Gestärkte Pflege rettet Leben und hält die Gesellschaft zusammen

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WernerSchell
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Gestärkte Pflege rettet Leben und hält die Gesellschaft zusammen

Beitrag von WernerSchell »

PRESSEMELDUNG
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Berlin (08. Mai 2026, Nr. 24/2026)



Gestärkte Pflege rettet Leben und hält die Gesellschaft zusammen
DPR zum Internationalen Tag der Pflegenden: Pflege ist ein Grundpfeiler sozialer Gerechtigkeit und muss endlich mit voller Kompetenz wirksam werden können


Der Deutsche Pflegerat fordert zum Internationalen Tag der Pflegenden 2026 (12. Mai 2026) eine grundlegende Stärkung der beruflichen Pflege in Deutschland. Das diesjährige Motto des International Council of Nurses (ICN) lautet: „Our Nurses. Our Future. Empowered Nurses Save Lives.“ Für den Deutschen Pflegerat ist diese Botschaft aktueller denn je: Unsere Pflegefachpersonen sind unsere Zukunft. Gestärkte Pflegefachperson retten Leben, stabilisieren Versorgung, schützen Teilhabe und sind damit ein unverzichtbarer Bestandteil einer demokratischen und sozial gerechten Gesellschaft.

„Pflege ist weit mehr als Hilfe in einer schwierigen Lebenslage. Pflege bewahrt die Würde, Selbstständigkeit und soziale Teilhabe der Menschen. Sie ist ein tragender Teil unseres Sozialstaats“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Wer Pflege stärkt, stärkt nicht nur ein Berufsbild. Er stärkt das Vertrauen der Menschen in die Handlungsfähigkeit unseres Gemeinwesens.“

Die aktuelle Lage im Gesundheitswesen zeigt deutlich: Deutschland steht vor tiefgreifenden Versorgungsfragen. Demografie, Fachkräftesicherung, Krankenhausreform, Primärversorgung, Pflegeversicherung und die Finanzierungsdebatten in der gesetzlichen Krankenversicherung dürfen nicht länger getrennt betrachtet werden. Professionelle Pflege ist in all diesen Fragen kein nachgeordneter Kostenfaktor, sondern ein zentraler Lösungsfaktor. Sie verhindert Komplikationen, sichert Kontinuität, ermöglicht Prävention, begleitet chronisch kranke und pflegebedürftige Menschen und entlastet andere Versorgungsbereiche.

„Soziale Gerechtigkeit entscheidet sich auch daran, ob Menschen im Alter, bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder Behinderung verlässlich Zugang zu professioneller Pflege haben“, so Vogler. „Pflegerische Versorgung ist keine private Glückssache. Sie ist Teil des gesellschaftlichen Sicherheitsversprechens. Wenn Pflege fehlt, verlieren Menschen Halt. Wenn Pflege stark ist, gewinnen Menschen Sicherheit.“

Der Deutsche Pflegerat kritisiert, dass die berufliche Pflege in Deutschland ihre Kompetenzen weiterhin nicht im notwendigen Umfang einbringen kann. Pflegefachpersonen sind hoch qualifiziert, übernehmen Verantwortung in komplexen Versorgungssituationen und verfügen über Fähigkeiten, die für eine moderne Gesundheitsversorgung dringend gebraucht werden. Trotzdem werden pflegerische Kompetenzen politisch, rechtlich und finanziell noch immer zu eng begrenzt.

„Wir können es uns nicht mehr leisten, die Profession Pflege kleinzuhalten“, betont Vogler. „Deutschland braucht eine starke Pflege mit Handlungsspielräumen, eigenständiger Verantwortung, pflegerischer Diagnostik, erweiterten Befugnissen, akademischen Rollen, Advanced Practice Nurses (APN), Community Health Nurses (CHN), School Health Nurses (SHN) und echter Beteiligung an Steuerungsentscheidungen. Nur so wird die Versorgung sicherer, gerechter und zukunftsfähiger.“

Pflege ist auch ein stabilisierender Faktor für Demokratie. Sie begegnet Menschen unabhängig von Herkunft, Einkommen, Alter, Geschlecht oder sozialem Status. Sie schafft Vertrauen dort, wo Menschen verletzlich sind. Sie macht den Sozialstaat konkret erfahrbar – im Krankenhaus, in der Langzeitpflege, in der häuslichen Versorgung, in der Rehabilitation, in der Prävention und in der Primärversorgung.

„Demokratie lebt davon, dass Menschen erleben: Ich werde gesehen. Ich werde versorgt. Ich werde nicht allein gelassen“, sagt Vogler. „Genau das leistet Pflege jeden Tag. Deshalb ist der Internationale Tag der Pflegenden kein symbolischer Dankestag. Er ist ein politischer Auftrag.“

Der Deutsche Pflegerat fordert: Pflege muss verbindlich in alle relevanten Reformprozesse eingebunden werden. Ihre Kompetenzen müssen gesetzlich erweitert, in der Versorgung nutzbar gemacht und refinanziert werden. Pflege braucht faire Arbeitsbedingungen, gute Bildung, akademische Entwicklung, Selbstverwaltung und echte Mitsprache in den Entscheidungsstrukturen des Gesundheitswesens.

„Empowered Nurses Save Lives – gestärkte Pflegefachpersonen retten Leben. Für Deutschland heißt das: Wer Versorgung sichern will, muss Pflege stärken. Wer soziale Gerechtigkeit ernst meint, muss Pflege stärken. Und wer das Vertrauen in unseren Sozialstaat erhalten will, muss Pflege endlich als das behandeln, was sie ist: eine tragende Säule unserer Demokratie“, so Vogler.


Download Pressemitteilung >>> https://deutscher-pflegerat.de/professi ... tteilungen

Ansprechpartner:innen:
Christine Vogler
Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Michael Schulz
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
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Der Deutsche Pflegerat als Dachverband vertritt die geeinten Interessen der Berufsverbände und nicht die einzelnen Partikularinteressen der Verbände. Unterschiedliche Positionen und Meinungen einzelner Verbände können sichtbar sein und die Vielfalt der pflegerischen Profession widerspiegeln. Dieses berührt nicht die gemeinsamen Ziele und Intentionen des Deutschen Pflegerats.

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 22 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,7 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats. Seit dem 14. Februar 2026 ist der DPR gemäß der Pflegeberufebeteiligungsverordnung – PflBBetV anerkannte maßgebliche Organisation der Pflegeberufe auf Bundesebene.
Präsidentin des Deutschen Pflegerats ist Christine Vogler. Vize-Präsidentinnen sind Jana Luntz und Pascale Hilberger-Kirlum.

Mitgliedsverbände:
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundes-Dekanekonferenz Pflegewissenschaft gem. e.V.; Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege e.V. (DFPP); Deutsche Gesellschaft für Endoskopiefachberufe e.V. (DEGEA); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP); Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Deutsches Netzwerk Advanced Practice Nursing & Advanced Nursing Practice (DNAPN) e.V.; Initiative Chronische Wunden e.V. (ICW); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands e.V. (VPU).



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Siehe auch > Internationaler Tag der Pflegenden am 12.05.2026 - Eine Befragung zeigt: Pflege will Verantwortung - DBfK veröffentlicht Ergebnisse der Befragung „Pflege, wie geht es dir?“ ... > viewtopic.php?f=4&t=1605
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