Angemessene Personalbemessungssysteme sind für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zwingend geboten

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

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Angemessene Personalbemessungssysteme sind für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zwingend geboten

Beitrag von WernerSchell » 26.03.2020, 09:24

Angemessene Personalbemessungssysteme sind für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zwingend geboten. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat darauf seit vielen Jahren aufmerksam gemacht und den Personal-Aufstockungsbedarf mit rund 20% eingeschätzt. Die politisch Verantwortlichen sind angesichts der Pflegemängel und der damit verbundenen Patientengefährdungen gefordert - JETZT!

Quelle: viewtopic.php?f=4&t=23500&p=111947#p111947

"Mehr Personal = bessere Pflege" - so titelte die NGZ /RP in einem Bericht vom 11.08.2010 (> http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... pflege.php bzw. viewtopic.php?f=4&t=14568&p=53884#p53884). Bei dem damals mit mir geführten Interview führte ich u.a. aus, dass eine Personalaufstockung von rund 20% geboten sei. Leider hat es aber bis heute keine Pflegereform geschafft, den Pflegenotstand aufzulösen. Im Gegenteil: Die Liste der Besorgnisse und Pflegemängel wird immer länger. In einer Pressemitteilung vom 02.01.2020 wurde das Thema "Pflegenotstand und Patientengefährdungen" erneut mit deutlichen Formulierungen aufgegriffen (> viewtopic.php?f=4&t=23500 ). Es gibt einen immensen Handlungsdruck! Selbst Jens Spahn sieht ernsthafte Probleme wegen des Pflegekräftemangels (> viewtopic.php?f=4&t=22696&p=111931#p111931 ).

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Deutsche Pflegerat (DPR) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) haben am 14.01.2020 in einer gemeinsamen Pressekonferenz ein Instrument zur verbindlichen Bemessung des notwendigen Pflegepersonalbedarfs und der Pflegepersonalausstattung der Öffentlichkeit präsentiert. Bereits am 13.01.2020 hatten die beteiligten Verbände das sogenannte Pflegepersonalbedarfsbemessungsinstrument dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) fristgemäß vorgestellt. Es ist zu hoffen, dass das vorgelegte Pflegepersonalbedarfsbemessungsinstruments PPR 2.0 alsbald umgesetzt wird. Ein Instrument zur Bestimmung einer angemessenen Personalausstattung ist überfällig ( >viewtopic.php?f=4&t=22697&p=111942#p111942 bzw. viewtopic.php?f=4&t=22697&p=111943#p111943 bzw. viewtopic.php?f=4&t=22697&p=111944#p111944 ).

Care Klima-Index 2019: Die Pflegerische Versorgung ist aber nicht gesichert. So lautet das Statement des Deutsches Pflegerat vom 14.01.2020. Er fordert deutlich höhere Investitionen in die pflegerische Versorgung. Der DBfK sieht ebenmfalls noch kein Silberstreif am Horizont (> viewtopic.php?f=3&t=23015&p=111940#p111940 bzw. viewtopic.php?f=3&t=23015&p=111941#p111941 )

OP-Barometer 2019: Stress im OP-Bereich lässt Patientengefährdung steigen
> viewtopic.php?f=3&t=23529

Pressemitteilung vom 07.02.2020: Der Personalmehrbedarf in den stationären Pflegeeinrichtungen ist nach einem Gutachten von Prof. Heinz Rothgang erheblich - es ist von einem Mehrbedarf von 30% die Rede. Das Gutachten liegt seit Monaten dem Bundesgesundheitsministerium vor, ohne dass der Öffentlichkeit Näheres mitgeteilt wird. - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk fordert, die Geheimhaltung aufzugeben und umgehend die gebotenen Reformmaßnahmen einzuleiten nach dem Motto "Mehr Personal = bessere Pflege". - Weitere Informationen im Forum von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk unter > viewtopic.php?f=3&t=23544

Nach all dem war geplant, beim inzwischen abgesagten Neusser Pflegetreff am 06.05.2020 die aktuellen pflegepolitischen Handlungserfordernisse erneut aufzugreifen und entsprechende Reformmaßnahmen einzufordern (> viewtopic.php?f=7&t=23481 ). Alle, die im Jahr vor der nächsten Bundestagswahl mit für mehr Druck sorgen wollen, sind zur Unterstützung der hiesigen Aktivitäten ermuntert! -

Werner Schell


Zeitungsbericht vom 11.08.2010:

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Gefahrenzulage für Tätigkeit nahe an kranken Menschen ...

