Demenz - Demenzdiagnose - Demenztest

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WernerSchell
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Ein gesunder Lebensstil kann die Auswirkungen lebensverkürzender Gene zum Teil kompensieren

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Ein gesunder Lebensstil kann die Auswirkungen lebensverkürzender Gene zum Teil kompensieren

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Hangzhou – Ein gesunder Lebensstil könnte die Auswirkungen von lebensverkürzenden Genen um mehr als 60 % ausgleichen. Gleichzeitig ist eine ungesunde Lebensweise mit 78 % erhöhtem Sterberisiko verbunden, unabhängig von der genetischen Ausstattung. Das berichtet eine chinesische Arbeitsgruppe in der Zeitschrift BMJ Evidence Based Medicine (2024; DOI: 10.1136/bmjebm-2023-112583).
… (weiter lesen unter) --- > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... 7ac2e8834e
WernerSchell
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S2k-Leitlinie Einwilligung von Menschen mit Demenz in medizinische Maßnahmen

Beitrag von WernerSchell »

S2k-Leitlinie Einwilligung von Menschen mit Demenz in medizinische Maßnahmen
> https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/108-001

Siehe auch
> Leitlinien Langfassung > https://register.awmf.org/assets/guidel ... -10_01.pdf
> Leitlinienreport > https://register.awmf.org/assets/guidel ... 019-12.pdf



Weiter informiert die Buchveröffentlichung von
Matthé Scholten/Julia Haberstroh (Autoren):

Entscheidungsassistenz und Einwilligungsfähigkeit bei Demenz
Ein Manual für die klinische Praxis und Forschung

Siehe dazu die weiteren Hinweise unter > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 589#p12589
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Transkranielle Pulsstimulation (TPS) und das Patientenrecht

Beitrag von WernerSchell »

Transkranielle Pulsstimulation (TPS) und das Patientenrecht

Es wurde mehrfach kritisch zur Transkranielle Pulsstimulation (TPS) informiert und verdeutlicht, dass es als absolut verfrüht erscheint, TPS als neue effektive Therapieform der Alzheimer-Erkrankung oder anderer Erkrankungen des Gehirns anzusehen und zu bewerben (siehe u.a. > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 938#p10938 ). Zusätzlich ergeben sich auch wichtige Fragen der Einwilligungsfähigkeit der jeweiligen Patienten. Insoweit verdeutlichen die „S2k-Leitlinie Einwilligung von Menschen mit Demenz in medizinische Maßnahmen“ (> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 592#p12592 ) sowie die Buchveröffentlichung „Entscheidungsassistenz und Einwilligungsfähigkeit bei Demenz (> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 589#p12589 ) die entsprechenden rechtlichen Aspekte und zeigen auf, wie ggf. damit umzugehen ist.
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Demenz und Bluthochdruck

Beitrag von WernerSchell »

Demenz und Bluthochdruck: Wissenschaftler sind sich einig: Ein normaler Blutdruck schützt definitiv das Gehirn vor einem Schlaganfall. Doch lässt sich durch Senken eines erhöhten Blutdrucks auch die Gefahr verringern, dass sich eine Demenz entwickelt? Inzwischen gibt es dazu interessante Erkenntnisse. - FAZIT: Die Behandlung erhöhter Blutdruckwerte nutzt in jedem Alter und schützt dabei nicht nur vor einem akuten Schlaganfall oder anderen Herz-Kreislauf-Ereignissen. Auch längerfristig zahlt es sich aus, da es seltener zu einer Demenz kommt. Daher der Appell: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck und gehen Sie bei erhöhten Werten zum Arzt, um Herz und Hirn zu schützen.
…Weiter lesen … > https://news.herzstiftung.de/go/7/5VNUS ... R2RGQ.html
WernerSchell
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Mit gesundem Lebensstil Alzheimererkrankung vermeiden

Beitrag von WernerSchell »

Mit gesundem Lebensstil Alzheimererkrankung vermeiden


Alzheimer kann jeden treffen. Und bis heute ist nicht vollständig geklärt, warum manche Menschen erkranken und andere nicht. Aber wir wissen, dass es Risikofaktoren gibt, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an Alzheimer oder einer anderen Demenz zu erkranken. Einige davon sind unvermeidbar, wie das Alter oder eine genetische Veranlagung. Anderen kann man vorbeugen, indem man sich gesund ernährt, sich ausreichend bewegt und sein Gehirn aktiv und fit hält.

