Physiotherapeuten in Bayern: Früher Visite mit dem Chefarzt - heute draußen vor der Tür
Haar (ots) - Mit Ausrufen wie "Das Maß ist voll!" machen Physiotherapeuten in Bayern ihrem Unmut über ihre frustrierende Situation Luft. "Warum dürfen sich immer nur die anderen Akteure im Gesundheitssystem beschweren? Kaum eine Berufsgruppe hat so düstere Zukunftsaussichten wie wir Physiotherapeuten", bringt es Rüdiger von Esebeck, Vorsitzender des Verbands der Krankengymnasten/ Physiotherapeuten ZVK e. V. in Bayern auf den Punkt.
Doch was ist eigentlich so beklagenswert für die Physiotherapeuten? Ist es wirklich nur das liebe Geld? Oder steckt doch mehr dahinter?? Denn fragt man die Akteure im Gesundheitswesen, so zeigt sich, dass die Bedeutung von Physiotherapeuten unbestritten ist: Physiotherapeuten helfen, Lebensqualität zu steigern, Selbständigkeit bis hin zur Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen, Verletzte zu rehabilitieren und wiedereinzugliedern usw.
Tatsächlich leiden die Physiotherapeuten unter mangelnder Anerkennung - darunter, dass Ihre Leistung immer weniger honoriert wird. Das zeigt sich an vielen Stellen - auch beim Geld: Die Bezahlung von Physiotherapeuten ist und bleibt schlecht. Im Rückblick auf die letzten 10 Jahre gab es noch nicht mal einen Inflationsausgleich, die Honorierung anderer Berufsgruppen ist dagegen kontinuierlich gestiegen.
Aber wo soll das hinführen? Wie sollen die Physiotherapeuten eine qualitativ hochwertige Versorgung aufrecht erhalten? Oder wollen die Politiker diese Berufsgruppe aushungern? - Die Menge der verfügbaren Mittel im deutschen Gesundheitssystem ist begrenzt, aber vielleicht sollten die Verantwortlichen nicht immer fragen, was kostet die Behandlung, sondern was kostet es die Gemeinschaft, wenn nicht behandelt wird?
Wollen Sie mehr darüber wissen? Der ZVK Landesverband Bayern lädt Sie ein zum Pressegespräch am 19. August 2009 um 14.30 Uhr in den Räumen des Presseclub München, Marienplatz 22,80331 München.
Quelle: Pressemitteilung vom 17.8.2009
Pressekontakt:
Stephanie Ralle-Zentgraf
Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten (ZVK e.V.)
Landesverband Bayern e.V.
Leibstraße 24
85540 Haar
Tel.: 089/46 23 23 - 0
Fax: 089/4 60 31 44
Mobil: 0172/75 25 105
e-Mail: s.zentgraf@zvk-bay.de
http://www.zvk-bay.de
Physiotherapeuten in Bayern ... Das Maß ist voll!
Moderator: WernerSchell
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Brigitte Bührlen
- Jr. Member
- Beiträge: 59
- Registriert: 20.04.2008, 11:41
Dass der Verband der Physiotherapeuten sich zu Wort meldet ist seit langem überfällig und berechtigt!
Ich habe meine Ausbildung als Krankengymnastin 1972 abgeschlossen. Wir haben auch damals nicht besonders gut verdient, aber wir waren angesehen, respektiert, konnten nach unseren Vorstellungen behandeln und verstanden uns als Bindeglied zwischen ärztlicher Theorie und die Alltagsfähigkeiten wiederherstellender Praxis.
Heute gilt vom Berufsbild her gesehen sicherlich noch der gleiche Anspruch, in der Realität aber kann man von der damaligen Freiheit nur noch träumen.
Dabei ist gerade diese Berufsgruppe so dringend nötig für die Menschen als Brücke von der Bewegungs-und Alltagseinschränkung zur Wiedererlangung der verlorenen oder eingeschränkten Fähigkeiten.
Leider hat unser Gesundheitssystem den Aspekt: "Was brauchen die Menschen" völlig aus den Augen verloren! Es gilt nur noch: "Was kostet am wenigsten Geld, wie können wir die Bevölkerung gerade noch davon abhalten auf die Strasse zu gehen"?
Ich habe meine Ausbildung als Krankengymnastin 1972 abgeschlossen. Wir haben auch damals nicht besonders gut verdient, aber wir waren angesehen, respektiert, konnten nach unseren Vorstellungen behandeln und verstanden uns als Bindeglied zwischen ärztlicher Theorie und die Alltagsfähigkeiten wiederherstellender Praxis.
Heute gilt vom Berufsbild her gesehen sicherlich noch der gleiche Anspruch, in der Realität aber kann man von der damaligen Freiheit nur noch träumen.
Dabei ist gerade diese Berufsgruppe so dringend nötig für die Menschen als Brücke von der Bewegungs-und Alltagseinschränkung zur Wiedererlangung der verlorenen oder eingeschränkten Fähigkeiten.
Leider hat unser Gesundheitssystem den Aspekt: "Was brauchen die Menschen" völlig aus den Augen verloren! Es gilt nur noch: "Was kostet am wenigsten Geld, wie können wir die Bevölkerung gerade noch davon abhalten auf die Strasse zu gehen"?
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Gerhard Schenker
- Sr. Member
- Beiträge: 315
- Registriert: 18.11.2005, 09:14
Frau Schmidt, BMG, hat sich "in jeder Hinsicht verfahre
Guten Morgen,
die nichtärztlichen Heilberufe stehen allesamt nicht gut da. Die Ökonomisierung im Gesundheitswesen hat uns nämlich weitere Rückschritte bei den Heilmitteln (und auch Hilfsmitteln) gebracht. Ärzte sind z.B. mit Rücksicht auf Regresse sehr zurückhaltend bei Verordnungen. Es gibt Probleme mit dem Grundsatz, dass die Versicherten Anspruch auf das Notwendige haben, andererseits aber die Wirtschaftlichkeit beachtet werden muss.
Wir brauchen m.E. neue Einsichten für die Gesundheitsversorgung. So, wie jetzt, kann es nicht weitergehen.
Frau Schmidt, BMG, hat sich nicht nur mit ihrem Dienstwagen, sondern "in jeder Hinsicht verfahren".
MfG Gerhard Schenker
die nichtärztlichen Heilberufe stehen allesamt nicht gut da. Die Ökonomisierung im Gesundheitswesen hat uns nämlich weitere Rückschritte bei den Heilmitteln (und auch Hilfsmitteln) gebracht. Ärzte sind z.B. mit Rücksicht auf Regresse sehr zurückhaltend bei Verordnungen. Es gibt Probleme mit dem Grundsatz, dass die Versicherten Anspruch auf das Notwendige haben, andererseits aber die Wirtschaftlichkeit beachtet werden muss.
Wir brauchen m.E. neue Einsichten für die Gesundheitsversorgung. So, wie jetzt, kann es nicht weitergehen.
Frau Schmidt, BMG, hat sich nicht nur mit ihrem Dienstwagen, sondern "in jeder Hinsicht verfahren".
MfG Gerhard Schenker
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