Fachkräftemangel - Bündnis gestartet - Ablenkungsmanöver?

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel

Beitrag von Presse » 12.11.2013, 18:26

Pflege: Wahlversprechen umgehend einlösen / bpa reklamiert umfassende Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel

Berlin (ots) - Der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Bernd Meurer, fordert die zukünftigen Koalitionspartner auf, die im Wahlkampf zur Beseitigung des Pflegenotstands geleisteten Zusagen umgehend in die Realität umzusetzen. "Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat im Juli 125.000 zusätzliche Stellen in der Pflege angekündigt, und auch die Kanzlerin hat auf die nötige Entlastung in der Pflege hingewiesen. Nun liegt es an den Verhandlungsführern der Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege, Jens Spahn und Karl Lauterbach, sich dafür zu engagieren, dass diese dringend benötigten zusätzlichen Stellen so schnell wie möglich geschaffen werden", so Meurer, der beklagt, dass das Thema Pflege in den Koalitionsverhandlungen bisher nur am Rande behandelt wurde. "Die Pflege darf nicht länger ein Nebenfach im Curriculum der Politik sein. Im Gegenteil: Die Erledigung der anstehenden Hausaufgaben muss höchste Priorität haben", so Meurer.

"Die Pflegekräfte vor Ort benötigen dringend Entlastung. Sonst haben sie in ihrem Beruf keine Perspektive mehr. Die Einrichtungen brauchen eine deutliche Verbesserung der Stellenschlüssel und mehr Personal - nicht zuletzt für die Betreuung der wachsenden Gruppe demenzkranker Menschen und zur behandlungspflegerischen Versorgung der zunehmenden Zahl chronisch Kranker. Daher fordern wir die Einhaltung der Wahlversprechen: mehr Zeit für die Pflege und Schaffung von 125.000 zusätzlichen Stellen in der Altenpflege", bekräftigt Meurer.

Der bpa hält zudem ein Sicherungsprogramm Pflege zur Organisation und Anwerbung von ausländischen Pflegefachkräften für unabdingbar.
Ziel sollte sein, in den nächsten zehn Jahren pro Jahr 5.000 ausländische Pflegefachkräfte zu gewinnen. Nach Ansicht des bpa sind neben der konsequenten Umsetzung der Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive und der Ausschöpfung sämtlicher inländischer Potenziale zusätzliche ausländische Pflegefachkräfte unverzichtbar.
"Den vorsichtig kalkulierten Bedarf an 200.000 Pflegefachkräften bis
2025 kann der heimische Arbeitsmarkt allein nicht decken", so Meurer.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 8.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 245.000 Arbeitsplätze und ca.
18.900 Ausbildungsplätze. Das investierte Kapital liegt bei etwa 19,4 Milliarden Euro.

Quelle: Pressemitteilung vom 12.11.2013 bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Pressekontakt: Herbert Mauel, Bernd Tews, Geschäftsführer, Tel.: 030-30878860, www.bpa.de

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Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel

Beitrag von KPHNeuss » 12.11.2013, 18:30

Presse hat geschrieben:Pflege: Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel
... Da muss man aber schnell etwas sagen: Die Arbeitgeberseite wäre gut beraten, sich für bessere Arbeitsbedignungen und vor allem höhere Vergütungen stark zu machen.
Dann bleiben die vorhandenen Pflegekräfte gerne, und die anderen - bereits ausgeschiedenen - Pflegekräfte kommen sicherlich zurück.

KPH Neuss
Für eine uneingeschränkt gute Pflege müssen wir alle eintreten - die Verfassung enthält die entscheidenden Wertegrundsätze: Die Menschenwürde ist unantastbar!

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Pflegenotstand: Migration löst kein Massenproblem

Beitrag von Presse » 13.03.2014, 07:51

Pflegenotstand: Migration löst kein Massenproblem
Die Regierung buhlt immer stärker um ausländische Pflegekräfte. Sie sollen helfen, den Fachkräftemagel in der Pflege abzuwenden.
Bei einem drohenden Defizit von Hunderttausenden Kräften helfen aber nur grundlegende Veränderungen, sagen Experten.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=857 ... ege&n=3346

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Anwerbung ausländischer Fachkräfte in der Pflege

Beitrag von WernerSchell » 30.03.2014, 09:12

Anwerbung ausländischer Fachkräfte in der Pflege –
Positionspapier der AWO

Quelle: http://www.awo-informationsservice.org/ ... a89c95f657
bzw. viewtopic.php?f=3&t=20306&p=79406#p79406
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Immer mehr ausländische Pflegekräfte