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Bis zu 40 Prozent aller Alzheimer-Erkrankungen könnten durch einen gesunden Lebensstil verhindert werden. Daher ist es so wichtig, dass wir uns bewusst ernähren und saisonale, nährstoffreiche Lebensmittel in unseren Speiseplan integrieren.

Um dir dabei zu helfen, haben wir einen saisonalen Ernährungskalender erstellt, der dir zeigt, welche Obst- und Gemüsesorten gerade Saison haben und warum diese besonders gut sind, um Demenzen vorzubeugen. Dieser Kalender unterstützt dich dabei, das Beste aus den jeweiligen Jahreszeiten herauszuholen und deine Ernährung optimal auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen.


Zum Download > https://www.alzheimer-forschung.de/alzh ... enderInnen

Quelle: Pressemitteilung vom 10.06.2024
Dr. Anne Pfitzer-Bilsing
Leiterin Wissenschaft
Alzheimer Forschung Initiative e.V.


Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)
Stiftung Alzheimer Initiative gGmbH (SAI)
Kreuzstr. 34 | 40210 Düsseldorf
Postfach 20 01 29 | 40099 Düsseldorf
Tel.: 0211 - 86 20 66 0 und
Tel.: 0800 - 200 400 1 (gebührenfrei)
Fax: 0211 - 86 20 66 11
E-Mail: info@alzheimer-forschung.de



+++
Siehe auch die Hinweise von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk:

Gesunde Lebensführung stärkt das Immunsystem und kann einige Krankheiten, wie z.B. Herz-Kreislaufkrankheiten, Diabetes-Typ2, Krebs und Demenz, vermeiden helfen; zumindest ist ein deutliches Hinauszögern einer Erkrankung erreichbar. Möglich ist auch, dass sich eingetretene Gesundheitsstörungen ganz oder teilweise zurückbilden! … Weitere Informationen > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 2426#p2426
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Gutes Leben

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„Wie bei einem Theaterstück kommt es beim Leben nicht darauf an, wie lange des dauert, sondern wie gut es gespielt wird.“ - Lucius Annaeus Seneca (römischer Philosoph, gest. 65 n. Chr.).

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Lebensmotto trotzdem … „Jeden Tag aufstehen, machen, weitermachen, Atmen und nicht jammern!

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Lebensmotto trotzdem … „Jeden Tag aufstehen, machen, weitermachen, Atmen und nicht jammern!
Elke Heidenreich (81, Buchautorin u.a.: „Altern“ … > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... f=7&t=1128 ) in einem Interview in „chrismon“, Juli 2024: „So jung sein wie du? Bloß nicht!“. Dieses Lebensmotto kann angesichts möglicher Probleme mit dem Altern und damit verbundener Krankheiten und Beschwerden hilfreich sein.

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WernerSchell
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World Brain Day 2024: Zu viel Zucker versalzt die Hirngesundheit

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World Brain Day 2024: Zu viel Zucker versalzt die Hirngesundheit


Der internationale „World Brain Day“ am 22. Juli 2024 stellt die Prävention von neurologischen Erkrankungen wie Parkinson, Demenz, Schlaganfall oder Migräne in den Vordergrund. Allein 40 % aller Demenzfälle und 90 % aller Schlaganfälle wären vermeidbar. Dennoch steigt weltweit die Krankheitslast von neurologischen Krankheiten – verstärkte Anstrengungen in Sachen Prävention sind also dringend erforderlich. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Hirnstiftung möchten anlässlich des Aktionstags den Fokus auf den viel zu hohen Zuckerkonsum lenken. Denn er schädigt die Hirngesundheit.

