Gesundheitskompetenz - Orientierung im Gesundheitssystem ist für viele schwierig

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung
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WernerSchell
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Gesundheitskompetenz - Orientierung im Gesundheitssystem ist für viele schwierig

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Zum Thema "Gesundheitskompetenz" wurden im Forum - Archiv (bis 2020) zahlreiche Beiträge eingestellt: > https://www.wernerschell.de/forum/neu/v ... 8&p=109964 Die Informationen zu diesem Thema werden - im Forum - Beiträge ab 2021 - fortgeführt!
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Gesundheitskompetenz - Orientierung im Gesundheitssystem ist für viele schwierig

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Orientierung im Gesundheitssystem ist für viele schwierig

Internationale Studie zur Gesundheitskompetenz in 17 Ländern veröffentlicht

Für die Bevölkerung wird es immer schwieriger, sich im Gesundheitssystem zu orientieren und sich in der Vielfalt der unterschiedlichen Gesundheitsinformationen zurecht zu finden. Das ergibt die neue europäische Studie “European Health Literacy Population Survey 2019-2021 (HLS₁₉)“. 17 Länder haben an der Studie teilgenommen, darunter auch Deutschland mit der Universität Bielefeld und der Hertie School Berlin. Die Studie wurde unter anderem durch die World Health Organisation (WHO) Europa initiiert.

Noch nie zuvor wurde die Gesundheitskompetenz in so vielen Ländern erhoben und gleichzeitig so differenziert betrachtet. Denn neben allgemeiner Gesundheitskompetenz wurden erstmals auch neue Themen aufgenommen. Die Fähigkeit, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden (navigatioale Gesundheitskompetenz), die digitale Gesundheitskompetenz, die kommunikative Gesundheitskompetenz, die impfbezogene Gesundheitskompetenz sowie ökonomische Folgen von Gesundheitskompetenz sind in die Studie einbezogen worden. Seit 2019 haben die beteiligten Länder daran gearbeitet, zu einem gemeinsamen konzeptionellen und methodischen Ansatz sowie neuen Messinstrumenten für die Erhebung und Auswertung zu kommen.

Die Ergebnisse der durch die WHO Europa und das Netzwerk zur Messung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung und von Organisationen (M-POHL) initiierten Studie wurden am 8. November vorgestellt – dies unter anderem unter Beteiligung von Hans Henri P. Kluge (WHO Regional Director for Europe), Ruediger Krech (Director of the Department of Ethics and Social Determinants of Health der WHO) und Prof. Dr. Ilona Kickbusch (Graduate Institute for International and Development Studies, Genf) sowie Prof Dr. Jürgen Pelikan, dem Koordinator des HLS₁₉. Regionaldirektor Dr. Henri P. Kluge erläuterte: “Gesundheitskompetenz ist eine Kernkompetenz. Die HLS₁₉ Studie gibt wichtige Hinweise für eine evidenzbasierte Gesundheitspolitik, die darauf zielt, zu einer besseren Gesundheitskompetenz zu kommen und Menschen zu motivieren, ihr Gesundheitsverhalten entsprechend zu verändern.“

Umgang mit Gesundheitsinformationen in Deutschland besonders schwierig

Im internationalen Vergleich gaben die Befragten in Deutschland besonders häufig Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen an – dies vor allem mit Blick auf die Navigation im Gesundheitssystem und den dazu nötigen Informationen: Rund 70 Prozent finden es sehr schwierig, herauszufinden welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt, die ihnen helfen können, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden. Nahezu 50 Prozent haben Schwierigkeiten, zu beurteilen, welche Art der Gesundheitsversorgung sie im Falle eines Gesundheitsproblems benötigen.

Die Leiterin der deutschen Studie, Professorin Dr. Doris Schaeffer von der Universität Bielefeld, führt dieses Ergebnis in erster Linie auf die Strukturen des deutschen Gesundheitssystems mit seinen abgegrenzten Sektoren und zahlreichen Schnittstellen zurück: „Im Unterschied zu den meisten anderen in die Untersuchung einbezogenen Ländern ist das Gesundheitssystem in Deutschland sehr komplex und instanzenreich. Für die Nutzer*innen ist es daher schwer überschaubar. Dadurch ist es nicht einfach, sich im Gesundheitssystem zu orientieren und direkt, ohne große Umwege, die richtige Stelle für das eigene Anliegen zu finden. Durch die Sektorierung und die Zersplitterung entstehen zudem zahlreiche Versorgungsbrüche. Sie sind besonders häufig bei den Versorgungsverläufen von Menschen mit langandauernden Gesundheits- und Krankheitsproblemen zu beobachten. Die neue Regierung steht damit vor einer großen Aufgabe und muss vor allem darauf achten, die Navigation zu erleichtern und zu einem nutzerfreundlichen Gesundheitssystem zu gelangen, in dem hoher Wert auf Gesundheitsinformation und die Förderung von Gesundheitskompetenz gelegt wird.“

Wie wichtig das ist, zeigen auch die neuen Daten zur allgemeinen Gesundheitskompetenz: Im Schnitt verfügt nahezu die Hälfte (46 Prozent) der Befragten in den beteiligten 17 Ländern über eine geringe Gesundheitskompetenz. Auch hier fallen die Werte für Deutschland schlechter aus. Eine Förderung der Gesundheitskompetenz ist hier deshalb besonders notwendig.

