70.000 Pflegekräfte zu wenig in Krankenhäusern

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

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ProPflege
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70.000 Pflegekräfte zu wenig in Krankenhäusern

Beitrag von ProPflege » 19.11.2008, 14:59

70.000 Pflegekräfte zu wenig in Krankenhäusern

Der steigenden Zahl an Patienten in deutschen Kliniken stehen immer weniger Pflegekräfte gegenüber - so die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus der Fakultät V - Diakonie, Gesundheit und Soziales der Fachhochschule Hannover (FHH)

In den deutschen Krankenhäusern fehlen ca. 70.000 Vollzeitkräfte im Pflegedienst. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Fachhochschule Hannover (FHH).

Obwohl die Zahl der Krankenhauspatienten seit Jahrzehnten kontinuierlich steigt, wurden seit Mitte der 1990er Jahre in erheblichem Umfang Stellen im Pflegedienst der Krankenhäuser abgebaut. Immer weniger Pflegekräfte müssen immer mehr Patienten versorgen. In einer Modellrechnung errechnete der Gesundheitswissenschaftler Professor Michael Simon aus der Fakultät V - Diakonie, Gesundheit und Soziales der FHH, dass angesichts der gestiegenen Leistungszahlen gegenwärtig ca. 70.000 mehr Pflegekräfte in Krankenhäusern erforderlich wären, um den gleichen Versorgungsstandard wie Mitte der 1990er wieder zu erreichen.

Das gegenwärtig von der Bundesregierung in Aussicht gestellte Sonderprogramm zur Finanzierung von 21.000 zusätzlichen Stellen im Pflegedienst der Krankenhäuser ist darum nach Auffassung von Professor Simon nicht ausreichend.

Durch Überlastung der Pflegekräfte bleibt nicht nur weniger Zeit für menschliche Zuwendung. Wie der Autor der Studie betont, belegen zahlreiche internationale Studien, dass eine Unterbesetzung im Pflegedienst das Risiko für Krankenhauspatienten erhöht, eine schwere Komplikation zu erleiden und daran unter Umständen sogar zu sterben.
Im internationalen Vergleich zeigt sich eine deutliche Unterbesetzung der deutschen Kliniken. So liegt laut OECD die Zahl des Krankenhauspersonals je 1.000 Einwohner in Finnland, Frankreich, Irland, Österreich, der Schweiz und den USA um 50 bis 60% über der in Deutschland. Würde man diese Relationen auf den Pflegedienst übertragen, müssten in deutschen Krankenhäusern ca. 150.000 zusätzliche Stellen in der Pflege eingerichtet werden.

Die vollständige Studie kann im Internet unter http://www.fh-hannover.de herunter geladen werden:
Download der Studie von Professor Simon (pdf-Datei)
http://www.fh-hannover.de/fileadmin/med ... etzung.pdf

Hinweis an die Redaktionen:
Für detaillierte Informationen steht Ihnen Professor Simon selbstverständlich gerne unter Telefon 0511 9296-3211 oder per Mobiltelefon 0163 7828222 sowie via E-Mail michael.simon@fh-hannover.de zur Verfügung.

Weitere Informationen:
http://www.fh-hannover.de/pp/service/ak ... /2008/7000...

Quelle: Pressemitteilung vom 19.11.2008
Dagmar Thomsen M.A., Präsidialbüro und Presse (PP)
Fachhochschule Hannover

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news289629

Siehe auch:
Personalabbau im Pflegedienst ... Buchtipp!
viewtopic.php?t=9807&highlight=simon
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/

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In den Kliniken fehlen 70.000 Pflegestellen

Beitrag von Presse » 21.11.2008, 13:06

Studie:
In den Kliniken fehlen 70.000 Pflegestellen

Hannover – In den deutschen Krankenhäusern fehlen rund 70.000 Vollzeitkräfte im Pflegedienst. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Fachhochschule Hannover. Grund sei ein massiver Abbau von Pflegestellen seit Mitte der 90er- Jahre. Mittels einer Modellrechnung bestimmte der Gesundheitswissenschaftler Michael Simon aus der Fakultät Fünf – Diakonie, Gesundheit und Soziales der Fachhochschule, dass angesichts der gestiegenen Leistungszahlen gegenwärtig rund 70.000 Pflegekräfte mehr in [mehr]
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/lette ... m&id=28525

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Wie teuer ist menschliche Zuneigung? Zeitmangel!

