Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 070 vom 21. Februar 2011
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Zahl der Pflegebedürftigen seit 1999 um 16% gestiegen
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WIESBADEN - Im Dezember 2009 waren in Deutschland 2,34 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren das 322 000 Personen beziehungsweise 16,0% mehr als bei der ersten Durchführung der Erhebung im Jahr 1999. Im Vergleich zur letzten Bestandsaufnahme im Dezember 2007 stieg die Zahl der Pflegebedürftigen um rund 91 000 Personen oder 4,1%. Die Mehrheit (67%) der Pflegebedürftigen war weiblich. Insgesamt 83% der Pflegebedürftigen waren 65 Jahre und älter, rund ein Drittel (35%) war über 85 Jahre alt.
Mehr als zwei Drittel (69% oder 1,62 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Von diesen erhielten 1,07 Millionen Pflegebedürftige ausschließlich Pflegegeld - das bedeutet, dass sie in der Regel allein durch Angehörige gepflegt wurden. Weitere 555 000 Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, bei ihnen erfolgte die Pflege jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste. In Pflegeheimen vollstationär betreut wurden insgesamt 717 000 Pflegebedürftige (31%).
Im Vergleich mit 2007 zeigt sich mit + 10,1% ein relativ hohes Wachstum bei der Pflege durch ambulante Pflegedienste (+ 51 000 Pflegebedürftige). Die Anzahl der in Heimen vollstationär Versorgten ist um 4,6% (+ 31 000) gestiegen. Die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von ausschließlich Pflegegeld nahm um 3,1% (+ 32 000) zu.
Die Vergleichbarkeit der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen des Jahres 2009 mit den vorherigen Erhebungen ist leicht eingeschränkt. Ursache ist die im Detail geänderte Ermittlung der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen aufgrund der Reformen der Pflegeversicherung im Sommer 2008. Dadurch dürfte sich ein Dämpfungseffekt für die Veränderungsrate bei der Pflegestatistik 2009 ergeben, der im bundesweiten Mittel etwa 1 Prozentpunkt beträgt.
Eine ausführliche Darstellung der veränderten Methodik und weitere Ergebnisse des Jahres 2009 - insbesondere auch zu Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten einschließlich Personal - steht im Bericht zur "Pflegestatistik 2009 - Deutschlandergebnisse" zur Verfügung. Dieser kann kostenlos unter http://www.destatis.de/publikationen abgerufen werden. Eine Vorausberechnung zur möglichen zukünftigen Entwicklung der Zahl der Pflegebedürftigen enthält die Veröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder "Demografischer Wandel in Deutschland, Heft 2: Auswirkungen auf Krankenhausbehandlungen und Pflegebedürftige im Bund und in den Ländern" vom 22. November 2010.
Weitere Auskünfte gibt:
Zweigstelle Bonn,
Heiko Pfaff,
Telefon: (0611) 75-8106,
http://www.destatis.de/kontakt
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Die vollständige Pressemitteilung ist auch im
Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/ ... Print.psml
zu finden.
DESTATIS
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Zahl der Pflegebedürftigen seit 1999 um 16% gestiegen
Moderator: WernerSchell
Pflegestatistik: Mehr Pflegebedürftige, ....
Pflegestatistik: Mehr Pflegebedürftige, mehr pflegende Angehörige und Tausende neuer Arbeitsplätze
Private Pflegeanbieter bauen Marktanteil aus und sichern die pflegerische Versorgung
Berlin (ots) - Die aktuellen Zahlen belegen es: Die Pflegebranche ist der Jobmotor und immer mehr Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Im Dezember 2009 waren es 2,34 Millionen Menschen, wie die aktuelle Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt. Im Vergleich zu Dezember 2007 stieg die Zahl der Pflegebedürftigen um rund 91.000 Personen oder 4,1%. Mehr als zwei Drittel (69% oder 1,62 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Von diesen erhielten 1,07 Millionen Pflegebedürftige ausschließlich Pflegegeld - das bedeutet, dass sie in der Regel allein durch Angehörige gepflegt wurden. Weitere 555.000 Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, bei ihnen erfolgte die Pflege jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste. In Pflegeheimen wurden insgesamt 717.000 Pflegebedürftige (31%) betreut. Die Anzahl der in Heimen vollstationär Versorgten ist um 4,6% (+31.000) gestiegen.
"Der Anteil der privaten Pflegeeinrichtungen hat sich gegenüber der freien Wohlfahrtspflege und den öffentlichen Einrichtungen weiter leicht erhöht", sagt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa). "2007 befanden sich 39% der stationären und 60% der ambulanten Pflegeeinrichtungen in privater Trägerschaft, 2009 waren es bereits 40% bei den stationären sowie 62% bei den ambulanten Diensten."
Anhand der Statistik zeigt sich, dass 51.000 Pflegebedürftige mehr als 2007 +10,1%) sich für die Versorgung durch ambulante Pflegedienste entschieden haben. Die Gesamtzahl der Pflegedienste stieg um rund 500 von 11.529 auf 12.026 in 2009.
Bundesweit gab es im Dezember 2009 rund 11.600 (2007: 11.000) zugelassene Tagespflegen, Kurzzeitpflegeeinrichtungen und Pflegeheime. Gegenüber 2007 sind das 600 Pflegeeinrichtungen mehr (5,5%). Die Mehrzahl dieser neuen Einrichtungen wurde in privater Trägerschaft gegründet.
2007 umfasste das Personal insgesamt bei den ambulanten Diensten 236.162 Stellen. 2009 waren es bereits 268.891. Das ist ein Plus von 32.729 Stellen oder 13,9%. Bei den Pflegeheimen gab es 2007 beim Personal insgesamt 573.545 Stellen. 2009 waren es bereits 621.392 und damit ein Plus von 47.847 Stellen oder 8,3%.
