Migration und Gesundheit

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Migration und Gesundheit

Beitrag von Presse » 22.01.2010, 16:31

Dtsch Arztebl 2010; 107(3)

EB
Die Studie
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=67391

zur Studie "Migration und Gesundheit"
http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb11/ ... gesundheit

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1/5 der Bevölkerung mit Migrationshintergrund

Beitrag von Presse » 27.09.2011, 18:18

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes
Nr. 355 vom 26.09.2011


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Ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland hatte 2010 einen Migrationshintergrund
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WIESBADEN - Im Jahr 2010 stieg die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund wie in den Vorjahren leicht an, sie lag bei gut 15,7 Millionen Menschen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Basis von Ergebnissen des Mikrozensus 2010 weiter mitteilt, entsprach das einem Anteil von 19,3 % an der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund besteht aus den seit 1950 nach Deutschland Zugewanderten und deren Nachkommen. Die Mehrheit, nämlich 8,6 Millionen Menschen, hatte einen deutschen Pass, während circa 7,1 Millionen Ausländerinnen und Ausländer waren.

Rund ein Drittel aller Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland geboren, etwa zwei Drittel sind zugewandert. Europa ist für die Zuwanderung von besonderer Bedeutung: Die meisten, nämlich 69,5 % der insgesamt 10,6 Millionen Zuwanderer stammten 2010 aus Europa; aus den 27 Mitgliedsländern der Europäischen Union kamen insgesamt 31,9 % aller Zuwanderer. Auf Europa folgten Asien/Ozeanien mit 17,2 % und Afrika mit 3,2 %. Nach einzelnen Ländern betrachtet waren die wichtigsten Herkunftsländer die Türkei (14,1 %), Polen (10,5 %) und die Russische Föderation (9,2 %).

Bei vielen Aspekten lassen sich Unterschiede in der Zusammensetzung der beiden Bevölkerungsgruppen mit beziehungsweise ohne Migrationshintergrund feststellen: So waren 2010 Personen mit Migrationshintergrund im Durchschnitt deutlich jünger als diejenigen ohne Migrationshintergrund (35,0 Jahre gegenüber 45,9 Jahre), sie waren weitaus häufiger ledig (45,7 % gegenüber 38,5 %), und der Anteil der Männer unter ihnen war höher (50,3 % gegenüber 48,7 %). Zudem fehlte Personen mit Migrationshintergrund häufiger ein Schulabschluss (15,3 % gegenüber 2,0 %) oder ein berufsqualifizierender Abschluss (45,0 % gegenüber 19,6 %).

Die nachteilige Bildungssituation spiegelte sich auch in der Beschäftigungsstruktur wider: Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 65 Jahren waren 2010 etwa doppelt so häufig erwerbslos wie jene ohne (11,5 % gegenüber 5,8 %) oder gingen ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nach, zum Beispiel einem Minijob (11,3 % gegenüber 6,8 %). Auch das Armutsrisiko war bei ihnen deutlich höher, es lag bei 26,2 %, während nur 11,7 % der Menschen ohne Migrationshintergrund armutsgefährdet waren.

Methodische Hinweise
Die hier veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf die sogenannte Bevölkerung mit Migrationshintergrund im engeren Sinn. Zu dieser Bevölkerungsgruppe zählen im Mikrozensus alle seit 1950 nach Deutschland Zugewanderten und alle im Inland mit fremder Staatsangehörigkeit Geborenen sowie die hier geborenen Deutschen, die mit zumindest einem Elternteil im selben Haushalt leben, der zugewandert ist oder als Ausländer in Deutschland geboren wurde.
In den Jahren 2005 und 2009 konnte zusätzlich die Bevölkerung mit Migrationshintergrund im weiteren Sinn abgebildet werden. Diese umfasst auch in Deutschland geborene Deutsche mit Migrationshintergrund, die nicht mehr mit ihren Eltern in einem Haushalt leben. Alle vier Jahre fragt der Mikrozensus nach der Staatsangehörigkeit der nicht im selben Haushalt lebenden Eltern. Dadurch konnte 2009 bei 345 000 Personen ein Migrationshintergrund identifiziert werden, der in den anderen Jahren nicht erkennbar ist. Damit lag die Zahl der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im weiteren Sinn 2009 bei 16,0 Millionen.

Personen, die sich noch in Ausbildung befanden, bleiben bei den Angaben zu den Bildungsabschlüssen unberücksichtigt. Aufgrund einer Revision sind die Angaben zu den Bildungsabschlüssen nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Weitere Informationen bietet die Fachserie 1, Reihe 2.2 "Bevölkerung mit Migrationshintergrund 2010", die kostenfrei im Internetangebot von Destatis unter www.destatis.de, Pfad: Startseite > Publikationen > Fachveröffentlichungen > Bevölkerung > Migration / Integration erhältlich ist. Hier findet sich ab sofort auch die revidierte Fachserie zum Berichtsjahr 2009.