Beitrag von WernerSchell » 26.03.2020, 09:32

Seit den 1995er Jahren schreibe ich mir die Finger wund und werbe u.a. für verbesserte Stellenschlüssel und höhere Vergütungen in der Pflege (siehe z.B. > viewtopic.php?f=3&t=23508 ). Nichts ist insoweit wirklich voran gekommen. Nun stehen die Abgeordneten im Bundestag auf und Beklatschen die wichtigen Pflegekräfte. Dieser Art der Belobigung und Anerkennung kann ich angesichts der voran gegangenen Untätigkeit wenig abgewinnen. Wie wäre es, allen Personen, die nahe an kranken Menschen tätig sind, zunächst für 6 Monate eine Corona-Gefahrenzulage von 200 Euro/Monat zu zahlen, einfach so (aus Steuermitteln natürlich)? Danach müssen endlich Reformen umgesetzt werden, die die Arbeitsbedingungen in allen Pflegesystemen entscheidend und dauerhaft verbessern!
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Abgeordnete des Bundestages sollten sofort auf die nächste Diätenerhöhung verzichten ...

Beitrag von WernerSchell » 29.03.2020, 14:21

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Dazu ergibt sich:

Im Bundestag werden Pflegekräfte belobigt und beklatscht, obwohl man trotz jahrelanger umfänglicher Forderungen, bessere Stellenschlüssel und höhere Vergütungen zu gestalten, nicht wirkungsvoll reagiert hat. Von hier gibt es seit Ende der 1990er Jahre unzählige Vorschläge und Statements zum Thema. Man kann eigentlich insoweit ein totales Politikversagen feststellen. Streng genommen müssten zahlreiche Personen, die insoweit Verantwortung tragen, ihre Ämter niederlegen. Versagt haben auch die Abgeordneten, die diesem Geschehen ihre Stimme gegeben haben. Als kleinste Geste und Entschuldigung erscheint mir überfällig, auf die anstehende Diätenerhöhung sofort zu verzichten. - Werner Schell
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Klatschen für die Pflegekräfte - und jetzt will keiner die angekündigte Prämie zahlen ...

Beitrag von WernerSchell » 22.04.2020, 06:50

Aus Forum:
viewtopic.php?f=3&t=23544&p=113321#p113321

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Blogbeitrag von Professor Dr. Stefan Sell vom 21.04.2020:

Es hat sich ausgeklatscht und die versprochene Prämie für Pflegekräfte in der Altenpflege will keiner zahlen

Es waren durchaus beeindruckende Bekundungen der Anerkennung und des Danks für diejenigen, die in vorderster Reihe beim Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie ihre Frau bzw. ihren Mann stehen, die in den Kliniken, den Pflegeheimen und den ambulanten Pflegediensten durchhalten und die Versorgung hilfsbedürftiger Menschen sicherstellen. Da wurde nach italienischem Vorbild auf den Balkonen geklatscht und über weitere in vielen Fällen sicher auch zutiefst ehrlich gemeinte Bekundungen des Danke-Sagens wurde berichtet. Nun ist das, wie man überall feststellen kann und muss, mittlerweile abgeklungen, die Diskussionen drehen sich um die eingeleiteten Öffnungen des kommerziellen und gesellschaftlichen Lebens und viele Menschen haben den Eindruck, dass doch eigentlich alles schon vorbei ist.
...
Aber da ist dann ja noch wenigstens das Versprechen einer nicht nur emotionalen oder verbalen Anerkennung (die erst einmal nicht viel kostet), sondern dass die Pflegekräfte in der Altenpflege eine handfeste materielle Würdigung in Form einer Prämie bekommen sollen. So entstand vor einigen Wochen die Idee, die besonderen Leistungen der Altenpflege mit einer „Corona-Sonderprämie“ von 1.500 Euro für die mehr als eine halbe Million Beschäftigten zu honorieren.
Wieso eigentlich eine Sonderprämie in dieser Höhe, also 1.500 Euro?
...
Und nun erreichen uns solche Meldungen: „Keiner will die Pflege-Prämie zahlen". ...
... (weiter lesen unter) ... > https://aktuelle-sozialpolitik.de/2020/ ... eklatscht/


