Jochen Vogel als „Vorzeigealter“ ungeeignet!

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

Moderator: WernerSchell

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Jochen Vogel als „Vorzeigealter“ ungeeignet!

Beitrag von Service » 31.10.2006, 09:00

Hart aber fair - WDR
Mittwoch, 1. November 2006, 20:15 - 21:45 Uhr
Moderation: Frank Plasberg


Das Reizthema:
"Jung sein bis der Vorhang fällt - Verliert das Alter seine Würde?"

Wir leben immer länger - aber ist das auch immer schön? Die Werbung preist die aktiven Alten, die "silver agers". Aber Altsein ist nicht immer glänzend und silbern, ist auch mal matt und rostig. Gibt es einen Zwang zum Jungsein - inklusive Sex auf Viagra-Rezept? Sind die jungen Alten eine neue Lebenslüge? Und: Wo bleibt das Recht auf Krankheit und Langsamkeit?

Im hartaberfair-Interview:
Hans-Jochen Vogel, ehem. SPD-Parteivorsitzender, lebt jetzt im Altenheim

Die Gäste in der Diskussionsrunde
Uschi Glas, Schauspielerin; "Ihre habe keine Lust, den Jugendwahn zu bedienen"
Jürgen Fliege, Pfarrer und TV-Moderator
Jörg Tremmel, "Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen"
Titus Dittmann, 57jähriger Skater und Unternehmer aus Münster
Ingrid Zundel, hat im Alter von 75 Jahren den Doktortitel in Altersforschung gemacht

Quelle: WDR - http://www.wdr.de/tv/hartaberfair05/aktuell/

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Verliert das Alter seine Würde?

Beitrag von WernerSchell » 31.10.2006, 10:26

Schreiben an die Redaktion von „Hart aber fair“ am 31.10.2006:

Sehr geehrter Herr Plasberg,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße es sehr, dass Sie am 1.11.2006 bei „Hart aber fair“ das Thema
"Jung sein bis der Vorhang fällt - Verliert das Alter seine Würde?"
aufgreifen. Ich habe in meinem Internetforum und auch per Mailinglisten auf die anstehende Sendung aufmerksam gemacht; siehe z.B. unter
viewtopic.php?p=23139#23139

Mir (und anderen Kennern der Szene) muss aber missfallen, dass Sie offensichtlich beabsichtigen, in der Sendung Herrn Jochen Vogel als „Vorzeigealter“ zu präsentieren. Sie schreiben, er sei in einem Altenheim. Richtig ist, dass er sich in einer teuren Seniorenresidenz eingekauft hat und keineswegs Vorbild für den Durchschnittssenioren sein kann.

Als sich zu Jahresanfang bereits die Meldungen häuften, Jochen Vogel sei in eine Münchner Seniorenresidenz gezogen, vermutete ich, dass uns dieser Herr nun in allen Talkshows als der weitsichtige Vorzeigealte vorgeführt werde. Inzwischen tauchte er u.a. beim WDR, SWF, BR und jetzt wieder im WDR auf. Ich habe mir die Preise der Münchner Seniorenresidenz besorgt und festgestellt, dass es dort um Summen geht, die weit von den Möglichkeiten des "Otto-Normalverbrauchers" entfernt sind. Herr Vogel kann im Übrigen mit seinen vielfältigen Pensionsansprüchen jedwede Pflege finanzieren. Er kann unbekümmert erzählen, dass er seinen Kindern nicht zur Last fallen wolle.

