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Gesundheitssystem verfassungwidrig ?
Verfasst: 10.09.2009, 07:38
von Presse
Scherf nennt Gesundheitssystem verfassungwidrig
Frankfurt – Bremens früherer Bürgermeister Henning Scherf (SPD) hält das deutsche Gesundheitssystem für „barbarisch“ und „verfassungswidrig“. „Wer das deutsche Gesundheitssystem genau betrachtet, erkennt schnell ein Zwei-Klassen-System“, schreibt Scherf in seinem Buch „Gemeinsam statt einsam“, aus dem die Frankfurter Rundschau am Mittwoch vorab einen Auszug abdruckte.
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http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/3 ... widrig.htm
Henning Scherf von allen guten Geistern verlassen?
Verfasst: 10.09.2009, 08:04
von Rauel Kombüchen
Presse hat geschrieben: .... Bremens früherer Bürgermeister Henning Scherf (SPD) hält das deutsche Gesundheitssystem für „barbarisch“ und „verfassungswidrig“. „Wer das deutsche Gesundheitssystem genau betrachtet, erkennt schnell ein Zwei-Klassen-System“, ....
Hallo Forum,
ich kenne das Buch von Herrn Scherf nicht und kann mich nur zu der o.a. Mitteilung äußern:
Dass wir ein "Zwei-Klassen-System" im Gesundheitswesen haben, kann man durchaus vertreten. Das hat aber, im Gegensatz zu manch anderen Einschätzungen, damit zu tun, dass die GKV seit Jahren einer "Ökonomisierung" unterworfen ist, die zu unzureichenden Versorgungssituationen geführt hat. Klar, dass dann die PKV besser da steht. Die Mängel liegen nicht bei der PKV, sondern klar bei der GKV. Insoweit hat die SPD mit Ulla Schmidt große Verantwortung!
Henning Scherf muss sich fragen lassen, ob er zeitgerecht in der eigenen Partei auf die "Schieflage" des Gesundheitssystems aufmerksam gemacht hat und für Korrekturen eingetreten ist.
Unser Gesundheitssystem, trotz allem eines der besten der Welt, als "bararisch" und "verfassungswidrig" zu bezeichnen, liegt völlig daneben und spricht zunächst einmal dafür, dass der Buchschreiber insoweit keine Ahnung hat.
Mit freundlichen Grüßen
Rauel K.
Gerechtigkeit
Verfasst: 11.09.2009, 11:30
von thorstein
Gerechtigkeit schafft nur eine Bürgerversicherung, in der alle nach ihren Möglichkeiten einbezahlen. Private Krankenversicherungen sind abzuschaffen.
Geringverdienern, Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern das Lied von der Individualvorsorge vorzuträllern, halte ich für geradezu geschmacklos.
Der Feststellung, man(???) könne ein Zwei-Klassen-System durchaus vertreten möchte ich daher deutlich wiedersprechen.
Re: Gerechtigkeit
Verfasst: 11.09.2009, 11:49
von Cicero
thorstein hat geschrieben: ...Der Feststellung, man(???) könne ein Zwei-Klassen-System durchaus vertreten möchte ich daher deutlich wiedersprechen. ...
Ich denke, dass der Hinweis von Herrn Kombüchen nicht als Rechtfertigung verstanden werden sollte. Er hat wohl nur sagen wollen, dass es tatsächlich eine Zweiteilung gibt und man dies zur Kenntnis nehmen muss.
Die medizinische Versorgung muss für alle gleich gut sein. Dazu muss man nicht die Systeme grundlegend verändern, schon gar nicht eine Bürgerversicherung einführen. Eine solche Bürgerversicherung ist nur der Ruf nach mehr Einnahmen, ohne zu bedenken, dass die weiteren Mitglieder auch Ansprüche, dh. Ausgaben, produzieren. Wer die Bürgerversicherung (nach Schweizer Vorbild) will, muss auch steuerrechtliche Veränderungen vornehmen. Solche Veränderungen sind aber nicht kalkulierbar und würden unsere gewachsene soziale Absicherung eher zerstören.
Daher plädiere ich für vernünftige Reformen in der GKV. Aber nicht für Maßnahmen, die darauf hinauslaufen: Das Kind mit dem Bad auszuschütten.
Cicero
Henning Scherf von allen guten Geistern verlassen?
Verfasst: 20.09.2009, 15:22
von Sabrina Merck
Rauel Kombüchen hat geschrieben:.... Unser Gesundheitssystem, trotz allem eines der besten der Welt, als "bararisch" und "verfassungswidrig" zu bezeichnen, liegt völlig daneben und spricht zunächst einmal dafür, dass der Buchschreiber insoweit keine Ahnung hat. ....
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Hallo, wer solche Statements abgibt, kann nicht wirklich ernst genommen worden. Bei allen Mängeln, gehen solche Beurteilungen an der realen Lage völlig vorbei.
Wer etwas ändern will, muss mit seinen Behauptungen einigermaßen seriös bleiben. Andererfalls schadet man nur denjenigen, die sich redlich und mit sachlicher Argumentation um Veränderungen bemühnen.
Gruß
Sabrina