Demenz muss Schwerpunkt der Gesundheitspolitik werden

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Demenz muss Schwerpunkt der Gesundheitspolitik werden

Beitrag von Presse » 11.04.2012, 06:50

Deutsche Alzheimer Gesellschaft zum Demenz-Report von Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Alzheimer’s Disease International (ADI)

Demenzerkrankungen müssen weltweit ein Schwerpunkt der Gesundheitspolitik werden!

Berlin, 11.04.2012. Der heute von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Alzheimer’ Disease International (ADI) in Genf veröffentlichte Report „Dementia: a public health priority“ fordert Regierungen, Politiker und alle sonstigen Beteiligten auf, Demenzerkrankungen weltweit als Schwerpunkt der Gesundheitspolitik anzuerkennen und entsprechend zu handeln.

Dazu sagte Heike von Lützau-Hohlbein, Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: „Der von internationalen Experten ausgearbeitete Report von WHO und ADI enthält die derzeit umfassendste Zusammenstellung des Wissens über die Häufigkeit von Demenzerkrankungen und die Versorgungssituation weltweit, gibt Empfehlungen und zeigt Beispiele guter Praxis. Der Bericht belegt, dass Demenzerkrankungen nicht nur in den westlichen Industrieländer auftreten, sondern dass es sich um ein globales Problem handelt, das weniger entwickelte Länder wie China, Indien und Lateinamerika mit Zunahme der Lebenserwartung besonders dramatisch treffen wird.“

Dr. Margaret Chan, die Generaldirektorin der WHO, bezeichnete den Report als „maßgeblichen Beitrag zum Verständnis von Demenzerkrankungen und deren Auswir¬kungen für die Betroffenen, deren Familien und die Gesellschaft insgesamt“. Marc Wortmann, Geschäftsführer von ADI, sprach von einer „sozialen und gesundheitspolitischen Herausforderung höchsten Grades, die auf alle Länder zukommt“. Die wichtigsten Aussagen des Demenz-Reports sind:
• 35,6 Millionen Menschen sind weltweit von einer Demenzerkrankung betroffen (2010). Bis 2030 werden es 65,7 Millionen und bis 2050 115 Millionen sein, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt. Jedes Jahr treten 7,7 Millionen Neuerkrankungen auf. Das heißt, dass weltweit alle vier Sekunden jemand an einer Demenz erkrankt.
• Die Kosten, die gegenwärtig 604 Milliarden US$ geschätzt werden, werden noch schneller als die Zahl der Erkrankungen steigen.
• Die Betroffenen leben nach dem Auftreten der ersten Symptome (Gedächtnis- und Orientierungsstörungen) noch viele Jahre. Mit entsprechender Unterstützung können sie weiterhin ein lebenswertes Leben führen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
• Die Betreuung und Pflege eines Demenzkranken stellen für Angehörige eine große Belastung dar (man spricht auch vom „36-Stunden-Tag“). Deshalb brauchen sie angemessene soziale, gesundheitliche und finanzielle Unterstützung sowie entsprechende gesetzliche Regelungen.
• Das Erfahrungswissen der Angehörigen und die von Menschen mit Demenz geäußerten Wünsche und Bedürfnisse sollten einbezogen werden, wenn es um die Entwicklung von rechtlichen Regelungen und sozialen, medizinischen und pflegerischen Unterstützungsangeboten geht, die sie betreffen.
• Möglichst schnell sollten weltweit Initiativen ergriffen werden, um die Gesellschaften insgesamt so zu gestalten, dass Menschen mit Demenz Verständnis und Unterstützung finden. Es gilt, Demenz zu einem Schwerpunkt der Gesundheits- und Sozialpolitik zu machen, in den Ausbau der Unterstützungsangebote zu investieren und die Forschung verstärkt zu fördern.

Um Verbesserungen zu erreichen, hält der Demenz-Report koordiniertes Handeln aller Beteiligten in den einzelnen Ländern für notwendig. Dr. Shekar Saxena (WHO), Mitautorin des Reports, betonte: „Zur Zeit haben nur acht von 194 WHO Mitgliedsstaaten Nationale Demenzpläne. Wir hoffen, dass die anderen Länder folgen und diesen Report als Ausgangspunkt nutzen werden, um eigene Demenzstrate¬gien zu erarbeiten und umzusetzen.“ Dazu Heike von Lützau-Hohlbein: „Das kann ich aus deutscher Sicht nur unterstreichen. Wir haben Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Brief vom 21. Oktober 2011 aufgefordert, dafür zu sorgen, dass auch in Deutschland ein Nationaler Demenzplan verabschiedet wird, der Standards definiert und eine überprüfbare Umsetzung vorgibt. Derzeit sind in Deutschland 1,2 Millionen Menschen betroffen, im Jahr 2050 werden es voraussichtlich 2,6 Millionen sein. Am dringlichsten ist es, eine frühe Diagnose und die leitliniengerechte Behandlung der Erkrankten zu gewährleisten, !
ein abgestuftes Versorgungssystem zu schaffen, die Familien zu unterstützen und das bürgerschaftliche Engagement zu fördern“.