Die „Global Burden of Diseases“-Studie [1] untersucht seit 1990 im Auftrag der Bill & Melinda Gates-Stiftung die Zahl der Todesfälle sowie die Zahl der verlorenen Lebensjahre für insgesamt 288 Erkrankungen. Aktuell wurde die Auswertung des Jahres 2021 publiziert – und es befinden sich gleich zwei neurologische Erkrankungen, Schlaganfall und Demenzen, unter den zehn häufigsten Todesursachen. Das illustriert, wie wichtig Präventionsmaßnahmen zur Gesunderhaltung des Gehirns sind. Dazu zählt ein gesunder, aktiver Lebensstil mit ausreichend Bewegung und Schlaf, aber auch die Vermeidung von schädlichen Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder anderer Drogen und Schadstoffe.

Deutsche essen zu viel Zucker
Zum Brain Health Day 2024 nehmen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie und die Deutsche Hirnstiftung Zucker als „neurotoxische“ Substanz in den Blick. „Natürlich ist es so, dass hier die Dosis das Gift macht, denn das Gehirn als Höchstleistungsorgan des Körpers benötigt Glukose, um zu funktionieren. Das ist der Grund, warum unterzuckerte Menschen ohnmächtig werden“, erklärt Prof. Dr. Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung. „Doch bei einer dauerhaften Erhöhung des Blutzuckerspiegels durch zu viele und zu üppige Mahlzeiten und durch das ständige Naschen und „Snacken“ nebenbei bringen wir das Fass zum Überlaufen und befeuern die Entstehung von neurologischen Krankheiten, allem voran auch von Demenz und Schlaganfällen.“ Der Zucker-Pro-Kopf-Verbrauch lag im Wirtschaftsjahr 2021/22 bei 33,2 kg – und war damit fast doppelt so hoch wie empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) spricht sich dafür aus, dass maximal zehn Prozent der Energie aus Zucker stammen sollte [2]. Bei 2.000 Kilokalorien (durchschnittlicher Kalorienbedarf pro Tag) sind das 50 Gramm pro Tag, also 18 kg im Jahr. Dazu zählt nicht nur der zugesetzte Zucker, sondern auch der natürlich enthaltene, z. B. in Früchten, Honig oder Säften.

Wie Zucker die Hirngesundheit schädigt und zum „Demenztreiber“ wird
Doch was macht Zucker im Gehirn? Zum einen schädigen hohe Blutzuckerspiegel die Hirngefäße und führen zu Ablagerungen an den Gefäßwänden, die die Gefäße verengen und die Blutzufuhr und damit die Versorgung der Gehirnzellen mit Nährstoffen drosseln. Das kann zu verschiedenen Einschränkungen führen – je nachdem welcher Teil des Gehirns „unterversorgt“ ist – und am Ende sogar eine vaskuläre Demenz nach sich ziehen. Diese ist nach der Alzheimer-Form die häufigste Ursache einer Demenz ist. In Deutschland erkranken jährlich etwa 250.000 Menschen an einer Demenz, davon 15 bis 25 Prozent an einer solchen gefäßbedingten Demenz [3]. Das sind allein zwischen 40.000 und 60.000 neu Erkrankte pro Jahr.

