Demenz- und Delirkonzepten im Krankenhaus

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Demenz- und Delirkonzepten im Krankenhaus

Beitrag von Presse » 12.02.2014, 13:30

Pflege-Thermometer 2014 befragt Stationsleitungen zu Demenz- und Delirkonzepten im Krankenhaus

Bundesweite Befragung zur Demenzsituation in Krankenhäusern startet

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) startet mit dem Pflege-Thermometer 2014 die größte bundesweite Befragung von Abteilungs-/Stationsleitungen in Krankenhäusern zur Situation und Versorgung von Menschen mit einer Demenz. Rund 7.500 Fragebögen wurden in den vergangenen Tagen an Krankenhäuser in ganz Deutschland versendet. Es geht in der Studie um Fragen zu der Versorgung von Menschen mit Demenz, den besonderen Anforderungen der Pflegenden, der personellen Ausstattung der Stationen sowie den geeigneten Maßnahmen zur Versorgung. Darüber hinaus soll auch der Einsatz spezifischer Konzepte zur Delirprävention ermittelt werden. Die Studie wird von der B. Braun-Stiftung gefördert und von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. unterstützt. Das dip rechnet mit einem großen Interesse und hofft auf eine hohe Beteiligung an der Studie.
„Wir möchten mit dieser Untersuchung in Erfahrung bringen, wie weit besondere Maßnahmen aus bekannten Projekten umgesetzt sind oder welche Maßnahmen getroffen werden. Ich gehe davon aus, dass an vielen Stellen bereits an einer Verbesserung der Situation für Menschen mit Demenz in Krankenhäusern gearbeitet wird, ohne dass es bislang bekannt ist“, so Prof. Michael Isfort, Leiter der Studie. Um die Situation des Pflegepersonals und eine Beschreibung der Situation auf den Stationen zu untersuchen, ist man nun auf die Mitarbeit der Leitungen vor Ort in den Krankenhäusern angewiesen. „Nur wenn möglichst viele Abteilungs- und Stationsleitungen den Fragebogen ausfüllen und an uns zurücksenden, kann es gelingen, Verbände und Politik umfassend auf Basis aktueller Zahlen auf die Situation in der Versorgung von Menschen mit Demenz und Delir aufmerksam zu machen“, so Isfort weiter.
Mit der Befragung zu den Konzepten der Demenz- und Delirversorgung im Krankenhaus wird die erfolgreiche Arbeit der Pflege-Thermometer-Reihe des dip fortgesetzt. Die Ergebnisse der Befragung werden bereits im Sommer 2014 veröffentlicht. Das Pflege-Thermometer 2014 wird dann allen Interessierten kostenlos online zur Verfügung gestellt.
Das gemeinnützige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. finanziert sich überwiegend aus Projektmitteln und beschäftigt rund zwölf Mitarbeiter/innen. Zu den Auftraggebern und Kooperationspartnern gehören Bundes- und Landesministerien, Stiftungen, Träger von Einrichtungen im Gesundheitswesen, Krankenkassen, Verbände, Kommunen, Hochschulen, wissenschaftliche Institute und weitere Einrichtungen. Zum Angebot des dip gehört das gesamte Spektrum der Forschung, Entwicklung, Evaluation, Beratung, wissenschaftlichen Begleitung und Gutachtenerstellung im Pflege- und Gesundheitswesen.

Quelle: Pressemitteilung vom 12.02.2014
Kontakt: Prof. Dr. Michael Isfort, stellv. Vorstandsvorsitzender
Tel.: 0221/46861-30
m.isfort@dip.de
(Veröffentlichung frei, Beleg erbeten)

Anhang
attachment icon Pressemitteilung
http://idw-online.de/de/attachment34173

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Malteser fordern bessere Versorgung von Demenzkranken

Beitrag von Presse » 11.03.2014, 09:08

Malteser fordern bessere Versorgung von Demenzkranken
Eine bessere Versorgung von Demenzkranken und mehr Unterstützung für ihre Angehörigen hat der Malteser Hilfsdienst gefordert.
„Wir brauchen über alle Generationen, vom Teenager bis zum Senior, das Wissen, wie wir demenziell ... »
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... enzkranken

Alzheimer: Bluttest könnte Demenz vorhersagen
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... orhersagen
Demenz: Pflegende Angehörige benötigen Beratung durch Facharzt
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... h-Facharzt
Demenz: Citalopram vermindert Agitation und kognitive Fähigkeiten
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... ehigkeiten

