Gesundheitsminister Jürgen Banzer:
„Pflegeberufe nehmen in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle ein.“
Wiesbaden. „Wir wollen dem steigenden Bedarf an Pflegepersonal gerecht werden und die Attraktivität dieser anspruchsvollen und menschennahen Berufe steigern“, sagte Jürgen Banzer, Hessischer Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit, anlässlich der Landespflegekonferenz heute in Wiesbaden. „Dafür wollen wir die Zahl der Ausbildungen erhöhen, indem wir langfristig eine Erhöhung der Bildungsgutscheine absichern, die Träger der Erstausbildung unterstützen und das Anwerben zusätzlicher Auszubildender ermöglichen. Außerdem beabsichtigen wir bei der Neukonzeption der Arbeitsmarktprogramme verstärkt Soziale- und Pflegeberufe in den Blick zu nehmen.“
In Hessen bestehe ein Mangel an Fachkräften in der Altenpflege, stellt der Minister fest. Der Bedarf an Pflegefachkräften steige stetig an. Momentan fehlen insgesamt 719 Pflegefachkräfte (302 Altenpfleger/innen und 417 Gesundheits- und Krankenpflegekräfte). Bis zum Jahr 2020 werden insgesamt 5.119 Pflegefachkräfte fehlen, wenn sich die Situation nicht entschärft. Dies gehe so weit, dass im stationären und im ambulanten Versorgungssektor erhebliche Probleme bestünden, offene Stellen zu besetzten, da passende Bewerber fehlten. „Das zeigt, dass die Entscheidung für einen Beruf im Pflegesektor eine zukunftsorientierte und sichere Berufswahl ist“, unterstrich der Jürgen Banzer.
Doch Hessen sorgt vor: Mit dem Hessischen Pflegemonitor verfügt Hessen über ein wissenschaftlich abgesichertes, repräsentatives und empirisch belastbares Instrument zur Steuerung der Aus-, Fort- und Weiterbildung in Pflegeberufen. „Der Pflegemonitor ist in dieser Form in Deutschlang einmalig. Mit ihm haben wir einen innovativen und vernünftigen Weg gefunden, kontinuierlich eine Datenbasis für den Bereich der Aus- und Fortbildung in der Pflege zu entwickeln. Zum anderen liefert er vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung, die Pflegeberufen in unserer Gesellschaft zukommt, auch wichtige Signale zum Handlungsbedarf in diesem Bereich“, erläutert Jürgen Banzer.
„Der Ausbau der Pflege in Hessen ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine große Herausforderung und wichtige Aufgabe. Um auch zukünftig ausreichend Fachkräfte in der Altenpflege und Krankenpflege zu beschäftigen, hat die Hessische Landesregierung den "Hessischen Pflegemonitor" entwickeln und in den Dauerbetrieb überführen lassen“, so der Minister.
Weitere Informationen zum Pflegemonitor:
Der Hessische Pflegemonitor ist ein web-basiertes Informations- und Kommunikationssystem, das kontinuierlich Daten über die Pflegekräftesituation in der Alten- und Krankenpflege vorhält. Regelmäßig werden im Abstand von zwei Jahren Analysen zum hessischen Pflegearbeitsmarkt aufbereitet, welche die aktuelle und zu erwartende Nachfrage nach Pflege(fach)kräften dem jeweils zur Verfügung stehenden Angebot gegenüberstellen. Aus der ersten Befragung im Jahr 2007 liegen Daten für alle Berufe der Alten- und Krankenpflege vor, wobei nach unterschiedlichen Qualifikationsebenen, Einsatzbereichen (ambulant/stationär) und Regionen unterschieden wird. Die Ergebnisse sind unter der Adresse: http://www.hessischer-pflegemonitor.de im Internet einzusehen und dienen als Grundlage für die Aus- und Weiterbildungsplanung von Pflegekräften in Hessen.
Da für den Pflegemonitor stets aktuelle Daten benötigt werden, ging das Projekt am 22. April 2009 in die zweite Befragungsrunde. Wiederum wurden alle mit der Alten- und Krankenpflege befassten Einrichtungen in Hessen hinsichtlich ihrer Nachfrage nach Pflege(fach)kräften im Jahr 2008 sowie den auftretenden Schwierigkeiten bei deren Gewinnung befragt. Die Fragen bezogen sich auf die Themen Arbeitsmarkt, Beschäftigung sowie Aus- und Weiterbildung. Die zweite Erhebungsrunde war ein wichtiger Schritt hin zu einem kontinuierlichen Monitoringsystem der Pflege in Hessen. Neben einem fixen Fragenblock zur Nachfragesituation enthielt die Umfrage auch einen optionalen Teil, in dem aktuell interessierende Aspekte rund um das Thema Pflege angesprochen wurden.
Der Hessische Pflegemonitor wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe erhoben. *****
Quelle: Pressemitteilung vom 16.12.2009
Pressestelle: Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit
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Steigender Bedarf an Pflegepersonal
Moderator: WernerSchell