Wir müssen in dieser Gesellschaft Antworten finden, wie wir menschenwürdige Pflege für alle garantieren können. Die Pflegeversicherung muss zukunftssicher gemacht werden. Dazu gehört zunächst eine ehrliche Analyse und dann muss aktives Handeln aller Verantwortlichen eingefordert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell, Dozent für Pflegerecht, Harffer Straße 59, 41469 Neuss
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Zuletzt geändert von WernerSchell am 06.09.2009, 06:43, insgesamt 2-mal geändert.
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In Würde alt werden, wir kämpfen dafür

Beitrag von Service » 01.11.2006, 14:42

Brief von Frau Roswitha Springer-Hiefinger vom 1.11.2006 an die Redaktion von "Hart aber fair":

Sehr geehrter Herr Plasberg,

zuerst einmal danke, daß Sie das Thema Pflege schon des öfteren in Ihren Sendungen brachten. Der Gesellschaft müssen über diese Mißstände die Augen geöffnet werden.
Vor allen Dingen muß Transparenz von den Pflegeheimbetreibern geboten werden, damit man weiß, welche Gelder für welche Pflegebedürftige wohin fließen.
Kein Pflegeheim ist bereit, daß ein Barcode in dem jeweiligen Heim eingeführt wird. Ein Barcode würde
Transparenz bieten, weil jeder Pflegebedürftige individuell erfaßt werden muß und man sieht, welche Pflege dem Pflegebedürftigen zu Teil wurde und welcher Preis für die Pflege zu bezahlen ist
es wäre auch nicht mehr möglich, daß Pflegeheime Phantompersonal abrechnen
würde ein Barcode dem Pflegepersonal Schutz bieten, da sie nicht mehr ausgebeutet und ausgebrannt ihren Beruf verlassen müßten.
Anfallende Überstunden wären ersichtlich und müßten vom Heim ausgeglichen werden, d.h. anfallende u n b e z a h l t e Überstunden
könnten vom Heim nicht mehr vertuscht werden.

Jetzt zu Ihrem Vorzeige-Alten-Herrn Dr. Vogel

Dr. Jochen Vogel - als ehemaliger Oberbürgermeister von München – war und ist in unserer Stadt sehr geachtet.
Was er jetzt aber stets durch viele Fernsehsendungen über sein „Pflegeheim“ zum Besten gibt, treibt einem die Röte und den Zorn ins Gesicht.
Dr. Vogel befindet sich in einem „Pflegeheim“, das nur der oberen Schicht vorbehalten ist und das sich nur gut verdienende Pensionäre leisten können. In der Seniorenresidenz, in welcher sich Dr. Vogel befindet und sich mit seiner Frau eingekauft hat, ist eines der besten in München Sozialhilfeempfänger werden Sie in diesen Augustinum-Seniorenresidenzen kaum finden.
Herr Dr. Vogel wäre sehr gut beraten, da er dem Alter nach noch sehr rüstig ist, unsere in Bayern 1.200 Pflegeheime unangemeldet zu besuchen, um sich über deren Mißstände ein Bild zu machen!
Da er als ehemaliger Oberbürgermeister auch die Nöte seiner Bürger kennt und die Mißwirtschaften der Pflegeheimbetreiber mit ihrer schlechten Pflege mit Sicherheit kennt, wäre ihm anzuraten, den Mund über „SEIN PFLEGEHEIM“ nicht zu voll zu nehmen. Die „Unterschichten“ der Gesellschaft, in die wir als Steuerzahler langsam absacken, hat nicht die Möglichkeit sich ein Augustium zu leisten bzw. sich in ein solches einzukaufen.
Zum einen waren es zum damaligen DM-Stand 30.000 DM/pro Person, was man Zum-Sich-Einkaufen in die Augustinum-Residenzen benötigte – zum anderen sind auch die monatlichen Mieten mit evtl. Sonderwünschen nicht gerade billig. In diesen Seniorenresidenzen wird dem „Heim-Insasse“ viel geboten an Reisen, an Veranstaltungen, Musiknachmittagen, schöne Cafes/Restaurants sind in diesen untergebracht, im Keller befinden sich therapeutische Anlagen mit vielen Physiotherapeuten, ein Schwimmbad das täglich bis Mittag nur den Senioren dieser Residenzen vorbehalten ist usw. usw.
Mit den Pensionsgeldern, die Herr Dr. Vogel hat, ist es ein leichtes, sich dieses Leben weiter in Luxus zu leisten. Es sei ihm gegönnt, nur darf er das „Pflegeheim“ in dem er sich aufgrund seiner Einkünfte leisten kann, nicht auf alle Pflegeheime übertragen.

