Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über das Schicksal der kleinsten Patienten ist ein erster Schritt in die richtige Richtung
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat heute beschlossen, dass die derzeitige Mindestmenge in der Perinatalmedizin von 14 auf 30 Fälle pro Jahr angehoben wird. Obwohl diese Zahl laut Experten immer noch zu gering ist, ist der Beschluss ein positives Signal für alle Betroffenen.
Berlin, den 17. Juni 2010
Bei der Sitzung ging es um die Frage, wie viele sehr kleine Frühgeborene ein Perinatalzentrum (spezielle Einrichtungen zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen) jährlich behandeln muss, um diese betreuen zu dürfen.
Die Entscheidung des G-BA lautet: Die bisherige Mindestmenge von 14 Fällen pro Jahr wird auf 30 angehoben. Die Entscheidung wird zwar als positives Signal gewertet, ist jedoch noch nicht zufriedenstellend.
Experten fordern eine Zahl von mindestens 50 Fällen pro Jahr, denn die Erfahrung des Personals, steht im direkten Zusammenhang mit den Überlebenschancen der Frühgeborenen. Diverse Studien sowie Erfahrungen aus dem In- und Ausland belegen, dass durch eine hohe jährliche Fallzahl einer Klinik die Überlebensrate und die gesunde Entwicklung der Frühgeborenen verbessert werden.
Seit Jahren wird im G-BA über die Einführung von höheren Mindestmengen diskutiert. Die bisherige Zahl von 14 Geburten pro Jahr ist laut Experten, Patienten- und Kassenvertretern nicht nur eindeutig zu gering, sondern bereits grob fahrlässig. Anlässlich des Expertengesprächs, das die Deutsche Kinderhilfe und der Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ am 28. Mai 2010 im Deutschen Bundestag veranstalteten, bestätigten die Experten dies einhellig und forderten eine Mindestmenge von 50 Frühgeborenen pro Jahr.
„Wenn es um Kinderleben geht, darf man keine Kompromisse eingehen. Die beschlossene Zahl von 30 Fällen pro Jahr darf daher nicht das letzte Wort sein“, so Georg Ehrmann, Vorsitzender der Deutschen Kinderhilfe in Berlin.
Auch Hans-Jürgen Wirthl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind“, äußert sich zu dem Beschluss: „Die beschlossene Zahl von 30 Fällen ist endlich ein Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem setze ich mich auch weiterhin für höhere Mindestmengen ein. Schließlich geht es um das Überleben unserer Kinder.“
Quelle: Pressemitteilung vom 17.06.2010
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Deutsche Kinderhilfe, Julia Gliszewska, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 030 / 24 34 29 40, presse@kinderhilfe.de
BV „Das frühgeborene Kind“ e.V., Katarina Eglin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 069 / 58700991, pr@fruehgeborene.de
Mindestmenge in der Perinatalmedizin angehoben
Moderator: WernerSchell