In deutschen Kliniken wird am Patienten gespart
In deutschen Kliniken wird bereits heute „am Patienten gespart“. Zu diesem Ergebnis kommt laut der „Ärzte Zeitung“ eine bundesweite Studie des vom Bundesjustizministerium geförderten Interdisziplinären Forschungsverbundes „Allokation“. Von den 1.137 befragten Klinikärzten der Fachbereiche Intensivmedizin und Kardiologie gaben mehr als drei Viertel an, mindestens einmal eine für den Patienten nützliche Maßnahme aus Kostengründen nicht verordnet oder durch eine preiswertere, aber weniger effektive ersetzt zu haben. 13 Prozent gaben an, ihren Patienten nützliche Leistungen mehr als einmal pro Woche vorzuenthalten.
Laut der Zeitung beklagten viele der Befragten die Belastung ihres Verhältnisses zu den Patienten durch die Geldmittelknappheit sowie ihrer Arbeitszufriedenheit. Zudem sähen die antwortenden Ärzte „praktisch keine Alternative“ mehr zu Rationierungen. Mehr als 50 Prozent fordere mehr Geld, etwa durch höhere Krankenkassenbeiträge oder eine stärkere Eigenbeteiligung der Patienten.
Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, entscheidend seien „medizinisch notwendige Behandlungen“. Sollten diese nicht erbracht werden, müssten die Aufsichtsbehörden eingreifen.
Quelle: Mitteilung vom 15.06.2009
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Moderator: WernerSchell