Download: „Dementia: a public health priority“: http://www.alz.co.uk/WHO-dementia-report

Weitere Informationen
Hans-Jürgen Freter, Deutsche Alzheimer Gesellschaft, 030 259 37 95 0, mailto: info@deutsche-alzheimer.de Sarah Smith, Alzheimer’s Disease International (London). +44 7930 917647, mailto: s.smith@alz.co.uk

World Health Organization (WHO). Die Weltgesundheitsorganisation ist die für den Bereich Gesundheit leitende und koordinierende Organisation der Vereinten Nationen (UNO). Weitere Informationen: http://www.who.int/about/en .

Alzheimer’s Disease International (ADI) ist die internationale Vereinigung von 78 Alzheimer-Gesellschaften (darunter auch die DAlzG), die Menschen mit Demenz und deren Familien in den jeweiligen Ländern unterstützen. Weitere Informationen: http://www.alz.co.uk .
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz ist der Bundesverband von derzeit 127 regionalen Alzheimer-Gesellschaften, Angehörigengruppen und Landesverbänden. Sie nimmt zentrale Aufgaben wahr, gibt zahlreiche Broschüren heraus, organisiert Tagungen und Kongresse und unterhält das bundesweite Alzheimer-Telefon mit der Service-Nummer 01803 – 171017 (9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz) oder 030 / 259 37 95-14 (Festnetztarif).

Quelle: Pressemitteilung vom 11.04.2012
Kontakt Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz Friedrichstraße 236, 10969 Berlin Tel. 030 / 259 37 95-0, Fax: 030 / 259 37 95-29 mailto: info@deutsche-alzheimer.de, Internet: http://www.deutsche-alzheimer.de

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Demenz Krisenfall der öffentlichen Gesundheit

Beitrag von Presse » 11.04.2012, 06:55

Weltgesundheitsorganisation und Alzheimer's Disease International erklären Demenz zur weltweiten Gesundheitspriorität

Genf (ots/PRNewswire) -

Neuer Bericht fordert Nationen auf, Demenz zu einem Krisenfall der
öffentlichen Gesundheit zu erklären


Ein heute von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Alzheimer's Disease International (ADI) veröffentlichter Bericht fordert Regierungen und politische Entscheidungsträger auf, Demenz zu einer weltweiten Gesundheitspriorität zu erklären. Der neue Bericht bietet einen autoritativen Überblick über die weltweiten Auswirkungen von Demenz. Zusätzlich zu wertvollen Best-Practice-Methoden und praxisnahen Fallstudien aus aller Welt enthält er eine umfassende Sammlung von Datenmaterial - einschliesslich schwer zugänglicher Statistiken aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen - und liefert somit den eindeutigen Nachweis, dass es sich hierbei um ein globales Problem handelt.

Zur Erstellung des Berichts mit dem Titel "Dementia: A Public Health Priority" (Demenz: eine Priorität für die öffentliche Gesundheit) hatten WHO und ADI vier Experten-Arbeitsgruppen unter der Leitung von Forschern des Instituts für Psychiatrie am King's College London und des Instituts für Neurowissenschaften in Indien mit der Erstellung von Berichten beauftragt.

"Die WHO hat den Umfang und die Komplexität des Demenz-Problems erkannt und fordert Nationen nun dringend dazu auf, Demenz als massgebliche öffentliche Gesundheitspriorität anzuerkennen", erklärte Dr. Shekhar Saxena, Leiter der Abteilung Psychische Gesundheit und Substanzmissbrauch bei der WHO. "Bisher verfügen lediglich acht von 194 WHO-Mitgliedsstaaten über einen nationalen Plan für Demenzerkrankungen. Einige weitere Pläne werden derzeit entwickelt.
Wir hoffen, dass weitere Länder diesem Beispiel folgen und diesen Bericht als Ausgangsbasis für die Planung und Umsetzung nutzen werden."

