Pflege-Perspektiven: ordnungspolitische Aspekte - Buchtipp

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

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Pflege-Perspektiven: ordnungspolitische Aspekte - Buchtipp

Beitrag von WernerSchell » 11.10.2020, 06:05

Buchtipp!

Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher, Prof. Dr. Jasmina Stoebel und Prof. Dr. Jürgen Zerth (Hrsg.):

Pflege-Perspektiven: ordnungspolitische Aspekte
Erkenntnisse aus der Versorgungsforschung und Implikationen für eine „gute Praxis“ der Pflege

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Band 2 der Reihe Gesundheitsökonomie für die Versorgungspraxis – Gesundheit und Pflege
Mit Beiträgen u. a. von Wolfgang Becker, Stefan Greß, Martina Hasseler, Thomas Klie, David Matusiewicz, Heinz Rothgang, Andreas Westerfellhau

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1. Auflage 2020
Softcover
ISBN: 978-3-86216-626-8
Gewicht: 390 g
Umfang: XV, 183 Seiten
Format: 17 x 24 cm
Preis: 39,99 € inkl. MwSt.


Ein Blick auf Pflege macht deutlich, dass mannigfaltige Herausforderungen und Abgrenzungen mit dem Themenkomplex „Pflege und pflegerische Versorgung“ verknüpft sind. Der Bedarf an (Langzeit-)Pflege verändert sich im Kontext der demografischen und auch sozioökonomischen Entwicklung. Gleichzeitig greifen technologische Entwicklungen, insbesondere in Kombination mit Digitalisierungsaspekten, auch an den pflegerischen Prozessen an. Letztendlich stellt sich die Frage, wie Pflege sowohl institutionell als auch im organisatorischen Sinne nachhaltig organisiert, finanziert und vor allem für Akteure attraktiv gestaltet werden kann.

Die Verknüpfungen zwischen der weitgehend durchorganisierten und teilweise industriell anmutenden Gesundheitsversorgung und den sehr diversen Organisationsbildern und -ansätzen sozialer Arrangements, die sich den Aspekten von „Sorgebeziehungen“ widmen, kennzeichnet das Bild der institutionellen Gestaltung von (Langzeit-)Pflege. In dieser Hinsicht sind Aspekte der Versorgungsgestaltung wie auch der Qualitätsmessung von pflegerischer Versorgung besonders herausfordernd, sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus angewandter pflegepraktischer Sicht.

Ob und wie Pflege sich stärker standardisieren und professionalisieren soll oder neue Formen der Sorgearbeit in niedrigschwelligen Kontexten, etwa im lokalen Umfeld, an Bedeutung gewinnen, ist genauso Thema des Bandes wie die Frage, ob künftig pflegerelevante Risiken als ein Maß für Pflegesätze oder auch für in einem regulierten Wettbewerbsumfeld von Pflegeeinrichtungen angepassten Qualitätswettbewerb sinn- und zweckvoll sind.


Quelle und weitere Informationen >>> https://www.medhochzwei-verlag.de/Shop/ ... 6216-626-8

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Zur Buchveröffentlichung ergeben sich aus Sicht von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk folgende Anmerkungen:

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, präsentiert im 1. Buchbeitrag eine Bestandsaufnahme der Pflege zu Beginn der 2020er Jahre aus politischer Sicht. Dabei beschreibt er die Pflege zunächst einmal als nicht gut, listet dann aber die zurückliegenden Pflegereformgesetze mit der Erwartung auf, dass sich bis Mitte der 2020er Jahre Verbesserungen einstellen werden und dann die Pflege als gut bezeichnet werden kann. Angesichts der aufgelisteten Mängel im Pflegesystem kann leider nicht gesehen werden, dass diese positive Entwicklung realistisch ist. Denn die zur Zeit angedachten Verbesserungen sind mehr als unvollkommen und völlig ohne Finanzierungskonzept. Man kann ohne Einschränkungen sagen, dass sich die Pflege eher verschlechtern als verbessern wird.
Die von den zahlreichen Buchautoren vorgestellten Pflege-Perspektiven verdeutlichen eigentlich noch einmal die großen Probleme, die es im Pflege- und Gesundheitssystem zu lösen gilt. Ohne insoweit auf Einzelheiten einzugehen, erscheint es aus Sicht von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk dringend geboten, die Stellung der Kommunen bei der Versorgung der pflegebedürftigen Menschen zu stärken und die vielfach angesprochenen und geforderten kommunalen Quartiershilfen durch bundes- bzw. landesrechtliche Regelungen und Finanzierungskonzepte umzusetzen. Dies wird im 7. Buchbeitrag von Prof. Dr. Thomas Klie angesprochen.

Siehe auch: "Corona-Krise & Pflege: Nicht nur nach Fehlern, sondern nach Lösungen suchen! - Zwischenfazit des Bevollmächtigten der Bundesregierung für Pflege" - > https://www.wernerschell.de/forum/neu/v ... =3&t=23727


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Pressemitteilung zur Buchveröffentlichung vom 10.08.2020_

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Pflege-Perspektiven aus einem ordnungspolitischen Blickwinkel – neuer Herausgeberband erschienen – Impulse aus und für die interdisziplinäre Arbeit auch an der WLH.

Der Blick auf die Pflege macht deutlich, dass mannigfaltige Herausforderungen und Abgrenzungen gerade mit Blick auf den Themenkomplex „Langzeitpflege“ notwendig werden. Pflege ist mehr als eine Frage von Geld- und Sachleistungen, die in einem institutionellen Rahmen eingebunden sind, sondern spricht eine wesentliche Gestaltungsoption unserers gesellschaftlichen Zusammenlebens an, so der Tenor des neuen Bandes, der als Band 2 der Reihe Gesundheitsökonomie für die Versorgungspraxis im medhochzwei-Verlag erschienen ist.

WLH-Professor Prof. Jürgen Zerth konnte zusammen mit der ehemaligen Vorsitzenden im Aktionsbündnis Patientensicherheit, Hedwig François-Kettner, den Band herausgeben, in dem namhafte Autorinnen und Autoren Fragen zur Standardisierung und Professionalisierung in der Pflege genauso stellen wie Aspekte der grundsätzlichen Finanzierungsfähigkeit ausleuchten und die Impulse der Digitalisierung für die Pflege diskutieren. Der Sammelband „Pflege-Perspektiven: ordnungspolitische Aspekte – Erkenntnisse aus der Versorgungsforschung und Implikationen für eine „gute Praxis“ der Pflege nimmt sich Raum, aus unterschiedlichen disziplinären, politischen und praxisbezogenen Blickwinkeln „Pflege“ auszuleuchten. Der Band passt auch sehr gut zum interdisziplinären Ansatz an der WLH, zeigte sich Prof. Jürgen Zerth überzeugt. Gerade Pflege biete und fordere einen an pflegepraktischen Bedarf ausgerichteten Blick aus unterschiedlichen Blickwinkeln der Wissenschaft und Praxis. Angewandte Forschung heißt daher Versorgung gestalten im wahrsten Sinne des Wortes, so Zerth.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jürgen Zerth

Originalpublikation:
https://www.wlh-fuerth.de/service/aktue ... s/detail/N...

Weitere Informationen:
https://www.wlh-fuerth.de/gesundheitshochschule/

Quelle: Pressemitteilung vom 10.08.2020
Johanna Kreischer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften
https://idw-online.de/de/news752394
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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