Pflegemarkt ist ein wertvoller Stabilisierungsfaktor

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Pflegemarkt ist ein wertvoller Stabilisierungsfaktor

Beitrag von Presse » 27.11.2009, 08:07

"Der Pflegemarkt ist ein wertvoller Stabilisierungsfaktor - seine Bedeutung wird weiter wachsen"

Gutachten des Bundeswirtschaftsministeriums erwartet Schub für mehr Wachstum und Beschäftigung

Die Gesundheits- und Pflegewirtschaft leistet einen weit größeren Beitrag zum Wirtschaftswachstum und zur Beschäftigung als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt ein neues Gutachten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Das durch Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsminister, vorgestellte Gutachten geht davon aus, dass unter den richtigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen der Anteil der Gesundheitswirtschaft einschließlich der Pflege am Bruttoinlandsprodukt von heute etwa 10 % auf fast 13 % im Jahr 2020 wächst - und sich die Zahl der Beschäftigten von rund 5 auf 7 Millionen erhöht. Ernst Burgbacher: "Die wichtigsten Wachstumstreiber sind neben der demografischen Alterung das stetig zunehmende Gesundheitsbewusstsein und der Export."

Die Ergebnisse des Ministeriums bestätigen das vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) in Auftrag gegebene Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zum volkswirtschaftlichen Nutzen der Pflege: Nach Angaben des BMWi beliefen sich die Gesundheitsausgaben im Jahr 2007 auf 253 Milliarden Euro; annähernd 30 Milliarden Euro davon entfielen auf die Pflege. Es wäre aber ganz falsch, hier nur in der Kategorie der finanziellen Belastung zu denken, nicht aber vorhandene Potenziale zu sehen, betont Burgbacher: "Ärzte wie Pflegepersonal erbringen Dienstleistungen in verschiedensten Gesundheitsbereichen. Die Beschäftigung im Pflegesektor ist nicht nur entsprechend stabil, sondern steigt stetig an, bei den privaten Trägern sogar um 51 % zwischen 2001 und 2007. In der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist der Pflegemarkt, ebenso wie die gesamte Gesundheitswirtschaft, ein wertvoller Stabilisierungsfaktor. Seine Bedeutung wird weiter wachsen."

Dass das Bundeswirtschaftsministerium die Bereiche Gesundheit und Pflege künftig noch intensiver begleiten will, macht auch die Gründung eines "Arbeitsstabs Gesundheitswirtschaft" im eigenen Hause deutlich. Der bpa, der bundesweit über 6.200 private Pflegeeinrichtungen vertritt, begrüßt den neuen Schwerpunkt ausdrücklich. bpa-Präsident Bernd Meurer: "Wir sind hoch erfreut darüber, dass die Pflege insgesamt nicht länger als reiner Kostenfaktor diskutiert wird, sondern als das, was sie ist - ein wirtschaftliches und soziales Innovationsthema! Herrn Bundesminister Brüderle und sein Ministerium beglückwünschen wir zu diesem politischen Ansatz und möchten ihn bitten, dass die erfolgreiche Arbeit im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft fortgesetzt wird. Dazu bieten wir unsere volle Unterstützung an."

Aktuell fördert das BMWi verschiedene Projekte in diesem Bereich. Als gutes Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen medizinischen und pflegerischen Dienstleistungen sei das Projekt "Partnership for the heart" genannt. Ziel ist es, ein System zu entwickeln, womit wichtige Vitaldaten per Funk an rund um die Uhr besetzte Versorgungszentren übermittelt werden, so dass bei Bedarf jederzeit eingegriffen werden kann.

Mehr zum Thema: "Pflege: Wirtschaftsfaktor und Jobmotor"

- 0,8 Millionen Beschäftigte in der Pflege - davon tragen die
Mitglieder des bpa die Verantwortung für rund 184.000
Arbeitsplätze und ca. 9.700 Ausbildungsplätze.
- 0,54 Millionen Pflegebedürftige, die zu Hause versorgt werden -
ca. 140.000 davon betreuen die im bpa organisierten 2.900
privaten Pflegedienste.
- 0,7 Millionen Pflegebedürftige werden in Pflegeheimen betreut -
210.000 davon betreuen die im bpa organisierten 3.200 privaten
stationären Pflegeeinrichtungen.
- 2,7 Milliarden Euro Lohnsteuer zahlen die in der Pflege
Beschäftigten an den Fiskus - davon werden ca. 0,7 Milliarden
Euro von Beschäftigten in Mitgliedsbetrieben des bpa
aufgebracht.
- 6,5 Milliarden Euro zahlen die Arbeitgeber und Arbeitnehmer der
Pflegedienstleister in die deutschen Sozialkassen. Davon stammen
ca. 1,6 Milliarden Euro von Mitgliedsbetrieben des bpa.
- 43.763 Ausbildungsplätze stellt die Pflegelandschaft in
Deutschland - 9.700 Ausbildungsplätze finden sich in
Mitgliedseinrichtungen des bpa.
- 18 Milliarden Euro betragen die jährlichen Heimentgelte. Hiervon
leisten die Pflegebedürftigen ca. 6,5 Milliarden Euro an
privaten Zuzahlungen. Für Rückfragen:

Quelle: Pressemitteilung Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) vom 26.11.2009
Herbert Mauel, Bernd Tews, 030 / 30 87 88 60.