Ansatzpunkte dazu lassen sich ebenfalls aus den Ergebnissen der internationalen Studie ableiten; denn länderübergreifend fällt die Beurteilung gesundheitsrelevanter Informationen am schwersten. So hat rund jede*r zweite Befragte der internationalen Studie Probleme damit, die Vor- und Nachteile verschiedener Behandlungsmöglichkeiten einzuschätzen. Auch der Nutzen der Gesundheitsinformationen in den Medien wird als wenig hilfreich eingeschätzt: Rund 40 Prozent haben Schwierigkeiten, aufgrund von Informationen in den Medien zu entscheiden, wie man sich vor Krankheiten schützen kann – ein mit Blick auf die Corona-Pandemie alarmierendes Ergebnis. Besorgniserregend ist auch, dass ein verhältnismäßig hoher Anteil der Befragten – rund ein Drittel – Probleme hat, Informationen über den Umgang mit psychischen Gesundheitsproblemen zu finden. In Deutschland trifft dies sogar auf über die Hälfte der Bevölkerung zu. Dies ist umso problematischer, weil der Anteil psychischer Belastungen in letzter Zeit zugenommen hat.

Gesundheitskompetenz ist sozial ungleich verteilt

Doch nicht nur der hohe Anteil geringer Gesundheitskompetenz in der Gesamtbevölkerung ist alarmierend, sondern auch die Tatsache, dass Gesundheitskompetenz sozial ungleich verteilt ist. So bestätigt sich in der internationalen Studie, was bereits die deutschlandweite Befragung ergab: Einige Bevölkerungsgruppen haben größere Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen als andere. Dazu zählen insbesondere Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen, niedrigem sozialen Status und niedrigem Bildungsniveau. Doch auch die Gesundheitskompetenz von Menschen im höheren Lebensalter ist geringer als die des Durchschnitts der Befragten. Dies ist deshalb heikel, weil sie besonders auf Gesundheitsinformationen angewiesen sind.

Geringe Gesundheitskompetenz ist – wie die neue internationale Studie zeigt – folgenreich für die Gesundheit und auch für das Gesundheitssystem. Sie geht mit einem ungesünderen Gesundheitsverhalten, schlechterem subjektiven Gesundheitszustand und einer intensiveren Inanspruchnahme des Gesundheitssystems, etwa von Hausärzten, der Krankenhaus- oder Notfallversorgung einher. Damit unterstreichen die Ergebnisse einmal mehr die Bedeutung von Gesundheitskompetenz als wichtige Einflussgröße auf die Gesundheit und als Stellschraube für die Kosten im Gesundheitssystem. Gerade die Corona-Pandemie hat die Notwendigkeit eines kompetenten Umgangs mit Gesundheits- und Krankheitsinformation gezeigt. Umso wichtiger ist es, dass die Förderung von Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung aber auch im Gesundheits- und Bildungssystem stärker in den Fokus der Politik genommen wird.

Mit dem Internationalen Health Literacy Survey (HLS₁₉) wurde von bis 2019 bis 2020 eine neue international Erhebung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Ländern der WHO Region Europa vorbereitet und durchgeführt. Dabei sind Österreich, Belgien, Bulgarien, Tschechische Republik, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Irland, Israel, Italien, Norwegen, Portugal, Russland, Slowakei, Slowenien und die Schweiz. Ziel ist es zur Weiterentwicklung der Forschung über Gesundheitskompetenz in Europa beizutragen, eine Datenbasis für eine evidenzbasierte Gesundheitskompetenzpolitik zu schaffen, eine Grundlage für die Interventionsentwicklung bereitzustellen sowie die Bedeutung von Gesundheitskompetenz auf der politischen Ebene zu stärken.

Kontakt:
Prof’in Dr. Doris Schaeffer
Fakultät für Gesundheitswissenschaft
Telefon: 0521 106-4669
E-Mail: doris.schaeffer@uni-bielefeld.de

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof’in Dr. Doris Schaeffer
Fakultät für Gesundheitswissenschaft
Telefon: 0521 106-4669
E-Mail: doris.schaeffer@uni-bielefeld.de

Quelle: Pressemitteilung vom 09.11.2021
Sandra Sieraad Medien und News
Universität Bielefeld
https://idw-online.de/de/news779061
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Deutsche fühlen sich über Qualität im Gesundheitswesen schlecht informiert

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Bertelsmann Stiftung


Deutsche fühlen sich über Qualität im Gesundheitswesen schlecht informiert

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Nach 15 Jahren Qualitätsberichterstattung im deutschen Gesundheitswesen fühlen sich noch immer zwei Drittel der Menschen schlecht über die Leistungen von Arztpraxen, Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen informiert. Die Bertelsmann Stiftung und die Weisse Liste haben daher die bisherigen Maßnahmen um Qualitätstransparenz analysiert und Bilanz gezogen. Ziel müsste es sein, vorhandene Daten stärker für die Qualitätsberichterstattung zu nutzen und patientenrelevante Informationen genau dort bereitzustellen, wo sie im Versorgungsalltag benötigt werden.

