Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) lässt seit 2015 Bürgerinnen und Bürger befragen, was ihnen beim Essen wichtig ist und worauf sie beim Einkaufen und Kochen achten. 2025 erscheint dieser Ernährungsreport (> https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloa ... -2025.html ) also zum zehnten Mal. Eine gute Gelegenheit, auch Trends des vergangenen Jahrzehnts zu betrachten.

Link > https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloa ... onFile&v=4
Was sich über die vergangenen zehn Jahre nicht geändert hat: Essen soll vor allem schmecken. Nahezu allen Befragten ist der Geschmack beim Essen sehr wichtig oder wichtig (98 Prozent). An zweiter Stelle folgt, dass das Essen gesund ist. Dies ist für 90 Prozent der Befragten sehr wichtig oder wichtig.

Außerdem kochen die meisten gern, 43 Prozent so gut wie jeden Tag. Auch dieser Anteil ist seit 2015 etwa gleich. 71 Prozent der Befragten essen mindestens einmal am Tag Gemüse und Obst und 64 Prozent Milchprodukte wie Joghurt oder Käse. 24 Prozent nehmen (mehrmals) täglich Fleisch oder Wurst zu sich. Dieser Anteil ist seit 2015 (34 Prozent) signifikant gesunken, seit vergangenem Jahr ist er nahezu konstant (2024: 23 Prozent).
Dass es schnell geht, wird wichtiger: Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) findet es sehr wichtig oder wichtig, dass sich das Essen einfach und schnell zubereiten lässt (vgl. 2015: 45 Prozent). Auch der Preis wird beim Einkaufen wieder mehr beachtet (2015: 58 Prozent, 2020: 46 Prozent, 2025: 59 Prozent).
Beim Einkauf achten 79 Prozent darauf, dass Gemüse und Obst saisonal sind. 77 Prozent geben an, es treffe voll und ganz oder eher zu, dass sie darauf achten, wie das Tier gehalten wurde, von dem das Lebensmittel stammt. Dass die Produkte aus ihrer Region kommen, darauf achten viele Befragte beim Lebensmitteleinkauf. 77 Prozent geben an, dass dies voll und ganz oder eher auf sie zutrifft. Je nach Produkt spielt die regionale Herkunft eine unterschiedliche Rolle: Bei Eiern, bei frischem Gemüse und Obst sowie Brot und Backwaren ist sie am höchsten, bei Süßwaren und herzhaften Knabbereien am niedrigsten.
Tierwohl und "Bio" sind wichtiger geworden: Von 2015 bis 2025 zeigt sich ein jeweils signifikant steigender Trend für den Anteil der Befragten, die immer oder meistens auf das Tierwohllabel (2015: 36 Prozent, 2025: 65 Prozent) bzw. das Bio-Siegel (2015: 47 Prozent, 2025: 59 Prozent) achten.
Der Nutri-Score ermöglicht einen schnellen Vergleich der Nährwerte eines Lebensmittels innerhalb einer Produktgruppe: Er wird beim Einkauf signifikant häufiger wahrgenommen (2021: 44 Prozent 2025: 90 Prozent).
Die Erwartungen an einen landwirtschaftlichen Betrieb sind vielfältig: Im Vordergrund stehen für die Befragten eine "artgerechte Haltung der Tiere" (59 Prozent), eine "faire Entlohnung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" (56 Prozent) sowie die "Qualität der Produkte" (52 Prozent). Ebenfalls sehr wichtig sind für 42 Prozent die "Anwendung umweltschonender Produktionsmethoden", für 41 Prozent die "Offenheit und Transparenz des Betriebes" und für jeweils 38 Prozent die "Vermarktung der Produkte in dessen Region" sowie die "Verringerung gesundheitsbelastender Emissionen der landwirtschaftlichen Produktion". Für 37 Prozent ist der "Insektenschutz" von großer Bedeutung.
Neu in dem diesjährigen Ernährungsreport: Eine Aufschlüsselung und Darstellung nach der Größe des Wohnorts (Einwohnerinnen und Einwohner)
- Unter 5.000
- 5.000 bis unter 20.000
- 20.000 bis unter 100.000
- 100.000 bis unter 500.000
- 500.000 und mehr
Die Lebensrealitäten der Menschen und ihre Ernährungsweisen und -vorlieben sind unterschiedlich. Die Einkaufsgewohnheiten, was den Befragten jeweils wichtig ist beim Einkauf von Lebensmitteln, ob und wie sie kochen oder ob sie sich Lebensmittel liefern lassen, hängt von ihren jeweiligen Wohnorten ab.
- Befragte, die in Orten mit weniger als 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern leben, geben häufiger als Befragte aus größeren Orten an, täglich zu kochen und darauf zu achten, dass die Produkte aus ihrer Region kommen.
- Befragte, die in Großstädten wohnen, geben etwas häufiger als die übrigen Befragten an, sich in den letzten zwölf Monaten Lebensmittel oder Getränke nach Hause liefern gelassen zu haben.
Quelle und weitere Inrformationen > Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ... > https://www.bmleh.de/DE/themen/ernaehru ... t2025.html