Mehr Ärztinnen und Ärzte braucht das Land

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht

Moderator: WernerSchell

Antworten
Presse
phpBB God
Beiträge: 14249
Registriert: 10.11.2006, 12:44

Mehr Ärztinnen und Ärzte braucht das Land

Beitrag von Presse » 21.04.2009, 16:52

Mehr Ärztinnen und Ärzte braucht das Land
Montgomery: Rahmenbedingungen müssen wieder attraktiver werden

Der Bedarf an Ärztinnen und Ärzten wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Bundesärztekammer. Zu den Faktoren, die einen Zusatzbedarf an Ärzten generieren, zählt Dr. Thomas Kopetsch, Leiter der Statistikabteilung der Bundesärztekammer, den medizinischen Fortschritt, den demografischen Wandel, den erhöhten Anteil von Ärztinnen in der Medizin und den allgemeinen Trend zur Arbeitszeitverkürzung. „Die Expansion des Machbaren in der Medizin führt dazu, dass immer mehr ärztliche Spezialisten benötigt werden“, so Kopetsch. Auch der höhere Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung induziere einen steigenden Bedarf nach medizinischen Leistungen und mittelbar auch eine erhöhte Nachfrage nach Ärztinnen und Ärzten. Der Trend zur Arbeitszeitverkürzung und die Feminisierung der ärztlichen Profession bedingten, dass das gesunkene Arbeitsvolumen auf mehr Köpfe verteilt werden müsse. Die Statistiker der Bundesärztekammer errechneten, dass trotz eines zahlenmäßigen Anstiegs der Ärzte um 20.200 zwischen den Jahren 2000 und 2007 das geleistete Arbeitszeitvolumen der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte zurückging (-1,6%).

„Wir können heute belegen: Mehr Ärzte und zugleich Ärztemangel schließen sich nicht aus, sind auch kein Widerspruch, sondern eine natürliche Folge gesellschaftlicher Veränderungen und einer unzureichenden politischen Antwort darauf. Wenn Politiker und Krankenkassen heute noch immer gebetsmühlenartig alle Probleme als ‚reine Verteilungsprobleme’ der Ärzteschaft kleinreden wollen, dann werden sie ihrer politischen Verantwortung nicht gerecht“, betonte Dr. Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer, bei der Vorstellung der Analyse.

Die Rahmenbedingungen ärztlicher Berufsausübung müssten wieder attraktiver werden. Dazu gehörten zuallererst:

mehr Stellen in den Krankenhäusern und eine bessere Bezahlung,
flankierende Maßnahmen wie Abbau von Überstunden und Diensten, Entlastung von Bürokratie und Angebote für Kinderbetreuung,
bessere Anerkennung und Vergütung der Arbeit niedergelassener Ärztinnen und Ärzte,
Anerkennung der Leistung der Selbstverwaltung statt fortwährender Zermürbungstaktik gegenüber dem KV-System.

Analyse: Ärztemangel trotz steigender Arztzahlen – ein Widerspruch, der keiner ist
http://www.bundesaerztekammer.de/downlo ... petsch.pdf

Präsentation von Dr. Thomas Kopetsch, Leiter der Statistikabteilung der Bundesärztekammer
http://www.bundesaerztekammer.de/downlo ... petsch.pdf

Statement von Dr. Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer
http://www.bundesaerztekammer.de/page.a ... .1160.7125

Quelle: Pressemitteilung der Bundesärztekammer vom 21.04.2009

Presse
phpBB God
Beiträge: 14249
Registriert: 10.11.2006, 12:44

Ärzte warnen vor ´Wartelisten-Medizin`

Beitrag von Presse » 22.04.2009, 07:26

Ärzte warnen vor "Wartelisten-Medizin"
Deutschland hat zwar immer mehr Ärzte, doch die Zahl der Kranken steigt schneller. Die Folge: Es fehlt in vielen Regionen und Fachgebieten an Medizinern.
http://www.sueddeutsche.de/wissen/213/465799/text/
Quelle: Süddeutsche Zeitung

Presse
phpBB God
Beiträge: 14249
Registriert: 10.11.2006, 12:44

Ärztemangel und Überkapazitäten

Beitrag von Presse » 09.01.2010, 10:25

Wer von Ärztemangel redet, sollte auch von Überkapazitäten sprechen!
Regionale Engpässe müssen behoben werden


Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat die pauschalen Äußerungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zum Ärztemangel zurückgewiesen. "Es gibt keinen generellen Ärztemangel, sondern höchstens regionale Engpässe, die zu beheben sind", erklärte Thomas Ballast, Vorstandsvorsitzender des vdek. Hier seien vor allem die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) in den Ländern gefordert, gemeinsam mit den Krankenkassen intelligente Lösungsvorschläge zu entwickeln und die ländlichen Regionen für die Ärzte attraktiv zu machen. "Wer von Unterversorgung redet, sollte auch von den Überkapazitäten vor allem in den Städten reden und die Patienten nicht verunsichern", so der Vorstandsvorsitzende.

Die Zahl der ambulant tätigen Ärzte ist in den letzten 20 Jahren um 50 Prozent gestiegen (von 92.289 im Jahr 1990 auf 137.538 im Jahr 2007). 89 Prozent aller Planungsbereiche sind überversorgt, zehn Prozent sind regelversorgt. Die meisten Planungskreise sind für Neuniederlassungen gesperrt. In weniger als einem Prozent aller Planungskreise wurde eine bestehende oder unmittelbar drohende Unterversorgung festgestellt.

Vor diesem Hintergrund sei es unverantwortlich, von generellen Engpässen zu sprechen. Vielmehr müsse es darum gehen, Überkapazitäten auf der einen Seite abzubauen und in schlechter versorgte Gebiete umzuleiten. Bereits heute seien entsprechende Steuerungsinstrumente, wie zum Beispiel Zuschläge für unterversorgte und Abschläge für überversorgte Gebiete, im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) vorhanden. Diese differenzierten Punktwerte müssten kurzfristig umgesetzt werden, Übergangsfristen, wie die KBV sie fordert, seien nicht zielführend. "Wer Zuschläge für Unterversorgung fordert, muss auch Abschläge bei Überversorgung akzeptieren!", so Ballast.

Auch im internationalen Vergleich nimmt Deutschland hinsichtlich der Arztdichte eine Position im vorderen Mittelfeld ein. Auf 100.000 Einwohner kommen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 345 Ärzte. Nur in Griechenland (500), Belgien (422) und Italien (365) gibt es mehr Ärzte. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl der Einwohner in Deutschland bis 2050 deutlich zurückgehen. Auch dieser Trend ist bei der Bedarfsplanung zu berücksichtigen. "Wir werden mehr Ärzte brauchen, die sich speziell mit geriatrischen Erkrankungen auskennen. Auch hier muss umgesteuert werden", so Ballast abschließend.
--------------------------------------------------------------------------------
Quelle: Pressemitteilung vom 5.1.2010
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Askanischer Platz 1
10963 Berlin
Tel.: 0 30 / 2 69 31 - 0 (Zentrale)
Fax: 0 30 / 2 69 31 - 29 00 (Zentrale)
E-Mail: info@vdek.com

Ansprechpartnerin: Michaela Gottfried
Tel.: 0 30 / 2 69 31 – 12 00
Fax: 0 30 / 2 69 31 – 29 00
E-Mail: presse@vdek.com

Antworten