Gütersloh, 23. März 2022. Die im deutschen Gesundheitswesen seit 15 Jahren betriebene, zum Teil recht aufwändige Qualitätsberichterstattung scheint ihr Ziel weitgehend zu verfehlen. Laut einer aktuellen Befragung von Kantar Emnid im Auftrag der Bertelsmann Stiftung fühlen Sie sich zu 64 Prozent bei der Suche nach einer Arztpraxis, Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung nicht ausreichend informiert. Das Gefühl der Unsicherheit fällt umso größer aus, je geringer der Bildungsabschluss ist. Zugleich geben 87 Prozent der Behauptung an, dass Einrichtungen der Gesundheitsversorgung gesetzlich dazu verpflichtet werden sollten, ihre Qualitätsdaten offenzulegen. „Es klafft eine große Lücke zwischen dem Informationsbedarf der Bevölkerung und dem, was das Gesundheitssystem derzeit aus sich heraus an Transparenz bietet“, sagt Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung. „Die offizielle Qualitätsberichterstattung bleibt deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück.“

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Dieses Fazit steht am Ende einer Bilanz der Qualitätstransparenz im deutschen Gesundheitswesen, die die Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit ihrem Projekt „Weiße Liste“ vorgelegt hat. „Das Resümee ist ernüchternd. Die Ergebnisse der Qualitätssicherung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen scheinen die Menschen mit den bisherigen Mitteln und Wegen kaum zu erreichen. Über die Qualität von Arztpraxen liegen praktisch keine belastbaren Daten vor“, erklärt Uwe Schwenk, Direktor des Gesundheitsprogramms der Bertelsmann Stiftung und Geschäftsführer der Weissen Liste gGmbH. „Dabei wäre Vieles, was in anderen Ländern schon üblich ist, auch in Deutschland ohne großen Zusatzaufwand möglich.“

Routinedaten und Patientenerfahrungen nutzen

Schon heute ließen sich Abrechnungs- und andere Routinedaten heranziehen, um über medizinische Leistungen und deren Qualität zu informieren. So könnten etwa konkrete, die eine Knochendichtemessung benötigen, gezielt nach Arztpraxen suchen, die diese Leistung auch anbieten. Trotzdem werden solche Möglichkeiten in der Bundesrepublik, anders als in anderen Ländern, bisher nicht konsequent genutzt. „Die Datenbasis in Deutschland bietet an sich viel Potenzial. Wir könnten für die Qualitätsberichterstattung schon heute sehr viel mehr daraus machen, ohne den Dokumentationsaufwand für die Einrichtungen zu erhöhen“, konstatiert Stefan Etgeton. „Dazu ist es notwendig, vorhandene Datenbestände allgemein zugänglich zu machen. Sie sind nicht das Eigentum der Ärzteschaft, der Krankenkassen oder des Staates, sondern ein öffentliches Gut.“

Eine weitere Quelle für Informationen über das Versorgungsgeschehen sind die Patientinnen und Patienten selbst. 82 Prozent der Betroffenen halten die Erfahrungen, die andere mit einer Arztpraxis, einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung gemacht haben, für wichtig, um deren Qualität zu beurteilen. Obwohl die Gesundheitsministerkonferenz bereits 2018 eine systematische Erhebung von Patientenerfahrungen in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens gefordert hat, ist davon bislang so gut wie nichts umgesetzt worden. Auch beim Einsatz von so genannten „Patient Reported Outcome Measures“ (PROM) bleibt Deutschland hinter Ländern wie England und Schweden zurück. Bei PROM-Verfahren berichten Patientinnen und Patienten anhand medizinischer Kriterien selbst, wie eine bestimmte Behandlung gewirkt hat.

Informationen in den Versorgungsprozess integrieren

Über den Umfang und die Beschaffenheit der Qualitätsdaten hinaus geht es auch um deren zielgenaue und situationsgerechte Nutzung im Versorgungsalltag. Zentral ist für den Informationsbedarf der Patientinnen und Patienten in der jeweiligen Behandlungssituation. 71 Prozent der Erwartungen von ihrer Hausarztpraxis Orientierungshilfe, etwa bei der Suche nach einem Krankenhaus. Dabei ließen sich für die Beurteilung der Versorgungsqualität die Fallzahlen heranziehen, die abbilden, wie oft eine Klinik bestimmte Operationen durchführt. Ob und inwieweit Ärztinnen und Ärzte allerdings die Daten der offiziellen Qualitätsberichterstattung zur Beratung nutzen, ist unklar. Digitale Hilfsmittel, wie die Praxissoftware oder die elektronische Patientenakte, könnten einen schnellen Zugriff auf relevante Informationen in der Sprechstunde ermöglichen.

