Neues Förderkonzept: Rhein-Kreis Neuss übernimmt Betreuungspauschale für Senioren
Wohngemeinschaften für Senioren neben Seniorenheimen - dieses Konzept fördert der Rhein-Kreis Neuss mit der neuen Betreuungspauschale. Damit unterstützt der Kreis die Senioren, die in ihren eigenen vier Wänden bleiben wollen.
"Mit der Betreuungspauschale schaffen wir Anreize für alternative Wohnformen", betonte Landrat-Vertreter Jürgen Steinmetz im Pressegespräch. Mit Besorgnis sieht er Initiativen im Kreisgebiet, die Senioren- und Pflegeheimplätze über den künftigen Bedarf hinaus schaffen wollen. Neue Wohnformen wie Wohngemeinschaften für Senioren sind, so Steinmetz, förderungswürdig. Vorbildlich ist seiner Ansicht nach ein Modell für betreutes Wohnen, das er gemeinsam mit Vertretern des Neusser Bauvereins und des Sozialdienstes Katholischer Männer Neuss (SKM) Neuss im Bürgerhaus Erttal vorstellte.
In Erfttal betreut der SKM 21 Senioren in 18 vom Neusser Bauverein errichteten Wohneinheiten. Frank Lubig, Vorstandvorsitzender des Neusser Bauvereins bezeichnet es als "wichtiges Signal zur Förderung des betreuten Wohnens", dass der Rhein-Kreis Neuss in Zukunft die Pflegepauschale übernimmt. SKM-Vorsitzender Klaus Karl Kaster sieht in dieser Form des gemeinschaftlichen Wohnens ein Modell mit Zukunft: "Je länger die Menschen selbständig leben können, desto besser für unsere Gesellschaft."
2011: Kreiszuschüsse in Höhe von 19 Millionen Euro
Mit dem neuen Förderkonzept unter dem Motto "ambulant vor stationär" will der Rhein-Kreis Neuss langfristig Kosten einsparen bei den Hilfen zur Pflege. So zahlte der Kreis im vergangenen Jahr 19 Millionen Euro für den Betreuungsaufwand für Senioren. Zwei Drittel der Heimplätze werden vom Kreis bezuschusst: Denn dieser springt als örtlicher Träger der Sozialhilfe immer dann ein, wenn der Pflegebedürftige die Differenz zwischen den Kosten des Heimplatzes und dem Zuschuss durch die Pflegeversicherung nicht selbst aufbringen kann.
Während ein Heimplatz mehr als 3.000 Euro pro Monat kostet, sind die Kosten beim betreuten Wohnen deutlich geringer. Hier fallen lediglich die Miete und die Betreuungspauschale an, die beim SKM in Erttal 95 Euro pro Monat betragen. Die Senioren erhalten Unterstützung beim Besuch von Ämtern und Ärzten, bei der Organisation ihres Haushalts und profitieren von den Freizeitangeboten des Sozialdienstes.
Zurzeit gibt es im Rhein-Kreis Neuss mehr als 3.300 Pflegeplätze in 37 Heimen, berichtet Kreissozialamtsleiter Siegfried Henkel. Dagegen ist der Anteil des betreuten Wohnens bisher gering: 536 Senioren wohnen in gemeinschaftlicher Form in 18 Wohnanlagen - betreut von unterschiedlichen Trägern der sozialen Arbeit.
Quelle: Pressemitteilung vom 26.04.2012
http://www.rhein-kreis-neuss.de/de/buer ... ioren.html
Betreuungspauschale für Senioren im Rhein-Kreis Neuss
Moderator: WernerSchell