Über ein Viertel (27 Prozent) schätzt, dass die Mehrheit ihrer Mitarbeiter Angst vor einer Ansteckung mit einem solchen Keim hat. Das ZQP fordert deswegen, den Wissens- und Informationsaustausch zwischen den drei wichtigsten Akteuren in der häuslichen Pflege - den pflegenden Angehörigen, den ambulanten Diensten und den Hausärzten - zu stärken.

Quelle: GKV-Spitzenverband - https://www.gkv-spitzenverband.de/press ... ungen-4534

Pflegedienste: Jeder zweite Dienst versorgt MRSE-Patienten

Verfasst: 29.06.2016, 06:29
von WernerSchell
Ärzte Zeitung vom 29.06.2016:
Ambulante Pflegedienste: Jeder zweite Dienst versorgt MRSE-Patienten
Über die Hälfte aller ambulanten Pflegedienste in Deutschland (57 Prozent) haben 2015 Menschen versorgt, die nachweislich mit Problemkeime.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=914 ... ege&n=5074

Allgemeines MRSA-Screening nicht sinnvoll

Verfasst: 06.07.2016, 06:47
von WernerSchell
Ärzte Zeitung vom 06.07.2016:
Multi-resistente Erreger: Allgemeines MRSA-Screening nicht sinnvoll
Ein generelles Screening aller Krankenhauspatienten auf Multi- resistente Staphylococcus aureus- Erreger bei ihrer Aufnahme
führe nicht zu einem besseren Schutz vor nosokomialen Infektionen, haben die Autoren einer britischen Studie herausgefunden.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=915 ... mre&n=5089

Keimfrei im Krankenhaus - Reportage

Verfasst: 09.08.2016, 06:35
von WernerSchell
9. August 2016, 20:15 - 21:00 Uhr, HR-Fernsehen

Reportage
Die Kontrolleure: Keimfrei im Krankenhaus

Bild -- Bild
Qualitätsmanagerin Edith Beyer.

Klebestreifen mit Infos oder einfache, handgeschriebene Zettel an den Schränken – das kann Edith Beyer nicht tolerieren. Es gibt klare Regeln – und die haben ihren Sinn.

Zum einen können sich auf kleinen Klebern leichter Bakterien ansammeln, zum anderen sollen Infozettel einer genauen Vorlage entsprechen, um mögliche Missverständnisse auszuschließen. Edith Beyer ist Qualitätsmanagerin und dafür verantwortlich, dass es keine Keime oder OP-Fehler im Offenbacher Klinikum gibt. Wenn sie auf die Stationen, in Behandlungsräume oder in den Operationsbereich kommt, müssen alle zuhören, egal ob Ärzte, Pfleger oder Schwestern. Die Kontrolleurin überprüft und optimiert ständig alle Arbeitsabläufe im Krankenhaus - von der Befüllung der Desinfektionsspender bis zur Patientenbefragung vor der OP. Nicht immer macht sie sich mit ihrem Ordnungssinn und Perfektionismus Freunde bei den Kollegen. Aber Nachlässigkeiten, Hygienemängel und Missverständnisse in der Kommunikation darf sie nicht dulden, sonst kann Schaden für Leib und Leben der Patienten drohen. Täglich ist sie im Klinikum unterwegs und schaut, dass sich bei der Routine in Klinikalltag keine Fehler einschleichen. Auch Patientenbriefe muss sie beantworten, über Lob freut sie sich, bei Beschwerden hakt sie sofort nach. Doch nicht nur Edith Beyer überprüft die Arbeit des Klinikpersonals, regelmäßig kommen auch externe unabhängige Prüfer in die Klinik zur Kontrolle. Wenn alles gut läuft und die Prüfer von außen ein positives Urteil über die Klinikarbeit fällen, winkt dem Krankenhaus eine Zertifizierung, eine Art Gütesiegel. Damit kann es dann den Patienten zeigen, dass es gut arbeitet und für Patientensicherheit sorgt. Filmautor Rütger Haarhaus hat die Qualitätsmanagerin Edith Beyer bei ihren täglichen Kontrollgängen durch die Klinik begleitet und eine externe Prüferin beobachtet, die das Krankenhaus bei einem Kontrolltermin auf Patientensicherheit unter die Lupe nimmt. Wird alles glatt gehen und die Klinik die gewünschte Zertifizierung bekommen - oder findet die externe Kontrolleurin Dinge, die sie bemängeln muss?

Eine Reportage von Rütger Haarhaus.

Quelle und weitere Informationen:
http://www.hr-online.de/website/fernseh ... t_61464024

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Siehe auch unter
> viewtopic.php?f=4&t=21001&hilit=Keime
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