Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention legt Eckpunkte für ein inklusives Bildungssystem vor
Berlin (ots) - Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention hat die aktuellen Papiere der Kultusministerkonferenz (KMK) zur inklusiven Bildung kritisiert. "Die Papiere spiegeln die verbindliche Richtungsentscheidung der UN-Behindertenrechtskonvention für ein inklusives Bildungssystem nicht wider", erklärte Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle, anlässlich der Veröffentlichung der "Eckpunkte der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention zur Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems". Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Konvention in Deutschland seien entschlossene systematische Anstrengungen in den Bundesländern notwendig, um die Trennung von behinderten und nicht behinderten Kindern im Unterricht strukturell zu überwinden. An dem Ansatz der separierenden Förder- oder Sonderschule weiter festzuhalten, sei mit der Konvention nicht vereinbar, so der Menschenrechtsexperte. Mit ihren Papieren billige die KMK einzelnen Bundesländern den Raum zu, existierende Sonderschulen unhinterfragt weiterzuführen oder ihr bestehendes Sonderschulwesen sogar weiter auszubauen.
"In allen Bundesländern sind im schulischen Bereich enorme strukturelle Anstrengungen auf allen Handlungsebenen wie beispielsweise Recht, Schulorganisation, Aus- und Fortbildung, Ressourcenverteilung erforderlich, um das Recht auf inklusive Bildung mittel- und langfristig erfolgreich umzusetzen", erklärte Aichele. Die Bundesländer seien zudem in der Pflicht, bereits kurzfristig, spätestens ab dem Schuljahr 2011/2012, das individuelle Recht auf einen diskriminierungsfreien Zugang zu einem sinnvollen wohnortnahen Bildungsangebot an einer Regelschule praktisch einzulösen.
Der Leiter der Monitoring-Stelle beklagte, dass die guten Erfahrungen mit gemeinsamem Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern in Deutschland zu wenig bekannt seien und die positiven Beispiele aus anderen Staaten zu wenig zur Kenntnis genommen würden. "Die Konvention ist nicht weltfremd, sondern Inklusion baut auf langjährigen Erfahrungen auf und ist - anders als meist vermutet - gut erprobt", so Aichele.
Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention, eingerichtet im unabhängigen Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin, hat gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention den Auftrag, die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Sinne der Konvention zu fördern und zu schützen sowie die Umsetzung der UN-BRK in Deutschland konstruktiv wie kritisch zu begleiten.
Eckpunkte der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention zur Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems (31. März 2011) http://www.presseportal.de/go2/kmk_inkl ... ungssystem
Quelle: Pressemitteilung vom 31.03.2011
Pressekontakt:
Bettina Hildebrand, Pressesprecherin
Tel.: 030 25 93 59 - 14 , Mobil: 0160 96 65 00 83
E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de
UN-Behindertenrechtskonvention - inklusives Bildungssystem
Moderator: WernerSchell
Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen
Unter dem Motto "Rettungsschirme für Alle" findet am kommenden Dienstag, dem 10. Mai 2011, in Berlin die große Demonstration für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen statt. Tausend Schirme sollen dann zwischen Brandenburger Tor und Bundeskanzleramt symbolisch vor Diskriminierung und Ausgrenzung schützen. Lesen Sie dazu unsere Pressemitteilung.
Die Bundesinitiative Daheim statt Heim, der Berliner Behindertenverband und der Sozialverband Deutschland in Berlin-Brandenburg rufen gemeinsam zu dieser Demonstration auf. Getragen wird sie zudem von zahllosen weiteren Vereinen, Verbänden und Einzelpersonen, unter Ihnen die Aktion Mensch. Wer noch dazugehört, sehen Sie auf dem angehängten Flyer.
Treffpunkt ist das Brandenburger Tor, von dort wird der Demonstrationszug zwischen 11 Uhr und 13:30 Uhr zum Bundeskanzleramt ziehen.
Die zentralen Forderungen der Initiatoren an die Politik lauten:
- Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, unverzüglich und vollständig.
- Teilhabe für alle und für jede/n. Es geht um gute Arbeit und gutes Wohnen, um Assistenz und Barrierefreiheit. Einkommens- und vermögensunabhängig.
Silvia Schmidt, Vorsitzende der Bundesinitiative Daheim statt Heim: "Politik und Gesellschaft müssen endlich allen Menschen ein würdevolles, selbstbestimmtes, diskriminierungsfreies Leben ermöglichen!"
Alle Teilnehmer sind dazu aufgerufen, einen Schirm mitzubringen, der mit einer individuellen Forderung beschriftet ist. Darüber hinaus werden aber auch Schirme bereitstehen, die dann am Brandenburger Tor gemeinsam bemalt werden können.
Quelle: Pressemitteilung vom 06.05.2011
Pressekontakt:
Bundesinitiative Daheim statt Heim
http://www.bi-daheim.de
presse@bi-daheim.de
Tel. 040-22611507
Die Bundesinitiative Daheim statt Heim, der Berliner Behindertenverband und der Sozialverband Deutschland in Berlin-Brandenburg rufen gemeinsam zu dieser Demonstration auf. Getragen wird sie zudem von zahllosen weiteren Vereinen, Verbänden und Einzelpersonen, unter Ihnen die Aktion Mensch. Wer noch dazugehört, sehen Sie auf dem angehängten Flyer.
Treffpunkt ist das Brandenburger Tor, von dort wird der Demonstrationszug zwischen 11 Uhr und 13:30 Uhr zum Bundeskanzleramt ziehen.
Die zentralen Forderungen der Initiatoren an die Politik lauten:
- Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, unverzüglich und vollständig.
- Teilhabe für alle und für jede/n. Es geht um gute Arbeit und gutes Wohnen, um Assistenz und Barrierefreiheit. Einkommens- und vermögensunabhängig.
Silvia Schmidt, Vorsitzende der Bundesinitiative Daheim statt Heim: "Politik und Gesellschaft müssen endlich allen Menschen ein würdevolles, selbstbestimmtes, diskriminierungsfreies Leben ermöglichen!"
Alle Teilnehmer sind dazu aufgerufen, einen Schirm mitzubringen, der mit einer individuellen Forderung beschriftet ist. Darüber hinaus werden aber auch Schirme bereitstehen, die dann am Brandenburger Tor gemeinsam bemalt werden können.
Quelle: Pressemitteilung vom 06.05.2011
Pressekontakt:
Bundesinitiative Daheim statt Heim
http://www.bi-daheim.de
presse@bi-daheim.de
Tel. 040-22611507