Neben der Hausarztpraxis erwarten immerhin 62 Prozent der Befragten Orientierungshilfe in Sachen Qualität auch von Krankenkassen oder einer unabhängigen Institution, wie der Stiftung Warentest. „Es spricht viel dafür, die Akteure, die an einer sachgerechten und nutzerorientierten Qualitätsinformation interessiert sind, mit ihren Aktivitäten und Angeboten in einer übergreifenden, digital gestützten Plattform zusammenzuführen“, sagt Uwe Schwenk. Eine umfassende Qualitätsberichterstattung, die über die nötigen Daten verfügt, könnte ihr Potenzial am besten im Kontext eines digitalen Informations- und Leitsystems für Patientinnen und Patienten entfalten, das die seriösen Transparenzangebote bündelt und sie als festen Bestandteil in Behandlungsabläufe integriert.

Zusatzinformationen
Seit 2007 bereitet die Weisse Liste für Patientinnen und Patienten Qualitätsinformationen im Internet auf (www.weisse-liste.de). Träger des Projekts ist die Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit den maßgeblichen Patienten- und Verbraucherverbänden. Nach 15 Jahren Erfahrung im Bereich der Qualitätsberichterstattung haben Bertelsmann Stiftung und Weisse Liste eine Bilanz vorgelegt, die den Stand der Qualitätstransparenz im deutschen Gesundheitswesen kritisch resümiert und Vorschläge für einen Neustart skizziert. Dieses Bilanzpapier wurde vor seiner Veröffentlichung mit Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft sowie Patienten- und Verbraucherverbänden diskutiert. Die Befragung wurde von Kantar Emnid Ende Januar 2022 unter 1.027 Personen durchgeführt und ist repräsentativ.

Unser Experte:
Stefan Etgeton, Telefon: 030 275788-316
E-Mail: stefan.etgeton@bertelsmann-stiftung.de

Quelle: Pressemitteilung vom 23.02.2022
Pressestelle
Corporate Communications
Bertelsmann Stiftung
Carl-Bertelsmann-Straße 256 | 33311 Gütersloh | Deutschland
Telefon: +49 5241 81-81147 | Telefax : +49 5241 81-681147
E-Mail: pressestelle@bertelsmann-stiftung.de | www.bertelsmann-stiftung.de
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Große Hürden bei der Suche nach guten Gesundheitsinfos

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Große Hürden bei der Suche nach guten Gesundheitsinfos

(04.07.22) Den meisten Menschen in Deutschland fällt es schwer, gute Gesundheitsinformationen zu bekommen und zu bewerten. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes. So haben zwei von drei Befragten Schwierigkeiten zu beurteilen, ob Gesundheitsinformationen vertrauenswürdig sind. Davon besonders betroffen sind Personen mit schlechterem Gesundheitszustand. Die Umfrage zeige "wieder einmal die Benachteiligung vulnerabler Gruppen, die es in dieser Spanne nicht geben sollte", sagte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, am Montag (4. Juli).

Weitere Infos und die Umfrageergebnisse zum Download:
https://www.aok-bv.de/presse/pressemitt ... 25705.html

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Quelle: Mitteilung vom 04.07.2022
Web-Infomail des AOK-Bundesverbandes
Herausgeber:
AOK-Bundesverband
Webredaktion
Tel.: 030/220 11-200
Fax: 030/220 11-105
mailto:mailto:mailto:aok-mediendienst@bv.aok.de
https://www.aok-bv.de
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Häufig schlechterer Gesundheitszustand bei wohnungslosen Menschen

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Häufig schlechterer Gesundheitszustand bei wohnungslosen Menschen

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Eine Studie von Wissenschaftler:innen des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) liefert erstmals Daten zum Gesundheitszustand und der medizinischen Versorgung von wohnungslosen Menschen in Deutschland. Demnach leiden wohnungslose Menschen häufiger als die Allgemeinbevölkerung an somatischen und psychischen Erkrankungen. Im Vordergrund stehen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels. Hinsichtlich der vorliegenden psychischen Erkrankungen scheinen insbesondere Suchterkrankungen eine wichtige Rolle zu spielen. Die Migrationshistorie der Studienteilnehmenden wurde zudem als wichtiger Faktor für Gesundheit und Versorgung identifiziert.

Der Gesundheitszustand wohnungsloser Menschen in Deutschland und international ist in der Forschung bislang nur lückenhaft beschrieben worden. In einer nationalen multizentrischen Querschnittsstudie haben die UKE-Wissenschaftler:innen 651 wohnungslose Menschen in den Metropolregionen Hamburg, Frankfurt, Leipzig und München untersucht.
Fragebögen, laborchemische und klinische Untersuchungen bestätigen das zumeist häufigere Vorliegen von psychischen und körperlichen Erkrankungen bei wohnungslosen Menschen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Besonders häufig zeigten sich Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels.