Mit freundlichen Grüssen
Roswitha Springer-Hiefinger
Pflege-Stammtisch „IN WÜRDE ALT WERDEN – WIR KÄMPFEN DAFÜR!“ in München, Löwenbräukeller (meine Anschrift: Am Brunnhölzl 4, 84106 Volkenschwand, Tel 08754 – 969 269 )

P.S..: Kurz zu meiner Person:
Ich bin die Gründerin des Pflegestammtisches „IN WÜRDE ALT WERDEN – WIR KÄMPFEN DAFÜR!“ in München im Löwenbräukeller, da ich aufgrund gefährlicher Pflege eines Pflegeheimes in Münchner Norden meine Mutter auf tragische Weise verloren habe.
Die fachlichen Leitungen für diesen Pflege-Stammtisch haben Herr Claus Fussek, Alexander Frey (Rechtsanwalt für Menschenrechtsverletzungen) und Christiane Lüst (Forum zur Verbesserung der Situation Pflegebedürftiger – http://www.verhungern-im-heim.de).

Bitte keine Einladungen zu Ihren Sendungen, da ich aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage bin, zu reisen

In Würde alt werden, wir kämpfen dafür

(Der Brief wird mit ausdrücklicher Erlaubnis von Frau Hiefinger vorgestellt - danke!)

Rauel Kombüchen
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Verliert das Alter seine Würde?

Beitrag von Rauel Kombüchen » 14.01.2007, 08:26

WernerSchell hat geschrieben: .... Mir (und anderen Kennern der Szene) muss aber missfallen, dass Sie offensichtlich beabsichtigen, in der Sendung Herrn Jochen Vogel als „Vorzeigealter“ zu präsentieren. Sie schreiben, er sei in einem Altenheim. Richtig ist, dass er sich in einer teuren Seniorenresidenz eingekauft hat und keineswegs Vorbild für den Durchschnittssenioren sein kann. - Als sich zu Jahresanfang bereits die Meldungen häuften, Jochen Vogel sei in eine Münchner Seniorenresidenz gezogen, vermutete ich, dass uns dieser Herr nun in allen Talkshows als der weitsichtige Vorzeigealte vorgeführt werde. Inzwischen tauchte er u.a. beim WDR, SWF, BR und jetzt wieder im WDR auf. Ich habe mir die Preise der Münchner Seniorenresidenz besorgt und festgestellt, dass es dort um Summen geht, die weit von den Möglichkeiten des "Otto-Normalverbrauchers" entfernt sind. Herr Vogel kann im Übrigen mit seinen vielfältigen Pensionsansprüchen jedwede Pflege finanzieren. Er kann unbekümmert erzählen, dass er seinen Kindern nicht zur Last fallen wolle. ....
Hallo Herr Schell,
mit Ihren Hinweisen haben Sie mir aus der Seele gesprochen. Ich war nie ein Fan von "Oberlehrer" Jochen Vogel, aber seit einiger Zeit geht mir dieser Herr wirklich auf den Keks.
Er lässt sich in nahezu alle Talkshows einladen, die sich irgendwie mit dem Thema Alter und Pflege befassen, sitzt dort und gibt mit erhobenem Zeigefinger seine Statements ab. Es sind zum Teil Statements, die von der wirklichen Lage meilenweit entfernt sind. Offensichtlich hat er nicht dazu gelernt!
Nun war Herr Vogel vor wenigen Tagen wieder in einer Talkshow, nämlich bei "Maischberger". Dort ging es um die Altersproblematik. Es war das bekannte Schema: Unerträglich Sprüche dieses Herrn Vogel, erhobene Zeigefinger usw. Wenn er noch einmal in einer Sendung angekündigt wird, schaue ich erst garnicht mehr hin. Mir reicht es.
Es grüßt
Rauel
Zuletzt geändert von Rauel Kombüchen am 15.09.2009, 07:27, insgesamt 1-mal geändert.

