Strittiger Plan: Kassen sollen Klinikeinweiser werden
Steht die freie Klinik-Wahl vor dem Ende? Schwarz-Gelb will die Patientenströme in die Krankenhäuser neu steuern - und dafür die Krankenkassen mit mehr Macht ausstatten. Das Projekt ist umstritten, selbst in der Koalition. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=814 ... sen&n=1943
Kassen sollen Klinikeinweiser werden
Moderator: WernerSchell
Kassen sollen Klinikeinweiser werden ... und die Patienten?
Ich habe bereits zum Patientenrechtegesetz kritische Anmerkungen ins Forum gestellt. Jetzt kommt es für die Patienten möglicherweise knüppeldick. Das Recht, ein Krankenhaus frei zu wählen, soll ihnen nunmehr auch noch streitig gemacht werden. Im Rahmen der Organspende rückt man den Patienten "auf die Pelle" (so Hr. Steinmeier, SPD) und beschneidet damit real ihre Kompetenzen.Presse hat geschrieben: Kassen sollen Klinikeinweiser werden
Steht die freie Klinik-Wahl vor dem Ende? Schwarz-Gelb will die Patientenströme in die Krankenhäuser neu steuern - und dafür die Krankenkassen mit mehr Macht ausstatten. ....
Man könnte dem Gesundheitsminister zurufen: Schaffen Sie doch einfach die Patienten-Selbsthilfebestimmung ganz ab. Dann haben wir klare Verhältnisse.
Rob Hüser
Das Pflegesystem muss dringend zukunftsfest reformiert werden!
Klinikzuweisungen durch Krankenkassen entmündigen Patienten
Vergiftetes Angebot: Klinikzuweisungen durch Krankenkassen entmündigen Patienten
„Klinikzuweisungen durch die Krankenkassen kämen der Entmündigung der Patienten gleich und sind daher strikt abzulehnen.“ Dies erwidert der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Dirk Heinrich, auf die Pläne von FDP und CDU, Patienten durch den Erlass der Eigenbeteiligung dazu zu bewegen, sich auf Kassenvorschlag in bestimmten Krankenhäusern behandeln zu lassen.
Bereits heute spielten die Kassen in vielen Bereichen des Gesundheitswesens eine übermächtige Rolle. Das Wohl des Patienten stehe dabei selten im Mittelpunkt, betont Dr. Heinrich. Daher müsse der Eingriff der Kassen zurückgefahren und dem Patienten mehr Autonomie zugesprochen werden, fordert der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes.
„Immer reden die Kassen dem ‚mündigen Patienten’ das Wort. Offenbar hat das allerdings enge Grenzen und hört an der Stelle auf, wo es um die eigenen Interessen geht. Der entmündigte Kassenpatient ist für uns keine Option“ konstatiert Dr. Heinrich. Zudem hätte die Neuregelung weitreichende Folgen für den Krankenhausmarkt: „Bei Krankenhauseinweisungen durch die Kassen würde es zwangsläufig nur um den Preis gehen. Die Qualität der Behandlung spielte eine untergeordnete Rolle. Die Folge wäre, dass einzelne Krankenhäuser im Kampf um das Preisdumping der Krankenkassen auf der Strecke blieben und sich der Konzentrationsprozess auf dem Klinikmarkt weiter fortsetzt – zu Gunsten der börsennotierten Klinikkonzerne und zu Lasten der Versorgerhäuser in der Fläche“ kritisiert Dr. Heinrich.
Darüber hinaus sei die freie Wahl des Krankenhauses, genau wie die freie Arztwahl, elementarer Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems, so der Bundesvorsitzende weiter. Bereits heute entscheiden die Patienten mehr denn je nach objektiven Kriterien, in welches Haus sie sich einweisen ließen. „Die dafür erforderlichen Informationen sind über seriöse Internetportale und Qualitätsberichte der Krankenhäuser für jedermann erhältlich und werden von den Patienten auch genutzt“, erklärt der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes. Vor diesem Hintergrund könne nur vor den Plänen der Koalitionsparteien gewarnt werden. „Eher früher als später würden Kostenfaktoren mehr wiegen als Qualitätskriterien“, so Dr. Heinrich.
Quelle: Pressemitteilung vom 06.06.2012
NAV-Virchow-Bund
Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.
Leiter der Pressestelle: Klaus Greppmeir
Pressereferenten: Julia Bathelt, Thomas Hahn
Chausseestraße 119b
10115 Berlin
Fon: (0 30) 28 87 74 - 0
Fax: (0 30) 28 87 74 - 1 15
E-Mail: presse@nav-virchowbund.de
Web: http://www.nav-virchowbund.de
Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.
„Klinikzuweisungen durch die Krankenkassen kämen der Entmündigung der Patienten gleich und sind daher strikt abzulehnen.“ Dies erwidert der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Dirk Heinrich, auf die Pläne von FDP und CDU, Patienten durch den Erlass der Eigenbeteiligung dazu zu bewegen, sich auf Kassenvorschlag in bestimmten Krankenhäusern behandeln zu lassen.
Bereits heute spielten die Kassen in vielen Bereichen des Gesundheitswesens eine übermächtige Rolle. Das Wohl des Patienten stehe dabei selten im Mittelpunkt, betont Dr. Heinrich. Daher müsse der Eingriff der Kassen zurückgefahren und dem Patienten mehr Autonomie zugesprochen werden, fordert der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes.
„Immer reden die Kassen dem ‚mündigen Patienten’ das Wort. Offenbar hat das allerdings enge Grenzen und hört an der Stelle auf, wo es um die eigenen Interessen geht. Der entmündigte Kassenpatient ist für uns keine Option“ konstatiert Dr. Heinrich. Zudem hätte die Neuregelung weitreichende Folgen für den Krankenhausmarkt: „Bei Krankenhauseinweisungen durch die Kassen würde es zwangsläufig nur um den Preis gehen. Die Qualität der Behandlung spielte eine untergeordnete Rolle. Die Folge wäre, dass einzelne Krankenhäuser im Kampf um das Preisdumping der Krankenkassen auf der Strecke blieben und sich der Konzentrationsprozess auf dem Klinikmarkt weiter fortsetzt – zu Gunsten der börsennotierten Klinikkonzerne und zu Lasten der Versorgerhäuser in der Fläche“ kritisiert Dr. Heinrich.
Darüber hinaus sei die freie Wahl des Krankenhauses, genau wie die freie Arztwahl, elementarer Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems, so der Bundesvorsitzende weiter. Bereits heute entscheiden die Patienten mehr denn je nach objektiven Kriterien, in welches Haus sie sich einweisen ließen. „Die dafür erforderlichen Informationen sind über seriöse Internetportale und Qualitätsberichte der Krankenhäuser für jedermann erhältlich und werden von den Patienten auch genutzt“, erklärt der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes. Vor diesem Hintergrund könne nur vor den Plänen der Koalitionsparteien gewarnt werden. „Eher früher als später würden Kostenfaktoren mehr wiegen als Qualitätskriterien“, so Dr. Heinrich.
Quelle: Pressemitteilung vom 06.06.2012
NAV-Virchow-Bund
Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.
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Pressereferenten: Julia Bathelt, Thomas Hahn
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