Nachgefragt: Wo bleibt das Engagement der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung mit Blick auf die jüngst der Öffentlichkeit vorgestellten Charta für schwersterkrankte und sterbende Menschen?
Die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung gehört in aller Regel zu denjenigen Institutionen, die sich durch eine rege Kommentierung auszeichnen, wenn und soweit Themen in der Öffentlichkeit behandelt werden, die irgendwie mit den Rechten schwersterkrankter und sterbender Patienten und freilich auch der Suizidbeihilfe zusammenhängen.
Verwunderung muss nun allerdings das verhaltene Engagement auslösen, wonach es scheinbar der Patientenschutzorganisation noch nicht einmal eine Nachrichtenzeile wert ist, dass nunmehr die Charta für schwersterkrankte und sterbende Menschen der Öffentlichkeit vorgestellt und allgemein zugänglich gemacht worden ist.
Was mag hierfür die Ursache sein?
Im Zuge meiner Recherche bin ich auf eine eher beiläufige Randnotiz im Internet unter www.domradio.de v. 08.09.10 gestoßen:
„Die Charta wird nicht von der Deutschen Hospiz Stiftung mitgetragen. Da es am Anfang des Prozesses offenbar Meinungsverschiedenheiten darüber gab, wie konkret die Charta formuliert sein soll, beteiligte sich die Patientenschutzorganisation nicht an der Erarbeitung der Charta.“ (Quelle: domradio v. 08.09.10, Würdige Bedingungen schaffen - Neue Charta soll Betreuung Sterbender verbessern >>> http://www.domradio.de/aktuell/67249/wu ... affen.html <<< (html).
Nun – man/frau muss ja nicht immer einer Meinung sein, aber wenn ich den Kern der Charta recht verstehe, dann scheinen mir doch die Leitsätze jedenfalls in dem Maße unproblematisch, als dass diese die Interessen der schwersterkrankten und sterbenden Menschen mehr als bisher behandelt und gewahrt wissen wollen.
Dies ist auch ein Ziel der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, wie wir dem „Leitbild“ resp. der Beschreibung von den eigenen Intentionen und Zielen auf der Homepage entnehmen können (http://www.hospize.de/ ).
Wo also liegt das Problem, so möchte ich hier nachfragen, zumal doch klar sein dürfte, dass die Charta als solche nicht verbindlich ist und vielmehr zum weiteren Nachdenken anregen soll, mögen auch die verschiedenen Institutionen die „Charta“ dergestalt „mitzeichnen“ können, als dass diese erklären, dass sie
„Ziele und Inhalte der„Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“ (mittragen, L. Barth)). Sie bekundet ihre Bereitschaft, sich im Sinne der Charta für die Verbesserung der Situation schwerstkranker und sterbender Menschen, ihrer Familien und der ihnen Nahestehenden einzusetzen und auf dieser Grundlage für die Einlösung ihrer Rechte einzutreten.“
Es stände einer Patientenschutzorganisation gut zu Gesichte, hier einen Beitrag zur „Aufklärung“ zu leisten.
Lutz Barth
Deutsche Hospiz Stiftung und die Charta (?)
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