Marc Wortmann, Geschäftsführer von ADI, sagte: "Mit ihren verheerenden Auswirkungen auf die erkrankten Personen, deren Familien, Gemeinden und nationalen Gesundheitssysteme stellt Demenz nicht nur einen Krisenfall der öffentlichen Gesundheit dar sondern auch einen sozialen und wirtschaftlichen Alptraum. Weltweit wird alle vier Sekunden eine Person mit Demenz diagnostiziert. Unser derzeitiges Gesundheitssystem ist von dieser aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung explosionsartigen Ausbreitung der Demenz-Krise schlicht überfordert. Dieser Bericht zeigt, dass eine Menge getan werden kann, um das Leben von Demenzkranken und ihrem Pflegepersonen zu verbessern."

Die Veröffentlichung des WHO/ADI-Berichts folgt einem leidenschaftlichen Appell von Dr. Peter Piot, der zu entschiedenem Handeln aufruft. Dr. Piot ist ein Experte für globale Volksgesundheit, der als ehemaliger UNAIDS-Geschäftsführer wesentlich dazu beigetragen hat, HIV/AIDS von einem sicheren Todesurteil in eine beherrschbare Krankheit zu verwandeln. In einer vor kurzem gehaltenen Rede beschrieb Dr. Piot Demenz - und insbesondere Alzheimer - aufgrund der starken Zunahme der alternden Bevölkerung weltweit als "tickende Zeitbombe". Gemäss einer ADI-Studie, die jetzt durch den WHO-Bericht noch mehr Berechtigung gewonnen hat, wird sich die Zahl der weltweit an Demenz erkrankten Personen (geschätzte 35,6 Millionen im Jahr 2010) alle 20 Jahre nahezu verdoppeln. Im Jahr 2030 wird es demnach schätzungsweise 65,7 Millionen und im Jahr 2050 115,4 Millionen Demenzkranke geben. Indem er eine verblüffende Parallele zwischen Demenz heute und HIV/AIDS in den 80er Jahren zog, erklärte Dr. Piot, die Welt müsse Demenz mit ebensolcher Dringlichkeit behandeln und mit gleichermassen abgestimmten Ressourcen angehen.
"Die Welt muss wachgerüttelt werden. Wir befinden uns in einer globalen Krise. Ich sehe keine andere Alternative, als Alzheimer zumindest mit der gleichen Dringlichkeit zu behandeln wie damals HIV/AIDS", so Dr. Piot.

Eine Kopie des Berichts finden Sie hier:
Dementia: A Public Health Priority steht ab dem 11. April unter http://www.alz.co.uk/WHO-dementia-report zum Download bereit

Informationen über WHO und ADI

Die Weltgesundheitsorganisation ist die leitende und koordinierende Gesundheitsbehörde der Vereinten Nationen.
http://www.who.int/about/en.

Alzheimer's Disease International (ADI) ist ein weltweit tätiger Verband von Alzheimer-Organisationen, die Demenzkranke und deren Familien in den jeweiligen Ländern unterstützen.
http://www.alz.co.uk.

Quelle: Pressemitteilung vom 11.04.2012 Alzheimer's Disease International
Pressekontakt: Weitere Informationen erhalten Sie von: Sarah Smith, Alzheimer's Disease International (London), +44(0)7930-917647, s.smith@alz.co.uk

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WHO: 2030 doppelt so viele Demenzkranke

Beitrag von Presse » 12.04.2012, 07:29

Ärzte Zeitung, 11.04.2012
WHO: 2030 doppelt so viele Demenzkranke
GENF (dpa). In den nächsten 18 Jahren wird sich weltweit die Zahl der Demenzkranken auf 66 Millionen beinahe verdoppeln, warnt die WHO in einem Bericht.
Bis 2050 müsse damit gerechnet werden, dass rund 115 Millionen Menschen unter dieser Hirnerkrankung leiden, deren häufigste Form Alzheimer ist. Das wären mehr als dreimal so viele wie heute.
.... (mehr) http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=810 ... enz&n=1830

FOCUS Online, 11.04.2012
Alle vier Sekunden eine Demenz-Diagnose: Zahl der Demenzkranken könnte sich bis 2030 verdoppeln
Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass sich die Anzahl der Demenzkranken in den nächsten 20 Jahren verdoppeln wird. Höchste Zeit, dass sich Diagnose-Möglichkeiten und Aufklärung verbessern.
Den vollständigen Artikel erreichen Sie unter der URL http://www.focus.de/gesundheit/news/wel ... 35846.html

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