Beitrag von Service » 08.12.2008, 08:38

"Wie teuer ist menschliche Zuneigung?"
Patienten und Pflegekräfte leiden unter Zeitmangel im Krankenhaus


Von Karsten Packeiser

Mainz (epd). »Am meisten fehlt uns die Zeit zum Zuhören«, klagt André Weber-Gemmel: »Dabei wollen die Leute doch so viel erzählen.« Seit 35 Jahren arbeitet der Stationsleiter am Krankenhaus von Idar-Oberstein schon in der Pflege. Der Zeitdruck für Krankenschwestern und -pfleger ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. .... (weiter lesen unter)
http://www.epd.de/sozial/sozial_index_59475.html

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Pflegekräftestellen für die Krankenhäuser im Streit

Beitrag von Herbert Kunst » 04.01.2009, 08:32

Hallo,

die angekündigten 21.000 Stellen für die Krankenhäuser werden leider nicht kommen. Mittlerweile hat man die Zahl auf 14.000 reduziert. Ob diese Zahl fortgelten wird, muss man abwarten. Ich halte es für fraglich, weil die Krankenkassen eine Stellenvermehrung in den Krankenhäusern generell für überflüssig halten.
Siehe im Forum
Zusätzliche Pflegekräfte für die Krankenhäuser - Wieviele?
viewtopic.php?t=9733&highlight=personal

Gruß
Herbert Kunst
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

cobra
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Beitrag von cobra » 10.01.2009, 14:10

Frage an alle: was ist die eigentliche Ursache von Personalnotstand in Krankenhäusern, Heimen und Pflegediensten und wie könnte eine Veränderung bewirkt oder finanziert werden? Wird die Umlagefinanzierung unserer Sozialversicherungen (zum größten Teil über sozialversicherungspflichtige ArbeitnehmerInnen bezahlt) - und die Pflegeversicherung - noch dem aktuellen Bedarf gerecht?

Mit freundlichen Grüßen,

cobra

PflegeCologne
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Strukturelle Reformen dringlich

Beitrag von PflegeCologne » 10.01.2009, 14:41

cobra hat geschrieben: .... Frage an alle: was ist die eigentliche Ursache von Personalnotstand in Krankenhäusern, Heimen und Pflegediensten und wie könnte eine Veränderung bewirkt oder finanziert werden? Wird die Umlagefinanzierung unserer Sozialversicherungen (zum größten Teil über sozialversicherungspflichtige ArbeitnehmerInnen bezahlt) - und die Pflegeversicherung - noch dem aktuellen Bedarf gerecht? ....
Hallo Cobra,

der Personalnotstand in den Krankenhäusern hat wohl u.a. damit zu tun, dass die personelle Ausstattung nur noch nach Kassenlage erfolgt. Entscheidend ist aber, dass in den letzten Jahren grundlegende Veränderungen vorgenommen wurden: Fallpauschalen, deutliche Anhebung der Arzthonore. Dafür mussten Stellen im Pflegedienst geopfert werden. Mittlerweile ist der Schwund mit 50.000 bis 70.000 Stellen anzusetzen! Siehe die Informationen dazu im Forum einschließlich Buchveröffentlichung und Studie!
In den Heimen und ambulanten Pflegediensten beruht die Unterfinanzierung letztlich darauf, dass die Pflegeversicherung als Teilkaskoversicherung ausgestaltet wurde. Dies hat zwangsläufig Auswirkungen auf den Personalbestand. Daher sind strukturelle Veränderungen in Richtung mehr Zuwendung, d.h. mehr Personal, dringend.
Der Pflegetreff am 17.02.2009 in Neuss wird das Thema aufgreifen:
viewforum.php?f=7
Dort wird laut Ankündigung auch problematisiert, dass es für alle Bereiche keine Personalbemessungssysteme gibt.
Die Finanzierung von mehr Personal muss über die Sozialsysteme und / oder durch individuelle Vorsorge erfolgen. Die Menschen müssen akzeptieren, dass eine bessere Versorgung auch mehr kostet! Die Neuordnung der Finanzierung ist angesichts der demografischen Entwicklung dringlich! - Mehr Konsum oder mehr Vorsorge ? - Das wird eine von vielen Fragen sein.

