Pressemitteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
21/10 vom 24. März 2010
Dem demografischen Wandel in der Pflege begegnen
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Auftakt zum Förderschwerpunkt 2009-I des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter
Erkrankungen erfolgreich
Im Kirchensaal der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH fiel heute Mittwoch, 24. März 2010, der
Startschuss zum Förderschwerpunkt "Demografischer Wandel in der Pflege - Modelle für den Erhalt und
die Förderung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit von Pflegekräften" des Modellprogramms zur
Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen. Rund 100 Teilnehmer informierten sich über die Situation
in der Pflegebranche und die geförderten Projekte.
Handlungsbedarf ist dringend geboten. Bei steigender Lebenserwartung und damit auch einer
zunehmenden Zahl kranker und pflegebedürftiger Menschen wird von den Pflegekräften und vom
Gesundheits- und Pflegesystem zukünftig noch mehr Leistung gefordert werden. Dieser Entwicklung
stehen ein schrumpfendes und alterndes Erwerbspersonenpotenzial in der Bundesrepublik und damit
auch immer weniger - und durchschnittlich älter werdende - Pflegekräfte gegenüber. Unregelmäßige
Arbeitszeiten, ein hohes Arbeitspensum sowie besondere physische und psychische Belastungen
kennzeichnen schon heute vielfach die Arbeit in der Pflege. Häufig führen diese hohen Belastungen
zu pflegeberufstypischen Erkrankungen wie Haut-, Muskel-Skelett- oder Infektionserkrankungen.
Prognosen zufolge wird dies weiter zunehmen, ebenso wie pflegetypische Berufskrankheiten und das
Burnout-Syndrom.
"Die Machbarkeitsstudie zur Vorbereitung des Förderschwerpunktes hat jedoch auch ergeben, dass es
in dieser Branche bereits vielfältige Ressourcen und Ansätze gibt, um diesen kritischen Belastungen
zu begegnen. Die Bedeutung der eigenen Tätigkeit, die Unterstützung von Kollegen und Vorgesetzten,
eine kluge Arbeitsorganisation und ein strategisches Personalmanagement können dazu beitragen, dass
eine Pflegeeinrichtung auch ein sehr guter Arbeitgeber sein kann, bei dem die Menschen gern
arbeiten und dies auch bis zur Rente können. Die Befunde haben uns ermutigt, diesen
Förderschwerpunkt aufzulegen" erklärte Andreas Horst vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales
(BMAS) in seinem Grußwort bei der Auftaktveranstaltung.
Vor diesem Hintergrund lautet der Förderschwerpunkt 2009-I des Modellprogramms zur Bekämpfung
arbeitsbedingter Erkrankungen des BMAS "Demografischer Wandel in der Pflege - Modelle für den
Erhalt und die Förderung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit von Pflegekräften". Im fachlich
von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) begleiteten Förderschwerpunkt
werden die Entwicklung, Erprobung und Umsetzung praxistauglicher Konzepte gefördert, um den
Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie die Gesundheitsförderung von Beschäftigten in der
Pflegebranche nachhaltig zu verbessern.
Den Zuschlag bekamen die Projekte BidA (Balance in der Pflege), welches vom
Evangelisch-Lutherischen Diakoniewerk Neuendettelsau K.d.Ö.R. durchgeführt wird, das Projekt
demogAP (Demografiefeste Arbeitsplätze in der Pflege), dessen Gesamtleitung in den Händen der
Technischen Universität Dresden liegt und DemOS (Demenz - Organisation - Selbstpflege), das durch
die Demenz Support Stuttgart gGmbH bearbeitet wird. Die Laufzeit der Projekte beträgt drei Jahre.
Das Projekt BidA verfolgt das Ziel, die Wirksamkeit eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements für
Mitarbeitende durch dessen Einführung in drei Einrichtungen der Altenpflege der Diakonie
Neuendettelsau nachzuweisen. Durch die persönliche Sensibilisierung, Qualifizierung und Motivation
der Beteiligten, die Einführung eines "persönlichen Gesundheitsbudgets" als innovatives Anreiz- und
Steuerungssystem und die Entwicklung von praxistauglichen Handlungshilfen wird eine Verbesserung
der Gesundheit der Mitarbeitenden erwartet. Die Maßnahmen orientieren sich am individuellen Bedarf
und an den Vorlieben der Mitarbeitenden.