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Pflegenotstand und die Reformerfordernisse

Beitrag von WernerSchell » 16.05.2014, 07:45

Pflegenotstand und die Reformerfordernisse

Das anlässlich des Pflegetreffs am 13.05.2014 Herrn Bundesminister Gröhe übergebene Papier mit den
"Anforderungen an die von der Großen Koalition (GroKO) in Aussicht gestellte Pflegereform 2014"
ist im Netz unter folgender Adresse verfügbar: http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... lungen.php
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Demenz-Patienten: Rufdienst soll Pflegepersonal unterstützen

Beitrag von Presse » 07.07.2014, 06:24

Demenz-Patienten: Rufdienst soll Pflegepersonal unterstützen
Bei einem Delir können Menschen mit Demenz das Pflegepersonal rasch überlasten. Eine Rufbereitschaft des Sankt Elisabeth Krankenhauses in Eutin soll hier helfen.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=864 ... enz&n=3577

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Runder Tisch Demenz Neuss

Beitrag von WernerSchell » 04.08.2014, 11:24

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Alzheimer: Nagelprobe für die Gesellschaft

Beitrag von WernerSchell » 19.09.2014, 07:56

Ärzte Zeitung vom 19.09.2014

Alzheimer: Nagelprobe für die Gesellschaft
Wieviel Verbundenheit und Fürsorge ist eine Familie, eine Nachbarschaft oder eine Kommune bereit aufzubringen,
um mit Menschen zu leben, für die es keine Heilung gibt? Diese Frage wird mit der steigenden Zahl der Alzheimer-Patienten
immer drängender. mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=869 ... ege&n=3743
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Intensivmedizin: Delirium erhöht Sterberisiko

Beitrag von WernerSchell » 10.06.2015, 06:47

Deutsches Ärzteblatt:
Intensivmedizin: Delirium erhöht Sterberisiko
Etwa ein Drittel aller Intensivpatienten entwickelt ein Delirium, das nach einer Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2015; 350: h2538)
das Risiko auf längere Liegezeiten oder einen Tod im Krankenhaus erhöht. Viele überlebende ... »
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... erberisiko

Prävention des postoperativen Delirs: Eine prospektive Intervention mit gerontopsychiatrischer Liaisonpflege auf chirurgischen Stationen im Allgemeinkrankenhaus
http://www.aerzteblatt.de/archiv/169319 ... rankenhaus
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Delir-Netzwerk informiert

Beitrag von WernerSchell » 10.04.2016, 06:45

Delir-Netzwerk
informiert > http://www.delir-netzwerk.de/
E-Mail: info@delir-netzwerk.de
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Gefährlich nach der OP: Gehirn aus dem Gleichgewicht

Beitrag von WernerSchell » 07.06.2016, 06:24

Ärzte Zeitung vom 07.06.2016:
Gefährlich nach der OP: Gehirn aus dem Gleichgewicht
Plötzlich verwirrt: Bei einem Delir gerät das Gehirn aus dem Gleichgewicht. Im Krankenhausalltag tritt diese Störung vor allem nach Operationen auf.
Intensivstationen beugen vor. mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=913 ... ten&n=5026
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Menschen mit Demenz im Krankenhaus

Beitrag von WernerSchell » 22.02.2017, 17:23

Menschen mit Demenz im Krankenhaus
Was können Angehörige tun, damit der Übergang in eine Klinik, der Aufenthalt dort und die Rückkehr nach Hause gut gelingen?
Eine neue Broschüre informiert.
Downoad > https://www.lzg-rlp.de/files/images/Ges ... enhaus.pdf
Landeszentrale für
________________________________________
Gesundheitsförderung 
in Rheinland-Pfalz e.V.
Hölderlinstraße 8
55131 Mainz
Telefon 0 61 31 - 20 69-0
Fax 0 61 31 - 20 69-69
info@lzg-rlp.de
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Komplikationsrisiko für ältere Patienten gesenkt

Beitrag von WernerSchell » 21.03.2019, 12:07

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Komplikationsrisiko für ältere Patienten gesenkt

Etwa 20 Millionen Menschen werden in Deutschland jährlich im Krankenhaus stationär behandelt. Fast die Hälfte der stationären Patienten ist mindestens 65 Jahre alt. Die Wahrscheinlichkeit, im Krankenhaus ein Delir zu entwickeln, liegt nach Studien bei den über 65-Jährigen nach einer OP bei 30-50%, auf einer Intensivstation sogar bei 70-87%. Das Klinikum Stuttgart stellt sich dem Kampf gegen Demenz, Delir und Depression, auch die „drei D’s“ der Altersmedizin genannt. Heute wurden im Rahmen eines Symposiums am Klinikum Stuttgart die Ergebnisse eines Projekts vorgestellt, wonach gezielte Interventionen wie Bewegungsübungen oder Essensbegleitung die Behandlung verbessern und das Risiko für Komplikationen wie Delirien, Stürze und Dekubitus senken.