Hinzu kommt, dass komplexe Zuckermoleküle im Gehirn, sogenannte Glykosaminoglykane, auch direkt die Kognition einschränken können. Sie beeinträchtigen die Funktion der Synapsen, den Schaltstellen zwischen den Nervenzellen und somit die neuronale Plastizität. Es handelt sich dabei um die Fähigkeit von Nervenzellen und Gehirnarealen, sich anzupassen und bei Bedarf zu erweitern, eine wichtige Eigenschaft für die kognitive Entwicklung und das Lernen. Das zeigten experimentelle Daten, die im letzten Jahr auf dem Kongress der „American Chemical Society“ vorgestellt wurden [4]. Bereits vor 20 Jahren hatte eine Studie ergeben, dass eine fett- und zuckerreiche Kost die neuronale Plastizität stört und langfristig auch die Funktion unseres Gedächtnisareal im Gehirn, den Hippocampus, beeinträchtigt [5]. Eine aktuelle, große Metaanalyse [6] kommt zu ähnlichen Erkenntnissen: In den 2 bis 12 Stunden nach Zuckerkonsum erhöht sich zwar kurzfristig die geistige Leistungsfähigkeit, aber durch einen dauerhaften Zuckerkonsum wird die kognitive Funktion nachhaltig geschädigt.

Außerdem gibt es noch eine indirekte hirnschädigende Wirkung von zu hohem Zuckerkonsum auf das Gehirn, via Diabetes mellitus. Seit den 90iger Jahren ist bekannt, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes ein deutlich erhöhtes Demenzrisiko aufweisen und man nimmt an, dass der Glukose-Stoffwechsel auch in den Neuronen gestört ist und so zur Entstehung der Alzheimer-Erkrankung beiträgt [7], zumal auch Insulin bei der Entstehung der Alzheimerplaques eine Rolle spielt [8].

Warum es uns so schwer fällt, auf Zucker zu verzichten
Die DGN und die Deutsche Hirnstiftung raten zu einem bewussten, möglichst geringen Zuckerkonsum. Leider fällt das vielen Menschen schwer – und die Gründe dafür sind ebenfalls im Gehirn zu verorten. So konnte man nachweisen, dass schon nach einer kleinen „Dosis“ Zucker der Darm über den Vagusnerv Signale an das Gehirn sendet, um dort ein starkes Verlangen nach weiterem Zuckerkonsum auszulösen [9]. „Das könnte der Grund dafür sein, dass manche nach einem Stück Schokolade schnell mal die ganze Tafel aufgegessen haben“, kommentiert Prof. Dr. Erbguth diese Forschungsergebnisse. „Außerdem wird bei Zuckerkonsum im Gehirn Dopamin ausgeschüttet, ein ‚Wohlfühlhormon‘, was dazu führt, dass man immer mehr davon haben möchte. „Es ist sinnvoll, durch weitgehenden Verzicht auf Zucker diesem Teufelskreis zu entgehen“, erklärt Prof. Dr. Peter Berlit, Generalsekretär und Pressesprecher der DGN. „Die Anstrengung lohnt sich, allein 40 % aller Demenzfälle und 90 % aller Schlaganfälle sind vermeidbar und viele von ihnen gehen auf das Konto von Industriezucker.“

Gemeinsam mit der Deutsche Hirnstiftung unterstützt die DGN die politische Forderung, Steuer auf besonders zuckerhaltige Getränke zu erheben. Doch auch viele andere Lebensmittel enthalten versteckten Zucker, wie z. B. Joghurts oder Tomatenketchup. Auch Alkohol lässt den Blutzuckerspiegel stark ansteigen.

