Altenpflegeschülerinnen protestieren gegen Zeitdruck
Bremen (epd) - Unter dem Motto „Pflege nach der Stoppuhr“ haben am Freitag diakonische Altenpflegeschülerinnen in der Bremer Innenstadt gegen den Zeitdruck bei ihrer Arbeit protestiert.
„Um den Oberkörper eines Pflegebedürftigen zu waschen, bleiben uns zwei Minuten“, kritisierte Nachwuchs-Pflegerin Tanja Bamberger. Zeit zum Reden bleibe da kaum. „Das hat wenig mit würdevoller Pflege zu tun.“ Die Aktion steht im Zusammenhang mit der bundesweiten Diakonie-Kampagne „Weil wir es wert sind“, die sich für mehr Geld in der Pflege einsetzt.
„Stationäre und ambulante Altenpflege muss der Gesellschaft mehr wert sein - finanziell und ideell“, forderte Bremens Landesdiakoniepfarrer Michael Schmidt. Mit ihrem Lohn könnten die Beschäftigten kaum eine Familie ernähren. Pflegesätze würden von den Kostenträgern nach unten verhandelt, die Versorgung müsse sich nach der Stoppuhr richten. Das Leben der Pflegebedürftigen dürfe aber nicht in Minuten eingetaktet werden, mahnte Schmidt: „Und wir dürfen bei den alten Menschen in den Heimen nicht von Kostenfaktoren reden.“
Bisher haben nach Angaben der Diakonie bundesweit mehr als 16.000 Menschen mit ihrer Unterschrift die Kampagne unterstützt, die noch bis Ende Oktober laufen soll. Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik sagte, das Kernstück der Forderungen sei eine angemessene Bezahlung der Mitarbeiter: „Nur so können wir den Pflegeberuf für Fachkräfte und den Nachwuchs attraktiv gestalten.“
Quelle: Pressemitteilung vom 9.10.2009
Altenpflegeschülerinnen protestieren gegen Zeitdruck
Moderator: WernerSchell