MfG
Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
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cobra
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Beitrag von cobra » 10.01.2009, 16:13

Hallo PflegeCologne,

Danke für die Antwort.
In den Heimen und ambulanten Pflegediensten beruht die Unterfinanzierung letztlich darauf, dass die Pflegeversicherung als Teilkaskoversicherung ausgestaltet wurde. Dies hat zwangsläufig Auswirkungen auf den Personalbestand. Daher sind strukturelle Veränderungen in Richtung mehr Zuwendung, d.h. mehr Personal, dringend.
Ich habe den Verdacht, daß die Unterfinanzierung nicht nur an dem Teilkaskoversicherungscharakter der Pflegeversicherung liegt (wo kämen wir auch hin, wenn alles komplett und dazu noch von staatswegen versichert wäre;-) ??) , sondern an einem generell falschen Sozialversicherungsaufbau. Was nicht durch eine Pflicht-Versicherung abgedeckt ist, muß normalerweise privat bezahlt werden - das gilt ja auch für die Gesundheitsvorsorge und Pflege.

Da das Personal von Geldern aus der Pflegeversicherung bezahlt wird/werden soll, nach einem Personalschlüssel für Heime, Krankenhäuser errechnet, wäre für mich eine alles komplett umstellende Reform vonnöten. Nicht mehr Geld über Pflicht-Versicherungen "abzwingen" (zudem noch so ungerecht verteilt) sondern mehr private Initiative scheint für mich die Devise zu sein.

Die Arbeitnehmer/innen in der Pflege scheinen mir heutzutage doppelt und dreifach benachteiligt. Sie arbeiten unter verschärften Bedingungen, unter Zeitdruck mit sehr hoher Verantwortung, verdienen nicht gut, und zahlen von dem kleinen Brutto noch viel zu hohe Abgaben in Zwangsversicherungen, ohne jemals die Leistung dafür zurück zu erhalten, die sie heute selbst leisten. Bei manchen darf einer sich fragen, warum sie überhaupt noch in der Pflege arbeiten, da die Sozialhilfe/Hartz4 bequemer auf das kleine Privatkonto fließt.

Für mich wäre eine kleine standardisierte Grundversorgung für den Notfall, Krankheitsfall und für das Alter sinnvoller, wie auch ein leistungsunabhängiges Grundeinkommen für alle. Aufstocken wäre Privatsache! Das bedeutet weniger Bürokratie, und es würden ALLE über Konsumsteuern beteiligt.

Viele Grüße,

cobra

PflegeCologne
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Reformen müssen schnellstens die Weichen stellen

Beitrag von PflegeCologne » 11.01.2009, 08:23

cobra hat geschrieben: ... Für mich wäre eine kleine standardisierte Grundversorgung für den Notfall, Krankheitsfall und für das Alter sinnvoller, wie auch ein leistungsunabhängiges Grundeinkommen für alle. Aufstocken wäre Privatsache! Das bedeutet weniger Bürokratie, und es würden ALLE über Konsumsteuern beteiligt. ...
Hallo Cobra,