Rob Hüser
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Jochen Vogel der "Vorzeigealter" - erneut im Bild

Beitrag von Rob Hüser » 21.01.2007, 09:14

Zur Abrundung:

Der "Vorzeigealte" Jochen Vogel war gestern, 20.1.2007, bei "Frank Elstner - Menschen der Woche". Siehe dazu
Hans-Jochen Vogel
Hans-Jochen Vogel war Oberbürgermeister von München, regierender Bürgermeister von Berlin, SPD-Vorsitzender und mehrmals Bundesminister. Seit einem Jahr lebt er mit seiner Frau in einem Münchner Altersheim.
Fundstelle: http://www.swr.de/menschen-der-woche/index.html

Was wirklich ärgerlich ist: Dieser Herr Vogel wird stets und ständig als Musterfall für altengerechtes Verhalten herumgereicht. Dabei ist Herr Vogel nicht etwa in ein typisches Altenheim eingezogen, sondern er hat sich in eine super teure Seniorenresidenz eingekauft - für den Durchschnittsalten völlig außerhalb jeglicher Erwägungen und Möglichkeiten. Herr Vogel verkündet stets und ständig, er wolle seine Kinder nicht in Anspruch nehmen; er habe selbst das "Heft in die Hand genommen". Solche Aussagen sind für manche pflegebedürftige Menschen, die nicht die Spur einer Chance hatten, irgendetwas in diesem Sinne zu regeln, blanker Hohn!

Dass Herr Vogel seit Anfang 2006 in mindestens 4 oder 5 TV-Sendungen herumgereicht worden ist, kann man ihm persönlich eigentlich nicht vorwerfen. Es ist eigentlich nur Beleg dafür, dass die verschiedenen Redaktionen nicht wirklich sachgerecht informieren wollen, sondern nur ihre Show abziehen wollen. Dafür eignen sich bestimmte Personen des öffentlichen Lebens anscheinend besonders gut. Die wirklich notwendigen Informaten und Einblicke in das richtige Leben der Menschen bleibt dabei auf der Strecke.

Allseits schönen Sonntag!
Rob Hüser

Biene Willy
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Re: Verliert das Alter seine Würde?- Jochen Vogel präsent!

Beitrag von Biene Willy » 23.01.2007, 21:58

Service hat geschrieben:Hart aber fair - WDR
Mittwoch, 1. November 2006, 20:15 - 21:45 Uhr
Moderation: Frank Plasberg


Das Reizthema:
"Jung sein bis der Vorhang fällt - Verliert das Alter seine Würde?"

Wir leben immer länger - aber ist das auch immer schön? Die Werbung preist die aktiven Alten, die "silver agers". Aber Altsein ist nicht immer glänzend und silbern, ist auch mal matt und rostig. Gibt es einen Zwang zum Jungsein - inklusive Sex auf Viagra-Rezept? Sind die jungen Alten eine neue Lebenslüge? Und: Wo bleibt das Recht auf Krankheit und Langsamkeit?


Im hartaberfair-Interview:
Hans-Jochen Vogel, ehem. SPD-Parteivorsitzender, lebt jetzt im Altenheim


Die Gäste in der Diskussionsrunde
Uschi Glas, Schauspielerin; "Ihre habe keine Lust, den Jugendwahn zu bedienen"
Jürgen Fliege, Pfarrer und TV-Moderator
Jörg Tremmel, "Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen"
Titus Dittmann, 57jähriger Skater und Unternehmer aus Münster
Ingrid Zundel, hat im Alter von 75 Jahren den Doktortitel in Altersforschung gemacht

Quelle: WDR - http://www.wdr.de/tv/hartaberfair05/aktuell/
LEBT IM AUGUSTIMUM IN MÜNCHEN! EIN ALTENHEIM FÜR LEUTE; DIE ES FINANZIELL WIRKLICH KRACHEN LASSEN KÖNNEN! HAT WENIG MIT EINEM KONVENTIONELLEN ALTENHEIM ZU TUN! :idea:

GOTT VERGEBE DEN POLITIKERN, DENN MANCHMAL WISSEN SIE SCHON, WAS SIE TUN UND WO SIE SICH ANMELDEN ODER WO LIEBER NICHT! BEI DER PENSION HABEN POLITIKER HALT AUCH IM ALTER NOCH ETWAS ZU MELDEN!!! :lol: :lol: :lol:

RP/NGZ

Jochen Vogel - Kopf des Tages – Schönes Altenheim

Beitrag von RP/NGZ » 13.03.2007, 07:56

Kopf des Tages – Schönes Altenheim
Kurzbericht der Rheinischen Post / NGZ vom 12.3.2007 (Seite 1)

Hans-Jochen Vogel (81), Ex-SPD-Vorsitzender, ist mit seinem Leben im Altenwohnheim zufrieden. „Wir leben nun seit einem Jahr in einer sehr angenehmen Umgebung“, sagte er jetzt der „Welt“. Die Leute seien freundlich, es gebe ein reiches kulturelles Angebot. „All das trug zu einem guten Start in diesen Lebensabschnitt bei“. Vogel und seine Frau sind vor gut einem Jahr in ein Altersheim gezogen, wo sie auf 80 Quadratmetern leben.

WernerSchell
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Beiträge: 24090
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Jochen Vogel als „Vorzeigealter“ ungeeignet!

Beitrag von WernerSchell » 13.03.2007, 08:18

RP/NGZ hat geschrieben: .... Kopf des Tages – Schönes Altenheim
Kurzbericht der Rheinischen Post / NGZ vom 12.3.2007 (Seite 1) ...
Leserbrief vom 13.3.2007

Jochen Vogel als „Vorzeigealter“ ungeeignet!

Es muss missfallen, dass die Rheinische Post erneut Herrn Jochen Vogel hervorhebt und als „Kopf des Tages“ und „Vorzeigealter“ präsentiert: Er sei in einem Altenheim und gut aufgehoben. Richtig ist, dass er sich in einer teuren Seniorenresidenz eingekauft hat und keineswegs Vorbild für die Durchschnittssenioren dieser Republik sein kann.
Als sich Anfang 2006 die Meldungen häuften, Jochen Vogel sei in eine Münchner Seniorenresidenz gezogen, vermutete ich, dass uns Herr Vogel nun in allen Talkshows als der weitsichtige „Vorzeigealte“ vorgeführt werde. Inzwischen tauchte er u.a. beim WDR, SWF, BR und ARD auf, um dort oberschullehrerhaft Lobpreisungen auf seine Unterbringungssituation zu verkünden. Ich habe mir die Preise der Münchner Seniorenresidenz besorgt und festgestellt, dass es dort um Summen geht, die weit von den Möglichkeiten des "Otto-Normalverbrauchers" entfernt sind. Herr Vogel kann im Übrigen mit seinen Pensionsansprüchen jedwede Pflege finanzieren. Er kann unbekümmert erzählen, dass er seinen Kindern nicht zur Last fallen wolle.
Wir müssen aber in dieser Gesellschaft Antworten finden, wie wir menschenwürdige Pflege für alle garantieren können. Daher muss die Rahmenbedingungen geschaffen und die Pflegeversicherung zukunftssicher gemacht werden. Dazu gehört eine ehrliche Analyse der realen Lage und dann muss schnellstmöglich aktives Handeln aller Verantwortlichen zur Verbesserung der Pflegesituation in Deutschland folgen. Mit den Lobpreisungen von Herrn Vogel kommen wir nicht weiter. Was soll eigentlich damit den Menschen suggeriert werden? Er wäre für die alten bzw. pflegebedürftigen Menschen in dieser Gesellschaft hilfreicher, wenn sich Herr Vogel mit seinen politischen Erfahrungen aktiv für die dringend gebotene Pflegereform einsetzen würde, statt so zu tun, als sei alles in Ordnung.

Werner Schell
Zuletzt geändert von WernerSchell am 06.09.2009, 06:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Hildegard Kaiser
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Jochen Vogel als „Vorzeigealter“ ungeeignet!