"Die Statistik unterstreicht drei Dinge: Ohne die Investitionen der privaten Träger wäre die Sicherstellung einer pflegerischen Versorgung unserer älteren, hilfebedürftigen Mitbürger nicht möglich. Die Pflegebereitschaft der pflegenden Angehörigen nimmt um ca. 32.000 Personen zu, und nicht wie vielfach behauptet ab. Die Pflege ist d e r Jobmotor in Deutschland. In keiner anderen Branche sind in so kurzer Zeit so viele - nämlich 80.576 - neue Arbeitsplätze entstanden", so Meurer.
Für Rückfragen:
Herbert Mauel, Bernd Tews, 030 / 30 87 88 60.
Quelle: Pressemitteilung vom 23.02.2011
Private Pflegeanbieter bauen Marktanteil aus und sichern die pflegerische Versorgung
Berlin (ots) - Die aktuellen Zahlen belegen es: Die Pflegebranche ist der Jobmotor und immer mehr Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Im Dezember 2009 waren es 2,34 Millionen Menschen, wie die aktuelle Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt. Im Vergleich zu Dezember 2007 stieg die Zahl der Pflegebedürftigen um rund 91.000 Personen oder 4,1%. Mehr als zwei Drittel (69% oder 1,62 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Von diesen erhielten 1,07 Millionen Pflegebedürftige ausschließlich Pflegegeld - das bedeutet, dass sie in der Regel allein durch Angehörige gepflegt wurden. Weitere 555.000 Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, bei ihnen erfolgte die Pflege jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste. In Pflegeheimen wurden insgesamt 717.000 Pflegebedürftige (31%) betreut. Die Anzahl der in Heimen vollstationär Versorgten ist um 4,6% (+31.000) gestiegen.
"Der Anteil der privaten Pflegeeinrichtungen hat sich gegenüber der freien Wohlfahrtspflege und den öffentlichen Einrichtungen weiter leicht erhöht", sagt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa). "2007 befanden sich 39% der stationären und 60% der ambulanten Pflegeeinrichtungen in privater Trägerschaft, 2009 waren es bereits 40% bei den stationären sowie 62% bei den ambulanten Diensten."
Anhand der Statistik zeigt sich, dass 51.000 Pflegebedürftige mehr als 2007 +10,1%) sich für die Versorgung durch ambulante Pflegedienste entschieden haben. Die Gesamtzahl der Pflegedienste stieg um rund 500 von 11.529 auf 12.026 in 2009.
Bundesweit gab es im Dezember 2009 rund 11.600 (2007: 11.000) zugelassene Tagespflegen, Kurzzeitpflegeeinrichtungen und Pflegeheime. Gegenüber 2007 sind das 600 Pflegeeinrichtungen mehr (5,5%). Die Mehrzahl dieser neuen Einrichtungen wurde in privater Trägerschaft gegründet.
2007 umfasste das Personal insgesamt bei den ambulanten Diensten 236.162 Stellen. 2009 waren es bereits 268.891. Das ist ein Plus von 32.729 Stellen oder 13,9%. Bei den Pflegeheimen gab es 2007 beim Personal insgesamt 573.545 Stellen. 2009 waren es bereits 621.392 und damit ein Plus von 47.847 Stellen oder 8,3%.
"Die Statistik unterstreicht drei Dinge: Ohne die Investitionen der privaten Träger wäre die Sicherstellung einer pflegerischen Versorgung unserer älteren, hilfebedürftigen Mitbürger nicht möglich. Die Pflegebereitschaft der pflegenden Angehörigen nimmt um ca. 32.000 Personen zu, und nicht wie vielfach behauptet ab. Die Pflege ist d e r Jobmotor in Deutschland. In keiner anderen Branche sind in so kurzer Zeit so viele - nämlich 80.576 - neue Arbeitsplätze entstanden", so Meurer.
Für Rückfragen:
Herbert Mauel, Bernd Tews, 030 / 30 87 88 60.
Quelle: Pressemitteilung vom 23.02.2011
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Gerhard Schenker
- Sr. Member
- Beiträge: 315
- Registriert: 18.11.2005, 09:14
Pflegebedürftige - ihre Zahl nahm zu und wird weiter steigen
Pflegebedürftige - ihre Zahl nahm zu und wird weiter steigen
Das sind doch alles keine neuen Erkenntnisse. Diese Entwicklung war vor vielen Jahren absehbar. Heute wissen wir nun exakt Bescheid.
Jetzt muss darauf reagiert werden. Es ist leider nichts wirklich gut.
Notwendige Reformen und "Pflege der Pflegekräfte" ist überfällig. D.h., es muss eine Aufwertung der Pflege geben in der Form, dass die Dienstverrichtungen am Menschen besser vergütet werden. Statt über Mindestlöhne in der Pflege zu reden, ist es geboten, noch oben kräftig aufzustocken.
G.Sch.
Das sind doch alles keine neuen Erkenntnisse. Diese Entwicklung war vor vielen Jahren absehbar. Heute wissen wir nun exakt Bescheid.
Jetzt muss darauf reagiert werden. Es ist leider nichts wirklich gut.
Notwendige Reformen und "Pflege der Pflegekräfte" ist überfällig. D.h., es muss eine Aufwertung der Pflege geben in der Form, dass die Dienstverrichtungen am Menschen besser vergütet werden. Statt über Mindestlöhne in der Pflege zu reden, ist es geboten, noch oben kräftig aufzustocken.
G.Sch.
Das Pflegesystem bedarf einer umfassenden Reform - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung zukunftsfest machen!