die Pflegekräfte sind im gegebenen System gebeutelt. Du hast das korrekt angesprochen. Diesbezüglich gab es bereits zahlreiche Beiträge im Forum: Arbeitsverdichtungen, Burnout, frühes Ausscheiden aus dem Beruf .. usw. - Es muss sich schnellstens etwas ändern.
Ich bin finanzwirtschaftlich eher weniger versiert. Daher kann ich zur günstigen Finanzierung im sozialen Netz nichts wirklich beiträgen.
Jedenfalls wird den Menschen seit geraumer Zeit vorgegaukelt, es sei in den Sozialsystemen ausreichend Vorsorge getroffen. Erst 2008 hat Frau Ulla Schmidt öffentlich bekannt, die Pflegeversicherung sei ja nur eine Pflegeversicherung. Es war also bisher sehr viel Unwissen vorhanden.
Nun könnte ich mir auch vorstellen, eine Art Grundversorgung - für Krankheit und Pflege - vorzusehen. Und der Rest müsste individuell abgesichert werden. Das kann gehen. Aber, die Menschen müssen das zeitgerecht wissen, denn sonst können sie diese Vorsorge nicht aufbauen. Deshalb müssen schnellstens vernünftige Reformen her, damit in die Zukunft hinein, nachhaltig, alles geregelt werden kann. Die letzten Reformen hat die Systeme in diesem Sinne wohl eher nicht saniert. Die Probleme wurden geschoben ....

MfG
Pflege Cologene
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Beitrag von enno » 21.02.2009, 00:18

hochachtung vor denen die ihren beruf für den menschen ausüben,aber wenn "kinder "in den"beruf gehen habe ich kein vertrauen.
sie sind nicht mehr belastbar und schnell wieder weg.
patienten sind ihnen ausgeliefert ohne zuwendung und grundlegende ausbildung nur weil "ausgebildete"fehlen.
jeder der keinen job findet geht in die pflege!!.und ist eben so schnell wieder weg.

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Ausbau von Betreuung und Pflege voranbringen

Beitrag von Presse » 21.02.2009, 08:41

Ausbau von Betreuung und Pflege voranbringen (Konjunkturpaket II)

Zur Bewaeltigung der Folgen der Wirtschaftskrise hat die grosse Koalition ein zweites Konjunkturpaket im Umfang von bis zu 50 Milliarden Euro geschnuert.
Damit erreichen die Konjunkturhilfen insgesamt eine Summe von etwa 65 Milliarden Euro, die auch zur Verbesserung der Pflege und Betreuung aelterer Menschen eingesetzt wird. Unter dem Motto „Ausbau von Betreuung und Pflege jetzt voranbringen“ wurde eine konkrete Massnahme beschlossen, um mehr Fachkraefte fuer die Altenpflege zu gewinnen:
Mit dem Ziel, in den naechsten Jahren bis zu 100.000 zusaetzliche Pflegekraefte einstellen zu
koennen, uebernimmt die Bundesagentur fuer Arbeit fuer die Jahre 2009 und 2010 bei neu gefoerderten Umschulungen zu Alten- und Krankenpflegern die vollstaendige Finanzierung.
Damit soll fuer eine Übergangszeit die Umschulung nicht mehr davon abhaengen, dass fuer das dritte Jahr der Umschulung eine Finanzierungsbeteiligung Dritter – der Laender und der Pflegeeinrichtungen – notwendig ist.

http://www.bpa.de/upload/public/doc/PM_ ... rpaket.pdf

WernerSchell
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Personalabbau im Pflegedienst ... Buchtipp!

Beitrag von WernerSchell » 28.03.2009, 11:52

Weiterhin aktuell und empfehlenswert!

Personalabbau im Pflegedienst ... Buchtipp!
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Gaby Modig
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Steigender Bedarf an qualifizierten Pflegekräften

Beitrag von Gaby Modig » 27.08.2009, 06:55

Steigender Bedarf an qualifizierten Pflegekräften

Insoweit konnte man gestern, 27.8.2009, einige Hinweise in der Rheinischen Post, Düsseldorf, nachlesen. Unter dem Titel "Grippe kann uns empfindlich treffen" wurde ein Interview mit Jürgen Braun, Geschäftsführer des Verbunds Katholischer Kliniken, vorgestellt.

