Wer pflegt, wer hilft morgen?

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Wer pflegt, wer hilft morgen?

Beitrag von Presse » 06.01.2010, 18:20

Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow:
Wir brauchen 2010 Wachstum an sozialer Energie!
Wer pflegt, wer hilft morgen?


Die Behindertenbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

"Alle reden von Wachstum, ich finde, wir brauchen 2010 auch ein Wachstum an gesellschaftlichem Zusammenhalt und sozialer Energie bei uns. Die neue große soziale Frage ist für mich: Wer pflegt, wer hilft morgen? In Nordrhein-Westfalen haben schon jetzt eine Millionen Menschen Hilfe-, Unterstützungs- und Pflegebedarf. Immer mehr Menschen vereinsamen, werden dadurch krank. Die Hilfe, die Beratung muss ins Haus kommen. Das ist eine Herausforderung für die sozialen Dienste. Die Menschen, die helfen und pflegen, sind oft enttäuscht über mangelnde gesellschaftliche Anerkennung ihrer wichtigen Arbeit für behinderte und alte Menschen. Vielen von ihnen wachsen die Pflege und die Verantwortung, die vielen Anforderungen und Erwartungen, über den Kopf. Deshalb brauchen wir dringend eine neue Kultur der Anerkennung sozialer Arbeit, eine neue Kultur der Hilfsbereitschaft, des Spenden an Zeit. Ich will, dass behinderte und ältere Menschen auch morgen die Sicherheit haben, dass Menschen da sind, die helfen und pflegen“, erklärte die Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow heute (29. Dezember 2009) in Düsseldorf.

Gemkow weiter: „Freizeit muss ein Stück Sozialzeit werden. Das Spenden von Zeit wird immer wichtiger. Das muss eingeübt werden in der Familie, in der Schule. Soziales Engagement muss in Zeugnissen herausgestellt werden. Wir müssen deutlich machen, dass soziales Engagement einen großen Wert in unserer Gesellschaft hat. Praktische Beispiele gibt es viele in Nordrhein-Westfalen: Besuche bei behinderten und pflegebedürftigen Menschen, Unterstützung und Entlastung der Angehörigen, Hilfe bei Behördengängen, Begleitung bei Freizeitaktivitäten, Hilfe beim Mittags- oder Abendessen im Behinderten- oder Pflegebereich. Ich werbe auch 2010 wieder für die Einführung des "Familienpaten", der wie Patentante oder Patenonkel pflegenden Familien im Alltag hilft.

Die Landesbehindertenbeauftragte wies in diesem Zusammenhang auf die Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen hin. Angelika Gemkow: „Mit der Einführung der Ehrenamtskarte hat das Land Nordrhein-Westfalen einen guten Beitrag dazu geleistet, dass das ehrenamtliche Engagement von Menschen mehr anerkannt wird. Die Kommunen sagen Dank, machen Angebote, wie zum Beispiel zahlreiche attraktive Vergünstigungen in Museen, Schwimmbäder und andere öffentliche Freizeiteinrichtungen sowie Vergünstigungen bei Volkshochschulkursen, in Kinos, in Theatern usw.“

Weitere Informationen zur Ehrenamtskarte unter: http://www.ehrensache.nrw.de

Quelle: Pressemitteilung vom 4.1.2010

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