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Pflegewirtschaft ist ein starker Stabilitätsanker

Beitrag von Presse » 21.05.2011, 06:20

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr:
Pflegewirtschaft ist ein starker Stabilitätsanker

Bremen (ots) - Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat am Donnerstag-Abend, anlässlich der Bundesmitgliederversammlung des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), die unter dem Motto "Deutschland braucht die Pflege - Wir brauchen die Fachkräfte" steht, seine erste große Rede als Minister gehalten. Vor nahezu 600 Mitgliedern und Gästen sagte er in Bremen: "die Gesundheits- und Pflegewirtschaft ist mit 4,3 Millionen direkt Beschäftigten ein starker Stabilitätsanker für Wachstum, sichere Beschäftigungsverhältnisse und Innovation in Deutschland". Die Herausforderungen der Zukunft müssen, nach Ansicht Bahrs, generationengerecht und nachhaltig finanziert werden. Im Umlagesystem würden bei gleichen Leistungen und einer steigenden Zahl an pflegebedürftigen Menschen auch die Kosten steigen. Eine Reform dürfe aber nicht vom Beitragssatz her gedacht werden, sondern von den Bedürfnissen der Betroffenen. Das Motto der Veranstaltung als Anregung aufgreifend, sagte Bahr "Aus- und Weiterbildung ist eines unserer zentralen Themenschwerpunkte. Eine meiner ersten Aufgaben wird es darum sein, einen Brief an alle Schulen in Deutschland zu schreiben, um das Thema Pflege im Schulalltag und später bei der Berufswahl zu verankern". Langanhaltenden Applaus erntete Bahr für die Position, Pflegedokumentation dürfe nicht zum Selbstzweck verkommen. Vielmehr müsse sie Arbeitsmittel bleiben und zur Prüfung der Ergebnisqualität genutzt werden. "Wer glaubt Qualität per Dokumentation verordnen zu können, wird damit nicht ans Ziel kommen. Ordnungspolitisches Gewissen und soziale Verantwortung schließe sich nach liberaler Ansicht nicht aus", so der Bundesminister. Er werde sich auch weiterhin für den Abbau der Bürokratie in der Pflegebranche einsetzen. Hinsichtlich der Legalisierung illegal Beschäftigter osteuropäischer Haushaltshilfen, die auch Pflegehilfsleistungen erbringen, machte er mit Blick auf die zugelassenen Pflegeeinrichtungen klar, dass wir "nicht diejenigen bestrafen dürfen, die sich bisher an Recht und Gesetz gehalten haben". Abschließend forderte der Minister, der nicht nur Gesundheits-, sondern auch "Pflegeminister" sein möchte, die Mitglieder der privaten Pflegeeinrichtungen dazu auf, aktiv und ideenreich den Reformprozess mit zu gestalten.

Zur Vizepräsidentin des bpa wählte die Bundesmitgliederversammlung die ambulante Pflegeunternehmerin Susanne Pletowski aus Baden-Württemberg. Weiterhin wurden in das Präsidium gewählt: Rainer Wiesner (Baden-Württemberg), Volker Schirmer (Bayern), Karl-Heinz Rose (Niedersachsen), Dr. Matthias Faensen (Sachsen), Frank Wagner (Hamburg).Die Wahl des Präsidenten steht erst in zwei Jahren auf der Tagesordnung.

Zuvor konnte die Versammlung des bpa mit dem Alten- und Pflegeheim Koch seine 7.000ste Mitgliedseinrichtung aufnehmen. bpa-Präsident Bernd Meurer hieß das Ehepaar Corinna und Henrik Schulz als Träger einer stationären und einer ambulanten Einrichtung aus dem niedersächsischen Bleckede herzlich willkommen. Mit rund 3.400 Pflegediensten, die gut 160.000 Patienten betreuen, und 3.600 stationären Pflegeeinrichtungen mit etwa 235.000 Plätzen vertritt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) jetzt mehr als jede vierte Pflegeeinrichtung bundesweit.

Quelle: Pressemitteilung vom 19.05.2011
Pressekontakt: Steffen Ritter
Pressesprecher
Tel. 0160 / 15 31 796
ritter@bpa.de
http://www.bpa.de
Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa)
Friedrichstraße 148
10117 Berlin

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