In diesem Interview wurde Herr Braun u.a. gefragt, wie der steigende Bedarf an qualifizierten Pflegekräften gedeckt werden kann? Herr Braun zeigte die Probleme in Kürze auf:

"Das wird deutlich schwerer. Die Abrecherquote in unseren Pflegeschulen ist gestiegen, gleichzeitig sinkt die Erfolgsquote im Beruf. Die Mitarbeiter sind höheren Belastungen ausgesetzt. Auch, weil es mehr ältere und sehr kranke Patienten gibt. Um den Bedarf zu decken, wollen wir das Pflegestellen-Programm des Bundes nutzen. Aber auch das stellt sich nicht einfach dar. Uns ist etwa wichtig, dass sich Pflegekräfte und Patienten auf Deutsch verständigen können. Da wird es in der Tat eng."

Frau Stefanie Winkelnkemper hatte das Gespräch mit Herrn Braun zusammen gefasst.
Quelle:Rheinische Post, Düsseldorf, vom 27.8.2009 (Seite B 4 - Düsseldorf kompatk).
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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Krankenhäuser: Sonderprogramm Pflege

Beitrag von Presse » 02.08.2010, 18:33

Dtsch Arztebl 2010; 107(30)

Hibbeler, Birgit
Krankenhäuser: Sonderprogramm Pflege mit erster Bilanz
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=77678

Bericht des GKV-Spitzenverbandes zum Pflegesonderprogramm
http://www.gkv-spitzenverband.de/upload ... _13887.pdf

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Pflegenotstand beheben = menschenwürdige Pflege

Beitrag von Monika Petzold » 08.08.2010, 16:08

Mein Text aus Rubrik Pflegerecht:
WernerSchell hat geschrieben: ... Tatsache ist, dass es in den letzten 10 Jahren erhebliche Stellenverminderungen im Pflegebereich gegeben hat, zu Gunsten der Ärzte. .... Selbst wenn alle Pflegestellen besetzt werden, wäre der Bedarf an pflegerischen Dienstleistungen nicht abgedeckt. Denn die derzeitigen Stellen sind nach Kassenlage eingerichtet und nicht an den Bedürfnissen der Patienten und pflegebedürftigen Menschen ausgerichtet. .... Die Neigung der Krankenhaus- und Heimträger, die wirkliche Pflegenot offen zu bekennen, hält sich in engen Grenzen. Es werden aus Marketinggründe Nachteile befürchtet. ....
Hallo,
ich kann die Ausführungen ohne Abstriche unterstreichen. Einen Pflegenotstand haben wir seit vielen Jahren, und der ist im Wesentlichen politisch zu verantworten. Wer behauptet, insoweit seien allein die Träger in der Verantwortung, irrt gewaltig. Die Träger von Einrichtungen haben nur einen "bescheidenen Bewegungsspielraum".
Was ich auch besonders bedauerlich finde, und das wurde auch zurecht angesprochen: Die Träger müssten offensiver mit der Mangelsituation umgehen und die Öffentlichkeit bzw. die Politik mobilisieren. Tun sie aber nicht, wohl allein aus Markentinggründen. Kein Träger will für sich in der Öffentlichkeit bekennen, das es hinten und vorne für eine gute Versorgung der Patienten und pflegebedürftigen Menschen nicht reicht. Es gibt in diesem Sinne sogar Träger, die herausposten, es sei alles bestens, die Versorgung sei uneingeschränkt gut.
Wann endlich kapieren unserere Gesundheits- und Pflegepolitiker, welche Irrwege wir so beschreiten? Oder wird immer nur an den nächsten Wahltermin gedacht?
Mit sonntäglichen Grüßen
Monika Petzold
Mehr Zuwendung bei der Patientenversorgung und Pflege. Dafür ist aber mehr Personal erforderlich. Fordern wir es ein!

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Personalmangel bedroht Qualität in der Pflege

Beitrag von ProPflege » 01.09.2010, 06:36

Die Neue Allgemeine Gesundheitszeitung für Deutschland vom 1.September 2010 befasst sich u.a. mit dem Thema
"Krankengespart: Personalmangel bedroht Qualität in der Pflege"
In dem Beitrag wird die Pflegenot exakt beschrieben. U.a. wird auch auf die entsprechenden Erklärungen von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk Bezug genommen!
Gut so.

Werner Schell
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
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