Besonderes Projekt am Klinikum Stuttgart

Aus dem Projekt „HuBerTDA: Handeln im Hier und Jetzt! Bereit zum Demenz- und Alterssensiblen Krankenhaus!“ hat das Klinikum Stuttgart gezielte Maßnahmen abgeleitet und auf Pilotstationen bereits umgesetzt. Der Medizinische Vorstand des Klinikums Stuttgart, Prof. Jan Steffen Jürgensen, betont: „Delirien kritisch Kranker sind ein häufiges und gravierendes gesellschaftliches Problem. Erfolgreiche Präventionsstrategien helfen den Patienten unmittelbar.“
Mit steigendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit für kognitive Veränderungen. Abläufe im Krankenhaus sind jedoch häufig auf körperliche Erkrankungen fokussiert. Um kognitiv beeinträchtigte ältere Patienten mit Demenz, Delir oder Depression frühzeitig zu erkennen, hat das Klinikum Stuttgart vor über drei Jahren das Projekt „HuBerTDA“ entwickelt. Es wurde zunächst in der interdisziplinären Notaufnahme und auf einer orthopädischen Pilotstation eingeführt.

Zwei Pilotstationen

Das Klinikum Stuttgart hat in den Pilotstationen den gesamten Behandlungspfad älterer Patienten angepasst. Speziell geschulte Pflegefachkräfte identifizieren gefährdete Patienten schon bei der Aufnahme mit einem geriatrischen Risikoscreening und verordnen individuelle, nicht medikamentöse Interventionen wie tägliche Besuche, Gesellschaftsspiele, Bewegungsübungen, Mahlzeitenbegleitung etc. Bislang wurden mehr als 50 Patienten auf diese Art betreut. Bei Bedarf können Demenzkoordinatoren oder die Kollegen aus der Geriatrie beratend zur Seite stehen.
Betreut wird das Programm von Dr. Christine Thomas (Ärztliche Direktorin, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für Ältere) und Cathleen Koch (Diplom-Pflegewirtin, Leitung Pflegerisches Prozessmanagement). PD Dr. Thomas freut sich über den großen Erfolg der ergriffenen Maßnahmen: „Mit recht einfachen Mitteln erreichen wir eine enorme Wirkung bei den Patienten. Denn eine individualisierte Behandlung bedeutet für den Patienten deutlich mehr Lebensqualität“, erklärt die Chefärztin. Koch sieht auch eine Stärkung der Pflegekräfte hin zu mehr Verantwortung im Klinikalltag: „Pflegekräfte haben engen Kontakt mit den Patienten. Sie bekommen jetzt mehr Entscheidungskompetenzen und legen selbst fest, welche Maßnahmen für einen Patienten sinnvoll sind.“ Die von den Pflegekräften festgelegten Maßnahmen werden von Betreuungsassistenten und Freiwilligen (FSJ) gemeinsam mit den Patienten umgesetzt.

Laienverständliches Infomaterial

Neben den Interventionen ist ein eigens entwickeltes Schulungskonzept Kernstück des Projekts. Alle Mitarbeiter, von der Reinigungskraft bis zum Arzt, wurden zu demenz- und altersspezifischen Themen geschult. Abgerundet wird das einzigartige Gesamtkonzept durch die Erstellung von laienverständlichen Informationsmaterialien sowie innovativen und farblich abgestimmten Orientierungshilfen auf den Patientenzimmern und auf der Station.
Das Projekt HuBerTDA ist Teil des Förderprogramms „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ der Robert Bosch Stiftung und wird mit einem Volumen von rund 100.000 € gefördert. Die Projektlaufzeit beträgt 3,5 Jahre, welche am 30.04.2019 endet. Die Projektförderung beinhaltet auch die Weiterqualifikation im Masterstudiengang „Multiprofessionelle Versorgung von Menschen mit Demenz und chronischen Einschränkungen (M.A.)“ in Witten/Herdecke für drei Mitarbeiter des Klinikums.
Weitere Infos auf der Projekthomepage: https://www.klinikum-stuttgart.de/aktue ... -hubertda/

