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Mehr barrierefreie Arztpraxen in Nordrhein-Westfalen

Verfasst: 09.09.2009, 12:13
von Presse
Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow: Gemeinsame Erklärung „Mehr barrierefreie Arztpraxen in Nordrhein-Westfalen" ist ein wertvoller Impuls zur Verbesserung der ambulanten medizinischen Versorgung
„Barrierefrei zum Arzt“

Die Behindertenbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Heute ist ein guter Tag für die Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen. Ich freue mich, dass es nach konstruktiver Zusammenarbeit nun zu einer gemeinsamen Erklärung „Mehr barrierefreie Arztpraxen in Nordrhein-Westfalen“ kommt. Die gemeinsame Erklärung ist ein wichtiger Schritt und ein gutes Signal für Nordrhein-Westfalen, um in den nächsten Jahren die Zahl der barrierefreien Arztpraxen und Einrichtungen der ambulanten medizinischen Versorgung zu erhöhen“, betonte die Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow aus Anlass der Unterzeichnung der Erklärung heute (7. September 2009) in der Düsseldorfer Staatskanzlei. „Barrierefrei sind die Einrichtungen dann, wenn sie von Menschen mit Behinderung in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Barrierefreiheit bedeutet zum Beispiel die stufenlose Erreichbarkeit von Behandlungsräumen und das Vorhandensein einer Behindertentoilette. Für sinnesbehinderte Menschen bedeutet sie ein Recht auf barrierefreie Kommunikation und Information und Orientierung“.

Auf Angelika Gemkows Initiative unterschrieben die Ärztekammer Nordrhein, Ärztekammer Westfalen-Lippe, Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein, Kassenzahnärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Zahnärztekammer Nordrhein, Zahnärztekammer Westfalen-Lippe und die Landesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE NRW e.V. diese Gemeinsame Erklärung. Dadurch wird ein gemeinsames Verständnis über die gesellschaftliche Bedeutung barrierefreier Arztpraxen und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens zum Ausdruck gebracht. Die Unterzeichner stellen fest, dass nicht immer teure Bau- und Umbaumaßnahmen nötig sind, sondern dass auch kleinere Maßnahmen dazu beitragen können, Barrieren abzubauen und Menschen mit Behinderung den Besuch beim Arzt, Zahnarzt oder Therapeuten zu erleichtern.

„Mit unserer Erklärung wollen wir den Menschen mit Behinderung den gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen und den Angeboten des Gesundheitswesens ermöglichen. Wir stimmen alle darin überein, dass der Abbau von Barrieren ein wichtiges Ziel ist, das jetzt angepackt werden muss“, betonte Gemkow, bevor die Unterzeichner ihre Unterschrift unter die Vereinbarung setzten. „Ich habe in den letzten Jahren diesbezüglich zahlreiche Gespräche und Diskussionen geführt und Aktivitäten auf Landes- und Bundesebene unternommen. Meine Postkarte zu diesem Thema „Barrierefreie Arztpraxen ist zig-tausendmal angefordert, mein Flyer „Barrierefrei zum Arzt“ hunderttausendfach verteilt worden. Es ist eine schöner Erfolg, nun einen weiteren Meilenstein setzen zu können.“

In Nordrhein-Westfalen leben fast 1,7 Mio. Menschen mit einer Behinderung von mindestens 50 %, mehr als 1,1 Mio. Menschen mit Behinderung sind über 60 Jahre alt, hinzukommen rund 460 000 pflegebedürftige Menschen. Ca. 1 Million behinderte und ältere Menschen in Nordrhein-Westfalen haben Hilfe-, Unterstützungs- und Pflegebedarf.

Der Text der Gemeinsamen Erklärung steht im Internet unter http://www.lbb.nrw.de Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung vom 7.9.2009