„Darüber hinaus berichteten rund 23 Prozent der Studienteilnehmenden von einer ärztlich diagnostizierten psychischen Erkrankung. Bei rund 70 Prozent der wohnungslosen Menschen gab es zudem Hinweise auf das Vorliegen einer möglichen unbekannten psychischen Erkrankung“, erläutert Studienleiter Fabian Heinrich vom Institut für Rechtsmedizin des UKE.

Die Studienteilnehmenden wurden außerdem nach ihrer Migrationshistorie befragt: Allgemein sind wohnungslose Menschen nicht deutscher Herkunft häufiger ohne Obdach und ohne Krankenversicherung, Menschen aus dem EU-Ausland weisen zudem häufiger körperliche Erkrankungen auf. Psychische Erkrankungen treten wiederum eher unter wohnungslosen Menschen auf, die in Deutschland geboren wurden.

„Unsere Studie unterstreicht die Vulnerabilität wohnungsloser Menschen in Deutschland und legt einen ungedeckten Bedarf an psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungsangeboten nahe. Programme zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung wohnungsloser Menschen sollten insbesondere wohnungslose Migrant:innen berücksichtigen“, sagt Studienleiterin Franziska Bertram.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Fabian Heinrich
Institut für Rechtsmedizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Telefon: 040 7410-52127
fa.heinrich@uke.de

Originalpublikation:
Franziska Bertram et.al. The mental and physical health of the homeless—evidence from the National Survey on Psychiatric and Somatic Health of Homeless Individuals (the NAPSHI study). Deutsches Ärzteblatt, Dezember 2022. DOI: 10.3238/arztebl.m2022.0357

Quelle: Pressemitteilung vom 20.12.2022
Saskia Lemm Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
https://idw-online.de/de/news806950

Anhang
attachment icon Häufig schlechterer Gesundheitszustand bei wohnungslosen Menschen > https://idw-online.de/de/attachment97446
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Gesundheitsinformationen für benachteiligte Menschen: Zugang vor allem über persönliche Kontakte

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Gesundheitsinformationen für benachteiligte Menschen: Zugang vor allem über persönliche Kontakte

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Gesundheitsinformationen für benachteiligte Menschen: Zugang vor allem über persönliche Kontakte
IQWiG-Team stellt Ergebnisse einer qualitativen Bedarfsanalyse mit benachteiligten Familien und Alleinerziehenden sowie älteren Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz vor.


Für benachteiligte Familien und Alleinerziehende sowie ältere Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz ist der Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsinformationen oft erschwert. Vor diesem Hintergrund hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) eine qualitative Bedarfsanalyse in Auftrag gegeben, um mehr über die Bedürfnisse dieser Menschen, gewünschte Formate und geeignete Vermittlungskanäle zu erfahren. Aus den Ergebnissen leitet das IQWiG-Team Empfehlungen für die Erstellung und Verbreitung von Gesundheitsinformationen ab, um diese Gruppen noch besser zu unterstützen.

Ähnliche Bedürfnisse, andere Zugangswege

In einem Artikel in der Zeitschrift ZEFQ stellen Beate Zschorlich, Beate Wiegard und Klaus Koch aus dem IQWiG-Ressort Gesundheitsinformation zusammen mit Nicole Warthun vom beteiligten Marktforschungsinstitut com.X nun die Ergebnisse der Bedarfsanalyse vor. Benachteiligte Familien sowie ältere Menschen mit einer geringen Gesundheitskompetenz haben ähnliche Ansprüche an Gesundheitsinformationen wie andere: Sie wollen sich ein Bild über die Möglichkeiten machen, selbst aktiv werden und mitentscheiden, wenn es um ihre Gesundheit geht. Direkte Empfehlungen für eine Behandlungsoption lehnen auch sie mehrheitlich ab.

Persönliche Kontakte zu Vermittlerinnen und Vermittlern etwa in Sozialberatungen, Arztpraxen und aus dem persönlichen Umfeld sind bei Gesundheitsfragen allerdings von herausragender Bedeutung – auch für den Zugang zu schriftlichen Informationen. Um den Bedarf dieser Menschen zu decken, sind auf sie zugeschnittene Gesundheitsinformationen erforderlich, die zugleich Vermittlerinnen und Vermittler in ihrer Arbeit unterstützen, lautet daher eine zentrale Schlussfolgerung des Teams.