[1] GBD 2021 Causes of Death Collaborators. Global burden of 288 causes of death and life expectancy decomposition in 204 countries and territories and 811 subnational locations, 1990-2021: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2021. Lancet. 2024 May 18;403(10440):2100-2132. doi: 10.1016/S0140-6736(24)00367-2. Epub 2024 Apr 3. Erratum in: Lancet. 2024 May 18;403(10440):1988. doi: 10.1016/S0140-6736(24)00824-9. PMID: 38582094; PMCID: PMC11126520.
[2] https://www.dge.de/wissenschaft/stellun ... tellungnah...
[3] https://gesund.bund.de/vaskulaere-demenz#risikofaktoren
[4] American Chemical Society. https://www.acs.org/pressroom/newsrelea ... rain-plast...
[5] Molteni R, Barnard RJ, Ying Z, Roberts CK, Gómez-Pinilla F. A high-fat, refined sugar diet reduces hippocampal brain-derived neurotrophic factor, neuronal plasticity, and learning. Neuroscience. 2002;112(4):803-14. doi: 10.1016/s0306-4522(02)00123-9. PMID: 12088740.
[6] Gillespie KM, White MJ, Kemps E, Moore H, Dymond A, Bartlett SE. The Impact of Free and Added Sugars on Cognitive Function: A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients. 2023 Dec 25;16(1):75. doi: 10.3390/nu16010075. PMID: 38201905; PMCID: PMC10780393.
[7] Sandhir R, Gupta S. Molecular and biochemical trajectories from diabetes to Alzheimer's disease: A critical appraisal. World J Diabetes. 2015 Sep 25;6(12):1223-42. doi: 10.4239/wjd.v6.i12.1223. PMID: 26464760; PMCID: PMC4598605.
[8] Kandimalla R, Thirumala V, Reddy PH. Is Alzheimer's disease a Type 3 Diabetes? A critical appraisal. Biochim Biophys Acta Mol Basis Dis. 2017 May;1863(5):1078-1089. doi: 10.1016/j.bbadis.2016.08.018. Epub 2016 Aug 25. PMID: 27567931; PMCID: PMC5344773.
[9] Tan HE, Sisti AC, Jin H et al. The gut-brain axis mediates sugar preference. Nature 2020 Apr;580(7804):511-516. doi: 10.1038/s41586-020-2199-7. Epub 2020 Apr 15. PMID: 32322067; PMCID: PMC7185044.

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
Pressesprecher: Prof. Dr. med. Peter Berlit
Leiterin der DGN-Pressestelle: Dr. Bettina Albers
Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V.
Friedrichstraße 88
10117 Berlin
Tel.: +49 174 2165629
E-Mail: presse@dgn.org
Web: https://dgn.org

Weitere Informationen:
http://www.dgn.org
http://www.hirnstiftung.org

Quelle: Pressemitteilung vom 09.07.2024
Dr. Bettina Albers Pressestelle der DGN
Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.
https://idw-online.de/de/news836660
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Veränderungen des Lebensstils unterstützten Senkung des Demenzrisikos

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Veränderungen des Lebensstils unterstützten Senkung des Demenzrisikos

Derzeit leben in Deutschland etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Durch die gestiegene Lebenserwartung wird der Anteil weiter wachsen: Auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes rechnen Expert:innen mit bis zu zwei Millionen Fällen im Jahr 2033. Erstmals wurde eine Interventionsstudie zur Vorbeugung geistiger Abbauprozesse bei älteren Hausarztpatient:innen durchgeführt. Die Ergebnisse sind unter Federführung der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig entstanden und in der Fachzeitschrift „Alzheimer’s & Dementia“ veröffentlicht worden.

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Die Studienmaßnahmen umfassten die Optimierung der Ernährung und der Medikation sowie eine Steigerung der körperlichen, sozialen und geistigen Aktivität.

Das Wissen zu beeinflussbaren Risikofaktoren, die eine Demenz verzögern oder gar verhindern, hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. So können zum Beispiel ausreichend Bewegung, gute soziale Integration und gesunde Ernährung dazu beitragen, die geistige Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Zur Prävention von Demenz haben sich solche Veränderungen des Lebensstils als besonders effektiv herausgestellt, die mehrere Risikofaktoren gleichzeitig adressieren. Erste Interventionsstudien aus anderen Ländern zeigen, dass Änderungen des Lebensstils auch im höheren Alter effektiv sein können, um den Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit zu verhindern.

