Vertrauenskultur in der Gesundheitspolitik gefordert

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Vertrauenskultur in der Gesundheitspolitik gefordert

Beitrag von Presse » 18.09.2009, 08:32

Hoppe fordert neue Vertrauenskultur in der Gesundheitspolitik

Zu einer neuen Vertrauenskultur in der Gesundheitspolitik hat Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, die Parteivorsitzenden in einem Brief knapp eine Woche vor der Bundestagswahl aufgerufen. Dazu sei eine ehrliche Diskussion über die Zukunft der medizinischen Versorgung unabdingbar.

„Um auch noch in Zukunft Verteilungsgerechtigkeit in der medizinischen Versorgung sichern zu können, sind Politik und Gesellschaft aufgefordert, offen über Priorisierung in unserem Gesundheitswesen zu debattieren, um heimliche Rationierung von Leistungen zu vermeiden“, schreibt Hoppe. Priorisierung sei als ethische Methode zu verstehen, die begrenzten Mittel, Kapazitäten und Zeitressourcen möglichst gerecht einzusetzen. Ein Gesundheitsrat aus Ärzten, Ethikern, Juristen, Gesundheitsökonomen, Theologen, Sozialwissenschaftlern und Patientenvertretern sollte Empfehlungen entwickeln. „Die Letztentscheidung aber muss politisch verantwortet werden, denn nur dann gibt es die entsprechende Legitimation in unserer Demokratie.“

Die Gesundheitsreformen der letzten Jahre hätten zu Destabilisierung der ärztlichen Selbstverwaltung geführt. Eine handlungsfähige ärztliche Selbstverwaltung sei aber der entscheidende Faktor, um Qualität und Professionalität des Arztberufes und damit auch eine gute Patientenversorgung dauerhaft zu sichern. „Eine starke Selbstverwaltung ist keine Konkurrenz zum Staat, sondern entlastet und ergänzt den Staat aufgrund ihrer Bürgernähe und Fachkompetenz“, betonte der Ärztepräsident.

Das Patienten-Arzt-Verhältnis dürfe nicht weiter zerstört werden, „weder durch das ökonomische Diktat in der Gesundheitsversorgung noch durch eine kollektive Desavouierung der Ärzteschaft“.

Vor Vorverurteilungen von Ärzten hat in der ARD auch der Vize-Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, gewarnt. Im Zuge der Berichterstattung über so genannte Fangprämien würden die Ärzte unter Generalverdacht gestellt und „durch den Kakao gezogen“. Wenn ein Verdacht auf Korruption bestehe, müsse das staatsanwaltschaftlich aufgearbeitet werden. In den allermeisten Fällen gehe es aber korrekt zu.

Brief von Prof. Dr. Hoppe an die Parteivorsitzenden im Wortlaut
http://www.bundesaerztekammer.de/page.a ... .1160.7737

Quelle: Pressemitteilung der Bundesärztekammer vom 17.09.2009

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