Originalpublikation:
https://www.sciencedirect.com/science/a ... via%3Dihub

Weitere Informationen:
https://www.iqwig.de/presse/pressemitte ... 94848.html

Quelle: Pressemitteilung vom 06.06.2023
Jens Flintrop Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
https://idw-online.de/de/news815603
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Bildung und Gesundheit. Wie lange die Mutter eine Schule besucht hat, entscheidet mit über die Gesundheit ihrer Kinder

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Bildung und Gesundheit. Wie lange die Mutter eine Schule besucht hat, entscheidet mit über die Gesundheit ihrer Kinder

Sozioökonomisch benachteiligte Kinder sind weniger gesund. Eine neue Studie hat nun das Augenmerk auf den Faktor „Bildung“ gelegt und
festgestellt, dass dieser über die Generationen hinweg einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Kinder hat.
... (weiter lesen unter) ... > https://www.demografische-forschung.org ... fo2302.pdf
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Neue Datenauswertung zeigt erstmals empfehlenswerte Krankenhäuser für bestimmte Behandlungen

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Bertelsmann Stiftung

Neue Datenauswertung zeigt erstmals empfehlenswerte Krankenhäuser für bestimmte Behandlungen

In der neuen Version der unabhängigen Online-Krankenhaussuche der Weissen Liste können Patientinnen und Patienten auf einen Blick erkennen, welche Kliniken für die drei typischen Behandlungsfälle Brustkrebs-OP sowie Knie- und Hüftgelenksersatz empfehlenswert sind. Grundlage für die wissenschaftlich fundierte Bewertung bilden die gesetzlichen Qualitätsberichte der Krankenhäuser, Patientenbefragungen und Fallzahlen sowie anerkannte Zertifizierungen. Die Ergebnisse sind sowohl bundesweit als auch nach Bundesland und für bestimmte Regionen abrufbar.


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Gütersloh, 6. Juli 2023. Die Weisse Liste hat ihre unabhängige Online-Krankenhaussuche grundlegend überarbeitet und um eine für Patientinnen und Patienten wichtige Funktion erweitert. Das Projekt der Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit den großen Patienten- und Verbraucherverbänden gibt auf www.weisse-liste.de nun erstmals wissenschaftlich fundiert Auskunft darüber, welche Krankenhäuser für eine bestimmte Behandlung gesichert empfehlenswert sind. Umgekehrt zeigt das Portal aber auch an, wenn eine Klinik für die angebotene Behandlung als nicht empfehlenswert eingestuft wird. Entsprechende Qualitätseinschätzungen nimmt die Krankenhaussuche aktuell für drei häufig vorkommende medizinische Eingriffe vor: Brustkrebs-Operationen sowie das Einsetzen künstlicher Hüft- und Kniegelenke. Diese Behandlungsanlässe sind in der Regel keine Notfälle, sondern rechtzeitig planbar. Daher kann es sich lohnen, ein womöglich weiter entferntes, dafür besser geeignetes Krankenhaus zu wählen. Patientinnen und Patienten haben die Möglichkeit, nach empfehlenswerten Krankenhäusern in ihrem nahen und weiteren Umkreis, auf Ebene der Bundesländer oder bei Bedarf auch deutschlandweit zu suchen.

Die neue Suchfunktion soll dazu beitragen, die Transparenz über die Qualität von Krankenhausbehandlungen zu erhöhen. Dazu werden Kliniken für die jeweilige Behandlung in eine von drei Kategorien eingestuft: von unter- bis überdurchschnittlich, im Portal symbolisiert durch ein bis drei Sterne. Für die Bewertung werden vier wichtige Qualitätsaspekte gleichwertig verrechnet: Daten zur jeweiligen Behandlungsqualität, Kriterien zur Patientensicherheit und Hygiene, spezifische Eignungskriterien sowie die Weiterempfehlung des Krankenhauses durch andere Patientinnen und Patienten. Eine ausdrückliche Empfehlung erhalten darüber hinaus nur solche Krankenhäuser, die der Berechnung zufolge zu den Besten gehören, die keine Qualitätsmängel aufweisen und die für die gesuchte Behandlung über besonders viel Erfahrung in Form hoher Fallzahlen verfügen. Zusätzlich müssen sie als Zentrum für die jeweilige Behandlung zertifiziert sein. Eine schlechte Bewertung für eine bestimmte Behandlung bedeutet laut der Weissen Liste wiederum nicht, dass das betreffende Krankenhaus auch für andere Behandlungsanlässe oder insgesamt ungeeignet ist. Eine Klinik könne etwa Defizite bei Brustkrebs-Operationen haben aber zugleich eine sehr hohe Qualität beim Ersatz von Kniegelenken aufweisen.

Möglichst immer für ein spezialisiertes Krankenhaus entscheiden

„Patientinnen und Patienten können nicht davon ausgehen, dass jedes Krankenhaus jede Behandlung gleich gut beherrscht“, sagt Johannes Strotbek, Senior Projektmanager bei der Weissen Liste. Daher solle man sich möglichst immer für ein Krankenhaus entscheiden, das auf die jeweilige Behandlung spezialisiert sei, so der Experte.