Im Vorhaben demogAP wird eine praktische und anwendungsorientierte Handlungshilfe entwickelt, die
den Pflegeeinrichtungen eine systematische und ganzheitliche Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
ihrer Mitarbeiter ermöglicht. Dazu erfolgt die Aufbereitung existierender Instrumente zur Erfassung
des Handlungsbedarfs und vorhandener Konzepte zur Förderung der Arbeits- und
Beschäftigungsfähigkeit sowie deren Anpassung an die Pflege. Durch einen breit angelegten Transfer
in die Praxis werden die speziellen Anforderungen einzelner Einrichtungstypen wie Krankenhaus,
ambulante oder stationäre Pflege berücksichtigt und Erfolgs- und Hemmfaktoren identifiziert.
DemOS ist ein Interventionsprogramm im Bereich der Demenzpflege mit den Zielen der Verminderung von
Burn-out bei Pflegenden, Erhöhung ihrer Arbeitszufriedenheit, Erhalt ihrer Arbeitsfähigkeit,
Erhöhung der Pflegequalität und Verbesserung des sozialen Klimas. Das Interventionsprogramm wird in
voraussichtlich acht ausgewählten Einrichtungen durchgeführt, wobei es die Heterogenität unter
Einrichtungen der stationären Langzeitpflege berücksichtigt und sich den jeweiligen Besonderheiten
einer Einrichtung anpasst.
Die Dokumentation zur Auftaktveranstaltung und weitere Informationen befinden sich auf den
Homepages der jeweiligen Projekte www.demogap.de, www.bida-projekt.de, www.modellprojekt-demos.de
sowie unter www.baua.de/modellprogramm.
Kontakt Modellprogramm:
Ulrike Rösler
Tel.: 030 51548-4506
E-Mail: modellprogramm@baua.bund.de
Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt. Sie garantieren Unternehmen
wie auch der gesamten Volkswirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb. Die Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit
und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und
erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem
Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 660 Beschäftigte arbeiten am Hauptsitz in Dortmund
und den Standorten Berlin, Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.
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Dem demografischen Wandel in der Pflege begegnen
Moderator: WernerSchell
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Rüdiger Bastigkeit
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- Registriert: 28.11.2005, 18:59
Wertschätzung der Pflege - Stellen vermehren !
Text aus Forum:
viewtopic.php?t=13889
Also Koalitionäre: wenn ihr etwas für die Pflege tuen wollt, schafft mehr Stellen. Das bloße Bekenntnis über den Wert der Pflege reicht nicht!
MfG Rüdiger Bastigkeit
viewtopic.php?t=13889
Diese Feststellungen kann man nur unterstreichen. Allerdings lassen die gesetzgeberischen Aktivitäten, die der Wertschätzung der Pflege gerecht werden könnten, sehr zu wünschen übrig. Wollte man dieser behaupteten Wertschätzung gerecht werden, müsste man umgehend die nächste Pflegereform angehen und in dessen Zentrum die Anerkennung und Wertschätzung der Pflegekräfte zum Ausdruck bringen. Vor allem durch eine Vermehrung der Stellen für Pflegekräfte. Dem überall anzutreffenden Mangel an qualifizierten Pflegekräften kann nur durch eine Novellierung des SGB XI begegnet werden. Wie an anderer Stelle bereits verdeutlicht, müssen auch vernünftige Stellenstandards bzw. Personalbemessungssysteme her. Nur so kann man auch belegen, um wieviel Stellen die Pflege aufzustocken ist.Presse hat geschrieben: .... „Der demografische Wandel stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen. Bis zum Jahr 2030 werden über 3 Millionen Menschen pflegebedürftig sein. Wir müssen die demografische Entwicklung als Chance sehen. Wir brauchen einen neuen, positiven Blick auf die Pflege. Die Pflegebranche in Deutschland ist zu einem Jobmotor geworden. Heute arbeiten rd. 810.000 Menschen in der Altenpflege, davon rund 70 Prozent in Pflegeheimen. In den letzten acht Jahren ist die Zahl der Beschäftigten in stationären Einrichtungen um 30 Prozent gestiegen. Bei den Pflegekräften im ambulanten Bereich sind es
28 Prozent.“ ... Nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Dr. Rösler verdienen insbesondere die Pflegeberufe mehr Wertschätzung und Anerkennung. ....
Also Koalitionäre: wenn ihr etwas für die Pflege tuen wollt, schafft mehr Stellen. Das bloße Bekenntnis über den Wert der Pflege reicht nicht!
MfG Rüdiger Bastigkeit
Pflegesystem verbessern - dringend!