Beschäftigtenzahlen in Berufen der Kranken- und Altenpflege
Berlin: (hib/STO) Im Dezember vergangenen Jahres sind laut Bundesregierung rund 1,26 Millionen Menschen in Berufen der „Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe“ sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen und rund 647.000 in Berufen der „Altenpflege“. Ausschließlich geringfügig entlohnt beschäftigt waren im Dezember 2024 rund 47.000 Personen in Berufen der „Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe“ und rund 29.000 in Berufen der „Altenpflege“, wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/2895) - > https://dserver.bundestag.de/btd/21/028/2102895.pdf auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/2393) > https://dserver.bundestag.de/btd/21/023/2102393.pdf weiter ausführt.
Quelle: Mitteilung vom 28.11.2025
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Abbruchquote in der Pflegeausbildung steigt deutlich
Seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung 2020 ziehen laut einer epd-Erhebung deutlich mehr Auszubildende ihre Lehre nicht bis zum Schluss durch. Fachleute loben zwar die breitere Qualifizierung, bemängeln aber zu viele Fremdeinsätze und fehlende Spezialisierungsmöglichkeiten.
... (weiter lesen unter) ... > https://www.haeusliche-pflege.net/abbru ... L_20251210
PRESSEMITTEILUNG des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. 090 vom 18.03.2026
Ausbildung in der Pflege: 8 % mehr neue Auszubildende im Jahr 2025
• Rund 64 300 neue Ausbildungsverträge zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann im Jahr 2025
• 71 % der Auszubildenden mit Neuvertrag sind Frauen, 29 % Männer
• Insgesamt rund 158 000 Auszubildende und 1 800 Studierende in der Pflege
WIESBADEN – Rund 64 300 Auszubildende haben 2025 einen neuen Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann abgeschlossen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, sind das etwa 8 % beziehungsweise 4 900 Auszubildende mehr als im Vorjahr (2024: 59 400). Dabei handelt es sich um die Auszubildenden mit Neuvertrag, die sich zum 31. Dezember 2025 noch in Ausbildung befanden. Auch die Zahl der Auszubildenden insgesamt zum 31. Dezember 2025 stieg im Vergleich zum Vorjahr an. Mit rund 158 000 Auszubildenden befanden sich so viele Personen in einer Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann wie noch nie seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz.
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Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.
PRESSEMELDUNG
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Berlin (25. März 2026, Nr. 14/2026)
Mehr Auszubildende, mehr Personal
Deutscher Pflegerat sieht Fortschritt, mahnt und fordert konsequentes Handeln
Die Pflege gewinnt weiter an Zulauf: 2025 wurden rund 64.300 neue Ausbildungsverträge zur Pflegefachperson abgeschlossen, ein Anstieg von acht Prozent (plus 4.900), meldet das Statistische Bundesamt. Insgesamt befinden sich rund 158.000 Menschen in der Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann – so viele wie nie zuvor.
Zum 31. Dezember 2025 lag zudem die Zahl der Pflegestudierenden insgesamt bei rund 1.800. Rund 800 haben 2025 ihr Studium aufgenommen. Gemessen an den Ausbildungszahlen entspricht das lediglich rund 1,2 Prozent eines Jahrgangs.
Mehr Personal, aber steigender Bedarf
Laut Fachkräftemonitoring der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ist die Zahl der Beschäftigten im Pflegedienst in Krankenhäusern deutlich gestiegen: In den letzten zehn Jahren um rund 90.000 auf knapp 409.000 Vollzeitstellen; im ärztlichen Bereich auf mehr als 180.000 (plus 30.000). Dennoch bleibt der Fachpersonalmangel groß, da bis 2035 allein im Krankenhaus rund 300.000 Beschäftigte altersbedingt ausscheiden. In der Langzeitpflege wird erwartet, dass bis zu ein Drittel der beruflich Pflegenden in diesem Zeitraum aus dem Beruf ausscheidet. Hinzu kommen der demografiebedingte Mehrbedarf an pflegerischer Versorgung und der damit verbundene Personalaufbau.
Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, bewertet die steigenden Ausbildungszahlen als wichtigen Fortschritt: „Die Zahlen zeigen, dass die Pflegeausbildung auf dem richtigen Weg ist. Immer mehr Menschen entscheiden sich damit für einen sinnstiftenden Beruf mit vielfältigen Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie guter Bezahlung. Das ist ein starkes Signal.“
Keine Entwarnung für die Versorgung
Sie betont jedoch: „Das ist keine Entwarnung. Schon heute fehlen Pflegefachpersonen in allen Versorgungsbereichen. Der Personalaufbau im Krankenhaus korrigiert einen lange ignorierten Mangel, während die Langzeitpflege weiter unter hohem Druck steht. Gleichzeitig ist die geringe Zahl der Studierenden in der Pflege besorgniserregend.“
Ausbildung stärken und Fachpersonal halten
Der Deutsche Pflegerat fordert, die positive Entwicklung gezielt abzusichern. „Die Qualität der Ausbildung, die enge Einbindung in die Praxis und verlässliche berufliche Perspektiven sind entscheidend“, so Vogler. Ausbildungsplätze müssen weiter ausgebaut, ausreichend Lehrpersonal gewonnen und die Ausbildungsstrukturen an Pflegeschulen und Hochschulen gestärkt werden. Ebenso wichtig sind gute Arbeitsbedingungen, eine gute Praxisanleitung und Begleitung der Auszubildenden sowie eine erlebbare Digitalisierung in den Einrichtungen. „Wir dürfen niemanden auf dem Weg verlieren.“
Beim Pflegestudium besteht deutlicher Nachholbedarf
„Dass nur rund 800 Menschen ein Pflegestudium aufnehmen, ist ein klares Warnsignal“, mahnt Vogler. Deutschland bleibe beim Aufbau einer modernen hochschulischen Pflegebildung deutlich hinter dem notwendigen Bedarf zurück. Mit rund 1,2 Prozent an neu begonnenen Studierenden des Pflegeausbildungsjahrgangs liegt die Akademisierungsquote weit unter der Empfehlung des Wissenschaftsrats von 10 bis 20 Prozent. Es brauche daher einen entschlossenen Ausbau der Studienplatzkapazitäten, verlässliche Finanzierung und klare Einsatz- und Karriereperspektiven. „Wer die Versorgung von morgen sichern will, muss heute deutlich stärker in die akademische Pflegebildung investieren.“
Personalbemessung weiterentwickeln
Mit Blick auf das Fachkräftemonitoring der DKG weist der Deutsche Pflegerat auf ein zentrales Spannungsfeld hin: Krankenhäuser berichten von bürokratischem Aufwand. „Andererseits kann es nicht sein, ausgerechnet die Instrumente zur Personalbemessung infrage zu stellen. Denn ohne sie wissen wir nicht, wie viel Pflegepersonal benötigt wird.“
Dass viele Kliniken die Instrumente bislang noch nicht als ausreichend wirksam erleben, zeigt aus Sicht des Deutschen Pflegerats den Weiterentwicklungsbedarf, nicht ihre Entbehrlichkeit.
Personalbemessung ist eine Voraussetzung für Entlastung und Versorgungsqualität, aber keinesfalls ein Hindernis. Entscheidend ist, sie kontinuierlich weiterzuentwickeln und insgesamt unnötige Bürokratie konsequent abzubauen. „Bürokratieabbau an dieser Stelle wäre Bürokratieabbau an der falschen Stelle.“
Strukturelle Voraussetzungen jetzt schaffen
Der Deutsche Pflegerat sieht in den aktuellen Zahlen eine klare Chance: „Mehr Auszubildende und mehr Pflegepersonal sind ein Fortschritt. Jetzt müssen die strukturellen Voraussetzungen folgen, damit daraus – zusammen mit einer Stärkung des Pflegestudiums – dauerhaft eine stabile Versorgung von Menschen aller Altersgruppen in allen Versorgungsbereichen entsteht.“
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Ansprechpartner:innen:
Christine Vogler
Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Der Deutsche Pflegerat als Dachverband vertritt die geeinten Interessen der Berufsverbände und nicht die einzelnen Partikularinteressen der Verbände. Unterschiedliche Positionen und Meinungen einzelner Verbände können sichtbar sein und die Vielfalt der pflegerischen Profession widerspiegeln. Dieses berührt nicht die gemeinsamen Ziele und Intentionen des Deutschen Pflegerats.
Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 22 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,7 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
Präsidentin des Deutschen Pflegerats ist Christine Vogler. Vize-Präsidentinnen sind Jana Luntz und Pascale Hilberger-Kirlum.
Mitgliedsverbände:
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundes-Dekanekonferenz Pflegewissenschaft gem. e.V.; Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege e.V. (DFPP); Deutsche Gesellschaft für Endoskopiefachberufe e.V. (DEGEA); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP); Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Deutsches Netzwerk Advanced Practice Nursing & Advanced Nursing Practice (DNAPN) e.V.; Initiative Chronische Wunden e.V. (ICW); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands e.V. (VPU).