Die neue Qualitätseinschätzung basiert auf einem sogenannten „Composite Measure“, der in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth entwickelt wurde. Als Datenquelle für die Berechnung dieser Kennzahl dienen vor allem die gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsberichte der Krankenhäuser. Zudem fließen die Ergebnisse der Patientenbefragungen der Weissen Liste und den Krankenkassen AOK und KKH sowie die Zentrumszertifizierungen der medizinischen Fachgesellschaften mit ein.

„Die Wahl des passenden Krankenhauses ist eine der wichtigsten und zugleich oftmals schwierigsten Entscheidungen. Deshalb kommt gesicherten Auskünften zur Behandlungsqualität eine große Bedeutung zu. Die neue Suchfunktion im Portal der Weissen Liste schafft mit ihrer objektiven und kompakten Qualitätseinschätzung die nötige Transparenz und bietet damit Patientinnen und Patienten eine gute Informationsgrundlage“, sagt Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen.

Ein Novum für die Klinikbewertung in Deutschland

Die Einstufung von Krankenhäusern anhand einer wissenschaftlich fundierten, zusammenfassenden Qualitätskennzahl stellt ein Novum für die Klinikbewertung in Deutschland dar. „Wir wissen aus Studien, dass eine sachgerechte Zusammenfassung der vielen Qualitätsdaten die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Patientinnen und Patienten das geeignetste Krankenhaus finden“, erklärt Johannes Strotbek. Das hat die Weisse Liste nun modellhaft für bestimmte Behandlungen umgesetzt. Die Weisse Liste versteht ihre Lösung aber in erster Linie als methodische Anregung für andere öffentliche Krankenhaus-Vergleichsangebote.

Zusatzinformationen:
Seit 2008 bereitet die Weisse Liste für Patientinnen und Patienten Qualitätsinformationen im Internet auf, die Krankenhaussuche wurde seither fortlaufend weiterentwickelt. Die Weisse Liste ist ein Projekt der Bertelsmann Stiftung. Strategische Partner und Co-Initiatoren der Weissen Liste sind die Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen. Die Verbände begleiten das Projekt mit Blick auf die Interessen von Patientinnen und Patienten sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Weiterführende Links:
Informationen über die Weisse Liste: www.weisse-liste.de/projekt
Erläuterung der Methodik und häufige Fragen: www.weisse-liste.de/composite-measure
Studien und Empfehlungen zur Qualitätsberichterstattung: www.weisse-liste.de/weissbuch

Kontakte für Rückfragen:
Johannes Strotbek, Telefon: 030 27 57 88 320
E-Mail: johannes.strotbek@weisse-liste.de
Hannah Wehling: 030 27 57 88 326
E-Mail: hannah.wehling@weisse-liste.de

Über die Bertelsmann Stiftung: Menschen bewegen. Zukunft gestalten.
Die Bertelsmann Stiftung setzt sich dafür ein, dass alle an der Gesellschaft teilhaben können – politisch, wirtschaftlich und kulturell. Unsere Programme: Bildung und Next Generation, Demokratie und Zusammenhalt, Digitalisierung und Gemeinwohl, Europas Zukunft, Gesundheit, Nachhaltige Soziale Marktwirtschaft. Dabei stellen wir die Menschen in den Mittelpunkt. Denn die Menschen sind es, die die Welt bewegen, verändern und besser machen können. Dafür erschließen wir Wissen, vermitteln Kompetenzen und erarbeiten Lösungen. Die gemeinnützige Bertelsmann Stiftung wurde 1977 von Reinhard Mohn gegründet. Weitere Informationen: www.bertelsmann-stiftung.de

Quelle: Pressemitteilung vom 06.07.2023
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Bildung der Eltern beeinflusst Gesundheit der Kinder ein Leben lang

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Bildung der Eltern beeinflusst Gesundheit der Kinder ein Leben lang

Nicht nur die Bildungschancen, sondern auch die Gesundheit von Kindern werden wesentlich vom Elternhaus geprägt – mit lebenslangen Folgen für das Wohlbefinden. Neue Analysen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) haben den engen Zusammenhang zwischen der Gesundheit im Erwachsenenalter und dem Bildungsabschluss der Eltern mit aktuellen Daten belegt. Demnach sind Menschen aus bildungsfernen Familien noch im Erwachsenenalter häufiger übergewichtig und schätzen ihre eigene Gesundheit schlechter ein als Kinder höher gebildeter Eltern. Die Daten der Untersuchung basieren auf der familiendemografischen Langzeitbefragung FReDA.

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So hat fast die Hälfte der Befragten im Alter zwischen 18 und 50 Jahren, deren Eltern kein Abitur haben, einen Body-Mass-Index von über 25 und gilt damit als übergewichtig. Bei Personen, deren Eltern beide das Abitur haben, beträgt der Anteil der Übergewichtigen nur knapp ein Drittel. Gleichzeitig fühlen sich Menschen aus einem gebildeten Elternhaus gesünder: 77 Prozent beurteilen ihren eigenen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut, bei Kindern von Eltern ohne Abitur sind es mit 66 Prozent weniger. „Unsere Analysen belegen eine deutlich schlechtere Gesundheit bei Menschen mit niedrig gebildeten Eltern“, erklärt Dr. Mathias Huebener vom BiB die Ergebnisse.