Eine Studie mit sogenannter Multikomponenten-Intervention bei älteren Personen wurde nun auch erstmals in Deutschland durchgeführt, und zwar unter Federführung des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Medizinischen Fakultät. Im Rahmen der AgeWell.de-Studie sind bundesweit an fünf Standorten insgesamt 1.030 ältere Hausarztpatient:innen zwischen 60 und 77 Jahren untersucht, bei der Umsetzung der Präventionsmaßnahmen begleitet und 24 Monate beobachtet worden. Die Teilnehmenden wurden nach dem Zufallsprinzip einer Interventions- oder Kontrollgruppe zugeteilt.

Die Studienmaßnahmen umfassten die Optimierung der Ernährung und der Medikation, sowie eine Steigerung der körperlichen, sozialen und geistigen Aktivität. Geschulte Studienassistent:innen halfen den Teilnehmenden bei der Umsetzung. Bei Bedarf wurden Personen mit depressiven Symptomen zusätzlich unterstützt. Alle Teilnehmenden wurden hausärztlich in normalem Umfang betreut. Die Personen der Kontrollgruppe erhielten einmalig schriftliche Gesundheitsinformationen zu Inhalten der Intervention.

„Zum Studienende hat sich der subjektiv wahrgenommene Gesundheitszustand der Teilnehmenden signifikant verbessert. Bei Frauen gingen depressive Symptome durch die Intervention zurück. Allerdings konnten wir in dieser relativ kurzen Nachbeobachtungszeit keine signifikanten Unterschiede in der geistigen Leistungsfähigkeit feststellen. Aber wir konnten zeigen, dass sich das Risikoprofil der Studienteilnehmer durch die Intervention verbesserte, also etablierte Risikofaktoren für Demenz positiv beeinflusst wurden“, sagt Dr. Andrea Zülke, Studienkoordinatorin von AgeWell.de und Wissenschaftlerin am ISAP. Insbesondere die Ernährung, aber auch Blutdruckwerte der Teilnehmenden verbesserten sich. Faktoren, die auch anderen Krankheitsbildern, wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken.

„Mit AgeWell.de haben wir gezeigt, dass Multikomponenten-Interventionen für einen gesunden Lebensstil im Alter auch in Deutschland umsetzbar sind, insgesamt konnten wir über 1000 Teilnehmende aus Hochrisikogruppen für die Studie gewinnen. Das waren nicht die typischen Teilnehmer:innen von Präventionsstudien – wir konnten wirklich Menschen mit einem erhöhten Risiko einschließen: 40 Prozent hatten eine Zuckerkrankheit, 54 Prozent Bluthochdruck und 55 Prozent waren adipös. Die Ergebnisse zur Veränderung des Risikoprofils sind ermutigend. Wir gehen davon aus, dass solche Interventionsstudien längere Beobachtungszeiträume brauchen, damit die Effekte der Lebensstilveränderungen ihr volles Potenzial entfalten können“, erklärt Prof. Steffi G. Riedel-Heller, Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Universität Leipzig.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell gefördert.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Steffi G. Riedel-Heller, MPH
Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP)
Telefon: +49 341 97 15408
E-Mail: Steffi.Riedel-Heller@medizin.uni-leipzig.de

Dr. rer. nat. Andrea Zülke
Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP)
Telefon: +49 341 97 15483
E-Mail: Andrea.Zuelke@medizin.uni-leipzig.de

Originalpublikation:
Originalpublikationen in Alzheimer's & Dementia:

Effects of a multi-domain intervention against cognitive decline on dementia risk profiles – results from the AgeWell.de-trial. https://alz-journals.onlinelibrary.wile ... /alz.14097

A multidomain intervention against cognitive decline in an at-risk-population in Germany: Results from the cluster-randomized AgeWell.de trial. https://alz-journals.onlinelibrary.wile ... /alz.13486

Weitere Informationen:
https://www.uniklinikum-leipzig.de/einr ... eWell.aspx AgeWell.de – Geistig fit ins Alter

Quelle: Pressemitteilung vom 15.07.2024
Medizinische Fakultät: Anne Grimm Stabsstelle Universitätskommunikation / Medienredaktion
Universität Leipzig
https://idw-online.de/de/news836936
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