Gesundheitsreform - Murks - Korrekturbedarf !

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

Antworten
Service
phpBB God
Beiträge: 1828
Registriert: 14.09.2006, 07:10

Gesundheitsreform - Murks - Korrekturbedarf !

Beitrag von Service » 29.01.2009, 13:48

Helga Pollack,
Blankenheimer Straße 61 Telefon 02131 - 150 825
41469 Neuss Telefax 02131 - 273 971
Helga.Pollack@t-online.de

Neuss, den 21. Januar 2009

Herrn
Hermann Gröhe
Wahlkreisbüro der CDU
Münsterplatz 13 A
41460 Neuss

Gesundheitsreform

Sehr geehrter Herr Gröhe,

es wird Ihnen inzwischen bekannt sein, dass die "neue" Gesundheitsreform den Namen nicht verdient. Es ist mir und vielen anderen Bürgern unbegreiflich, wie die Mehrheit der Abgeordneten im Bundestag von CDU und SPD diesen Murks verabschieden konnte. Wurde den Ärzten bisher 65 % der Arbeit bezahlt und ab 2009 höhere Einkünfte in Aussicht gestellt, sind es jetzt nur noch 55 %. Dafür bezahlen wir alle höhere Beiträge bei unseren Krankenkassen, und zwar 15,5 % unserer Einkünfte.

Die Folge, Ärzte können ihre Praxis nicht mehr nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten halten. Gerade Hausärzte bekommen Hausbesuche nicht mehr erstattet. Doch sie sind die Ver-trauenspersonen, die den Zugang zu den Familien haben, bestens informiert sind und unter Umständen Schlimmes verhindern können.

Viele Familien pflegen ihre Angehörigen zu Hause, besonders Rußlanddeutsche. Sie kennen die Hospizbewegung der Diakonie und die Arbeit der NOAH. Mediziner sind diejenigen, die Patienten in den Tod begleiten. Diese Menschen sind dankbar und glücklich, wenn ihr Arzt sie immer wieder besucht und hilft. Auch in Altenheimen muß der Arzt mit dem Personal die Gabe von Medikamenten beraten. Was bekommt der Arzt für seine regelmäßigen Besuche? Nur eine Pauschale, von der er nicht leben kann.

Seit langem fordern Mediziner, daß Hausärzte wieder Katheder legen dürfen. Nur Urologen werden dafür bezahlt, die jedoch keine Hausbesuche machen. Als Folge müssen Patienten mit Pflegestufe III mit einem Krankenwagen zu einem Urologen oder in eine Klinik gebracht werden, stundenlang auf ihre Behandlung warten, die drei Minuten Zeit erfordert. Punktionen, auch eine wichtige Hausarztverpflichtung, fallen heraus. Nach der Gesundheitsreform erhalten Ärzte mehr für Gespräche oder Statistik als für die eine ordentliche Behandlung.

Warum müssen wir Deutschen alles so kompliziert und umständlich gestalten? Es wäre so einfach gewesen, den Medizinern 100 % ihrer Tätigkeit zu bezahlen. Nein, da muß ein Jahr-hundertwerk her ! Das neue System ist noch viel schlimmer als das Steuerrecht. Auch hier konnten in der Vergangenheit vom Bundestag beschlossene Gesetze nicht in der Praxis umgesetzt werden.

Abgeordnete, die Gesundheitsministerin, Krankenkassenverbände sowie Dr. Lauterbach haben sich auf der ganzen Linie blamiert ! Jeder wollte seine Wünsche in die Reform einbringen und das artete in eine Stümperei sondergleichen aus. Das ganze war und ist eine riesige Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, da eine weitere Verwaltung aufgebaut wird, die natürlich auch aus dem Topf bezahlt werden wird. Die Gesundheitsreform mußte vor den Wahlen abgeschlossen sein und wurde durchgepaukt. Das wird ein Bumerang! Bürger und Ärzte fühlen sich betrogen (siehe Sendung 'frontal' vom 20.01.2009 oder den Pressebericht der NGZ vom 21.01.2009).

Wir haben aufgeblähte Kassenärztliche Vereinigungen, die oft einen Staat im Staate bilden, die nicht in der Lage sind, sich gegenüber den Krankenkassenverbänden Gehör zu verschaffen. Die bestimmen schon lange, welche Aufgaben den einzelnen Fachärzten zugeteilt werden.
So bekommen Kliniken, Orthopäden, Urologen oder Chirurgen Aufgaben für Patienten, die eigentlich im Bereich der Hausärzte liegen.

Früher wußte der Arzt nie, wie viel Cent er für einen Punktwert erhielt. Nach der Gesundheits-reform wissen Ärzte wie viel EURO Ihnen pro Patient bezahlt werden, aber auch, dass es zu wenig ist, um die Praxis zu erhalten.

Oft wurde die hervorragende GOÄ für Privatpatienten erwähnt, die Beträge sind zu hoch. Aber das System ist ausgereift. Für jeden Patient bezahlt die Krankenkasse nur die Leistungen, die ein Arzt erbracht hat. Es werden Kostenberechnungen in dreifacher Ausfertigung erstellt; eine erhält der Patient, eine die Krankenkasse für die Bezahlung und eine behält er behandelnde Arzt. Das wäre so einfach. Warum wird daran nicht gedacht? Patienten wüßten dann, was ihr Arzt für seine Leistungen erhält.

Wenn Sie, sehr geehrter Herr Gröhe, endlich dazu beitragen könnten, die überhöhte Mehrwert-steuer auf Medikamente von 19 % auf 7 % zu reduzieren, es gäbe einige Probleme weniger. Vielleicht können Sie Ihren Einfluß geltend machen ? Ich garantiere Ihnen, Sie würden Millionen Bürger in Deutschland glücklich machen.

Das waren meine Anliegen, vielleicht fallen sie auf fruchtbaren Boden. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und verbleibe

mit freundlichen Grüßen.
Helga Pollack
Mitglied der UWG
Rhein-Kreis-Neuss
Sachkundige Bürgerin
für den Sozial- und
Gesundheitsausschuss

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 25253
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Gesundheitsreform: Jeder Zweite schlechter abgesichert?

Beitrag von WernerSchell » 25.06.2009, 08:15

Gesundheitsreform: Jeder Zweite fühlt sich schlechter abgesichert
Laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen schätzen 51 Prozent die gesundheitspolitischen Veränderungen als negativ ein.
http://www.focus.de/gesundheit/gesundhe ... 10456.html
Quelle: Focus
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

Antworten