Für die ausgeprägten gesundheitlichen Unterschiede, die sich nach dem Bildungsniveau der Eltern abzeichnen, gibt es zahlreiche Erklärungen: Zunächst erzielen Kinder aus gebildeteren Familien häufig bessere Bildungsergebnisse sowie höhere Einkommen in körperlich weniger beanspruchenden Tätigkeiten, was bereits zu einer besseren Gesundheit beitragen kann. Des Weiteren unterscheidet sich mit dem Bildungsstand der Eltern auch das soziale Umfeld, in dem Kinder aufwachsen und durch gesundheitsbezogene Lebensweisen geprägt werden. Bessere Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, die in der Familie und dem Umfeld mitgeprägt werden, könnten bis ins Erwachsenenalter positiv nachwirken.

Die Autorinnen und Autoren der Studie empfehlen, Bildungsdefizite rechtzeitig zu vermeiden. „Langfristig wird sich die schlechtere gesundheitliche Verfassung in einer geringeren Lebenserwartung ausdrücken“, meint Mitautorin Dr. Mara Barschkett. Daher sei es wichtig, bestehenden Nachteilen früh im Leben entgegenzuwirken. „Ein Ansatz ist, Kindern unabhängig vom elterlichen Hintergrund den Zugang zu qualitativ guter Bildung zu ermöglichen.“ Derartige Investitionen begünstigen nicht nur den eigenen Lebensverlauf, sondern verbessern auch die Chancen nachfolgender Generationen und nutzen das Potenzial der Menschen unserer Gesellschaft besser, worauf es beim demografischen Wandel immer mehr ankommen wird.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Mathias Huebener
Tel. 0611 75 2991
mathias.huebener@bib.bund.de

Dr. Maras Barschkett
Tel. 0611 75 9408
mara.barschkett@bib.bund.de

Originalpublikation:
- www.bib.bund.de/Publikation/2023/Eltern ... nn=1213826
- https://www.bib.bund.de/Publikation/202 ... onFile&v=1

Quelle: Pressemitteilung vom 07.11.2023
Dr. Christian Fiedler Pressestelle
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB)
https://idw-online.de/de/news823439
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Health 2023 - Mehr Handlungsfähigkeiten und Stärkung der Gesundheitskompetenz nötig

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PRESSEMELDUNG
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Berlin (09. November 2023, Nr. 46/2023)


Health 2023 - Mehr Handlungsfähigkeiten und Stärkung der Gesundheitskompetenz nötig

Auf der Handelsblatt Jahrestagung Health 2023 fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Versorgung neu denken: Wo liegt die Zukunft von Präventionsleistungen, Patienten-Sequenzierung und einer neuen Therapie-Bereitschaft?“ statt. Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), betonte dabei:

„Deutschlands Bevölkerung wurde über 50 Jahre hinweg darauf konditioniert, dass nur der Arzt über ihre Gesundheit entscheidet. In der ambulanten Pflege sind täglich hunderttausende professionell Pflegende bei den Patienten und Pflegebedürftigen tätig. Es ist an der Zeit, den Schatz an Informationen und Fähigkeiten, den die Profession besitzt, zu nutzen. Die Pflegenden müssen befähigt werden, ihre Kompetenzen wahrzunehmen und Heilkunde auszuüben.

Es ist dringend erforderlich, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken. Dies wird auch durch die Diskussion um die Rettungsstellen deutlich. Viele Menschen wissen nicht, wie sie zum Beispiel mit Bauchschmerzen umgehen sollen. Wir haben es versäumt, bereits im Kindergarten und in den Schulen Gesundheitskompetenzen zu vermitteln. Gesundheit sollte auf den Stundenplan gehören. Es ist eine enorme Chance, die wir auch zur Entlastung unseres Systems nutzen müssen.“

Download Pressemitteilung > https://deutscher-pflegerat.de/professi ... tteilungen

Ansprechpartner*in:
Christine Vogler
Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Michael Schulz
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
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Der Deutsche Pflegerat als Dachverband vertritt die geeinten Interessen der Berufsverbände und nicht die einzelnen Partikularinteressen der Verbände. Unterschiedliche Positionen und Meinungen einzelner Verbände können sichtbar sein und die Vielfalt der pflegerischen Profession widerspiegeln. Dieses berührt nicht die gemeinsamen Ziele und Intentionen des Deutschen Pflegerats.

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 18 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,7 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
Präsidentin des Deutschen Pflegerats ist Christine Vogler. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Annemarie Fajardo.

Mitgliedsverbände:
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Endoskopiefachberufe e.V. (DEGEA); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Initiative Chronische Wunden e.V. (ICW); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands e.V. (VPU).
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