+++
Angesichts der neueren Entwicklung bezüglich Prämie wird an die Forderung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk vom 26.03.2020 erinnert. Überfällig ist eine Gefahrenzulasse für alle Bedienstete, die nahe an kranken Menschen arbeiten - siehe insweot > viewtopic.php?f=6&t=23530&p=112875#p112875 :

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss

www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

26.03.2020

Gefahrenzulage für alle Bediensteten nahe an kranken Menschen .... JETZT!

Seit den 1995er Jahren schreibe ich mir die Finger wund und werbe u.a. für verbesserte Stellenschlüssel und höhere Vergütungen in der Pflege (siehe z.B. > viewtopic.php?f=3&t=23508 ). Nichts ist insoweit wirklich voran gekommen.
Nun stehen die Abgeordneten im Bundestag auf und Beklatschen die wichtigen Pflegekräfte. Dieser Art der Belobigung und Anerkennung kann ich angesichts der voran gegangenen Untätigkeit wenig abgewinnen.
Wie wäre es, allen Personen, die nahe an kranken Menschen tätig sind, zunächst für 6 Monate eine Corona-Gefahrenzulage von 200 Euro/Monat zu zahlen, einfach so (aus Steuermitteln natürlich)? Danach müssen endlich Reformen umgesetzt werden, die die Arbeitsbedingungen in allen Pflegesystemen entscheidend und dauerhaft verbessern!

Werner Schell
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Pflegereform muss JETZT gestaltet werden ...

Beitrag von WernerSchell » 16.05.2020, 15:11

Hanni Hüsch kommentiert die Situation in der Pflege: "Wer jetzt also das hohe Lied von der Pflegeoffensive pfeift, der muss für die Musik auch zahlen" … Genau so ist es! - Gute Arbeitsbedingungen (auskömmliche Stellenschlüssel und höhere Vergütungen) werden seit Jahrzehnten eingefordert. Die notwendigen Reformen müssen JETZT gestaltet werden! Und das ist wirklich alternativlos!
>>> https://www.facebook.com/watch/?t=5&v=1401987476666006
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„Führende“ Pflegeverbände gehen mit einer Petition in die Offensive

Beitrag von WernerSchell » 30.05.2020, 15:40

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„Führende“ Pflegeverbände gehen mit einer Petition in die Offensive und wollen damit Verbesserungen für das Pflegepersonal erreichen. Die entscheidenden Forderungen bei einer Pflegereform müssen aber vorrangig sein:

Deutlich verbesserte Stellenschlüssel (Rothgang-Gutachten spricht von einem Stellenplus von 36%) und höhere Vergütungen für ALLE Pflegekräfte (die jetzige Mindervergütung für die Altenpflege gehört beendet).

Darauf müsste mit Rücksicht auf das jahrelange Werben für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege näher eingegangen und die Alternativlosigkeit solcher Verbesserungen dargestellt werden. Einige andere Verbesserungen können allenfalls ergänzend sinnvoll sein. … Die Vorschläge der "Führenden Pflegeverbände" müssen daher um die wirklich wichtigen Forderungen ergänzt werden. Nur so kann eine Petition Sinn machen.

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