Weitere Auskünfte gibt:
Gabriela Fuhr,
Telefon: (0611) 75-4323
http://www.destatis.de/kontakt
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Die vollständige Pressemitteilung, inklusive Tabelle, ist auch im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter http://www.destatis.de/jetspeed/portal/ ... Print.psml
zu finden.
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Gustav-Stresemann-Ring 11, 65189 Wiesbaden
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Bevölkerung mit Migrationshintergrund 2011

Beitrag von Presse » 19.09.2012, 07:23

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes
Nr. 326 vom 19.09.2012

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Bevölkerung mit Migrationshintergrund 2011 um 216 000 Personen gestiegen
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WIESBADEN - Im Jahr 2011 lebten in Deutschland rund 216 000 mehr Menschen mit Migrationshintergrund als im Vorjahr (+ 1,4 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Basis von Ergebnissen des Mikrozensus 2011 weiter mitteilt, hatten insgesamt knapp 16,0 Millionen Personen einen Migrationshintergrund. Das entspricht einem Anteil von 19,5 % an der Gesamtbevölkerung Deutschlands.

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Die vollständige Pressemitteilung (inklusive PDF-Version), mit Tabelle sowie weiteren Zusatzinformationen und -funktionen, ist im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de/presseaktuell zu finden.
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Schlaganfall und Migration / Sprachverlust ...

Beitrag von Presse » 20.02.2013, 08:07

Schlaganfall und Migration / Sprachverlust erschwert die Integration

Gütersloh (ots) - Sprachlos nach Schlaganfall - ein Schicksal, das viele Patienten trifft. Weitgehend unbekannt ist, dass eine so genannte Aphasie sich unterschiedlich auf gesprochene Sprachen auswirken kann. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Internationalen Tags der Muttersprache am Beispiel eines spanischen Einwanderers hin.

Antonio Rodriguez kam 1970 als junger Mann nach Deutschland.
Schnell erlernte er die deutsche Sprache, sprach sie fortan fließend neben seiner Muttersprache. Das änderte sich schlagartig im Juni 2005, als er im Alter von 53 Jahren unvermittelt einen schweren Schlaganfall erlitt. Die Folge waren eine halbseitige Lähmung und eine Aphasie. Diese hat sich bald zurückgebildet, jedoch nur in seiner Muttersprache. "In Deutsch spricht er bis heute kaum mehr als ja und nein," berichtet Ehefrau Ana.

Aphasie ist eine der häufigsten Folgen des Schlaganfalls. Rund ein Drittel der jährlich 270.000 Schlaganfall-Betroffenen hat mit Sprachverlust zu kämpfen. Besonders schwierig ist die Erkrankung für Menschen, die mehrere Sprachen sprechen, so wie Antonio Rodriguez.
"Ein ganz typisches Schicksal," meint Holger Grötzbach, Autor des Lehrbuchs "Aphasie - Wege aus dem Sprachdschungel" und Leiter der Sprachtherapie in der Asklepios-Klinik Schaufling. "Die Fremdsprache ist störanfälliger als die Muttersprache".

Offensichtlich werden Sprachen nicht zwangsläufig in denselben Hirnarealen gespeichert. Dort, wo die Muttersprache "beheimatet" ist, ließen sich in der Regel stärker ausgeprägte Synapsen nachweisen.
Grötzbach sieht die entscheidende Ursache dafür in der emotionalen Bindung zur Sprache. "Die besteht in der Regel zur Muttersprache, weil sie mit der Biografie und vielen Erinnerungen verbunden ist."

Schlaganfall-Betroffene mit Migrationshintergrund stellt dies vor besondere Herausforderungen. Droht durch körperliche und psychische Beeinträchtigungen ohnehin schon die Isolation, wird die Situation durch mangelnde Kommunikationsfähigkeit weiter verschärft. Beide Sprachen wieder voll zu erlernen, wird für die meisten eine Utopie bleiben. Sprachtherapie konzentriert sich stets auf eine Sprache, um die Entwicklung einer "Mischsprache" zu vermeiden. "Da bietet die Muttersprache das größere Rehabilitationspotenzial," erklärt Grötzbach. Der Integrationsgedanke muss in diesem Fall zurückstehen, um den Patienten nicht völlig zu isolieren.

Mehr Informationen im Internet: http://www.schlaganfall-hilfe.de

Quelle: Pressemitteilung vom 20.02.2013 Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Pressekontakt: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Mario Leisle
Telefon: 05241 9770-12
E-Mail: presse@schlaganfall-hilfe.de

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