Das deutsche Gesundheitssystem im internationalen Vergleich

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Das deutsche Gesundheitssystem im internationalen Vergleich

Beitrag von Presse » 18.11.2008, 11:29

Das deutsche Gesundheitssystem im internationalen Vergleich

Ärzten fehlt es an Zeit für ihre Patientinnen und Patienten / Deutschland zahlt höhere Arzneimittelpreise als andere europäische Länder

Deutschland hat eines der besten Gesundheitsversorgungssysteme der Welt. Allerdings sind Medikamente hier teurer als in jedem anderen europäischen Land - und deutschen Ärztinnen und Ärzten steht die wenigste Zeit für ihre Patienten zur Verfügung. In der täglichen Praxis ist der genaue Nutzen vieler medizinischer Maßnahmen unklar. Deutschland sollte daher mehr in die praxisrelevante klinische Forschung investieren und neuen Technologien gegenüber offen aber kritisch eingestellt sein, um sein Gesundheitssystem bezahlbar und leistungsfähig zu erhalten. Dies sind nur einige der Ergebnisse einer vom deutschen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) durchgeführten Analyse, die in dieser Woche im British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht wurde.

Mehr relevantes Wissen über neue Behandlungen ist nötig

Deutschland war das erste Land, in dem eine allgemeine Krankenversicherung eingeführt wurde, und noch 125 Jahre später sind deren Vorteile offenkundig. Heute besteht die Herausforderung darin, dieses System nachhaltig zu sichern. Möglichkeiten, das zu erreichen, sind zum Beispiel mehr und bessere Forschung sowie eine kritischere Evaluation sämtlicher Behandlungen vor ihrer Einführung in die Regelversorgung - so der Leiter des Instituts, Professor Dr. med. Peter Sawicki.

"Zwar haben die Deutschen einfachen Zugang zu neuen "innovativen" Therapien - ob diese allerdings immer besser sind als die lang bewährten Maßnahmen, ist häufig unklar", sagt Professor Sawicki. "Nicht jede neue Technologie stellt notwendigerweise einen Fortschritt dar. Zudem bedeuten schlechtere Therapien für Patientinnen und Patienten das Risiko schlechterer Behandlungsergebnisse. Vor ihrem breiten Einsatz sollten innovative Behandlungen daher zunächst unter Praxisbedingungen ausreichend getestet werden."

Darüber hinaus brauchen Ärzte und Patienten bessere unabhängige Informationen über Unterschiede zwischen den verschiedenen Behandlungen. Und sie benötigen mehr Zeit, um gemeinsam zu erörtern, welche Behandlung im konkreten Fall die beste ist. Die ärztlichen Sprechstunden sind in Deutschland aber pro Patient um 30 % kürzer als im europäischen Durchschnitt und damit die kürzesten in Europa. Dennoch haben deutsche Ärztinnen und Ärzte längere Arbeitszeiten. Professor Sawicki: "Wir müssen es höher bewerten, wenn Ärzte sich mehr Zeit für ihre Patienten nehmen und sich in Forschungsfragen anhand objektiver Quellen auf dem Laufenden halten".

Qualität und Sicherheit der Gesundheitsversorgung verbessern

Weitere Erkenntnisse der IQWiG-Analyse: Deutsche verwenden mehr frei verkäufliche Arzneimittel als andere Europäer und zahlen für Medikamente die höchsten Preise in Europa. Preissenkungen werden eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, in Deutschland auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für alle zu gewährleisten.

Auch im Jahr 2008 beteiligte sich das Institut an einem internationalen Vergleich der Qualität der Gesundheitsversorgung. Sie wurde in acht Ländern bei chronisch kranken Patientinnen und Patienten durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden am 13. November in Washington anlässlich eines internationalen Treffens veröffentlicht und erörtert. Nach den britischen und niederländischen waren die deutschen Patientinnen und Patienten am drittbesten gegen private Zuzahlungen geschützt. Niederländer und Deutsche hatten den besten Zugang zu medizinischer Notfallversorgung.

Allerdings weisen die Ergebnisse auch darauf hin, dass sich außerhalb von Krankenhäusern mehr Behandlungsfehler ereignen. Deshalb - so das Fazit - sollten sich Initiativen zur Patientensicherheit nicht nur auf Krankenhäuser konzentrieren.

Quelle: Pressemitteilung vom 18.11.2008
Dr. Anna-Sabine Ernst, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Weitere Informationen:
http://www.iqwig.de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news289265

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Ärzte unter Zeitdruck – Medikamente zu teuer

Beitrag von Presse » 18.11.2008, 19:38

Deutsches Gesundheitswesen:
Ärzte unter Zeitdruck – Medikamente zu teuer

Dienstag, 18. November 2008

Köln – Grundsätzlich hat Deutschland eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Negativ sei, dass die Ärzte in Deutschland für ihre Patienten weniger Zeit hätten als in anderen Ländern. Außerdem seien die Medikamente teurer als in jedem anderen europäischen Land.

Das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Mitte November unter dem Titel „German health care: ab bit of Bismarck plus more science“ im British Medical Journal (2008; 337: 1142-1145).
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http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=34433

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Gesundheitssystem leistungsfähig, aber teuer

Beitrag von Presse » 08.12.2009, 18:52

Deutsches Gesundheitssystem leistungsfähig, aber teuer

Paris – Deutschland gibt im internationalen Vergleich mehr Geld für sein Gesundheitswesen aus als viele andere Länder. Das ist das Ergebnis der am Dienstag in Paris vorgestellten Vergleichsstudie „Gesundheit auf einen Blick“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Im Jahr 2007 entfielen danach 10,4 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung auf die Gesundheitsversorgung. Das sei nach den USA, Frankreich und der Schweiz der höchste Wert in der OECD.
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http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/3 ... _teuer.htm

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