Menschen mit Migrationsgeschichte sterben auch hier

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Menschen mit Migrationsgeschichte sterben auch hier

Beitrag von Service » 13.04.2009, 14:06

KatHO NRW:
Immer mehr Menschen mit Migrationsgeschichte sterben auch hier im Land

Weil die Zahl der alten Menschen mit Migrationsgeschichte wachse, bedürfe es im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer einer erhöhten Kultursensibilität, betonte Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich bei den 73. Hospizgesprächen (am Mittwochabend, 25.März 09) in der Katholischen Hochschule NRW, Abt. Aachen.

"Menschen mit Migrationsgeschichte an ihrem Lebensende sind bisher nicht genug in den Blickpunkt der Sozialen Arbeit genommen worden", sagte die Aachener Professorin bei der Veranstaltung, zu der die KatHO NRW Abteilung Aachen gemeinsam mit der Servicestelle Hospizarbeit Aachen eingeladen hatte.

Auch Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Armin Laschet wünschte von der Hospizbewegung, die stark geprägt sei von Menschen mit christlichem Hintergrund, eine noch größere interkulturelle Öffnung. Noch nähmen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte die Hospizdienste seltener wahr als die einheimische Bevölkerung. Es sei daher notwendig, dass Hospiz- und Palliativdienste weitere Schritte zu mehr kultureller Offenheit unternehmen, was sprachliche Anforderungen, religiöse Sensibilität und den kulturellen Umgang mit dem Verstorbenen betreffe. Die 19 Integrationsagenturen des Landes könnten hier hilfreiche Unterstützung leisten.

Der stellvertretende Vorsitzende des Islamischen Zentrums Aachen, Radioonkologe und Palliativmediziner Dr. Zoheir Al-Halabi erklärte die geringe Inanspruchnahme der deutschen Hospizdienste mit der muslimischen Tradition, einen Sterbenden immer mit der gesamten Familie und Gemeinde betreuen zu wollen. Familien stünden hier unter einem hohen ethischen Anspruch, mit dem es selten vereinbar sei, einen Todkranken in ein Hospiz abzugeben.

Johannes Wüller, Mediziner und Vorstand von Home Care Aachen e.V., einem Palliativ-Netzwerk, das Schwerstkranke in der häuslichen Umgebung betreut, sieht in sprachlichen Hindernissen und mangelnden interkulturellen Weiterbildungsmöglichkeiten für Ärzte und Pflegende die Gründe, dass der Prozentsatz von Menschen mit Migrationsgeschichte bei dem Aachener Patientenkreis nur bei etwa sechs Prozent liege.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich, Tel. 0241/ 6000-336 l.schirra-weirich@katho-nrw.de

Redaktion: Claudia Dechamps, Tel. 0241/ 4356 946, info@claudia-dechamps.de

Quelle: Pressemitteilung vom 2.4.2009
Julia Harzendorf, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news308399

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Pflege muss kulturelle Unterschiede berücksichtigen

Beitrag von Presse » 26.04.2012, 06:28

Pflege muss kulturelle Unterschiede berücksichtigen

Berlin (ots) - Der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordert Politik und Unternehmen dazu auf, Pflegeangebote stärker auf die wachsende kulturelle Vielfalt in der Gesellschaft auszurichten. "Wir wollen ein Zeichen dafür setzen, dass Pflegeangebote in Deutschland verstärkt kultursensibel ausgestaltet werden." Das erklärte SoVD-Präsidiumsmitglied Edda Schliepack am Mittwoch zum Auftakt der Informationsveranstaltung "Kultursensibilität in der Pflege - Chancen und Herausforderungen" in Berlin. Schliepack betonte, dass "qualitativ hochwertige und würdevolle Pflege viel stärker der Maßstab des Handelns von Politik und Pflegeeinrichtungen sein sollte als bisher." Ziel müsse eine Pflegelandschaft sein, die genügend Raum für die kulturelle Vielfalt der rund 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland bietet, so das Präsidiumsmitglied. "Sprache, Weltanschauung und Religion gilt es ebenso zu berücksichtigen, wie Gebräuche oder Rollenbilder."

Die SoVD-Veranstaltung fand anlässlich der deutschlandweiten Aktionswoche gegen Altersdiskriminierung statt. Ziel der Aktion ist es, im Vorfeld des "Tages der Solidarität zwischen den Generationen"
am 29. April das Bewusstsein gegen Altersdiskriminierung zu schärfen.
V.i.S.d.P.: Benedikt Dederichs

Originaltext: SoVD Sozialverband Deutschland
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Quelle: Pressemitteilung vom 25.04.2012
Pressekontakt: Kontakt: Benedikt Dederichs
SoVD-Bundesverband
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