Klinikum Stuttgart
Das Klinikum Stuttgart mit seinen drei Häusern Katharinenhospital, Krankenhaus Bad Cannstatt und Olgahospital bietet als Krankenhaus der Maximalversorgung umfassende medizinische Versorgung für die Menschen in Stuttgart und der Metropolregion. Träger der besten nicht-universitären Medizin Deutschlands ist die Landeshauptstadt Stuttgart. 50 Kliniken und Institute ermöglichen eine hohe Spezialisierung und ein großes Leistungsspektrum in nahezu allen medizinischen Fachdisziplinen. Jährlich versorgen 7.000 Mitarbeiter rund 90.000 Patienten stationär und etwa 500.000 ambulant.

Quelle: Pressemitteilung vom 21.03.2019
Pressekontakt
Klinikum Stuttgart
Unternehmenskommunikation
Hartmut Kistenfeger
Leiter Unternehmenskommunikation
Telefon: 0711 278-32008
E-Mail: h.kistenfeger@klinikum-stuttgart.de
Stefan Möbius
Telefon: 0711 278-32146
E-Mail: s.moebius@klinikum-stuttgart.de
https://www.klinikum-stuttgart.de/aktue ... b092706ccc
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Verwirrtheit nach einer OP im Alter vorbeugen

Beitrag von WernerSchell » 26.03.2019, 16:24

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Verwirrtheit nach einer OP im Alter vorbeugen

Nach einer Operation sind gerade ältere Menschen häufig verwirrt. Sie können orientierungslos und unruhig sein sowie unter Halluzinationen, Angstzuständen oder Schlafstörungen leiden. Ein postoperatives Delir birgt die Gefahr einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit und ein erhöhtes Sterberisiko. Daher ist es wichtig, Delir gefährdete Personen bei der Behandlungsplanung frühzeitig zu erkennen. Dazu startete die Anästhesieambulanz am Universitätsklinikum Bonn ein Forschungsprojekt zur Erkennung des Risikos für postoperatives Delir. In der Beobachtungsstudie PROPDESC werden binnen zwölf Monaten 1.000 operative Patienten des Universitätsklinikums Bonn, die 60 Jahre und älter sind, untersucht.

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Studie zum postoperativen Delir im Alter: (v. li) Prof. Maria Wittmann und Dr. Jan Menzenbach freuen sich zusammen mit ihrer Patientin Tamara O., dass sie fünf Tage nach der Operation wohlauf ist
© Rolf Müller / UK Bonn


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Studie zum postoperativen Delir im Alter: Acht Mitglieder des 18-köpfigen Teams der Anästhesie am Universitätsklinikum Bonn, die 1.000 ältere Patienten binnen zwölf Monaten in der Studie untersuchen
© Rolf Müller / UK Bonn


Deutschlandweit steigt unter anderem durch den demographischen Wandel der Anteil älterer Patienten im Krankenhaus. So sind laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes mehr als die Hälfte der Behandelten, die operiert werden, 60 Jahre und älter. Die häufigste Komplikation dieser Patienten ist das postoperative Delir (POD). „Es gefährdet nachhaltig den Behandlungserfolg und führt sogar zu einer erhöhten Sterblichkeit“, sagt Dr. Jan Menzenbach, Leiter der Anästhesieambulanz an der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Bonn. In Folge eines Delirs kann selbstgefährdendes Verhalten zu Wundinfekten oder gar Knochenbrüchen führen. Zudem steigt bei fehlender Mitwirkung der Patienten durch Bettlägerigkeit die Gefahr, eine Lungenentzündung zu erleiden. Dies kann die Genesung beeinträchtigen – bis hin zu einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit oder sogar einem tödlichen Verlauf.

Hochrisiko-Patienten für Delir herausfiltern

„Aufgrund der Altersstruktur stationärer Patienten nimmt diese Problematik zu. Um dem entgegenwirken zu können, ist es wichtig, Delir gefährdete Menschen frühzeitig bei der Behandlungsplanung zu erkennen“, beschreibt Oberarzt Menzenbach seine Motivation, die Beobachtungsstudie PROPDESC zu initiieren. Zwar seien Delir begünstigende Faktoren wie Einschränkungen von Gedächtnis, Konzentration und Wahrnehmung sowie mehrere Begleiterkrankungen und Einnahme von vielen Medikamenten bekannt, doch würden diese nicht zur Vorhersage eines Delir-Risikos genutzt. „Kennen wir die Hochrisiko-Patienten aber, dann können wir uns auf sie konzentrieren und im Idealfall das Delir verhindern oder seine Länge reduzieren – und so auch die Langzeitfolgen“, bekräftigt Prof. Dr. Maria Wittmann, Leiterin der klinischen Studien an der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Bonn.