Beitrag von Hildegard Kaiser » 14.03.2007, 06:12

... Jochen Vogel als „Vorzeigealter“ ungeeignet! ...


Hallo,
dem Missfallen schließe ich mich gerne an. Mir war das auch schon aufgefallen, dass Herr Vogel gerne seine Lehren über Seniorenresidenzen verkündigt und dabei sehr selbstgefällig redet. Eben oberlehrerhaft!
Ich kann es nicht verstehen, dass dieser Herr immer wieder nach vorne geschoben wird. Daher ist Kritik, und zwar deutlich, angebracht.
Herr Vogel läßt sich ja wohl auch gerne schieben!
MfG
Hilde K.

Cornelia Süstersell
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Residenzen - keine Hilfe für pflegebedürftige Menschen?

Beitrag von Cornelia Süstersell » 09.06.2007, 08:36

Guten Morgen,
die Kritik zu Jochen Vogel ist begründet. Eigentlich ist es keine Kritik an der Person Jochen Vogel, sondern nur an dem Umständen wie er auftritt und für eine Idee missbraucht wird bzw. sich missbrauchen lässt.
Seniorenresidenzen werden zunehmend auf dem Pflegemarkt angeboten und suggerieren, die Welt der Alten könne doch so gut geordnet sein. Verkannt wird dabei, dass sich Residenzen dieser Art kaum jemand leisten kann. Sodann sind es keine Pflegeheime, sondern nur altengerechte - aber leider sehr teure - Wohnangebote.
Ich würde mir wünschen, dass objektiver aufgeklärt würde!
LG
Cornelia
Ich trete für eine menschenwürdige Pflege ein und halte für es zwingend, mehr Pflegepersonal einzustellen.

Pflegefan
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Residenzen - keine Hilfe für pflegebedürftige Menschen?

Beitrag von Pflegefan » 08.10.2007, 07:11

Cornelia Süstersell hat geschrieben: .... Eigentlich ist es keine Kritik an der Person Jochen Vogel, sondern nur an dem Umständen wie er auftritt und für eine Idee missbraucht wird bzw. sich missbrauchen lässt.
Seniorenresidenzen werden zunehmend auf dem Pflegemarkt angeboten und suggerieren, die Welt der Alten könne doch so gut geordnet sein. Verkannt wird dabei, dass sich Residenzen dieser Art kaum jemand leisten kann. Sodann sind es keine Pflegeheime, sondern nur altengerechte - aber leider sehr teure - Wohnangebote.
Ich würde mir wünschen, dass objektiver aufgeklärt würde! ...
Am Wochenende las ich wieder zahlreiche Werbeaussagen zu Seniorenresidenzen - man möchte meinen, die Welt der alten Menschen sei wohl geordnet und es gäbe keine Probleme. Verschwiegen wird natürlich, dass Seniorenresidenzen nur für die "oberen Schichten" erschwinglich sind. Der Normalbürger kann sich sowas überhaupt nicht leisten.
Darüber sollte auch einmal in aller Klarheit berichtet werden. Aber das tun die Medien ungern, weil sie dann vielleicht Werbekunden, nämlich die Residenzträger, verlieren. Aus genau diesen Erwägungen wird auch ungern über Pflegemängel "vor der Haustüre" berichtet. Man könnte sich Werbekunden, wie Heimträger, Pflegedienste, Krankenhäuser usw., vergraulen. Das ist wohl auch ein Teilaspekt unserer "journalistischen Sorgfaltspflicht".

