Ärztliche Versorgung in ländlichen Gebieten verbessern

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Ärztliche Versorgung in ländlichen Gebieten verbessern

Beitrag von Service » 09.04.2011, 06:35

Versorgungsgesetz
Eckpunkte zur Versorgung jetzt vorgelegt

Unsere Gesellschaft altert. Immer mehr Menschen sind auf medizinische und pflegerische Versorgung angewiesen. Doch trotz steigender Arztzahlen stehen bereits heute nicht mehr in allen Bereichen und Regionen genügend Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung. Verschiedene Berechnungen zeigen, dass sich diese Entwicklung auch in Zukunft fortsetzen und es einen Mangel an Haus- und Fachärzten im ländlichen Bereich geben wird. Die demografischen Veränderungen stellen die Gesundheitspolitik vor enorme Herausforderungen.

Die Sicherstellung einer flächendeckenden, wohnortnahen und bedarfsgerechten medizinischen Versorgung ist ein zentrales gesundheitspolitisches Anliegen. Es bedarf daher einer zielgerichteten, an den Versorgungsbedürfnissen der Patienten orientierten Weiterentwicklung der Bedarfsplanung. Aber es müssen auch Anreize geschaffen werden, damit mehr Menschen den Arztberuf ausüben. Neben dem Erhalt der freiheitlichen Ausübung des Arztberufes, der Diagnose und Therapiefreiheit ist die effiziente Nutzung der Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung entscheidend. Der Landarztberuf darf nicht weiter an Attraktivität verlieren. Dafür müssen Ideen entwickelt werden, damit in allen Bereichen und Regionen genügend Medizinerinnen und Mediziner zur Verfügung stehen. Ein Gesetz zur medizinischen Versorgung soll die bereits verabschiedete Finanzierungsreform somit zu einem Gesamtkonzept ergänzen.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums vom 08.04.2011

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Eckpunkte zum Versorgungsgesetz
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http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateie ... 110408.pdf

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BDI zum geplanten Versorgungsgesetz

Beitrag von Presse » 07.07.2011, 16:08

BDI zum geplanten Versorgungsgesetz

Berlin (ots) -

- Zeit- und wohnortnahe Versorgung wichtiges Ziel
- Gesundheitstourismus auf das Land wäre nicht sinnvoll
- Problem durch situationsgerechte individuelle Vereinbarungen


"Es ist sehr gut, dass der Bundesgesundheitsminister den Ärztemangel auf dem Land energisch bekämpfen will. Die zeit- und wohnortnahe Versorgung ist ein wichtiges Ziel." Mit diesen Worten begrüßte Professor Dr. Dr. Andreas Barner, Sprecher der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim und Vorsitzender der BDI-Initiative "Wirtschaft für Gesundheit", im Grundsatz den Referentenentwurf zum Versorgungsgesetz anlässlich der BDI-Veranstaltung "Wettbewerb für die Gesundheit" am Donnerstag in Berlin.

"Die Pläne des Gesundheitsministers zur Verbesserung der Versorgungssituation in der gesetzlichen Krankenversicherung könnten jedoch einen Gesundheitstourismus auf das Land auslösen, wenn die Patienten nur dort eine Vollversorgung erwarten. Damit würde das Ziel der wohnortnahen Versorgung unter Umständen ins Gegenteil verkehrt", sagte Barner. "Mit einer Fülle neuer Regularien werden Planungsprozeduren unnötig verkompliziert und der Bürokratieaufwand innerhalb der Versorgung erhöht", gab er zu bedenken. So sehe der Vorschlag unter anderem vor, anhand von Kennziffern unterversorgte Gebiete zu definieren, in denen Landärzte bei der Honorarverteilung bevorzugt werden.

Effizienter für den Patienten und auch kostengünstiger dürfte es sein, wenn stattdessen die einzelnen Krankenkassen mit den Ärzten die Vergütungen individuell so aushandeln, dass sie ihren Versicherten zeit- und wohnortnahe Behandlungstermine garantieren können. Auf diese Weise könne es dann durchaus auch Kompensationen in überversorgten Gebieten geben.

"Die Bundesregierung sollte konsequent ihr Ziel verfolgen, den Wettbewerb im Gesundheitssystem zu stärken und Überregulierung abzubauen", riet Barner. Mit etwa 11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gehört die Gesundheitswirtschaft bereits zu den stärksten Branchen Deutschlands. Angetrieben vom demografischen Wandel und medizinisch-technischem Fortschritt wächst die Gesundheitswirtschaft gemäß aktuellen Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums mit einer jährlichen Rate von 3,3 Prozent.

Quelle: Pressemitteilung vom 07.07.2011
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