Langzeitpflege für ältere Menschen im Blick des Europäischen Parlaments
Der Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten (EMPL) des europäischen Parlaments hat sich der Problematik der Langzeitpflege in der EU angenommen. Angesichts des demographischen Wandels komme der Bereitstellung von qualitativ hochwertiger Pflege für ältere Menschen verstärkte Bedeutung zu. Mit steigender Lebenserwartung wachse der Bedarf an sozialen und medizinischen Dienstleistungen in Betreuungseinrichtungen und zu Hause. Ältere Menschen hätten zudem ein Recht auf Zugang zu Dienstleistungen, die ihre Menschenwürde achten.
Die zuständigen Berichterstatterinnen Elizabeth Lynne und Pervenche Berès beabsichtigen, zu diesen Themen eine mündliche Anfrage an die Kommission zu richten sowie einen Entschließungsantrag im Plenum des Parlamentes zu verabschieden: http://www.europarl.europa.eu/meetdocs/ ... 0508de.pdf
Gegenstand der Anfrage sind u. a. folgende Fragestellungen:
* Wie können bewährte Verfahren im Bereich der Langzeitpflege verbreitet werden?
* Wie steht die Kommission dazu, einen EU-weiten Verhaltenscodex mit Mindestvorgaben bzgl. Langzeitpflege einzurichten?
* Wie können Misshandlungen älterer Menschen in Pflegeeinrichtungen vermieden werden?
* Kann bzw. sollte eine "Beobachtungsstelle für aktives Altern" eingerichtet werden?
Der Entwurf des Entschließungsantrages beinhaltet folgende wesentliche Elemente:
* Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, die Fachausbildung für Personal, das sich beruflich um die Langzeitpflege von älteren Menschen kümmert, zu verbessern.
* Die Kommission soll ein Grünbuch über Misshandlungen von älteren Menschen und ihre Sicherheit in Gemeinschaften und Pflegeheimen erstellen.
* Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, die Finanzierung und Bereitstellung fachmedizinischer Dienste in der Geriatrie aufmerksam zu beobachten und ggf. zu erhöhen.
* Durch den verstärkten Austausch von Informationen soll die Sicherheit von Menschen in Pflegeheimen verbessert und verstärkt gegen Misshandlungen vorgegangen werden.
Auf den Entwurf des Entschließungsantrages ist eine Reihe von Änderungsanträgen eingegangen, die während der nächsten Sitzungen zur Sprache kommen werden. Beispielsweise fordert der Abgeordnete Csaba Sógor neben der Verbesserung der Fachausbildung für Personal, "alternative Lösungen für die Langzeitpflege zu nutzen und Angebote der Bürgergesellschaft, der Kirchen und Wohlfahrtsorganisationen mit einzubinden". Frau Antigoni Papadopoulou spricht sich dafür aus, der Mobilität von Patienten, die sich einer Behandlung im Ausland unterzogen haben, besondere Aufmerksamkeit zu widmen, um einen leichten Zugang und eine hochwertige Pflege zu gewährleisten.
Weitere Informationen zum Antrag und den Änderungsanträgen unter:
http://www.europarl.europa.eu/meetdocs/ ... 1_0900.htm
Quelle: Mitteilung vom 16.07.2010
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
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Langzeitpflege für ältere Menschen
Moderator: WernerSchell