Insgesamt 1.000 Patienten, die 60 Jahre und älter sind, wird ein 18-köpfiges Team der Anästhesie am Universitätsklinikum Bonn in zwölf Monaten im Rahmen der Beobachtungsstudie PROPDESC untersuchen. Dazu analysiert es im Rahmen der OP-Vorbereitung in der Anästhesieambulanz erhobene Routine-Daten und den Behandlungsverlauf. Da ältere Patienten mit Einschränkungen von Gedächtnis und Orientierung besonders Delir gefährdet sind, werden diese Fähigkeiten getestet und Angehörige diesbezüglich befragt.

Ein postoperatives Delir tritt gehäuft in den ersten Tagen nach einem operativen Eingriff auf. Hierbei unterscheidet sich ein hyperaktiver Verlauf mit unruhigem und aggressivem Verhalten von der hypoaktiven Variante mit Verlangsamung, die häufig als Depression verkannt wird. In der Studie wird der Behandlungsverlauf in den ersten fünf Tagen nach der Operation engmaschig beobachtet. „Wir wollen Delir-Spitzen erkennen, um für diesen Zeitpunkt bei gefährdeten Patienten eine Visite mit gezielter Untersuchung auf Delir als Regel zu empfehlen“, sagt Oberarzt Menzenbach.

Foto, Obst und Kreuzworträtsel

Um ein Delir zu vermeiden, sind die Rückgabe von Hörgeräten, Brille, Uhr und vertrauten Fotos als Orientierungshilfen, sowie ausreichende Beleuchtung und frühe Mobilisation sinnvoll. Aber auch Angehörige können den Betroffenen helfen, sich wieder zu Recht zu finden. „Besuche nach der Operation sind ganz wichtig. Es ist die Phase, in der der Patient einen am meisten braucht“, sagt Oberärztin Prof. Wittmann. Eine Patientenbefragung nach sechs Monaten rundet die Studie ab. Als Ergebnis wird von den Studienleitern ein „Score“ zur Vorhersage eines POD-Risikos angestrebt. „Im folgendem sollen unsere Erkenntnisse Grundlage für ein verbessertes Delir-Management durch geeignete Prophylaxe und Therapie sein“, sagt Oberarzt Menzenbach, der eine Interventionsstudie mit dieser Fragestellung plant.

„Gerne war ich bei der Studie dabei und es hat Spaß gemacht. Warum soll man nicht einen Beitrag für die Gesundheit leisten, wenn man es kann“, sagt Tamara O. am sechsten Tag nach dem Eingriff. Die 70-Jährige Patientin selbst hatte keine Angst vor einem Delir, obwohl sie die Komplikation aus ihrer frühen Tätigkeit als Altenpflegerin kennt.

Kontakt für die Medien:
Dr. Jan Menzenbach
Leiter der Anästhesie-Ambulanz
Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-14292
E-Mail: jan.menzenbach@ukbonn.de

Quelle: Pressemitteilung vom 26.03.2019
Dr. Inka Väth Dezernat 8 - Hochschulkommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
https://idw-online.de/de/news712840
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Entwicklung von Delirien verhindern ...