Gruß
Pflegefan
"Die Menschenwürde ist unanstastbar" (Art. 1 Grundgesetz). Dies muss in der Pflege oberste Handlungsmaxime sein - für alle!

conny24
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Residenzen spiegeln nicht die typische Pflege wider

Beitrag von conny24 » 15.11.2007, 07:47

Residenzen spiegeln nicht die typische Pflege wider

Dieser Tag gab es wieder einmal Diskussionen über sog. gute Heime. Dabei wurde auf die Residenzen verwiesen, dort, wo viele vermögende Menschen leben und anscheinend entsprechend dem Geldaufwand versorgt und gepflegt werden. Jochen Vogel ist da gerne immer das "Vorzeigemodell".
Das sind aber Pflegesituationen, die mit der herkömmlichen Pflege des durchschnittlichen Pflegebedürftigen nichts gemein haben. Ich denke, dass man sich das immer klar machen muss.
Wenn also von guten Heimen gesprochen wird, muss man die Trägersituation und vieles mehr genau hinterfragen. Birnen und Äpfel kann man eben nicht miteinander vergleichen.

Conny

Rüdiger Bastigkeit
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Registriert: 28.11.2005, 18:59

Jochen Vogel als Diskutant eher nicht geeignet!

Beitrag von Rüdiger Bastigkeit » 10.02.2008, 07:46

Über
die TV-Sendung
Recht auf den eigenen Tod? Sterbehilfe ...
wurde unter
viewtopic.php?t=8072
informiert. Dort gab es auch Diskussionen um Jochen Vogel. Ich denke, das Bild rundet sich ab. Dieser Herr sollte uns mit seinen Oberlehrmanieren per Bildschirm nicht mehr zugemutet werden.

MfG Rüdiger

Elisabeth Findeisen

Ehepaar Vogel Unser Leben im Altenheim

Beitrag von Elisabeth Findeisen » 14.09.2009, 10:26

Leserbrief vom 12.09.2009 an lokales@tz-online.de
zu "Ehepaar Vogel - Unser Leben im Altenheim" vom 12./13.9.09


Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt München und Justizminister a.D. H.-J. Vogel muss sicher nicht am Hungertuch nagen. Durch die Pensionsansprüche kann sich das Ehepaar Vogel locker den Aufenthalt in dem luxuriösen Altenheim Augustinum ermöglichen. Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und nun pflegebedürftig sind, müssen auf ihrem letzten Lebensabschnitt in einer Pflegeanstalt der Wohlfahrtsverbände o. ä. verbringen.

Eine aktuelle Studie der Universität Witten / Herdecke beweist, dass die Hälfte der Bewohner in den Pflegeheimen von Mangelernährung, Ausdrocknung, Dekubiti (Wundliegen) usw. bedroht sind. Ein Buch über Zustände in diesen Einrichtungen wäre wünschenswert, denn dort wird der Pflegealltag reallisiert.

Meine Mutter war acht Jahre in einer Pflegeeinrichtung eines Wohlfahrtsverbandes und ich kann authentisch über meine persönlichen Erfahrungen berichten.

Dass das Politehepaar Vogel durch die Lande reist und über das traumhafte Leben im Altenheim berichtet, ist unerträglich und geradezu unseriös. Unsere Pflegebedürftigen siechen in den Pflegeeinrichtungen dahin und auch unsere Politik schaut dem Grauen zu. Diese Menschen haben eben keine Lobby.

Elisabeth Findeisen
Weidenstr. 20
82256 Fürstenfeldbruck

Rauel Kombüchen
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Beiträge: 542
Registriert: 15.11.2005, 15:04

Ehepaar Vogel Unser Leben im Altenheim

Beitrag von Rauel Kombüchen » 15.09.2009, 07:32

Elisabeth Findeisen hat geschrieben: ... Dass das Politehepaar Vogel durch die Lande reist und über das traumhafte Leben im Altenheim berichtet, ist unerträglich und geradezu unseriös. ....
Hallo,
ich hatte meine Kritik schon vorgestellt. Dass Jochen Vogel mit seinen Statements weiter herumtingelt, kann ich nicht für gut befinden. Allerdings muss ich auch diejenigen kritisieren, die diesen Herrn einladen und seine "Schönbfärberei" vortragen lassen. Da treffen dann wohl verschiedenen Marketinginteressen zusammen.
MfG Rauel
Pflegeversicherung - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung nachhaltig sichern! BürgerInnen müssen mehr Informationen erhalten - z.B. wg. Individualvorsorge!

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