Beitrag von Presse » 26.08.2014, 06:48

Ärzte Zeitung, 25.08.2014
Pflege - Immer mehr Altenpfleger kommen aus dem Ausland
BERLIN. Um die Pflege alter Menschen in Deutschland machen sich immer mehr Pflegekräfte aus anderen EU-Ländern und sogenannten Drittstaaten verdient.
Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" stieg die Zahl der EU-Ausländer unter den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Altenpflegern in 2013 um 19,8 Prozent.
Bei den Altenpflegern aus Drittstaaten betrug der Zuwachs 13,5 Prozent.
... (weiter lesen unter) ... http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=867 ... ege&n=3685

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Pflegekräftemangel ist überwindbar = gute Pflegereform

Beitrag von WernerSchell » 26.08.2014, 07:11

Aus Forum:
viewtopic.php?f=3&t=20594

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt u.a. regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.

Pressemitteilung vom 26.08.2014

Pflegekräftemangel ist durch eine gute Pflegereform überwindbar
Größere Aktionen zur Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland sind in diesem Zusammenhang zweifelsfrei ein Irrweg

Die Bundesregierung (v.a. der Bundesgesundheitsminister und neuerdings auch der Bundeswirtschaftsminister), die Bundesagentur für Arbeit und verschiedene Verbände der Pflegebranche buhlen immer stärker um ausländische Pflegekräfte. Diese Pflegekräfte sollen helfen, den Fachkräftemangel in der Pflege abzuwenden.

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Darauf gibt es aber nur eine Antwort: Bei einem drohenden Defizit von hunderttausenden Kräften helfen nur grundlegende Veränderungen des Pflegesystems. Im Rahmen dieser Veränderungen müssen wir für die bundesdeutschen Pflegekräfte ordentliche Arbeitsbedingungen schaffen und gewährleisten (z.B. angemessene Stellenpläne, die ein Tätigwerden des Personals entsprechend dem allgemein anerkannten Stand medizinisch-pflegerischer Erkenntnisse ermöglichen, und höhere Vergütungen) - und der Pflegenotstand wird sich auflösen.

Für eine Tätigkeit im bundesdeutschen Pflegesystem kommen natürlich auch bei entsprechender Eignung und Qualifizierung die dauerhaft in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund in Betracht. Es spricht sogar einiges dafür, bei diesem Personenkreis verstärkt für eine Pflegetätigkeit zu werben (vgl. das Projekt „Bunte Pflege“). Dabei gilt es auch zu berücksichtigen, dass bei der zunehmenden Zahl von Menschen mit dementiellen Einschränkungen eine gute Kommunikation in deutscher Sprache wichtig ist (= Kompetenz und Zeit für biografieorientierten Umgang).

Also kümmern wir uns doch vorrangig mit den zweifelsfrei gegebenen Möglichkeiten um die Auflösung des Pflegenotstandes und behandeln das Personal in jeder Hinsicht pfleglich! Die einfache Botschaft: "Wer eine Qualitätsoffensive will, braucht eine Personaloffensive!"

Es wird von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass die umfängliche Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland ein Irrweg ist. Dabei ist zu bedenken, dass die ausländischen Arbeitskräfte auch in ihren Herkunftsländern benötigt werden und dort u.a. kaum zu schließende Versorgungslücken im Gesundheits- und Pflegewesen hinterlassen. Es ist auch moralisch problematisch, Personal aus dem Ausland in größerer Zahl anzuwerben und dann, wie sich nicht selten herausstellt, mit Billiglöhnen bzw. Leiharbeit abzufertigen. Soweit sich aus unterschiedlichen Gründen eine sog. Pflegemigration nicht vermeiden lässt, müssen daher mittels geeigneter Maßnahmen faire Arbeitsbedingungen und Vergütungen gewährleistet werden.

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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat beim Neusser Pflegetreff am 13.05.2014 dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe konkrete Vorschläge gemacht, was aktuell zu unternehmen ist, um den Pflegenotstand aufzulösen und den vielfach beklagten Pflegemängeln entgegen zu treten. Das Statement von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist nachlesbar bzw. abrufbar unter folgender Adresse: http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf - Siehe auch die Beiträge unter > viewtopic.php?f=3&t=20429

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Werner Schell
Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk

Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei!
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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