Beitrag von WernerSchell » 05.06.2019, 16:59

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Seit dem Monat Mai erhalten ältere Patienten am Klinikum Stuttgart regelhaft ein besonderes Angebot, um Risiken nach einer Operation, wie z.B. die Entwicklung von Delirien, zu verhindern.
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Seit dem Monat Mai erhalten ältere Patienten am Klinikum Stuttgart regelhaft ein besonderes Angebot, um Risiken nach einer Operation, wie z.B. die Entwicklung von Delirien (akuter Verwirrtheitszustand), zu verhindern. Die gezielten Interventionen wie Bewegungsübungen oder Essensbegleitung verbessern das Behandlungsergebnis und können das Risiko für ein Delir um 30 Prozent reduzieren. Für diese innovative Delir-Prophylaxe wurde das Klinikum Stuttgart jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie e.V. (DGGPP) als bundesweites Vorbild ausgezeichnet. Der „Förderpreis zur Optimierung der Pflege psychisch kranker alter Menschen“ (FOPPAM) wird nur alle zwei Jahre von der Fachgesellschaft verliehen.
Von 20 Millionen Patienten im Jahr, die stationär im Krankenhaus behandelt werden, ist fast die Hälfte mindestens 65 Jahre alt. Diese Altersgruppe ist häufiger von kognitiven Einschränkungen betroffen und anfälliger für Komplikationen als junge Patienten. Das Klinikum Stuttgart wurde jetzt insbesondere auch für die enge Zusammenarbeit mit einer großen Bandbreite an Netzwerkpartnern gewürdigt. So kooperiert die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für Ältere am Klinikum Stuttgart mit der Stadt Stuttgart, der Caritas, der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart, niedergelassenen Ärzten, Vereinen oder Migrantenorganisationen.
Der Medizinische Vorstand des Klinikums Stuttgart, Prof. Jan Steffen Jürgensen, ist vom Konzept überzeugt: „Wir verbessern die Lebenssituation älterer Menschen in Stuttgart und der Region spürbar. Gleichzeitig übernehmen unsere Pflegekräfte mehr Verantwortung in der Patientenversorgung.“ Speziell geschulte Pflegefachkräfte identifizieren gefährdete Patienten und verordnen Interventionen wie Besuche, gemeinsames Spielen, Bewegung oder Mahlzeitenbegleitung. Im Rahmen einer Studienphase in 2018 wurden bereits über 350 Patienten versorgt. Im Mai hat das Klinikum Stuttgart dieses interdisziplinäre Konzept in die Regelversorgung übernommen.
Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für Ältere am Klinikum Stuttgart bietet Behandlungskonzepte an, die die individuelle Lebenssituation in den Blick nehmen. Viele Angebote des Klinikums finden dabei auch außerhalb der Klinikgebäude statt. „Wir wollen die Versorgung älterer Menschen in der gesamten Region verbessern“, so Dr. Christine Thomas, Ärztliche Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für Ältere am Klinikum Stuttgart Neben der ambulanten Behandlung erlaubt es seit Anfang 2018 die Stationsäquivalente Behandlung (StäB), psychisch erkrankte ältere Menschen zu Hause oder im Pflegeheim zu versorgen. Das multiprofessionelle StäB-Team besteht aus Fachärzten, Krankenpflegekräften, Ergo-/Physiotherapeuten und Sozialarbeitern. Mit der gerontopsychiatrischen StäB ist das Klinikum Stuttgart Vorreiter in Deutschland.
Hinzu kommen zahlreiche Aktivitäten in Forschung und Lehre. Mitarbeiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für Ältere am Klinikum Stuttgart sind an Universitäten, Pflegeschulen und in Heimen unterwegs, um medizinisches Fachpersonal über den Umgang und die Präventionsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen im Alter zu schulen.
Klinikum Stuttgart
Das Klinikum Stuttgart umfasst das Katharinenhospital, das Krankenhaus Bad Cannstatt und Deutschlands größte Kinderklinik, das Olgahospital. 7.000 Mitarbeiter, darunter 2.700 Pflegekräfte und 1.000 Ärztinnen und Ärzte, versorgen jährlich rund 90.000 Patienten stationär und 500.000 ambulant. Über 3.500 Geburten und mehr als 50.000 Operationen werden jedes Jahr im Klinikum Stuttgart betreut. Die Akademie für Gesundheitsberufe des Klinikums bietet fast 800 Ausbildungsplätze (https://www.klinikum-stuttgart.de/karriere/ ausbildung/akademie-fuer-gesundheitsberufe/). Das Katharinenhospital des Klinikums wird zurzeit für 750 Mio. € erneuert.

Quelle: Pressemitteilung vom 05.06.2019
Stefan Möbius
Pressesprecher
Klinikum Stuttgart
Unternehmenskommunikation
Tel.: +49 711 278-32 146
E-mail: s.moebius@klinikum-stuttgart.de
Web: www.klinikum-stuttgart.de

Bei der FOPPAM -Preisverleihung: PD Dr. Christine Thomas, Ärztliche Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für Ältere am Klinikum Stuttgart; Eva Mennig, Gerontologin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für Ältere am Klinikum Stuttgart; Prof. Dr. Michael Rapp, DGGPP Präsident
Download > https://cache.pressmailing.net/content/ ... 5a9/Foppam Preisverleihung.JPG

Singen als Delirprävention am Klinikum Stuttgart
Download > https://cache.pressmailing.net/content/ ... ention.jpg

Attachments 190605_PMKS_Foppam.pdf > https://cache.pressmailing.net/content/ ... Foppam.pdf
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https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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