Mehr Gerechtigkeit und Qualität in der Pflege

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Mehr Gerechtigkeit und Qualität in der Pflege

Beitrag von Presse » 24.01.2010, 07:52

Mehr Gerechtigkeit und Qualität in der Pflege

Der Evangelische Verband für Altenarbeit in den Diakonischen Werken Rheinland, Westfalen, Lippe (EVA-RWL) fordert die Bundes- und Landespolitiker auf, die besonderen Belange von Menschen mit Demenz in den Pflegegesetzen zu berücksichtigen. „Im Mittelpunkt der Pflege muss die Selbstständigkeit und die soziale Teilhabe der Menschen stehen“, betont Pastor Günther Barenhoff, Sprecher des Vorstandes der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Das führe dann auch zu einer höheren Qualität der Pflege, besonders für demente Menschen, wie sie zurzeit vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) kontrolliert wird. Dazu müsse jetzt die gesetzliche Grundlage mit einem neuen Pflegebegriff geschaffen werden.

Der größte Fachverband für Altenarbeit in Deutschland der rund 400 Altenpflegeeinrichtungen in NRW vertritt, fordert in einer Resolution die grundlegende Erweiterung des Pflegebegriffs. „Die Pflege von Menschen mit Demenz erfordert oft sehr viel Zeit sowie ein hohes Maß an Verständnis. Trotzdem erhält ein dementer Mensch - wenn er nicht auch noch nach den Kriterien der Pflegeversicherung pflegebedürftig ist - zu wenig Unterstützung aus der Pflegeversicherung. Die zahlt nur angemessen, wenn Menschen aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen der Hilfe bedürfen“, erklärt Rudolf Michel-Fabian, einer der Geschäftsführer des EVA-RWL, die Problematik.

Statt rein auf körperliche Unversehrtheit zu schauen, wäre es erforderlich die Menschen auch mit ihren psychischen und sozialen Bedürfnissen wahrzunehmen. Das sieht aber der derzeitige Pflegebegriff, der sich rein auf körperliche Symptome beschränkt, nicht vor. „Das geht soweit, dass Pflegende schon fast ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie Gespräche führen, obwohl es genau das ist, was die pflegebedürftigen Menschen oft dringend benötigen und was eine gute Pflege ausmacht“, so Michel-Fabian weiter.

Quelle: Pressemitteilung vom 23.01.2010
Verband Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rheinland-Westfalen-Lippe
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